Feiern mit Muskelaufbau

Da war der Aufzug noch ganz

Party auch im Aufzug

Eine Hausparty ist das Tollste. Vorausgesetzt man hat ein Haus. Aber wieso sollte man sich von 16 Quadratmetern Wohnheim­zimmer davon abhalten lassen eine Party mit fast 100 Leuten zu schmeißen? Das dachten sich zumindest acht mutige Zimmer­inhaber eines Studentenwohn­heims. Sie organisierten das „Wohnheimzimmer-Hopping“ – ein Abend, acht Zimmer, acht Party-Orte zu je 16 Quadratmeter und viele Studenten. Ein Feier­konzept, das für viel Spaß sorgte.

Weniger spaßig war das Trep­pensteigen. Wenn die Gäste bei sechs Stockwerken mehrmals vom Erdgeschoss nach ganz oben laufen mussten, fühlten sie sich wie beim berühmten Treppenlauf im Empire State Building. Feiern und Oberschenkeltraining – nicht jeder kann von sich behaupten, das sonst gleichzeitig an einem Abend zu absolvieren.

15 Studenten passen nicht in einen Aufzug

Nimmt man eben den Aufzug? Gute Idee, doch auch der wurde in eine eigene „Party-Area“ umfunktioniert. Rund 15 Hop­ping- Teilnehmer und eine Holz­bank passten hinein. Mitfahren auf eigene Gefahr – Steckenblei­ben inklusive – die zulässige Trag­last war überschritten.

Die Zimmerinhaber gaben sich wirklich Mühe, auf 16 Quadratme­tern das Ambiente einer Groß­raumdisko zu bieten: Mehrere hüfthohe Bassboxen, hektische Stroboskoplichter und engster Körperkontakt. Da wurde auch auf den Stühlen getanzt. Und wenn neben einem Stuhl ein Bett stand, kam eins zum anderen. So ein Wohnheimbett steckt einen beherzten Sprung jedoch nicht so gut weg wie erwartet.

Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne. Die Partygäste ver­wandelten das Wohnheim in ein Sägewerk. Die nüchterne Bilanz dieser Nacht: Ein kaputter Auf­zug, mehrere ausgelöste Feuer­löscher, abgerissene Türschilder, geklaute Fußmatten, Stühle und Schuhe, Verwüstung im ganzen Haus und Partyverbot für das gesamte Wohnheim.

Sarah Schultes