Studi-Shirts zum Selbermachen

Von Julius Brockmann

M_nchen_tshirt.JPGIn den USA ist es gängig sich zu präsentieren, zu zeigen, was man hat und wofür man steht. So schämt sich dort niemand, wenn er an einer angesagten Uni studiert, dies auch kund zu tun. Allgemein behauptet man von den Amis ja auch, dass sie viel weniger neidisch seien als wir Deutsche. Wer Elite ist, darf das auch zeigen. So ist dann wohl niemand verwundert, wenn es Mützen und T-Shirts gibt, auf denen groß die heimische Uni wirbt.

In Deutschland hingegen ein seltenes Bild. Zu Semesterbeginn schlurfen einige wenige Studis mit ihren auf der Eröffnungsveranstaltung erworbenen Umhängetaschen – natürlich mit den Köpfen der beiden Herren Alexander und Friedrich drauf – zwischen Philosophischer Fakultät und Kollegienhaus hin und her. Zwar kann man im Uniladen gleich neben dem Kollegienhaus T-Shirts in unterschiedlichsten Farben und Größen samt „Unilabel“, wie es so schön heißt, für zirka 20 Euro erwerben, gesehen hat man aber in der Fußgängerzone kaum jemanden, der sich so offenherzig zur Metropolregion Nürnberg und deren universitärer Einrichtung bekennt. Mag es am schlichten Design liegen, oder weil diese Stadt dann einfach doch nicht so hip ist wie Köln, Münster oder München?

Individualität ist gefragt 

Die Hochschule München wagt jedenfalls ebenso einen Angriff auf die Individualität und möchte ihre Kaffeebecher, Polo-Shirts und Schals unter das Studentenvolk bringen. Und wem das Ganze dann doch auch zu schlicht, zu blau oder das Logo zu weit links sein sollte, kann sich ganz individuell seine Klamotten zusammenstellen.

Wer seinen Studiengang so sehr liebt, dass er dies der Welt mitteilen möchte, kann auch Schriftzüge wie „Bayerische Geschichte und allgemeine Landesgeschichte“ oder „Verhaltensgestörtenpädagogik“ bekommen. Oder doch lieber nur „BWL“? Studiengänge auf T-Shirts machen sich bestimmt super als Aufdruck oder Stickerei. Wen dies weniger überzeugt, muss weiterhin bei „H&M“ seine Kleidung kaufen, dort gibt man auch seine Individualität kostengünstig an der Ladentüre ab.