„Alex“ – ein Wohnheim mit Herz macht zu

Billiger Alkohol, versiffte Sofas…“, so werde ich in einem Online-Portal beschrieben. „Wie man hier ernsthaft wohnen kann, bleibt mir ein Rätsel.“

Gestatten, mein Name ist Alex, genauer gesagt Alexandrinum. Ich wurde 1952 erbaut und bin somit das älteste Wohnheim in Erlangen. Deswegen ist meine Aufteilung auch noch sehr klassisch, Jungs und Mädels wohnen strikt voneinander getrennt – Westbau für die Herren und Ostbau für die Damen. Na gut, ganz so streng ist die Trennung dann doch nicht, da ständig ein reger Austausch über den „Walk of Shame“, die Verbindungsbrücke der beiden Flügel, herrscht. weiter lesen

Freie Fahrt für das Semesterticket

SemesterticketjaEndlich. Seit mehr als 20 Jahren fordern die Studenten an den Hochschulen in Nürnberg und Erlangen ein Semesterticket. Die Region ist die einzige in Bayern, die noch keines hat. Ab Oktober wird sich das endlich ändern. Bei einer Abstimmung sprach sich die Mehrheit für ein Angebot des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) aus.

Nach zähem Ringen ist es ein guter Kompromiss. Die zahlreichen Studenten, die aus dem Umland mit Bus und Bahn in die Städte pendeln, sparen künftig bis zu 150 Euro pro Monat. Auch die, die Vorlesungen an mehreren Standorten der Uni in verschiedenen Städten haben, profitieren. Nur, wer in der Nähe der Uni wohnt und vor allem Füße und Fahrrad nutzt, muss künftig elf Euro mehr bezahlen. Beim Solidarprinzip geben alle etwas, damit es insgesamt günstiger wird. Das Ticket ist ein Signal an die ganze Region. Wohnraum in den Städten ist knapp und teuer. Gleichzeitig klagt der ländliche Raum über den Wegzug der Jungen. Der neue Fahrschein wirkt dem entgegen.

Kultureinrichtungen und Gastronomen werden von der erweiterten Mobilität der Studenten profitieren. Wer sowieso ein Ticket hat, fährt eher ins Museum nach Nürnberg, zum Konzert nach Bamberg und zum Wandern in die Fränkische Schweiz oder ins Fränkische Seenland. Alle, die das Ticket ohnehin bezahlen müssen, lassen häufiger ihr Auto stehen und nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Das entspannt sowohl die katastrophale Parkplatzsituation rund um die Uni in Erlangen und die Hochschulen in Nürnberg als auch den Stau auf den Straßen zwischen den Städten.

Christina Merkel

„Das ist die einzige Chance für das Ticket“

SemesterticketDas Semesterticket kommt nur, wenn die Mehrheit der Studenten im Januar dafür stimmt. Um offene Fragen vorher zu klären, veranstaltet das Aktionsbündnis, das sich für das Ticket einsetzt, drei Vollversammlung in Erlangen und in Nürnberg.

Seit zwei Jahrzehnten verhandeln der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), die Städte in der Region und das Studentenwerk über ein Semesterticket. Jetzt liegt ein Angebot auf dem Tisch. Für 65 Euro darf danach jeder Student sechs Monate lang im gesamten VGN-Gebiet unter der Woche von 19 bis 6 Uhr und am Wochenende rund um die Uhr fahren. „Das Sockelticket ist ein Freizeitticket, das muss man ganz klar sagen“, sagt Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik im Audimax. Das Studentische Aktionsbündnis hat zu einer Versammlung eingeladen, um Fragen zum Fahrschein vor der Abstimmung zu klären.

Wer rund um die Uhr fahren will, muss ein Zusatzticket für 193 Euro kaufen, so dass er 258 Euro für ein halbes Jahr bezahlt. „Das ist viel zu teuer“, finden viele der rund 120 Leute im Publikum. „Das ist das Günstigste, was wir kriegen können“, sagt Janik. Der VGN will durch das neue Ticket nicht weniger Geld bekommen als mit den bisherigen Semesterwertmarken, die nur vier Monate lang gelten.

Rund 53 000 Studenten gibt es derzeit in Erlangen und Nürnberg. Rund 38 Prozent davon, also 20 140 Personen müssten das Zusatzticket kaufen, damit es sich rechnet. Sind es im ersten Jahr weniger, springen die Städte mit einer Bürgschaft von 1,7 Millionen Euro ein. „Aber Studenten sind nicht per se bedürftig, wir subventionieren sie nicht dauerhaft“, sagt Janik.
Viele Studenten pendeln wegen ihres Stundenplans, weil sie keine Wohnung nahe der Uni gefunden haben oder noch bei ihren Eltern im Umland wohnen. Für sie wäre das neue Ticket viel günstiger als bisher.

