Studentenhaus bleibt zwei Jahre lang geschlossen

Die letzten Gäste des Studentenhauses.

Die letzten Gäste des Studentenhauses.

Das Erlanger Studentenhaus am Langemarckplatz ist zu. Und wird es auch zwei Jahre lang bleiben. So lange dauert die Generalsanierung des 80 Jahre alten Gebäudes, in dem die Innenstadtmensa und die Hauptverwaltung des Studentenwerks untergebracht waren. Der aus den 1960er Jahren stammende Ostflügel wird Anfang März abgerissen.

 

So sah das Studentenhaus früher aus.

So sah das Studentenhaus früher aus.

Damit die Studierenden trotzdem nicht verhungern, betreibt das Studentenwerk ab kommender Woche und während des gesamten Umbaus im Garten des Hauses eine provisorische Mensa in einer Leichtbauhalle. Im „WerksGärtla“ wird es täglich von 11.15 Uhr bis 15 Uhr zwei Mittagsgerichte geben, davon immer ein vegetarisches oder veganes.
Die Infotheke und Privatzimmervermittlung, die bislang gleich neben dem Haupteingang zu finden waren, werden auch mit ins WerksGärtla verlegt. Die Hauptkasse ist für die Dauer der Sanierung in der Südmensa in der Erwin-Rommel-Straße 60 zu finden. Die Geschäftsführung ist bereits im Sommer umgezogen. Die Mitarbeiter bleiben künftig dauerhaft in der Hofmannstraße 27, dort befindet sich auch das BAföG-Amt.

Das neue "WERKsGärtla"

Das neue "WERKsGärtla".

Das Bayerische Wissenschaftssministerium zahlt 10,8 Millionen Euro für die Sanierung, die insgesamt rund 15 Millionen Euro kosten wird.
Am Freitag gingen die Studenten Andreas Dotzler und Tobias Meißner als letzte Gäste durch die Kasse der alten Mensa. Der Leiter der Hochschulgastronomie, Mathias Meyer, schenkte ihnen einen tragbaren Campingstuhl, damit sie auch währen des Umbaus immer einen Sitzplatz haben. cm

Gift lagert auf den Büchern

Bibliothek

Nur in Teil-Bibliotheken, wie hier im vierten Stock in Turm B der Philosophischen Fakultät, und in einigen Seminarräumen lag der PCB-Wert über der „Vorsorgegrenze“. Foto: Harald Sippel

Seit 1989 sind Baustoffe, die PCB enthalten, in Deutschland verboten. Die drei Hochhäuser der Philosophischen Fakultät in der Bismarckstraße in Erlangen stehen allerdings schon seit Anfang der 70er Jahre – als weltweit die größte Menge der chlorhaltigen Öle produziert wurde.

PCB galten lange als idealer Baustoff. Sie isolieren gut, sind wärmeleitfähig und verbrennen erst bei 1000 Grad Celsius. Darum kamen polychlorierte Biphenyle als Dichtungsmaterial zum Einsatz, als Fugenmasse um Fenster, sowie in feuerfesten Farben. Bis Wissenschaftler entdeckten, dass die chlorhaltigen Öle Krebs auslösen können.
„PCB sind nicht akut toxisch, sondern chronisch, wenn man sie über einen langen Zeitraum immer wieder aufnimmt und im Körper anreichert“, sagt Hannes Strebl, Betriebsarzt an der Universität Erlangen-Nürnberg. „Darum muss man die lebenslange Belastung möglichst gering halten.“

