Liebe Erstis, das Studium ist zum Feiern da

Erlangen: Etliche Tausend Erstsemester fanden sich zur Begrüßung in der Ladeshalle ein, wo sie auch diverse Gimmicks und natürlich die blaue FAU-Umhängetasche abgreifen konnten. In Foyer, Kleinem und Großem Saal informierten zahlreiche Initiativen, Hochschuleinrichtungen und die Studiernden Vertretung an Ständen, die dicht umlagert waren (sofern es wenigstens Kugelschreiber oder Süßigkeiten umsonst gab). Die offizielle Begrüßung übernahm in Vertretung von Unichef Grüske Vizepräsidentin Antje Kley, für die Stadt Erlangen sprach OB Florian Jannik, die Stadt Nürnberg schickte keinen Vertreter. 16.10.2014. Foto: Harald Sippel

Liebe Erstis,

ich muss euch jetzt wirklich mal schimpfen. Viele von euch sind am Anfang ihres Studiums pflichtbewusster als so manche Zofe im Mittelalter. Ihr geht immer brav in jede Vorlesung, hört aufmerksam zu, schreibt mit und bekommt sofort Panik, wenn das Wort “Prüfung” oder “Hausarbeit” fällt. Ich war in den ersten beiden Semestern genauso. Als alter Hase im 6. Semester ärgere ich mich aber mittlerweile über meinen streberhaften Übereifer.

Natürlich haben Oma, Opa, Tante, Mama, Papa und die neugierige Nachbarin Recht: Das Studium ist wichtig für das spätere Berufsleben. Aber lasst euch von mir auch etwas sagen: Bis es soweit ist, vergeht sehr viel Zeit. Und in dieser Zeit muss ein Student Dinge tun, die eben nur ein Student tun kann. Natürlich habt ihr auch schon in eurer Schulzeit die ein oder andere Party gefeiert und das ein oder andere Schlückchen Alkohol getrunken. weiter lesen

Neun hilfreiche Tipps für Erstis in Erlangen

Erstsemester Empfang im E-werk Erlangen der Uni Erlangen durch Prorektorin Antje Kley Foto:Bernd Böhner 15.10.2012

Zugegeben: Erlangen klingt als Studienort erst einmal nicht wahnsinnig spannend. Zumindest im Vergleich zu anderen Unistädten. Hier gibt es kein Oktoberfest wie in München, kein Sankt Pauli wie in Hamburg und auch nicht so viele Touristen wie in Heidelberg. Das bedeutet aber nicht, dass es hier langweilig ist – im Gegenteil! Auch in Erlangen und Nürnberg können Studenten viel Spaß haben – zumindest, wenn sie sich an unsere Tipps und Tricks halten. Hier sind neun Do’s und Dont’s für neu zugezogene und einheimische Erstis. weiter lesen

So überlebt ihr als Ersti an der Technischen Hochschule

kickmeersti3Liebe Ersties,

da wir aus den höheren Semestern schon einiges an der Ohm-Hochschule, aka Technische Hochschule, durchgemacht haben, fühlen wir uns verpflichtet, euch euer künftiges Studentenleben zu erleichtern und euch mit einigen überlebenswichtigen Tipps vertraut zu machen.

Problem Nummer 1: die Rohfassung eures Stundenplans

Nur keine Angst, es gibt immer einen Streber, der den Stundenplan entwirrt und perfektioniert hat. Ihr müsst ihn nur finden. Merkmale: Seriös wirkende Person mit Aktentasche, Brille und personalisiertem Kaffeebecher.

Problem Nummer 2: die Ohm-Card

2.1 Das Foto: Na? Auch das drei Jahre alte Partybild in VirtuOhm hochgeladen, weil es hieß, man brauche ein Foto, um die Bewerbung abzuschließen? Tja, dieses gelungene und in der Eile hochgeladene Bild verfolgt euch nun eure komplette Studienzeit auf eurem Studentenausweis. Aber macht euch nix draus, so geht es jedem Zweiten und ihr müsst die Karte ja nicht unbedingt dem hübschen Kommilitonen aus der dritten Reihe zeigen.

