Was war nochmal heute um 18 Uhr?

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Psst, heute spielt Deutschland…

Einladung zum Pressetermin: Siemens und FAU erforschen Energieversorgung der Zukunft
Termin: 26. Juni 2014, 18.00 Uhr
Ort: Senatssaal im Schloss (1. OG), Schlossplatz 4, Erlangen

Im Dezember haben Siemens und die Uni Erlangen-Nürnberg einen Verbund gegründet. Sie wollen zusammen erforschen, wie Energie in Zukunft bezahlbar und zuverlässig bereitgestellt werden kann. Campus Future Energy Systems (FES) heißt das Projekt, in das Siemens einen zweistelligen Millionenbetrag investiert. So viel Geld ist auf jeden Fall eine Nachricht wert. Aber ausgerechnet heute? Sie hatten doch ein halbes Jahr lang Zeit.

Für 18 Uhr haben die Projektpartner zum Pressetermin geladen. Sie unterschreiben heute den Vertrag für die Zusammenarbeit. Karl-Dieter Grüske wird da sein, der Präsident der FAU, der Vizepräsident für Forschung, Joachim Hornegger, und auch Klaus Helmrich, Technik- und Personalvorstand der Siemens AG. Offenbar alles keine Fußballfans.

Denn heute um 18 Uhr spielt Deutschland gegen die USA und in unserer Redaktion steht ein großer Fernseher.

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Duales Studium: Anstrengend, lohnt sich aber

20100526_4c_dual9_big20100526_4c_dual7_bigDas Semester hat vor kurzem erst wieder angefangen und schon muss Martina Baumer wieder lernen. Zusammen mit ihrer Kommilitonin sitzt die Studentin an einer sogenannten Lerninsel in der ehemaligen »Wiso« in Nürnberg. Eine Lerninsel – das ist eigentlich nur ein kleiner Tisch auf dem Gang im 5. Stock. An der Wand hängen Regeln, wie man sich verhalten soll: möglichst leise und kollegial. Auf dem Tisch liegen Bücher, Zettel und Süßigkeiten als Nervennahrung.

Gute Nerven sind für die Studentin gerade besonders wichtig, denn in einer Woche steht die Abschlussprüfung der Industrie- und Handelskammer (IHK) an. Danach darf Martina Baumer sich Industriekauffrau nennen. Ein Semester später kommt der zweite Abschluss dazu: der Bachelor in Wirtschaftswissenschaften.

»Duales Studium« nennt sich die Ausbildung, die Baumer gerade durchläuft. Dabei wird ein Studium an der Universität mit einer Ausbildung in einem Betrieb kombiniert, die in der Regel während der Semesterferien stattfindet. Baumer absolviert ihren Praxisteil bei Siemens in Nürnberg. Es sind jedoch auch andere Betriebe möglich.

Ab dem Wintersemester gibt es neue Kombinationen

Die Vorteile liegen auf der Hand: Praxis und Theorie lassen sich auf diese Weise gut verbinden und die Studenten können wertvolle Kontakte zu Unternehmen aus der Region knüpfen. Außerdem bekommen sie von ihrem Arbeitgeber eine Ausbildungsvergütung gezahlt. Aus diesen Gründen finden immer mehr Studenten das duale Studium attraktiv. Wahlmöglichkeiten gab es bislang keine, einzig Baumers Kombination stand den Studenten offen.

Ab dem kommenden Wintersemester soll sich das jedoch ändern. Aufgrund einer Kooperation zwischen der IHK Nürnberg für Mittelfranken und der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) haben Interessenten dann die Möglichkeit, flächendeckend aus dem gesamten Ausbildungsangebot regionaler Betriebe und aller Studienfächer an der Universität eine duale Wunschkombination von praktischer Ausbildung und wissenschaftlichem Universitätsstudium zu wählen.

Neuartige Kombinationen, wie zum Beispiel ein ingenieurwissenschaftlicher Studiengang, verbunden mit einer Ausbildung in der Wirtschaft, werden dann möglich sein. Insgesamt können rund 200 IHK-Ausbildungsberufe mit mehr als 100 Studiengängen gepaart werden.

Kooperation mit der IHK macht es auch Betrieben leichter

Für Wolfgang Henning, Leiter der zentralen Universitätsverwaltung, ist die Neuerung ein wichtiger Schritt – sowohl aus Sicht der Studenten als auch für Unternehmen. »Bislang mussten Firmen, die an einer Zusammenarbeit im Sektor Ausbildung und Studium mit der Universität interessiert waren, Einzelkooperationen aushandeln, was vor allem für mittlere und kleinere Betriebe ein zu hoher Aufwand war«, sagt er der NZ. »Die neue Form des dualen Studiums ermöglicht es Unternehmen nun, sich auf dem kurzen Dienstweg über die IHK einfach in die Kooperation mit der Universität einzuklinken. Damit können auch kleine und mittlere Betriebe einzelne Azubis ohne großen Aufwand nominieren und so potenzielle Führungskräfte frühzeitig gewinnen.«

Um einen der begehrten Ausbildungsplätze zu ergattern, müssen die Studenten großes Engagement, Interesse und Durchhaltevermögen zeigen. »Wer sich für ein duales IHK-FAU-Studium interessiert, sucht sich zunächst einen betrieblichen Ausbildungsplatz, klärt dort die Modalitäten und schließt einen Ausbildungsvertrag«, rät Henning. »Am besten ist, wenn man gleich im Bewerbungsschreiben deutlich macht, dass man das Potenzial hat und ein duales Studium nach der neuen Kooperation anstrebt.« Die Grundlage sei ein gutes bis sehr gutes Abitur. Danach wählt man seinen Studiengang an der FAU aus und bewirbt sich Anfang Juli für einen Studienplatz.