„Häufiger lüften“

Bei einer Routineüberprüfung im Sommer waren in den Bibliotheken der Philosophischen Fakultät in Erlangen Werte über 3000 Nanogramm (ng) pro Kubikmeter Luft gemessen worden. Eine Grenze, die als „Interventionswert“ gilt – die Uni musste handeln und gab ein Gutachten in Auftrag, das jetzt vorliegt. „Erhöhte Werte im Sommer sind normal“, sagt Strebl. Ab 9000 ng/m3 hätte niemand mehr das Gebäude betreten dürfen. Bei weiteren Messungen im Winter lagen die Werte nun unterhalb der „Vorsorgegrenze“ von 300 Nanogramm pro Kubikmeter, in den Bibliotheken über 300, aber unter 3000. Die offizielle Empfehlung: „Häufiger lüften“.
„In dem alten Staub, der sich über die Jahre auf den Büchern sammelt, haben wir PCB gefunden“, sagt Uni-Sprecher Heiner Stix. „Nicht jedes Buch wird schließlich jeden Tag ausgeliehen und die Reinigungskräfte dürfen nicht höher als 1,60 Meter putzen.“ Das würde zusätzlich kosten, denn die Regale sind 3,50 Meter hoch und dafür bräuchte das Personal Leitern. In den Semesterferien ist nun eine Bücherputzaktion geplant.

6000 betroffene Mitarbeiter und Studenten

Rund 6000 Mitarbeiter und Studierende gehen in den Philosophen-Türmen ein und aus. „Selbst für Menschen, die jahrelang dort gearbeitet haben, besteht absolut keine Gefahr“, sagt Arbeitsmediziner Strebl. Auch Studenten, die die Bibliothek zur Prüfungszeit intensiv nutzen, müssten sich keine Sorgen machen. „Die Grenzwerte sind so streng ausgelegt, dass sie ihr ganzes Leben dort verbringen könnten“, sagt Strebl. Trotzdem: „Die Belastung der Luft ist leider nicht die einzige Art, wie wir PCB aufnehmen, auch belastete Lebensmittel sind ein Problem.“
Als noch wenig über die giftige Wirkung der Biphenyle bekannt war, gelangten Abfälle sorglos in die Umwelt, ins Meer und in die Nahrungskette. „Eine Zeit lang war vor allem Lachs aus der Ostsee stark belastet“, sagt Strebl.
Besorgte Mitarbeiter konnten sich beim Betriebsarzt untersuchen lassen. 14 nahmen das Angebot an. „Bei fast allen lag der Test unter der Nachweisgrenze, bei manchen darüber, aber weit unter schädlichen Grenzwerten.“
Am Mittwoch, 29. Januar, stellen Strebl und der Dekan der Philosophischen Fakultät, Rainer Trinczek, das Gutachten den Studenten und Mitarbeitern vor.

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Studenten fordern: Präsident Grüske soll den Stuhl räumen

Die Beteiligung an den „Vollversammlungen“ der Studenten der Uni Erlangen-Nürnberg nimmt weiterhin rapide ab. Im November 2010 war das Erlanger Audimax mit seinen rund 1000 Sitzplätzen noch fast voll. Ein Jahr später sind es lediglich noch 120 Teilnehmer. Das trägt dazu bei, dass die Thesen und Forderungen radikaler werden – wie jetzt der Antrag, den Präsidenten zum Rücktritt aufzufordern.

Unter dem Motto „Informieren, diskutieren, abstimmen“ trat am Montag die dritte studentische Vollversammlung der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) zusammen. Obwohl mehr als 33000 Studenten eingeladen waren, fanden sich lediglich 120 im Erlanger Audimax ein – das sind nicht einmal 0,4 Prozent.

Als Veranstalter hatte die Studentenvertretung die „staatliche Unterfinanzierung der Universität“, Probleme mit dem doppelten Abiturjahrgang und ein größeres Mitspracherecht für die Studenten auf die Tagesordnung gesetzt. Nach einem Rückblick auf die Sommer-Vollversammlung wurden zwei Themen besonders angeregt diskutiert: Zum einen die Abschaffung der Studiengebühren, zum anderen eine Rücktrittsforderung an Uni-Präsident Karl-Dieter Grüske.