2.2 Aufladen: Fünf Euro ist der gängige Betrag, den der Otto-Normal-Student auflädt. Blöd ist, wenn du nur große Scheine dabei hast. Na klar brauchst du das Geld irgendwann, aber wir wissen, wie gut es sich im Geldbeutel und nicht auf der Ohm-Card anfühlt. Dumm nur, dass es meist an der Kasse dann nicht reicht und man nachladen muss, obwohl sich hinter einem eine Gruppe hungriger Mitstudenten mit grimmigen Gesichtern befindet.

2.3 Validieren: Ok, validieren klingt erst mal ziemlich komisch, aber hierfür gibt es nette Automaten an der Ohm. Also, wenn ihr es ins nächste Semester geschafft habt (wir sind mal zuversichtlich) müsst ihr nur die Karte in den Automaten schieben (bitte beachtet die richtige Ausrichtung, da können schnell Fehler passieren) und schwupps, die Ohm-Card wird mit den neuen Semesterdaten bedruckt.

Problem Nummer 3: wieder von vorne

Falls ihr gedacht habt, es hat nun ein Ende mit ätzenden Hausaufgaben, Übungsblättern, Referaten und anderen Dingen, die ihr in der Schule ständig vorbereiten musstet – habt ihr euch leider geschnitten. Die Hochschule nimmt den Begriff Schule noch ziemlich ernst. Sehr ernst. Also seid brav und lest am besten stündlich eure Emails. Ihr könntet wichtige Arbeitsaufträge und Lektüre verpassen.

Problem Nummer 4: ältere Semester

Habt ihr euch schon gefragt, wer die ungepflegten Menschen sind, die immer vor der Mensa und der Bibliothek rumgammeln? Meine Damen und Herren, wir präsentieren euch eure Zukunft. Jogginghose ist einfach bequemer und Bier schmeckt besser als Wasser. Also wundert euch nicht, wenn alle so rumlaufen, das sind die alten Hasen. Stellt euch trotzdem gut mit ihnen, sie haben vielleicht noch Zusammenfassungen oder alte Prüfungen, die euch den Hintern retten könnten.

Problem Nummer 5: WLAN

Das Ohm-WLAN ist eigentlich recht gut. Man kann sein Smartphone updaten, Apps laden und sogar zocken. Jedoch nur bis zum dritten Stock. Dann kann man froh sein, wenn man überhaupt noch eine Verbindung hat. Am besten immer ins Eduroam, das Ohmnet ist ein bisschen schwach auf der Brust. Merke: Downloads bis zum zweiten Stock, Nachrichten lesen ab dem dritten.

Problem Nummer 6: Aufzug im KA-Gebäude

Anfangs mag die nette Ansagestimme im Aufzug noch ganz lustig sein. Doch hütet euch! Irgendwann wird sie euch bis in eure Träume verfolgen. Unser Tipp: Nehmt die Treppe!

Problem Nummer 7: Steckdosen

Steckdosen sind an der Ohm rar gesät. Da jeder Student ein Smartphone, einen Laptop oder ein Tablet besitzt und während der Vorlesung ständig daran herumspielt (verurteilt uns nicht, es ist nur eine Frage der Zeit, bis es bei euch auch so weit ist), sind die Steckdosen ständig besetzt. Unser Tipp: Fahrt zum nächsten Baumarkt und kauft eine Steckdosenleiste – damit seid ihr ein Teamplayer und habt immer Saft.

Problem Nummer 8: das Wort trivial

Zunächst einmal, „trivial“ bedeutet einfach „einfach“. Jeder Professor benutzt dieses Wort mehrmals in jeder Vorlesung. Euch wird es also zum Hals raushängen. Sie sagen: Matheaufgaben sind trivial, Validieren ist trivial, Lösungen sind trivial, Berichte sind trivial. Immerhin, mit diesen Survival-Tipps wird euer Studium nun wirklich trivial. Nochmal: TRIVIAL.

