An der Uni wird exklusiver betreut

Universitäten bieten Studenten im Schnitt ein besseres Betreuungsverhältnis als Fachhochschulen. Das hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden ermittelt.

So musste sich eine Lehrkraft an einer deutschen Uni 2008 durchschnittlich um rund 18 Studenten kümmern – an einer FH waren es gut 25. Insgesamt kamen an allen Hochschulen 19,5 Studenten auf einen Hochschullehrer. Bei dem Vergleich wurde das Fach Humanmedizin ausgenommen, da es nicht an Fachhochschulen angeboten wird.

An Universitäten hat sich die Betreuungssituation den Angaben zufolge geringfügig verbessert. So wurden in der Fächergruppe Sprach- und Kulturwissenschaften im Vergleich zu 2002 rund zwei Studenten weniger je Lehrkraft verzeichnet.

In den Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften ging der Wert um etwa vier Studenten zurück. An Fachhochschulen musste sich 2008 dagegen jeder Hochschullehrer sogar um einen Studenten mehr kümmern als 2002.

dpa

Parkschein aufs Handy

ParkgebhEinen kostenlosen Parkplatz in der Erlanger Innenstadt zu finden ist reine Glückssache. Denn diese von Studenten begehr­ten Plätze sind, verglichen mit den vielen Bewohnerparkplätzen und Halteverbotsschildern, deut­lich in der Unterzahl. Falls ein Student nach einer halben Stunde akribischer Suche doch einmal eine kleine Lücke gefun­den hat, kommt er sicher zu spät zur Vorlesung. So viel Zeit hatte er schließlich nicht eingeplant.

Eine andere Möglichkeit ist, am Großparkplatz beim Bahnhof zu parken. Doch der kostet etwas – und hat schon so manchen Studen­ten zur Weißglut gebracht. Denn hat man einmal nicht das pas­sende Kleingeld zur Hand, ist der Parkautomat schonungslos: Scheine nimmt er überhaupt nicht an und wirft man zu viel ein, spuckt der Automat alle Mün­zen wieder aus, aber kein Ticket. Wer Geld in einem Geschäft wech­seln möchte, muss erst zehn Minu­ten in die Innenstadt laufen und wieder zurück, was bei Zeitdruck eine enorme Belastung ist.

Zeit und Nerven sparen, dank neuem SMS-Ticket


Ab diesem Semester macht eine kleine, revolutionäre Neuheit dem pendelnden Studenten das Leben leichter: Das sogenannte „SMS-Ticket“. Einfach eine SMS mit dem Autokennzeichen und der gewünschten Parkdauer an die Nummer 821192 schicken. Der zu zahlende Betrag, zum Bei­spiel 3,50 Euro für ein Tages­ticket, wird am Monatsende mit der Handyrechnung abgebucht. Außerdem erhält der Parkende eine Erinnerungs-SMS kurz bevor das Ticket abläuft. Eine weitere Kurzmitteilung verlän­gert dann die Parkzeit.

Wem das auch noch zu aufwen­dig ist, sollte sich vielleicht überle­gen, am Südgelände der Uni Erlangen zu studieren. An der Technischen Fakultät wurden pünktlich zum Wintersemester neue Parkplätze fertiggestellt. 48 neue Stellplätze entlang der Cau­erstraße, in Kürze folgen weitere 40 in der Schottkystraße und Parkdecks beim Mathe-Neubau.

Kerstin Fellenzer

Einkaufsliste für Erstis

Einen Zettel und einen Stift. Mehr brauchen viele Studen­ten nicht. Doch was, wenn ein Blatt nicht ausreicht, um all die wichtigen Aussagen des Dozenten mitzuschreiben? Schade auch, wenn der einzige Kugelschreiber, ohne Vorwarnung, den Dienst ver­weigert. Aus diesen Gründen, sollte ein Student vielleicht doch ein paar mehr Dinge in seine Tasche packen.