Ein langer Weg, bis endlich die Zusage da war

Für Martina Baumer war es ein weiter Weg bis zur endgültigen Zusage. »Während der Schulzeit hat mich der Gedanke gereizt, ein Universitätsstudium und gleichzeitig eine Ausbildung zu machen«, erzählt die inzwischen 21-Jährige. »Bei einer Infoveranstaltung bei Siemens habe ich dann das Modell kennengelernt und war interessiert.«

Daraufhin hat sich die Studentin beworben. Es folgten ein Online-Test, ein schriftlicher Eignungstest und eine Auswahltagung. Hier musste Martina Baumer sowohl in Gruppendiskussionen als auch in Einzelgesprächen überzeugen. Im Januar, wenige Monate vor dem Abitur, bekam sie dann die Zusage.

Baumer ist froh, diesen Weg eingeschlagen zu haben: »Es war eine gute Entscheidung, weil man in der Praxisphase austesten kann, was einem liegt. Besonders gefällt mir das Personalwesen«, sagt die junge Frau, die sich in ihrem kleinen Jahrgang mit rund 25 Studenten sehr wohl fühlt. »Wir sind eine offene und kommunikative Truppe, das gefällt mir sehr gut«, ergänzt sie. Außerdem ist sie noch immer vom Praxissemester begeistert, das ihr der Studiengang ermöglicht hat. Im vergangenen Jahr schickte ihr Arbeitgeber Siemens sie zweieinhalb Monate nach Paris.

Trotz der vielen Möglichkeiten, die das duale Studium bietet, gilt es aber auch, die erhöhten Anforderungen zu meistern. »Die Prüfungszeit liegt meistens in den ersten zwei oder drei Wochen der Semesterferien«, sagt Baumer. »Hier muss man sich gut koordinieren können, weil man in der gleichen Zeit ja schon im Betrieb arbeitet. Dann muss man überlegen, ob man für diese Zeit ein paar Tage Urlaub nimmt.«

Kerstin Fellenzer (Text) und Harald Sippel (Fotos)

Wie um den Wissenschaftszug gestritten wird

Am Sonntag kommt er nach Nürnberg: der Wissenschaftszug der Max-Planck-Gesellschaft, des Bundesbildungsministeriums, des Weltkonzerns Siemens. So viele Exponate wie es in dem Zug voller Wissen gibt, so viele Einrichtungen reklamieren den Zug auch für sich. Viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Bei der Organisation des Zugs, der von Bundeskanzlerin Merkel höchstpersönlich auf Deutschlandreise geschickt wurde, kochen alle gleichzeitig.

Erst hat die Kulturidee in den Fraunhofer-Räumen (die ein Exponat stellen) in Fürth zusammen mit Nürnbergs OB Maly, Fürths OB Jung und der Erlanger Bürgermeisterin Preuß sowie einem Vertreter des Bundesbildungsministeriums den Zug vorgestellt – ohne allerdings die Details zu präsentieren. Die gab es dann von Max Planck, die hauptsächlich für die Organisation zuständig sind, bzw. noch präzisere von einer weiteren Agentur. Und jetzt hat Siemens den Zug für sich entdeckt und will sich die Wissenschaft auf die Fahnen schreiben. Jeder will vom positiven Image profitieren. Das Programm ist ja auch toll zusammengestellt.

Dabei blickt man langsam nicht nur bei der Vielzahl der Organisatoren und Promoter nicht mehr durch, die sich um den Zug kümmern. Neben dem Zug tourt ein Truck durch Deutschland und will die Wissenschaft aus dem Elfenbeinturm herausholen. Mit der MS Wissenschaft tourt ein Schiff durch Deutschland. Podiumsdiskussionen sind angekündigt: In Fürth hätte vergangene Woche unter anderem der Staatssekretär des Bundesverteidigungsministeriums Christian Schmidt über neue Materialien diskutieren sollen. Die Diskussion wurde zum Glück abgesagt. Zwar wäre eine Diskussion mit Schmidt sicher interessant gewesen, wenn er offenbart hätte, wie die Bundeswehr neue Materialien einsetzen kann. Aber darum geht es Schmidt ja nicht (und ging es ihm auch nicht, als er den ersten Spatenstich bei Fraunhofer in Fürth-Atzenhof vorgenommen hat). Es ist Wahlkampf! Da geht es weniger um die Sache als um Wählerstimmen.

Höhepunkt in diesem Jahr bei allen Zügen, Schiffen, Trucks und sonstigen Veranstaltungen ist ohnehin im Oktober die Lange Nacht der Wissenschaft. Diese Veranstaltung ist nicht zu toppen, egal wer sich mit den anderen Veranstaltungen in der Öffentlichkeit sonnen will. Zum Glück ist die Bundestagswahl dann vorbei, so dass es dann wirklich nur noch um die Wissenschaft gehen wird.