Viel Spaß dabei,
wünscht Tina Brandl

Das neue Semester in Zahlen

Vergangene Woche hat das neue Semester begonnen, nun wurden die Studierenden gezählt. An der Uni Erlangen-Nürnberg studieren so viele Menschen wie nie zuvor. Genau 33400 Studierende zählt die Universität zu Beginn des Semesters. Sie ist damit die größte Hochschule Nordbayerns und erstmals die zwölftgrößte in ganz Deutschland. „Größe ist zwar kein Maß von Qualität“, sagte Uni-Präsident Karl-Dieter-Grüske bei der Präsentation der Ergebnisse, „aber ein Zeichen für die Attraktivität unserer Hochschule ist es schon.“ Noch vor zehn Jahren waren lediglich 20606 Studenten an der FAU eingeschrieben. Die NZ zeigt die Zahlen des neuen Semesters im Überblick:

– 6789 Studienanfängerinnen und -anfänger haben sich in Erlangen erstmals für ein Studium immatrikuliert.

– Darunter sind zum ersten Mal seit acht Jahren wieder mehr männliche als weibliche „Erstis“ – und zwar 3482 neue Männer an der Uni gegenüber 3307 neuen Frauen. Der Grund dafür liegt wohl im Wegfall der Wehrpflicht.

– Insgesamt haben jedoch weiterhin die Studentinnen die Nase vorne, wenn auch nur knapp. An der FAU studieren 238 Frauen mehr als Männer. Die Jungs holen auf: Im vergangenen Jahren lag der Unterschied noch bei 1375.

– Heuer besonders interessant sind die Absolventen des doppelten Abiturjahrgangs in Bayern. 29 Prozent der neuen Studierenden sind aus dem letzten G9-Jahrgang. Knapp ein Drittel (32 Prozent) hat erstmals G8-Abitur. Die restlichen 39 Prozent haben die Hochschulreife bereits schon länger bestanden oder kommen aus anderen Bundesländern.

– 14 Erstis waren bei der Einschreibung noch unter 18 Jahre alt.

– Die meisten Neuzugänge – 1972 Studenten – gab es an der Technischen Fakultät. Den größten prozentualen Zuwachs verzeichnen die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, deren Anfängerzahlen um 43,2 Prozent gestiegen sind. Die zahlenmäßig größte Fakultät bleibt die Philosophische mit 9289 Studierenden.

– Der größte Hörsaal der Uni fasst 850 Sitzplätze, doch weil das nicht genügt, finden die Grundvorlesungen in Mathematik künftig in der Erlanger Stadthalle statt.

– An der FAU studieren in diesem Semester Menschen aus 108 verschiedenen Ländern. Die meisten kommen aus China (303), gefolgt von der Türkei (259) und Russland (157). Die weiteste Anreise hat ein Student aus Neuseeland hinter sich.

Christina Merkel

Studieren auf der Baustelle

Studieren an Baustelle AufmacherWenn Studenten das A-Gebäude der Ohm-Hochschule Nürnberg betreten, begrüßt sie ein weiß-rotes Absperrband. Ein Arbeiter auf einer Leiter verlegt Kabel in der Decke, ein anderer poliert den Boden. „Man kommt sich vor als würde man eine Baustelle betreten“, meint Lukas Dehling, 22-Jähriger Student im Studiengang Technikjournalismus. Der „Service-Point“, erkennbar durch einen provisorischen Ausdruck an der Glastür, ist mit drei Stühlen besetzt. Personal, Tische und Ausrüstung: nicht vorhanden.

Einige Studenten warten vor dem Aufzug, der sie mit einem „Türe offen“ aus den Lautsprechern begrüßt und sein teilweise mit Spanplatten verdecktes Inneres preisgibt. Nachdem die Wartenden in dem Aufzug Platz gefunden haben und die Tür schließt, ertönt ein „Türe geschlossen“. „Da muss man jeden Morgen Stöpsel in die Ohren stecken“, belustigt sich einer der Professoren.

