Zum Affen machen – und Spaß dabei

KerstinIch habe beim Ballett mit den Füßen gewackelt, im Lindy Hop alle fünf Minuten den Tanzpartner gewechselt und beim Zumba die Hüften geschwungen. Ich bin allein bei knapp über null Grad am Kletterturm gehangen und im Fitnesstraining mit hundert anderen bei 30 Grad schwitzend übers Fußballfeld gekeucht. Kurzum: Ich habe mich schon oft vor etlichen Zuschauern zum Affen gemacht und dabei auch noch Spaß gehabt.

Hochschulsport macht mir Spaß, weil ich eine Gesellschaftssportlerin bin. Alleine Sport zu treiben finde ich meist öde, am liebsten ist es mir, wenn eine Gruppe Freundinnen und Freunde dabei ist. Dabei habe ich früher wirklich nie Sport gemacht – bis vor fünf Jahren lebte ich nach dem allseits bekannten „Sport ist Mord“-Grundsatz. Bewegung und vor allem Schwitzen waren mir ein Graus. Bis ich immer länger vor dem PC saß, mit Hausarbeiten in der Bibliothek, beim Arbeiten im Büro.

Ich merkte irgendwann, wie gut mir Sport tut, wie angenehm sich ein ausgepowerter Körper anfühlt und wie fein man danach schlummert. Sportangebote an der Uni waren da der schnellste und bequemste Weg, ohne großen Aufwand den Hintern hochzukriegen. Wenn jemand mit mir hinging, umso besser. Jetzt versuche ich, zwei- bis dreimal die Woche irgendeine Art von Sport zu machen und bin dadurch ausgeglichener, entspannter und fitter.

Deshalb mein Tipp an alle Couch-Potatoes: Probiert’s einfach mal aus. Einmal, zweimal. Und wenn ihr dann merkt, wie glücklich ihr euch damit fühlt, macht ihr aus eigenem Antrieb weiter. Körper und Seele werden es euch danken.

Am Montag beginnt die Anmeldung beim Hochschulsport für’s neue Semester. Wir stellen euch die ausgefallensten neuen Sportarten vor.

Kerstin Kesselgruber

Bauchtanz auch für Männer

Von Christiane Fritz

4700 Studenten der Universität Erlangen-Nürnberg hielten sich im Wintersemester mit Hochschulsport fit. In Nürnberg werden im kommenden Semester mehr als 20 Sportarten in 60 Kursen angeboten. Für diese beginnt die Anmeldung am 6. April – Zeit, einige der Angebote näher vorzustellen.

„Man soll ohne Muskelkraft und Geschwindigkeit den Gegner besiegen“, erklärt André Roßbach. Der 31-Jährige leitet zum dritten Mal den Kurs Bujinkan Budo Taijutsu. Die japanische Kampfkunst, die aus mehreren Schulen der Samurai und Ninja hervorgegangen ist, will Wahrnehmung und Reaktion trainieren. In dem Anfängerkurs erlernen die Studenten Fall-, Roll- und Handbefreiungstechniken. „Mich reizt die Perfektion an Körper und Geist“, erklärt der ehemalige Student der Wirtschaftsinformatik, der sich seit sechs Jahren intensiv mit Bujinkan Budo Taijutsu beschäftigt. „Mir gefällt auch, dass es kein Sport ist.“ Demitri Schneider hat bereits die ersten beiden Kurse von André Roßbach absolviert. Der Student der Informationstechnik ist vom Angebot begeistert. „Gerade in den Prüfungen bekommt man so den Kopf frei“, meint er. Als Bekleidung empfiehlt der Kursleiter Trainingshose und ein langes Shirt, um Abschürfungen zu verhindern. Schuhe sind nicht nötig, denn trainiert wird barfuß.

Diese Sportart wurde in der 60er Jahren in den USA entwickelt: Aerobic. Seit 20 Jahren wird der Kurs im Rahmen des Hochschulsports angeboten. 30 Teilnehmer können sich anmelden und Basic-Aerobicschritte sowie verschiedene Choreografien erlernen. Für den Kurs sind Sportschuhe, ein Handtuch und ein wenig Rhythmusgefühl notwendig.

Im Kurs Triathlon Schwimmen wird dem Namen zufolge das Schwimmen bei einem Triathlon-Wettkampf trainiert. Stefan Pistorius bietet den Kurs seit mehr als zehn Jahren an. „Ich war selber mal Teilnehmer, bis sie jemanden gesucht haben, der den Kurs übernimmt“, erzählt der 53-Jährige, der an verschiedenen Triathlon-Wettkämpfen und dem Ironman teilnahm. Trainiert wird vor allem die Kraullage und damit die Arm- und Rumpfmuskulatur. Ziel ist es, die Ausdauerfähigkeit beim Schwimmen zu verbessern.

Wer will nicht seine Konzentrationsfähigkeit steigern, ausgeglichen sein und das eigene Wohlbefinden verbessern? Regelmäßiges Üben des Hatha Yogas wirkt sich positiv auf Körper und Geist aus. Seit über 15 Jahren finden im Rahmen des Hochschulsports Yoga-Kurse statt. Interessierte können zwischen verschiedenen Formen wählen und sich neben Hatha auch für Vinyasa Yoga oder Ashtanga Yoga entscheiden. Im letztgenannten erlernt der Teilnehmer grundlegende Halteübungen. Auch Atem- und Meditationsübungen stehen auf dem Trainingsplan. Hatha Yoga lindert verschiedene Beschwerden wie Störungen der Durchblutung, chronische Kopf- oder Rückenschmerzen sowie Schlafstörungen.