Einen ganzen Block zum Bei­spiel, um sicher zu gehen, dass kein Professor mehr erzählen kann, als Platz zum Aufschreiben vorhanden ist. Wer keine Lust hat einen Block zu kaufen, bekommt einen geschenkt. Bei der Universi­tätsbuchhandlung gibt es zum Semesterbeginn ein Exemplar zum Bücher-Einkauf gratis dazu. Nun der Stift. In ein Mäppchen kann der Student sogar mehrere Schreibutensilien reinpacken. Zum Beispiel viele Kugelschrei­ber. Noch ein Spartrick: Kullis gibt es zum Semesterstart am Audimax als Werbegeschenke.

Bunte Stifte gegen langweilige Vorlesungen

Ordnungsliebende Studierende besitzen eine Tipp-Ex-Maus oder Bleistift und Radiergummi. Durchgestrichene und darüberge­schmierte Notizen können sie kei­nem Kommilitonen zum Kopieren anbieten. Außerdem können bunte Stifte hilfreich sein: In lang­weiligen Vorlesungen kann damit gemalt werden.

Ein absolutes „Muss“ für jedes Studenten-Mäppchen sind Text­marker. In verschiedenen Farben und doppelter Ausführung. Denn was gibt es im Studium Wichtige­res, als wissenschaftliche Bücher zu lesen und die entscheidenden Stellen mit Textmarker anzustrei­chen?

Weil Textmarker wichtig sind, aber manche Studentin statt eines Rucksacks nur eine kleine Handtasche mit zur Uni trägt, gibt es die bunten Leuchtstifte neuerdings auch in Mini-Größe. Für ein paar Textmarker in Lip­penstift- Format sollte sogar in jeder, noch so aparten, Handta­sche ein Plätzchen frei sein.

Sinnvoll für den stets gestress­ten Studenten ist auch ein Termin­planer. Schließlich zahlt fast jeder in Bayern pro Semester 500 Euro Studiengebühren. Dabei hilft das Büchlein, die anstehen­den Arbeitsschichten am Tresen oder Fließband mit den Vorle­sungszeiten zu koordinieren.

Für Studenten, die unter chroni­scher Müdigkeit leiden, empfeh­len sich als weitere Anschaffun­gen ein Wecker und eine große Thermoskanne für Kaffee.

Stefanie Rubner

Studenten verlassen die Stadt

FAU.JPGKaum ist das Semester vorüber, verlassen die Studenten die Stadt. Fände da nicht das Festival des Sports an diesem Wochenende in der Universitätsstadt statt, wäre gähnende Leere rund um Hugenottenplatz und die Arcaden. Cafebetreibern mit überwiegend studentischer Kundschaft ist das Phänomen bekannt. Zugezogene Studis besuchen Verwandtschaft und Freunde, machen Praktika in größeren Städten und schreiben Hausarbeiten bei ihren Eltern. Die Folge: Umsatzeinbußen in Kneipen, leere Straßen am Sonntag und wieder genug Parkplätze in der Innenstadt. Im September haben einige Lokalbesitzer deshalb unter der Woche nur bis in die Abendstunden hinein geöffnet. Andrang, der im Semester für klingelnde Kassen sorgt, bleibt aus. Die Mensa kocht nur noch für wenige Menschen, in den Gängen der Bibliotheken streunen nur besonders fleißige Kommilitonen umher.

Kaum Abwechslung in Erlangen

In einer kleinen Stadt wie Erlangen, in der gut 20 000 Studenten leben, fällt es schon auf, wenn ein Großteil dieser in Urlaub fährt. Gründe dazubleiben sind meist weniger erfreulich: Abschlussarbeit schreiben, Zoff mit den Eltern, Praktikum am Provinztheater in Fürth, der Job als studentische Hilfskraft oder chronischer Geldmangel. Dann hilft nur die Flucht nach Nürnberg. Denn auch kulturell bietet Erlangen im Spätsommer wenig. Keine Unipartys, Arena vorbei, die Fußball-EM sowieso, Schlossgartenfest abgefrühstückt und auch das Kinoprogramm ist eher dürftig. Einzig das Poetenfest sorgt da für Abwechslung. Copyshops und Daheimgebliebene hoffen auf den Oktober, wenn sich die Straßen wieder füllen und Leben zurück in die Stadt kommt.