Entstanden war die Rücktrittsforderung durch einen Redebeitrag eines Studenten, der die Frage ins Plenum stellte: „Warum fordern wir als Studentenschaft nicht den Rücktritt von Grüske?“ Durch unweigerlichen Applaus erhielt die Wortmeldung Zustimmung. Bei der Abstimmung über das Thema, eine halbe Stunde später, fiel die Entscheidung ziemlich eindeutig aus – die anwesenden Studenten forderten den Rücktritt Grüskes.

Auslöser der harten Kritik sei, dass Grüske nach außen ein positives Bild der FAU darstelle, das sich bei konkreter Betrachtung der Studienbedingungen jedoch als Trugschluss herausstelle. Die Studenten kritisieren, dass die FAU-Leitung zwar öffentlich stolz von einer Rekordzahl an Studenten im Wintersemester spreche, sie die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen jedoch nicht bereitstelle: In vielen Lehrveranstaltungen bekäme man keinen Sitzplatz, Seminare seien mit teilweise 90 Teilnehmern weit überfüllt oder müssten in maroden Gebäuden abgehalten werden. Diese Zustände seien abzuschaffen.

Nach der Abstimmung übernahm Informatik-Student Johannes Jordan die Leitung eines Arbeitskreises, der die Rücktrittsforderung bearbeiten und eine öffentliche Stellungnahme ausarbeiten soll. Beim Punkt „studentische Mitbestimmung“ kam das Plenum zu dem Schluss, dass eine prozentuale Erhöhung der Studentenvertretung in studentischen Gremien gefordert werden solle, um Entscheidungsfindungen besser beeinflussen zu können.

Keno Kunkel, Mit-Moderator der Vollversammlung verwies darauf, dass in Bayern die studentische Vertretung lediglich 12,5 Prozent der Senatsmitglieder stelle – in Baden-Württemberg seien es hingegen 20 Prozent. Das Nachbarland soll für die studentische Mitbestimmung daher als Vorbild dienen. Trotz wortreicher Beiträge behielt die Versammlung eine feste Struktur, in der Redezeiten limitiert und Nachfragen nur dann erlaubt waren, wenn sie gezielt zum Thema gestellt wurden. Auf jedem der 1000 Sitzplätze des Audimax lagen rote und grüne Stimmkarten für die Akklamation bereit. Die Ergebnisse der Vollversammlung werden an den Konvent weitergegeben.

Franziska Baur

Umfrage: Die Uni will es jetzt wissen

Die Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) will wissen, wie zufrieden ihre Studenten mit den Studienbedingungen an Bayerns zweitgrößter Hochschule sind. Vor gut einem Jahr hätte niemand diese Frage stellen müssen, da trugen die Studenten ihren Protest ja demonstrativ auf die Straße und in die Hörsäle – Bildungsstreik war angesagt.

23.000 Studenten sollen ihre Meinung sagen

Aus den Erfahrungen von damals hat die Uni-Leitung gelernt. Jetzt soll also eine Online-Umfrage den Puls der Studentenschaft fühlen. Alle sind aufgerufen, sich zu beteiligen – mit Ausnahme von Doktoranden, Gasthörern und Austausch-Studenten. Auch der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, also die ehemalige Wiso, ist ausgeschlossen, weil es für die dortigen Studenten bereits seit dem Wintersemester 2006/07 eine ähnliche Umfrage gibt, auf der die neue, jetzt uniweite basiert. Rund 23 000 Studenten sind aufgerufen, in den nächsten drei Wochen mitzumachen.
Die Uni hofft, dass sich mindestens ein Drittel der Angesprochenen auch tatsächlich beteiligt. Nur dann kann man nämlich auch davon ausgehen, dass die Daten aussagekräftig für die gesamte Studentenschaft sind. An der Ex-Wiso machte zuweilen sogar über die Hälfte der Studenten mit. Unter den Fragen, die die Studenten jetzt beantworten sollen, sind zum Beispiel diese: „Wie bewerten Sie Aufbau und Struktur Ihres Studienganges?“ – „Haben Sie ausreichend Möglichkeit zur selbstbestimmten Gestaltung des Studiums?“ – „Planen Sie Praktika?“
Die Umfrage ist als „Panel“ angelegt. Das bedeutet, dass die gleichen Personen nach einer bestimmten Zeit – in diesem Fall nach einem Jahr – wieder befragt werden sollen. Daran will die Uni auch Veränderungen im Stimmungsbild der Studenten ablesen können. Erste Ergebnisse sollen bereits zu Beginn des Sommersemesters vorliegen. Dann werden die Studenten auch erfahren, welches Zeugnis sie ihrer Uni ausgestellt haben.