Beim nächsten Angebot gibt es nur eine Fähigkeit, welche die Teilnehmer beherrschen müssen: schwimmen. Aquapower beansprucht die gesamte Muskulatur. Im Kurs, der in den letzten Jahren immer ausgebucht war, steht die Vermittlung von Kenntnissen über eine gesunde Körperhaltung im Vordergrund.

Die Tänzerinnen von Seeed und Sean Paul machten es vor. Nun können Studenten im Rahmen von Jazz Dance mit ihnen gleichziehen und den Jamaican Dance erlernen. Nach Aufwärmübungen und Stretching werden ihnen einige Grundschritte aus dem zeitgenössischen Tanz vermittelt. Später wird sich dem Jamaican Dance zugewandt und eine Choreografie erarbeitet.

Bereits zum dritten Mal bietet Lehramts-Studentin Linda Fober den Kurs HipHop an. Hier erlernen ihre Kommilitonen jene Bewegungen, die den Lebensstil unverkennbar machen. Zu Beginn zeigt Fober die Basics wie SideStep oder Bounce. Auch das Locking, eine Mischung aus Jazz und Funk, erlernen die Kursteilnehmer. „Locking ist total funky und kommt aus den 60er Jahren“, erklärt die 25-Jährige, die sich seit zehn Jahren für New Style, wie das Tanzen des Stils genau bezeichnet wird, begeistert. Da beim New Style die Knie starken Belastungen ausgesetzt sind, sollten jene mit Knieproblemen vorab Muskelaufbau betreiben. „Am Ende des Kurses kann jeder eine dreiminütige Choreografie tanzen“, verspricht Fober. Neben der Vermittlung der einzelnen Schritte hat sie ein weiteres Ziel: „Die Kursteilnehmer sollen den HipHop fühlen.“

Der Name ist beim folgenden Angebot Programm. Beim Bodystyling, einem Fitness- und Figurtraining, wird den Problemzonen Bauch, Beine und Po zu Leibe gerückt sowie die Schulter-, Arm- und Rückenmuskulatur gestärkt. Hierzu verwenden die Studenten Hanteln, Bänder und Steps. Am Ende der Stunde soll sanfte Musik Entspannung bringen.

„Weil es Interessenten gibt und der Hochschulsport für neue Angebote offen ist“, begründet Dr. Guido Köstermeyer, Leiter des Allgemeinen Hochschulsports, die Entscheidung, Bauchtanz anzubieten. Der Kurs ist sowohl für Anfänger als auch für jene mit Erfahrung konzipiert. Am Ende kann der Student eine Choreografie performen. Auch Männern steht die Anmeldung für Bauchtanz frei – „wenn sie Interesse haben“, fügt Köstermeyer hinzu. cf

Nähere Informationen unter: www.sport.uni-erlangen.de/hochschulsport

Gymnasiasten nach Amerika

Von Julius Brockmann

schiff.JPGFerne Länder, andere Kulturen. Als Student kommt man in den Genuss von so manch einem Privileg. Der eine studiert mal ein Semester in den USA, der andere besucht seine für verschollen geglaubten Verwandten in Plauen und kommt so auch mit anderen Sitten und Gebräuchen in Kontakt.

Bei einem aktuellen Projekt ist der Studi allerdings eindeutig zu alt. Jedenfalls kann er sich – es sei denn er trickst ein wenig bei seinem Alter, so wie dies angeblich der neue Superstar Anwärter Fady getan haben soll – nicht für „classroom under sail“ bewerben.
Ruth Merk vom Institut für Sportwissenschaft der Uni Erlangen-Nürnberg organisiert das Projekt, in dem Schüler ganz  im Sinne der Erlebnispädagogik auf ein Schiff verfrachtet und in die weite Welt hinaus geschafft werden. Auf dem nach dem berühmten Norweger Thor Heyerdahl benannten Motorschiff mit Hilfsbesegelung werden dann die Gymnasiasten der zehnten Klasse ein halbes Jahr von oben erwähnten Verwandten in Plauen getrennt und müssen sich auf See behaupten.

Quer über den AtlantikStrandur.JPG

Damit die Kinder nicht nur lernen, wo Steuerbord ist und wie man das Deck schruppt, wird pädagogisches Fachpersonal die Ausgewählten begleiten und unterrichten.
Losgesegelt wird in Kiel, von dort aus geht es über die Kanaren bis nach Südamerika.
Die Universität Erlangen-Nürnberg wird die Schüler auf ihrem Turn begleiten und das Projekt wissenschaftlich auswerten.

Dass mit der Wissenschaft kommt ja auch bei Auslandsaufenthalten mit Erasmus und Co. nie zu kurz. Wer selbst schon einmal die Feierkultur der Spanier erforscht hat, weiß, wovon die Rede ist.
Jedenfalls haben Schüler  noch bis zum 11. April die Möglichkeit, sich für das Abenteuer „classroom under sail“ zu bewerben. Die notwendigen Unterlagen kann man hier anfordern.