Infos für Schüler: Was kann ich wo studieren?

Schüler, die kurz vor dem Abschluss stehen und noch nicht wissen, was ihnen denn als Studienfach so taugen könnte, sollten kommende Woche die Chance nutzen und sich direkt vor Ort alle Infos holen: Die Georg-Simon-Ohm-Hochschule, die Fachhochschule, die inzwischen als Technische Hochschule (TH) firmiert, und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) laden zu ihren Studien-Infotagen ein und geben Studieninteressierten die Möglichkeit, Studiengänge, Dozenten, Gebäude, Mensa und alles kennenzulernen, was so zum Studentenleben dazugehört – außer Kneipen vielleicht…

Die Ohm-TH startet am Mittwoch, 25. September, und am Donnerstag jeweils zur schülerfreundlichen Zeit um 9.30 Uhr. (Die Schüler, die es betrifft, bekommen dafür extra ein paar Tage schulfrei, damit sie sich informieren können.) An beiden Tagen werden bis 15 Uhr alle Fakultäten und Studiengänge vorgestellt, die meisten davon sogar an beiden Tagen und/oder mehrmals.

Die Uni fängt sogar schon am Dienstag an und präsentiert sich insgesamt drei Tage lang an mehreren Standorten in Erlangen und Nürnberg. Vom Lehramt über BWL, Geisteswissenschaften und Jura bis zu Ingenieurwesen und Naturwissenschaften ist alles dabei.

Wer mit dem Gedanken spielt, an einem oder mehreren Tagen den Hochschulen einen Besuch abzustatten, sollte sich vorher unbedingt einen genauen Zeitplan zusammenstellen, wann man was wo sehen will. Aufs Geratewohl spontan hinzufahren – davon kann man nur abraten. Das Programm der Ohm-Hochschule findet Ihr hier. Und die Uni hat hier ihren Flyer eingestellt.

fbh

Was mit Medien (und Technik) gefällig…?

Die Nürnberger Ohm-Hochschule hat noch freie Studienplätze im BA-Studiengang Technikjournalismus. Bis Ende der Woche, genauer gesagt 9. September, kann man sich noch online bewerben. Die kompletten Bewerbungsunterlagen können dann bis Anfang kommender Woche nachgereicht werden. Wer einen guten Eindruck macht, hat gute Chancen, zum Auswahlverfahren am 22. September eingeladen zu werden. Alles Weitere auf den Webseiten der Nürnberger FH.

fbh

Ohm muss nachträglich NC einführen

Damit hatte Christian K. nicht gerechnet: Sein Wunsch-Studiengang – der Bachelor in Bauingenieurwesen an der Nürnberger Georg-Simon-Ohm-Hochschule (GSO) sollte es sein – ist total überlaufen. Vier Tage vor Bewerbungsschluss – der war am vergangenen Freitag – trudelte eine E-Mail vom GSO-Studienbüro ein. Darin teilte man dem Abiturienten mit, dass „in Folge der hohen Bewerberzahlen mit hoher Wahrscheinlichkeit nachträglich“ ein Numerus-clausus-Verfahren (NC) durchgeführt werde. Der junge Mann solle sicherheitshalber Alternativen ausloten.

Inzwischen ist die Bewerbungsfrist verstrichen. Für 131 Studienplätze haben sich mehr als 500 Interessenten gemeldet, wie die Hochschule auf NZ-Anfrage mitteilt. „Wegen der sehr hohen Bewerberzahlen war ein NC-Verfahren unumgänglich, da sonst ein ordnungsgemäßer Lehrbetrieb nicht gewährleistet werden kann“, heißt es in der Stellungnahme. Mit dem sicher geglaubten Studienplatz wird es jetzt für einige Bewerber nichts werden. Jetzt müssen alle erst mal ihre Abiturzeugnisse nachreichen. Bis zu welcher Note zugelassen wird, ist zurzeit noch nicht abzusehen.

Von Engpässen bei den Studienplätzen will man im Wissenschaftsministerium derweil nichts wissen. Minister Wolfgang Heubisch (FDP) teilte heute zum wiederholten Mal mit, Bayern sei „für den doppelten Abiturjahrgang gut gewappnet“. Im Ländervergleich habe der Freistaat überproportional viele Studienplätze geschaffen. Die NC-Quote (35,1 Prozent der Studiengänge) sei im bundesweiten Vergleich sehr niedrig.

fbh/dpa

Baustelle Technikjournalismus

Das ist ja wie in ein halbfertiges Haus einzuziehen. So oder so ähnlich muss es den meisten Studenten des Studienganges Technikjournalismus nach den ersten Wochen an der Nürnberger Georg-Simon-Ohm-Hochschule durch den Kopf gegangen sein. Unterbringung in einem „Kellerloch“, widersprüchliche bis gar keine Aussagen zum Ablauf der Prüfungen und Professoren, die scheinbar bis dahin auch nicht wussten auf was sie sich eingelassen hatten.