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Oscar geht an einen Studenten

„And the oscar goes to… Germany.“ Jedenfalls so halb. Denn eigentlich ist Reto Caffi aus Bern. Doch mit seinem Abschlussfilm „Auf der Strecke“ an der Kunsthochschule für Medien in Köln, hat der 36-Jährige bereits den Sprung nach Hollywood geschafft. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences verlieh ihm einen Oscar für den besten ausländischen Studentenfilm. Damit geht der Preis zum zweiten Mal hintereinander nach Deutschland.

Caffi flog dafür auf Einladung der Academy für vier Tage nach Los Angeles. Neben der goldenen Statue aus Hollywood hat der Film aber auf der ganzen Welt abgeräumt. So erhielt der Student unter anderem den Schweizer Filmpreis, war Gewinner beim Aspen Shortsfest in den USA und gewann in Brooklyn den Preis als „best narrative shortfilm“.

Einen Ausschnitt aus dem 30-minütigen Film gibt es unten. Das Interview mit Reto Caffi erscheint am 14. Juli in der Printausgabe der NZ.

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Politikstudent bei "DSDS"

Von Julius Brockmann

Bohlen.jpg30 000 Menschen haben sich bei „Deutschland sucht den Superstar“ beworben. Einer davon studiert Politik in Erlangen. Um es in die Sendung zu schaffen muss man – ganz nach den Regeln des Fernsehens – besonders schlecht, oder besonders gut sein. Der 24-jährige Student aus Franken gehört wohl eher zu denen, die einen sehr kurzen Moment des Ruhmes abbekommen, weil er nicht ganz so gut singen kann.

„You can win if you want“ sollte es sein. Ausgerechnet ein „Modern Talking”-Titel. Erst schleimte der Student ein bisschen rum wie toll Dieter Bohlen sei, so dass dieser sich zu demonstrativen Würgeeinlagen genötigt sah. Dass Gesinge war dann mäßig, aber auch nicht so schlecht. Nach wenigen Minuten hatte die Jury um Chefprolet Dieter Bohlen jedoch genug vom ambitionierten Trällern des Möchtegern-Sängers und sparte nicht an Kritik. „Gemeingefährlich“, urteilte Bohlen.

Inwieweit die Sendung an sich gemeingefährlich ist, darüber stritten die Medien in den vergangenen Monaten genug. Da die Auswahlrunden mittlerweile nur noch reinen Unterhaltungswert haben und es überwiegend um die Bloßstellung der Teilnehmer geht, wohl keine ganz unberechtigte Frage. Die Redaktion bereitet die gut dreiminütigen Einlagen der Bewerber zusätzlich mit allerlei akustischem Schnickschnack auf, so dass die meist sehr jungen Teilnehmer noch lächerlicher wirken.

Trotzdem verteidigt Anja Lukaseder (Musikmanagerin und Jurymitglied der aktuellen Staffel) in der Sendung „Johannes B. Kerner“ das Vorgehen mit den Worten: „Wir sind in der fünften Staffel. Jeder weiß doch, dass Dieter Bohlen dort sitzt.“ Eine interessante Argumentation von der gebürtigen Erlangerin Lukaseder. Es kommt also anscheinend nicht darauf an, dass man sich nicht beleidigen lassen will – ganz egal von wem – sondern, dass man als Kandidat weiß, dass man unter Umständen bloßgestellt und gedemütigt wird und verbale Attacken deshalb legitim sind. Fernsehlogik eben.

Die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten sieht das anders und kritisiert RTL für die Castingshow scharf. Ändern wird RTL die Sendung wohl angesichts der hohen Quoten von bis zu 30 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 14-49 Jährigen nicht. Auch in einschlägigen Videoportalen sind die schrägen Kandidaten wohl noch für sehr lange zu finden. Der Archivfunktion des Internets sei Dank.

Abschließend bleibt da nur ein Rat, den der Politikstudent für alle Zuschauer hat: „Immer den Kopf nach vorne stellen und niemals aufgeben!“