Bleibt nur zu hoffen, dass bei dieser Befragung nicht das eintritt, was unlängst Kultus- und Wissenschaftsministerium bei einer Umfrage unter allen bayerischen Schülern passierte. Da ging nämlich nach kurzer Zeit wegen des großen Ansturms der Server in die Knie, so dass das Vorhaben gekippt werden musste.

Florian Heider

Feiern mit Muskelaufbau

Da war der Aufzug noch ganz

Party auch im Aufzug

Eine Hausparty ist das Tollste. Vorausgesetzt man hat ein Haus. Aber wieso sollte man sich von 16 Quadratmetern Wohnheim­zimmer davon abhalten lassen eine Party mit fast 100 Leuten zu schmeißen? Das dachten sich zumindest acht mutige Zimmer­inhaber eines Studentenwohn­heims. Sie organisierten das „Wohnheimzimmer-Hopping“ – ein Abend, acht Zimmer, acht Party-Orte zu je 16 Quadratmeter und viele Studenten. Ein Feier­konzept, das für viel Spaß sorgte.

Weniger spaßig war das Trep­pensteigen. Wenn die Gäste bei sechs Stockwerken mehrmals vom Erdgeschoss nach ganz oben laufen mussten, fühlten sie sich wie beim berühmten Treppenlauf im Empire State Building. Feiern und Oberschenkeltraining – nicht jeder kann von sich behaupten, das sonst gleichzeitig an einem Abend zu absolvieren.

15 Studenten passen nicht in einen Aufzug

Nimmt man eben den Aufzug? Gute Idee, doch auch der wurde in eine eigene „Party-Area“ umfunktioniert. Rund 15 Hop­ping- Teilnehmer und eine Holz­bank passten hinein. Mitfahren auf eigene Gefahr – Steckenblei­ben inklusive – die zulässige Trag­last war überschritten.

Die Zimmerinhaber gaben sich wirklich Mühe, auf 16 Quadratme­tern das Ambiente einer Groß­raumdisko zu bieten: Mehrere hüfthohe Bassboxen, hektische Stroboskoplichter und engster Körperkontakt. Da wurde auch auf den Stühlen getanzt. Und wenn neben einem Stuhl ein Bett stand, kam eins zum anderen. So ein Wohnheimbett steckt einen beherzten Sprung jedoch nicht so gut weg wie erwartet.

Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne. Die Partygäste ver­wandelten das Wohnheim in ein Sägewerk. Die nüchterne Bilanz dieser Nacht: Ein kaputter Auf­zug, mehrere ausgelöste Feuer­löscher, abgerissene Türschilder, geklaute Fußmatten, Stühle und Schuhe, Verwüstung im ganzen Haus und Partyverbot für das gesamte Wohnheim.

Sarah Schultes

Betreten verboten

FHZur Lern- und Prüfungszeit verwandeln sich Nürnbergs Hochschulen in einen Schilder­wald. „Bis 16 Uhr ist der Aufent­halt in den Gängen der dritten und vierten Etage nur Personen gestattet, die am Prüfungsgesche­hen der Fakultät beteiligt sind. Die Prüfungskommission.“ Beste Bedingungen für die Studieren­den, die sich gerade noch nervös auf der Treppe tummeln und gleich das gepaukte Wissen zu Papier bringen müssen. Niemand soll sie stören.

