Neues Proseminar: Vampire im Hörsaal

Von Barbara Mestel

Sowohl die Universität Bayreuth als auch die Ludwig-Maximilians-Universität München haben den Vampirismus für sich bzw. für ihre Studenten entdeckt: ein Proseminar und eine Vorlesung laden zu Begegnungen mit den blutsaugenden Nachtgestalten ein.

Vorlesungsverzeichnisse lassen häufig programmierte Langeweile befürchten: Einführungskurse, Grundlagenseminare und Überblicksvorlesungen. Die bayerischen Universitäten locken ihre Studenten aber durchaus auch mit spannenden Titeln und Themen in die Hörsäle.

An der Universität Augsburg können Studenten beispielsweise in Proseminaren über Androide und deren Träume spekulieren oder ihr Wissen über Mätressen, Kurtisanen und Konkubinen erweitern. Tyrannen, Schurken und Rebellen erwarten die Studenten in einem Proseminar der Universität Bamberg. Weniger Wagemutige können in einem Pädagogik-Seminar der LMU den Kampf gegen den eigenen inneren Schweinehund aufnehmen.

Praktische Lebenshilfe bei Naturkatastrophen

Aber auch die Universität Passau bietet praktische Lebenshilfe: Der Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik beleuchtet das ganz normale Chaos der Familie, während der Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft darauf hinweist, dass sich Naturkatastrophen ihre Opfer prinzipiell willkürlich auswählen. Die angenehmen Seiten des Lebens kommen allerdings nicht zu kurz, wie eine Exkursion zum Thema Kreuzfahrttourismus vermuten lässt.

Die Philosophische Fakultät der Universität Würzburg startet mit literarischem Wahnsinn in die Woche, an der Uni Bamberg werden Gottesbeweise diskutiert und an der Universität Erlangen-Nürnberg analysieren die Studierenden in einem Hauptseminar die Desperate Housewives, Bonanza und Star Trek. Die Universität Regensburg bietet auch unvorbereiteten Studenten das passende Angebot: Wie wäre es mit einer Vorlesung über die Leere und das Nichts oder mit einem Hauptseminar über die Macht der Dummheit?