Da scheißt einer die Wand an

Widerliche Schmierereien an der WiSoSchon mehr als zehn Mal ist es passiert. Und das nur in diesem Jahr. Morgens vor acht Uhr waren die Toiletten beschmiert. Mit Dingen, die normalerweise ins Klo gehören, statt an die Wände.
Keiner weiß, wer es gewesen ist. Die Ermittlungen laufen. Deshalb kontrollieren zurzeit Sicherheitsleute die Eingänge zur „WiSo“ in der Langen Gasse in Nürnberg. Stichprobenartig lassen sie sich die Studentenausweise zeigen, wenn jemand ins Gebäude will. Man geht davon aus, dass Studierende keine Fäkalien an Wände schmieren. Zumindest nicht in ihrer eigenen Uni.
Seit 2012 hat es solche Vorfälle im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Erlangen-Nürnberg immer wieder gegeben. Verteilt im ganzen Gebäude, sowohl in den Frauen- als auch Männertoiletten. Seit diesem Jahr häuft es sich. Doch diesmal nur in den Herrenklos und immer vor Vorlesungsbeginn um acht Uhr.
Alle Mitarbeiter und Studenten haben eine E-Mail bekommen, in denen die Uni erklärt, warum die Kontrollen nötig sind. Außerdem hängen Zettel an den Klotüren, die auf die Strafanzeige gegen Unbekannt aufmerksam machen. Denn nicht nur, dass das Ganze widerlich ist, es ist auch teuer. Das Wachpersonal patrouilliert Tag und Nacht, und die Putzkräfte schieben Sonderschichten.

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Sicherheitslücke an der FAU

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat vergangene Woche eine Sicherheitslücke in einem ihrer Datensysteme schließen müssen.

Einer Gruppe von Studenten war aufgefallen, dass es im Identitätsmanagement-System IDM, in dem die Studenten ihre Daten einsehen und verwalten können, möglich war, auch die Daten anderer Studenten einzusehen.

Um etwa Matrikelnummer, Namen und komplette Anschrift, aufzurufen, habe nur eine Zahl in der Web-Adresse geändert werden müssen. Auch Studiendauer, E-Mail-Adresse und Daten, die sich auf die im Herbst 2011 eingeführte FAU-Card beziehen, waren so grundsätzlich allen Studenten zugänglich. Nachdem die Studenten das Regionale Rechenzentrum Erlangen (RRZE), den IT-Dienstleister der Uni, informiert hatten, wurde der Fehler innerhalb weniger Stunden behoben.

Danach waren zwar noch die auf den Studentenausweisen aufgedruckten Passbilder für fremde Studenten wenige Tage lang sichtbar, dieser Fehler wurde, nachdem die Studenten das RRZE nochmals darauf hingewiesen hatten, ebenfalls geschlossen.

Nach Angaben des RRZE habe die Sicherheitslücke erst seit Donnerstagabend bestanden. Zuvor seien an dem Web-Portal Aktualisierungen vorgenommen worden.

Florian Heider

Radfahrende Studenten als Risiko?

Von Julius Brockmann

Fahrrad_Sicherheit.jpgIm Frühling holen die Biker ihre Maschinen heraus und die Unfallgefahr steigt auf den Straßen drastisch. Die Sonne lacht, der Sommer steht vor der Tür. In Erlangen holen die Studenten ihre Fahrräder aus dem Schuppen. Gibt es dadurch auch mehr Unfälle als in Städten mit wesentlich weniger Zweirad-Verkehr? Immerhin blockieren Fahrräder Zufahrtsstraßen und Wege, als Autofahrer bekommt man Angst, muss man in der Erlanger Innenstadt doch stets damit rechnen, dass einem auf der Einbahnstraße Radfahrer von vorne, von links, aus der Querstraße, oder sonst wo plötzlich auf der Motorhaube kleben.

Der Verkehrsbericht des Jahres 2007 für Mittelfranken bestätigt zumindest das gängige Klischee. In der so genannten „Rushhour“, also der Zeit zwischen 16 Uhr und 18 Uhr, passieren die meisten Unfälle, dann also, wenn die arbeitende Bevölkerung sich auf den Heimweg macht. Und, ebenfalls nicht überraschend: Am Montag und Freitag passieren generell die meisten Unfälle, dann wenn man noch gedanklich im Wochenende ist, oder bereits den Grillabend mit Freunden plant.

So kommt es, dass auch Radfahrer immer wieder in einen Unfall verwickelt werden. Acht Tote gab es im vergangenen Jahr zu verzeichnen. Schuld sind nicht immer nur die Autofahrer. Viele Radfahrer missachten die Vorfahrtsregeln. Und wenn man sich die Räder der Studis vor dem Kollegienhaus anguckt, wird ein weiterer Grund für gefährliche Stürze sichtbar: Fast keiner fährt mit einem verkehrssicheren Rad. Beim einen funktioniert die Bremse nicht, der andere hat kein Rücklicht, bei nahezu jedem fehlen die Reflektoren in den Speichen. Kein Wunder, eine Reparatur ist teuer und Studenten geben häufig so lange kein Geld für ihren Drahtesel aus, bis dieser den Dienst verweigert – also nicht mehr fährt. Dies bemängelt auch die Polizei, die deshalb verstärkt in Erlangen kontrolliert.

Darüber hinaus empfehlen Experten den Radfahrern Helme zu tragen. Schon mal einenFahrrad_Sicherheit2.jpg Studenten mit Fahrradhelm gesehen? Eher ein seltenes Bild, da gehören andere Kopfbedeckungen zu den bevorzugten Accessoires eines Studenten von Welt. Dabei sind besonders schwere Kopfverletzungen die Folge von Unfällen, die vermieden werden könnten.

Erfreulich bleibt festzuhalten, dass eine Annahme falsch ist: In einer Studie der Bundesanstalt für das Straßenwesen wird Erlangen als besonders sicher für Radfahrer dargestellt. Denn in Studentenstädten wie Münster oder eben Erlangen, wo das Rad zum Stadtbild einfach dazugehört, nehmen Autofahrer mehr Rücksicht, wurde viel in Radwege und die nötige Infrastruktur investiert, und gilt insgesamt das Motto: Als Radfahrer hast du Vorfahrt!