LerninselDamit sich Professoren und Stu­dierende der Rechts- und Wirt­schaftswissenschaftlichen Fakul­tät nicht gegenseitig stören, gibt es genaue Regeln. Sie stehen auf Schildern an den Wänden der sogenannten „Stillen Lernin­seln“. Studenten sollen in den Gängen in Ruhe büffeln, in den angrenzenden Zimmern arbeiten die Lehrstühle. „Sprechen Sie leise“, lautet der schriftliche Hin­weis. „Das schont ihre Stimmbän­der. Und unsere Ohren!“ Insge­samt fünf „hilfreiche“ Tipps ste­hen da. „Dass zu viel Lernen Schä­den verursacht, ist uns bewusst“, steht darüber.

mensaÜberhaupt nicht lernen dürfen die Studenten daher in der Mensa Regensburger Straße. Nur zu ihrem besten. Nicht, dass ihnen der Stoff den Appetit verdirbt.

Christina Merkel

Der Protest geht weiter

urn:newsml:dpa.com:20090101:091229-10-11029Rund 200 Studierende demons­trierten am vergangenen Mittwoch in München, als Wissen­schaftsminister Wolfgang Heu­bisch Studierendenvertreter aus ganz Bayern zum Gespräch emp­fing. Es waren zwar wesentlich weniger Demonstranten als Ende vergangenen Jahres bei den Nürn­berger Protestmärschen. Doch die Studenten wollten mit ihrer jüngs­ten Demo zeigen, dass sie ihre For­derungen nach besseren Studien­bedingungen über die Feiertage nicht vergessen haben.

„Für uns alle steht fest, dass es 2010 mit dem Protest weitergehen soll“, sagt Rene R., Student an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät in Nürnberg und ehema­liger Mitbesetzer der Ohm-Hoch­schule. „Besetzung ist nur eine Form des Protests, es gibt noch viele andere.“ Bereits zweimal in diesem Jahr haben sich die Nürn­berger Besetzer getroffen, um zu diskutieren, wie es weitergeht. „Bis jetzt reflektieren wir noch, was im Dezember richtig und was falsch gemacht wurde“, sagt Rene. 50 bis 100 Menschen, schätzt er, waren beide Male mit dabei. Sie wollen sich nun jeden Donnerstagabend wieder treffen.

Forderungen sind noch nicht umgesetzt

Denn: „Wir sehen unsere Forde­rungen noch nicht umgesetzt“, sagt Rene. Noch immer müssen sie Studiengebühren bezahlen. Es gibt keine verfasste Studierenden­schaft in Bayern. Etwas haben die Proteste erreicht. „Wir wurden wahrgenommen“, sagt der Lehr­amtsstudent. „In den Gremien wird über unsere Forderungen gesprochen.“ Auch dass in Bam­berg die Studiengebühren um 100 Euro verringert wurden, „zählen wir zu unseren Erfolgen“, sagt Rene. Die Masse an Besetzungen sei entscheidend gewesen.

Deshalb wollen die Nürnberger Studierenden in der kommenden Zeit vor allem andere Aktionen unterstützen. Einige von ihnen sind vergangenen Mittwoch zur Demo nach München gefahren. Ende Januar soll in Frankfurt demonstriert werden. „Wir wer­den dort sein“, sagt Rene.

Christina Merkel

Wie immer an Weihnachten

urn:newsml:dpa.com:20090101:091223-11-10609Weihnachten ist das schönste Déjà-vu-Erlebnis des Jah­res. Nach Monaten in der Studen­ten- WG sitzen wir wieder zu Hause am Tisch und erinnern uns an die Tage, in denen wir nie fern waren von einem gut gefüllten Kühlschrank und frisch duften­den Bettlaken. Der letzte Besuch ist eindeutig zu lange her, die Katze beginnt schon zu fremdeln. Ansonsten ist alles wie immer: Der Christbaum steht, die Gans brutzelt, die Geschenkpakete sehen besonders groß aus. Ach nein, das täuscht, der Baum ist nur kleiner. Sie wollten nicht mehr so ein Riesending besorgen, erklärt der Vater, schließlich seien die Kinder aus dem Alter raus. Na gut, verschmerzen wir das… Himmel, warum ist das bloß so hell hier? Das seien die neuen LED-Lämpchen, bemerkt er stolz. Die hielten länger und seien viel sicherer als die alten Lichterketten.

