Uni Erlangen kann marode Gebäude sanieren

AnatomieDie Uni Erlangen-Nürnberg bekommt endlich mehr Geld, um lange fällige Bauarbeiten an alten Gebäuden angehen zu können. Die Anatomie I und das Physikalischen Außenlabors in Erlangen müssen dringend saniert werden. Der bayerische Landtag folgt damit einem Hilferuf der Universität. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass eine soganannte „Leib-und-Leben-Liste“ existiert, auf der besonders dringende Bauprojekte an der FAU aufgeführt sind.

Unter Priorität 1 fallen Arbeiten wie Brandschutz, Sicherheitsmängel und Schadstoffsanierung, bei denen „dringender Handlungsbedarf“ besteht, da sonst Leib und Leben gefährdet werden könnten. Die Uni betonte aber, dass dies nicht bedeute, dass akut Gefahr bestehe. Studierende und Beschäftigte könnten „selbstverständlich“ ihrem Studium und anderen Tätigkeiten nachgehen, „ohne unmittelbar in Gefahr zu schweben“. Wäre dies der Fall, würde die Universität – wie im Fall der Kochstraße – nicht zögern, ein Gebäude zu sperren.

In der Anatomie hatte die Bayerische Landesunfallkasse nach einer Begehung des Gebäudes im Oktober festgestellt, dass dringende Maßnahmen erforderlich sind. Es werden etwa neue Seziertische mit einer eingebauten Luftabsaugung gebraucht – die bis zum Frühjahr 2015 eingebaut sein sollen. Mit Hilfe der zusätzlichen fünf Millionen Euro kann nun eine Komplettsanierung erfolgen. Die Kosten für den Bau am Physikalischen Außeninstitut werden ebenfalls auf etwa fünf Millionen Euro geschätzt. Im vom Haushaltsausschuss genehmigten Antrag heißt es: „Die in 2015 und 2016 notwendigen Ausgabemittel können sichergestellt werden.“

Uni-Kanzlerin Sybille Reichert reagierte erleichter auf die Zustimmung des Landtags: „Die FAU ist dankbar für den Nachdruck, mit dem sich Vertreter aller Parteien für eine Finanzierung dieser für uns so essentiellen Baumaßnahmen eingesetzt haben – und natürlich freuen wir uns über die hervorragende Nachricht. Die Planungen laufen nun unter Hochdruck an. Schließlich wollen wir den exzellenten wissenschaftlichen Ruf, den die FAU genießt, nicht durch eine fortwährende Diskussion über sanierungsbedürftige Gebäude aufs Spiel setzen.“

cm/fc

Studieren auf der Baustelle

Studieren an Baustelle AufmacherWenn Studenten das A-Gebäude der Ohm-Hochschule Nürnberg betreten, begrüßt sie ein weiß-rotes Absperrband. Ein Arbeiter auf einer Leiter verlegt Kabel in der Decke, ein anderer poliert den Boden. „Man kommt sich vor als würde man eine Baustelle betreten“, meint Lukas Dehling, 22-Jähriger Student im Studiengang Technikjournalismus. Der „Service-Point“, erkennbar durch einen provisorischen Ausdruck an der Glastür, ist mit drei Stühlen besetzt. Personal, Tische und Ausrüstung: nicht vorhanden.

Einige Studenten warten vor dem Aufzug, der sie mit einem „Türe offen“ aus den Lautsprechern begrüßt und sein teilweise mit Spanplatten verdecktes Inneres preisgibt. Nachdem die Wartenden in dem Aufzug Platz gefunden haben und die Tür schließt, ertönt ein „Türe geschlossen“. „Da muss man jeden Morgen Stöpsel in die Ohren stecken“, belustigt sich einer der Professoren.

„Chaotische Organisation“

Doch die Stimmung ist nicht bei allen Mitarbeitern so positiv. Der „viel zu kurz angesetzte Umzug“ sowie die „chaotische Organisation“ sind Hauptkritikpunkte seitens der Mitarbeiter der Hochschule. Auch die Vorlesungen der Studierenden sind von den noch nicht abgeschlossenen Bauarbeiten beeinflusst. Noch sind nicht alle Vorlesungsräume mit der benötigten Technik ausgestattet, zum Beispiel fehlen Beamer. Steckdosen sind noch nicht verbaut. „Wir haben auch noch kein W-Lan“, empört sich die 21-Jährige Kristina Emilius, Studentin im Studiengang Technikjournalismus.

Das aktuelle Semester läuft bereits seit Montag, dem 15.03.2010.

Meinungen Betroffener:

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„Die Tische sind zu klein, das war

auf jeden Fall ein Fehlkauf.“ – Student

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„Die Decke ist hässlich

und wirkt unfertig.“ – Studentin
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„Die Räume sind relativ

groß und geräumig.“ – Student

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„Der Kopierraum war nicht auffindbar, aber

das Personal war nett und hilfsbereit.“ – Dozent

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Daniel Esser und Engin Aydin