Wer stets innerhalb der Stadtgrenzen unterwegs ist und Fahrrad oder Auto fährt, der würde in Zukunft elf Euro im Monat verpflichtend zahlen, ohne dass ihm das Ticket nutzt. „Seien Sie solidarisch, stimmen Sie für das Ticket“, fordert der Geschäftsführer des Studentenwerks Otto de Ponte die Studenten auf. Auch Janik ist davon überzeugt: „Das ist Ihre einzige Chance auf ein Semesterticket, eine bessere wird es Jahrzehnte lang nicht geben.“

Heute Abend gibt es zwei weitere Informationstermine mit Oberbürgermeistern und Studentenwerk: Um 17.30 Uhr in Nürnberg an der WiSo, Lange Gasse 20, Hörsaal H1, und um 18 Uhr an der Technischen Fakultät auf dem Erlanger Südgelände im Hörsaal H11, Erwin-Rommel-Str. 60.

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Studentenhaus bleibt zwei Jahre lang geschlossen

Die letzten Gäste des Studentenhauses.

Die letzten Gäste des Studentenhauses.

Das Erlanger Studentenhaus am Langemarckplatz ist zu. Und wird es auch zwei Jahre lang bleiben. So lange dauert die Generalsanierung des 80 Jahre alten Gebäudes, in dem die Innenstadtmensa und die Hauptverwaltung des Studentenwerks untergebracht waren. Der aus den 1960er Jahren stammende Ostflügel wird Anfang März abgerissen.

 

So sah das Studentenhaus früher aus.

So sah das Studentenhaus früher aus.

Damit die Studierenden trotzdem nicht verhungern, betreibt das Studentenwerk ab kommender Woche und während des gesamten Umbaus im Garten des Hauses eine provisorische Mensa in einer Leichtbauhalle. Im „WerksGärtla“ wird es täglich von 11.15 Uhr bis 15 Uhr zwei Mittagsgerichte geben, davon immer ein vegetarisches oder veganes.
Die Infotheke und Privatzimmervermittlung, die bislang gleich neben dem Haupteingang zu finden waren, werden auch mit ins WerksGärtla verlegt. Die Hauptkasse ist für die Dauer der Sanierung in der Südmensa in der Erwin-Rommel-Straße 60 zu finden. Die Geschäftsführung ist bereits im Sommer umgezogen. Die Mitarbeiter bleiben künftig dauerhaft in der Hofmannstraße 27, dort befindet sich auch das BAföG-Amt.

Das neue "WERKsGärtla"

Das neue "WERKsGärtla".

Das Bayerische Wissenschaftssministerium zahlt 10,8 Millionen Euro für die Sanierung, die insgesamt rund 15 Millionen Euro kosten wird.
Am Freitag gingen die Studenten Andreas Dotzler und Tobias Meißner als letzte Gäste durch die Kasse der alten Mensa. Der Leiter der Hochschulgastronomie, Mathias Meyer, schenkte ihnen einen tragbaren Campingstuhl, damit sie auch währen des Umbaus immer einen Sitzplatz haben. cm

Fränkischer Veggie-Day: Schäuferla und Currywurst

Veggie-Day? Seit der Bauchlandung der Grünen bei der Bundestagswahl ist das kein Thema mehr. Außer in den Mensen der Region – da gibt es den Gemüsetag nämlich schon seit 2011, allerdings ohne Gemüsepflicht: Es gibt neben einem vegetarischen und einem veganen Gericht auch immer eines mit Fleisch.

Deswegen stehen am Veggie-Day regelmäßig Schäuferla, Currywurst oder Schnitzel auf dem Programm. Und der Gemüsetag findet auch nicht wöchentlich statt, sondern nur einmal im Monat. Am Donnerstag nächster Woche (17.10.2013) steht also neben Vollkornnudeln mit Soja-Bolognesesoße (1,65 Euro für Studenten) und Kartoffelgulasch mit Peperoni (vegan, 1,49 Euro) auch ein Pfeffersteak vom Schweinehals mit Bio-Karottengemüse und Kartoffelpüree für 2,98 Euro auf dem Speiseplan.