Vor dem Gänsebraten lauern die Fragen zum Studium

Die Mutter kommt aus der Küche und setzt sich dazu. Müsste die Gans nicht schon fer­tig sein? Nein, die brauche noch ein bis zwei Stündchen, sie pro­biere gerade diese Niedriggarme­thode aus, heutzutage mache das jeder so. Bis es soweit ist, löchert sie uns mit allerlei Fragen über das Studium. Der Gedanke an die Seminararbeit, die bis kommen­den Montag fertig sein soll, bohrt sich schmerzhaft ins Gedächtnis. Doch die Zeit hat kein Einsehen, sie bröselt vor sich hin wie ange­trocknetes Buttergebäck.

Als die Gans endlich kommt, schmeckt sie anders als sonst. Alles ist anders dieses Jahr. Der alte Holzengel hängt auch nicht am Fenster! Tatsächlich, wo sei der denn eigentlich hingekom­men, fragt die Mutter scharf. Der Vater kaut und schweigt. Der lag bestimmt mit den anderen Sachen auf dem Speicher, zetert sie, das sei ja typisch, er hätte das Ding noch nie gemocht. Stimmt, erwidert er. Da ist er wieder, der traditionelle, fünf-minütige Weih­nachtszank. Wir schließen neue Freundschaft mit der Katze, indem wir ihr ein Stück halbgare Gänsebrust schenken.

Lisa Leander

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Copyright (c)2009 Verlag Nürnberger Presse, Ausgabe 23.12.2009

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Einkaufsliste für Erstis

Einen Zettel und einen Stift. Mehr brauchen viele Studen­ten nicht. Doch was, wenn ein Blatt nicht ausreicht, um all die wichtigen Aussagen des Dozenten mitzuschreiben? Schade auch, wenn der einzige Kugelschreiber, ohne Vorwarnung, den Dienst ver­weigert. Aus diesen Gründen, sollte ein Student vielleicht doch ein paar mehr Dinge in seine Tasche packen.

Einen ganzen Block zum Bei­spiel, um sicher zu gehen, dass kein Professor mehr erzählen kann, als Platz zum Aufschreiben vorhanden ist. Wer keine Lust hat einen Block zu kaufen, bekommt einen geschenkt. Bei der Universi­tätsbuchhandlung gibt es zum Semesterbeginn ein Exemplar zum Bücher-Einkauf gratis dazu. Nun der Stift. In ein Mäppchen kann der Student sogar mehrere Schreibutensilien reinpacken. Zum Beispiel viele Kugelschrei­ber. Noch ein Spartrick: Kullis gibt es zum Semesterstart am Audimax als Werbegeschenke.

Bunte Stifte gegen langweilige Vorlesungen

Ordnungsliebende Studierende besitzen eine Tipp-Ex-Maus oder Bleistift und Radiergummi. Durchgestrichene und darüberge­schmierte Notizen können sie kei­nem Kommilitonen zum Kopieren anbieten. Außerdem können bunte Stifte hilfreich sein: In lang­weiligen Vorlesungen kann damit gemalt werden.

Ein absolutes „Muss“ für jedes Studenten-Mäppchen sind Text­marker. In verschiedenen Farben und doppelter Ausführung. Denn was gibt es im Studium Wichtige­res, als wissenschaftliche Bücher zu lesen und die entscheidenden Stellen mit Textmarker anzustrei­chen?