„Chaotische Organisation“

Doch die Stimmung ist nicht bei allen Mitarbeitern so positiv. Der „viel zu kurz angesetzte Umzug“ sowie die „chaotische Organisation“ sind Hauptkritikpunkte seitens der Mitarbeiter der Hochschule. Auch die Vorlesungen der Studierenden sind von den noch nicht abgeschlossenen Bauarbeiten beeinflusst. Noch sind nicht alle Vorlesungsräume mit der benötigten Technik ausgestattet, zum Beispiel fehlen Beamer. Steckdosen sind noch nicht verbaut. „Wir haben auch noch kein W-Lan“, empört sich die 21-Jährige Kristina Emilius, Studentin im Studiengang Technikjournalismus.

Das aktuelle Semester läuft bereits seit Montag, dem 15.03.2010.

Meinungen Betroffener:

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„Die Tische sind zu klein, das war

auf jeden Fall ein Fehlkauf.“ – Student

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„Die Decke ist hässlich

und wirkt unfertig.“ – Studentin
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„Die Räume sind relativ

groß und geräumig.“ – Student

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„Der Kopierraum war nicht auffindbar, aber

das Personal war nett und hilfsbereit.“ – Dozent

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Daniel Esser und Engin Aydin

Scharfer Semesterstart

DenkpfefferBlaue Taschen mit dem Uni­ Logo darauf bekommen Stu­dienanfänger in Erlangen geschenkt. Darin verpackt gibt es für jeden Infobroschüren, einen Block und Kugelschreiber. Auch an der Universität Hannover bekommen die Erstsemester zum Studienstart blaue Tragetaschen. Seit diesem Wintersemester ist darin jedoch eine außergewöhnli­che Überraschung enthalten: „Denkpfeffer – das intelligente Gewürz“.

Die Zutatenliste verrät in etwa, was darin steckt: Traubenzucker, Salz, Zwiebeln, Knoblauch, Kur­kuma, Lauch, Paprika, Karda­mom, Zitronenöl. Die genaue Mischung ist aber geheim. Im Ein­führungsheft finden die neuen Studenten in Hannover auch einen Rezeptvorschlag. In die „Bunte Gemüsepfanne“ gehört neben Zucchini, Kartoffeln, Paprika ein Esslöffel Denkpfef­fer. Denn „Denkpfeffer ist das ideale Gewürz zu Fleisch, Gemüse, Reis und Nudeln. Ganz ohne Geschmacksverstärker oder andere künstliche Inhaltsstoffe“.

Ein Gewürz, das mitdenkt

„Wir wollten unseren Studen­ten etwas Auffälliges mitgeben, das sie mit der Universität verbin­den“, sagt Cornelis Kater vom Organisationsteam der Erstsemes­tereinführung. „Einer unserer Mitarbeiter ist außerdem Koch. Da kam uns die Idee, ein eigenes Gewürz zu erschaffen.“ Die oberfränkischen Raps Gewürzwerke in Kulmbach unter­stützten das Team bei seinem Vor­haben. In ihrer Testküche entwi­ckelten sie die spezielle Mischung und spendierten 200 Kilo Denkpfeffer zum Semesterstart.

„Ein Gewürz mit Pfiff, das mit­denkt und zu allen Speisen passt“, sagt Kater. „Unsere Hoch­schule soll für die Studenten das sein, was das Gewürz fürs Essen ist.“ Dass in Denkpfeffer selbst kein Pfeffer enthalten ist, sieht Kater nicht als Widerspruch. „Wir haben einen Namen gesucht, der Stärke und Kraft aus­drückt und die Verbindung zur Hochschule herstellt.“ Das kommt bei den Erstsemestern gut an. „Auf unserer Homepage for­dern die ersten Nachschub“, sagt Kater. Je 50 Gramm sind in den 4000 Packungen, die die Studen­ten geschenkt bekommen haben. „Sobald die Finanzen geregelt sind, wollen wir weiteren Denkpfeffer zu studentenfreundli­chen Preisen verkaufen.“

Christina Merkel