Der Grund: „Wir wollen unsere Studierenden nicht erziehen“, sagt Mathias Meyer, der für die Verpflegung in 23 Mensen und Cafeterien des Studentenwerkes Erlangen-Nürnberg zuständig ist. „Wir haben dazu auch keinen Auftrag.“ Deswegen bleibe es der Kundschaft überlassen, die Wahl zwischen Tier und Gemüse zu treffen.

Einen besonderen Versuch unternimmt das Studentenwerk derzeit aber in seiner Zweigstelle im ehemaligen Seminar St. Paul an der Nürnberger Dutzendteichstraße. Hier wird tatsächlich nur Fleischloses serviert – während des Semesterbetriebes täglich drei verschiedene Gerichte. Um die 150 fleischlose Portionen werden pro Tag verkauft. Die Mensa in der Regensburger Straße liegt gleich ums Eck, so dass auch hier niemand zum Fleischverzicht gezwungen wird.

Grundsätzlich hält Meyer viel von gesunder Ernährung. Sie passe – genauso wie der Gemüsetag mit Wahlfreiheit – „hundertprozentig“ ins Konzept des Studentenwerkes. Dort versucht man darüber hinaus, durch Kauf von regionalen Produkten den CO2-Ausstoß zu minimieren. Außerdem werden, soweit es wirtschaftlich vertretbar ist, Produkte in Bio-Qualität verarbeitet. Und Eier kommen von freilaufenden Hühnern.

fbh

Silbermedaille für "Verstempelt"

Verstempelt

Jedes Jahr ruft das Deutsche Studentenwerk, der Dachverband der örtlichen/regionalen Studentenwerke, zu einem Plakatwettbewerb unter Studenten auf. Heuer hieß das Motto „Alles Liebe?“. Die Studenten sollten ins Bild setzen, welche Gefühle sie gegenüber ihrem Fach, ihrer Hochschule, ihrem Studium haben. „Die Hochschule und ich – ist das eine harmonische, innige Beziehung, oder eine stressige Beziehungskiste?“, so die Schlüsselfrage in der Ausschreibung.

240 Design-Studenten von 28 Hochschulen reichten 340 Plakate ein. Eine Fachjury wählte die besten Arbeiten aus und verteilte die insgesamt 5.500 Euro Preisgeld auf einen ersten Platz (2.000 Euro), zwei zweite Plätze (je 1.000 Euro) und drei dritte Plätze (je 500 Euro).

Ein beachtenswerter zweiter Preis geht übrigens nach Nürnberg: Ohm-Studentin Annemarie Weber, die bei Professor Peter Krüll studiert, hat mit „Verstempelt“ das brisante (hochschul)politische Thema „Studiengebühren“ bearbeitet. Ein Klick auf das Bild zeigt in der Großaufnahme, was der Titel bedeutet!

fbh

Neues Studentenwohnheim an der Erlanger Henkestraße

Neubau an der Erlanger Henkestraße

Es war ein äußerst kurzes Richtfest, das am Freitag an der Erlanger Henkestraße gefeiert wurde. Das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg baut dort gerade ein neues Wohnheim mit 71 Wohnungen. Bei Temperaturen um zwölf Grad unter Null wollten zwar Bauherren und Politiker ihre Freude über den Fortschritt beim Bau des Gebäudes kundtun, allerdings taten alle dies in deutlich weniger Worten als sonst üblich.

Das Gelände gegenüber dem Institut für Organische Chemie war in den vergangenen Jahren nur noch ein Parkplatz gewesen. Joachim Gollwitzer, Geschäftsführer des Studentenwerkes und „seit 65 Jahren alteingesessener Erlanger“, kann sich allerdings noch an die Zeit erinnern, als hier die Lauk’sche Gärtnerei beheimatet war. An dem Gartenbaubetrieb kam er immer auf dem Weg zur Schule vorbei, der ehemaligen Prinzregentenschule. „Ich sehe noch die Kohlköpfe, die hier wuchsen, vor meinen Augen.“

Das Kraut ist längst geerntet, und die Gärtnerei existiert nur noch in der Erinnerung der Erlanger. Doch jetzt tut sich wieder was auf dem Grundstück Henkestraße 45. Das Studentenwerk baut hier für knapp fünf Millionen Euro 71 Wohnungen, die vor allem für den erwarteten Ansturm auf die Uni gebraucht werden, den der doppelte Abiturjahrgang im kommenden Jahr vermutlich auslösen wird. Der Freistaat Bayern unterstützt das Projekt mit einem zinsfreien Darlehen in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Der Bau ist im Zeitplan und wird zu Beginn des nächsten Wintersemesters im Oktober 2011 bezugsfertig sein.