Weil Textmarker wichtig sind, aber manche Studentin statt eines Rucksacks nur eine kleine Handtasche mit zur Uni trägt, gibt es die bunten Leuchtstifte neuerdings auch in Mini-Größe. Für ein paar Textmarker in Lip­penstift- Format sollte sogar in jeder, noch so aparten, Handta­sche ein Plätzchen frei sein.

Sinnvoll für den stets gestress­ten Studenten ist auch ein Termin­planer. Schließlich zahlt fast jeder in Bayern pro Semester 500 Euro Studiengebühren. Dabei hilft das Büchlein, die anstehen­den Arbeitsschichten am Tresen oder Fließband mit den Vorle­sungszeiten zu koordinieren.

Für Studenten, die unter chroni­scher Müdigkeit leiden, empfeh­len sich als weitere Anschaffun­gen ein Wecker und eine große Thermoskanne für Kaffee.

Stefanie Rubner

Müsli mixen leicht gemacht

Von Christin Nünemann

Müsli – welch herrlicher Cereal-Mix! So mancher Student verschlingt ihn jeden Morgen: Egal ob bei einem ausgiebigen Frühstück mit Kaffee und Zeitung oder im Stehen zwischen Tür und Angel, weil nur noch wenige Minuten bleiben, bevor er in die Uni sprinten muss – Müsli geht immer. Es ist lecker und spendet dem Studenten gleichzeitig wichtige Vitamine und Nährstoffe, die er zum Überstehen eines anstrengenden Uni-Tages braucht.

Geht man in den Supermarkt, findet man zahlreiche Müsli-Kreationen: Knusper-Müsli, Früchte-Müsli, Schoko-Müsli, mit Kokos, Kirsch oder Banane. Aber wäre das tägliche Cereal-Vergnügen nicht noch viel leckerer, wenn es nur aus meinen Lieblingszutaten bestehen würde? Nie wieder unliebsame Nüsse oder Rosinen aussortieren? Herrlich!
Das Internetangebot muesli-mixen.de macht dies möglich: Hier kann man aus über 100 verschiedenen Zutaten sein ganz eigenes Müsli zusammenstellen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. So gibt es neben den Basics wie Haferflocken und Cornflakes auch ganz ausgefallene Zutaten: Aloe-Vera-Plättchen für die Schönheit von innen, Haselnüsse im Zimt-Schoko-Mantel – ideal, um sich auf Weihnachten einzustimmen – oder Mini-Cookies, die sicher nicht nur Krümelmonstern schmecken. Das muss ich gleich mal selber testen.

Nach vier Tagen im Briefkasten

Als Grundzutat wähle ich „Oats“ – grobe Haferflocken –, da kann man sicher nichts falsch machen. Dazu noch ein paar Cornflakes und den verführerisch klingenden „Apfel-Zimt-Crunch“. Zum Abschluss entscheide ich mich noch für jede Menge Schokoladen-Blätter. Nun kann ich meinem Müsli noch einen Namen geben und mir eine Produktbeschreibung überlegen. Fertig!

Nach vier Tagen ist es dann endlich soweit: „Christins leckerer November-Müsli-Mix“ liegt im Briefkasten! Und wie schmeckt es? Knackig, frisch, lecker. Und gesund. Ist ja schließlich zu 100 Prozent Bio. Das nächste Mal werde ich aber etwas weniger Cornflakes nehmen. Dafür mehr von diesem unheimlich leckeren „Apfel Zimt Crunch“. Und etwas mehr Schokolade könnte es sicherlich auch noch vertragen. Dann ist es perfekt!
The Cereal Club“, der hinter muesli-mixen.de steht und erst im Juli 2008 in Hamburg gegründet wurde, mischt die bestellten Müslis selbst. „Das ist echte Handarbeit“, erzählt Geschäftsführer Sacha Halwani. Viel Wert werde auch auf die Qualität der Produkte gelegt: 96 Prozent der Zutaten kommen aus der Region Hamburg.