„Wir mussten auch erst einmal zueinander finden“

Aber an mangelnden Einsatz der Professoren und Dozenten lag es nicht, eher an dem verwirrenden Dschungel der deutschen Bürokratie. Erst zwei Wochen vor Beginn der Anmeldefrist kam das O.K. der zuständigen Behörden für diesen Studiengang, erzählt uns Prof. Dr. Manfred Lehmann, Dekan der Fakultät Allgemeinwissenschaften und Schirmherr des besagten Studienganges . “ Wir Professoren mussten auch erst einmal zueinander finden, auf der einen Seite `Journalisten´ und auf der anderen die `Techniker´“, so Markus Kaiser, journalistischer Dozent. Was aus Sicht der Studenten gut geklappt hat.

Auch die Fragen zur Prüfung konnten selbstverständlich geklärt werden und nun im zweiten Semester sitzen wir auch nicht mehr im Keller sondern im sechsten Stock des frisch renovierten A-Gebäudes unseres Campus. Natürlich gibt es immer noch Dinge die einer Verbesserung bedürfen, aber wenn die Zusammenarbeit zwischen Fakultät, Dozenten und Studenten auch weiterhin so ausgezeichnet funktioniert, dann steht einem erfolgreichen Studium nichts mehr im Wege.

Robert Carro

Angewandter Sex an der FH

Maximal 25 Plätze sind für das kommende Wintersemester zu vergeben. Fast doppelt so viele Interessenten haben sich beworben. Der Titel des neuen Studiengangs an der Fachhochschule Merseburg klingt auch sehr verlockend: Angewandte Sexualwissenschaft. Wer möchte das nicht lernen? Noch dazu, wenn man am Ende sogar ein offizielles Zeugnis und einen akademischen Grad dafür bekommt.

„Dass manche beim Titel dieses Fachs anfangen zu kichern oder anzügliche Witze reißen, ist typisch“, sagt Studienberater Prof. Harald Stumpe. „Denn offen über Sex zu reden, ist auch heute noch ein Tabu.“ Das soll der Studiengang ändern.

Der Lehrplan liefert ein aufklärerisches Rundum-Paket: Biologie, Psychologie, Soziologie. Die Studenten behandeln außerdem politische und rechtliche Fragen der Sexualität. „Ehen homosexueller Paare oder auch Sex im Alter sind gesellschaftlich längst noch nicht akzeptiert“, sagt Stumpe. Seine Studenten lernen, Themen auf behutsame Weise anzusprechen. Die richtige Beratung, wenn es „im Bett einmal nicht rund läuft“ oder wenn es zu rund läuft, bei ungewollter Schwangerschaft. Nach sechs Semestern schließt das Studium der Angewandten Sexualwissenschaft mit dem Master of Arts ab.

„Das Angewandte ist die Spezialität einer Fachhochschule. Wir bilden keine Theoretiker aus, sondern Praktiker“, sagt Stumpe und betont gleich hinterher: „Ich meine damit jetzt nichts Spezifisches bei unserem Fach, auch viele andere Studiengänge tragen dieses Wort im Namen.“ Die Studenten sollten schnell in der Arbeitswelt Fuß fassen können.

Ihre Berufsmöglichkeiten sind breit gefächert. Die Absolventen können in der Familien- und Paarberatung arbeiten, in Kinderschutzdiensten bei sexueller Gewalt und Missbrauch beraten, oder in der Aids-Hilfe tätig sein. Auch Sozial- und Gesundheitsämter sind mögliche Arbeitgeber.

Als eigenständiges Fach lässt sich Angewandte Sexualwissenschaft deutschlandweit nur an der Hochschule Merseburg im Süden Sachsen-Anhalts studieren. „Nur manchmal ist es auch ein Teilgebiet bei Erziehungswissenschaften oder in der Medizin“, sagt Stumpe. „Unsere Studenten werden auf jeden Fall gefragte Spezialisten sein.“ Sicher nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch auf jeder Party.
Christina Merkel