Das Studentenwerk ist jedoch nur einer der Bauherren auf dem ehemaligen Gärtnereigelände. Nebenan errichten die Daeschler-Stiftung und die Firma Mauss-Bau Wohn- und Geschäftshäuser. Hier werden neben Gewerbe weitere 170 Wohnungen entstehen, in die auch Studenten einziehen können. So soll der chronische Mangel an bezahlbarem Wohnraum im Erlanger Zentrum gelindert werden.

Mit den günstigen Mieten des gemeinnützigen Studentenwerkes wird der private Bauträger wohl nicht mithalten können. Die Studenten zahlen in dem öffentlich geförderten Bau für die knapp 19 Quadratmeter großen Wohnungen nämlich nur etwa 160 Euro pro Monat. Hinzu kommen etwa 75 Euro an Nebenkosten. Dafür bekommen die Studenten ein Appartement mit kleinem Bad, Kochnische und – wie das Studentenwerk mitteilt – einer „Grundmöblierung“.

Beim gestrigen Richtfest sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU), selbst Erlanger, er kenne die Schwierigkeiten, die Studenten haben, wenn sie in Erlangen kurzfristig eine Wohnung suchen. Deswegen sei der Staatsregierung „daran gelegen“, dass alle Studenten „finanziell tragbaren und angemessenen Wohnraum“ vorfinden.

Die neuen Wohnungen werden allerdings höchstens dazu beitragen, die Erlanger Wohnungsnot zu lindern, nicht sie zu beseitigen.

Florian Heider

Musik in der Mensa

pic-tgif01Ein Student tänzelt durchs Foyer. Zwei Studentinnen werfen den Gitarristen im Vor­übergehen ein Lächeln zu. Viele verdrehen den Kopf, um zu sehen, weshalb zwei junge Männer im Foyer des Studentenhauses auf der Insel Schütt Verstärker und Notenständer aufgebaut haben.

Immer freitags von 12 bis 14 Uhr klingt Musik durch die Nürn­berger Mensa. „Thank God It’s Friday – Chill Out ins Wochen­ende“ heißt der Titel der Mini-Konzertreihe, die das Studenten­werk seinen Gästen bietet. An diesem Freitag stammen die Klänge von Jonathan Schmid und Heinz Christian Oetken, Studen­ten der Nürnberger Musikhoch­schule. Das Gitarren-Duo spielt heute Jazz-Stücke. Doch das Publikum bleibt aus. Zwar setz­ten sich immer wieder einzelne auf die kleine Tribüne mit den drei Holzstufen gegenüber den Gitarristen. Doch der eine liest ein Buch, die andere drückt auf ihrem Handy herum, der dritte hat sogar die Stöpsel seines MP3-Players in den Ohren, um seine eigene Musik zu hören.

Jazz zu Fisch mit Reis

„Das Foyer ist leider nicht so gut zum Spielen geeignet“, sagt Jonathan Schmid. „Im Dezember haben wir in der Erlanger Mensa gespielt“, sagt Heinz Christian Oetken. „Da saßen wir mitten im Essensraum, die Leute waren dabei und applaudierten.“ In Nürnberg klatscht keiner. Dabei ist die an das Foyer angren­zende Mensa gut zur Hälfte gefüllt. Und den Leuten gefällt die Musik.

„Ich finde es sehr schön“, sagt Klaus Oeckler, Dok­torand an der Uni Erlangen, der gerade Fisch mit Reis isst. „Der Applaus bleibt aus, weil die Leute hier Messer und Gabel in Händen halten.“ Ebenfalls „supertoll“, gefällt Honza aus Tchechien die Musik in der Mensa. „Ich liebe Jazz“, sagt der Austauschstudent. „Deshalb haben meine Kumpel und ich heute zwei Runden Kicker im Foyer gespielt.“

Christina Merkel

Männer lieben Mensa-Essen

CurrywurstFree flow – freie Wahl statt Stammessen vom Fließband. In der Mensa auf der Insel Schütt der Uni Erlangen-Nürnberg gibt es das schon. Im Studentenwerk Göttingen öffnete jetzt die größte „Free flow“-Mensa Deutsch­lands. Mit 23 Themenstationen, Front-Cooking, Wok, Grill, vege­tarischen Angeboten, Suppen, Eintöpfen, Salat- und Dessertbuf­fet.

Einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung wäh­rend des Studentendaseins steht bei so einem Angebot demnach nichts mehr im Wege. Und güns­tig ist die Mensa auch – für rund drei Euro kann man sich schon satt essen.

Die Vorzüge der Mensa werden gut genutzt. So gab das Deutsche Studentenwerk (DSW) kürzlich bekannt, dass im Laufe einer Woche rund 83 Prozent der Stu­denten mindestens einmal die Mensa oder eine Cafeteria der Studentwerke besuchen, 40 Pro­zent der Studierenden essen sogar mindestens drei mal pro Woche dort.

Die waschechten Mensa-Esser sind dabei die angehenden Inge­nieure mit einem Anteil von 49 Prozent, gefolgt von Mathemati­kern und Naturwissenschaftlern mit 48 Prozent und Medizinern mit 47 Prozent.

Schnitzel und Pommes vorn

Unter den Studenten, denen nach der Vorlesung der Magen in Richtung Mensa knurrt, sind mit 49 Prozent Männer die Hauptbe­sucher. 70 Prozent der Frauen gehen nach einem stressigen Vor­mittag an der Uni anderweitig auf Nahrungssuche oder kochen selbst, nur 30 Prozent der Mensa­Stammgäste sind weiblich.

Bei der Auswahl der Lieblings­menüs sind die Studenten im All­gemeinen nicht wählerisch und bedienen tatsächlich das Klischee vom Hang zu schnellem, kalorien­haltigem Essen: in Deutschlands Uni-Kantinen sind Schnitzel und Pommes besonders beliebt. Jedes Jahr werden dort rund 11,7 Millio­nen Schnitzel und 2,7 Millionen Kilogramm Pommes frites zube­reitet, rechnete das DSW aus. Die nachfolgenden Plätze belegen Nudeln, Currywurst, Salat, Fisch & Co. Unter den Getränken ist bei den angehenden Akademikern Kaffee besonders gefragt: davon trinken sie laut DSW-Angaben rund zehn Millionen Liter pro Jahr.

Bundesweit gibt es 740 Mensen und Cafeterien, die allesamt rund 85 Millionen Mahlzeiten jährlich zubereiten.

Daniela Kaiser

Wohnst du schon?

Von Julius Brockmann

Es ist der bescheidene Wunsch nach den eigenen vier Wänden, der derzeit einige Studenten in den Wahnsinn treibt. Viele der in Erlangen und Nürnberg neu ankommenden Studis wollen nicht mehr bei Mama und Papa wohnen, sondern in die Freiheit starten. Erster Schritt zur Selbstständigkeit ist das Studium. Vorher muss allerdings auch eine Unterkunft her, damit man im Oktober nicht immer pendeln muss.

Eine Hürde, die besonders in der kleinsten Großstadt des Freistaates regelmäßig zu Problemen führt. Wer einmal auf Wohnungssuche in Erlangen war, weiß, was einem blüht. Von umgebauten Ställen, die noch nach Tier riechen, bis zu fensterlosen Dachkammern wird so ziemlich alles in der mittelfränkischen Stadt vermietet. Dabei übersteigt der Quadratmeterpreis das Niveau der Städte Nürnberg und Fürth oft deutlich. Die Ursachen liegen auf der Hand. Von gut 26 000 Studenten in der Region studieren nur noch 6000 in Nürnberg.

Als Medizinstadt beherbergt Erlangen nicht nur zahlreiche Unikliniken, auch Siemens-Mitarbeiter wohnen hier. Das führt zu unverschämten Mietangeboten. Joachim Gollwitzer, Geschäftsführer des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg, muss zugeben, dass die Situation schlimm ist. Alle Wohnheimplätze sind vergeben, auch der private Wohnungsmarkt sei schlecht.

Gut 72 Prozent der Studenten der Uni Erlangen kommen aus Bayern. Viele von ihnen haben dadurch bei der Wohnungssuche einen Vorteil, können sie doch ohne lange Anreise immer mal wieder zu Besichtigungen fahren, anders als ihre Studienkollegen aus Nordrhein-Westfalen, Berlin oder Niedersachsen. Wer keinen Platz in einem Wohnheim findet, dauernd Absagen für ein WG-Zimmer erhält und trotzdem nicht außerhalb wohnen will, sollte die Sache aussitzen. Erfahrungsgemäß entspannt sich die Wohnungslage im November. Für alle anderen hat das Studentenwerk Notunterkünfte eingerichtet.