Freibier und erste Liga – Was sich Nürnberg wünscht

Liebe, Urlaub, Freibier, erste Liga und Elefanten – danach sehnen sich die Nürnberger. Bei der Blauen Nacht konnten sie diese Sehnsüchte zum Leben erwecken – dank der Studenten des Bachelorstudiengangs Media Engineering an der Technischen Hochschule Nürnberg. Als Neueinsteiger bei der Blauen Nacht präsentierte die TH Nürnberg eine interaktive Großprojektion in der Katharinenruine. Im Inneren des Kirchenbaus zeigten die Studierenden, wie sie den Sehnsüchten der Besucher Flügel verleihen konnten. Etwa zwei Semester Arbeit steckten die neun Studierenden in die Umsetzung und Gestaltung ihres Projekts „OHMinteractive“. Die Nürnberger Firma Billmann Event GmbH unterstützte sie dafür mit der nötigen Veranstaltungstechnik.

Auf der rechten Seite der Ruine standen fünf Bildschirme bereit, in die die Besucher ihre Sehnsüchte eintippen konnten, um anschließend zu beobachten, wie ihre Texte und Zeichnungen in Form von Seifenblasen an der Wand entlang zum Altarraum der Ruine in Richtung eines großen Herzens schwebten. Das 3D-modellierte Herz wurde dafür an eine sechs mal vier Meter große Leinwand projiziert.Dort angekommen, brachte jede eingesogene Blase das Herz zum Schlagen und bot den Anwesenden ein optisches und akustisches Schauspiel. Nach der „Bearbeitung“ entließ das Herz die Sehnsüchte als Vogelschwarm zur linken Wand hin. Das sollte symbolisieren, dass die Eingaben der Besucher frei – und womöglich auch wahr – werden können.

„Alle Welt sehnt sich nach Freiheit“

Dazu konnten die Nachtschwärmer mit Hilfe sogenannter Kinect-Kameras mit den virtuellen Vögeln interagieren. Die Kameras registrierten ihre Bewegungen und projizierten sie als abstrakte Silhouette an die Wand. Die Studenten ließen sich durch ein Zitat des indischen Gurus Sri Aurobindo zu ihrer Installation inspirieren: „Alle Welt sehnt sich nach Freiheit, und doch ist jedes Geschöpf in seine Ketten verliebt.“

„Absolut beeindruckend!“, sagte Marc Hermanns, Elektrotechnik-Student aus Fürth. „Wie haben die das bloß gemacht?“, fragte sich die 26-jährige Lisa Baier aus Erlangen. Rund 4000 Menschen besuchten das Projekt in der Blauen Nacht, schätzen die Veranstalter. „Wir sind überwältigt von der Resonanz der Leute und hoffen auch in den nächsten Jahren Ähnliches auf die Beine stellen zu können“ sagte Heinz Brünig, Professor und Projektleiter an der TH. Die 19-jährige Maria Stutz aus Neumarkt begeisterten vor allem die Vögel: „Dass man ihre Bewegungen beeinflussen kann, macht das Ganze noch spannender.“

Tolle Bilder der Blauen Nacht findet ihr hier und auf www.nz.de

Santiago Reinbold

Uschi fährt in Erlangen um den Sieg

Mehr als 100 Hochschulteams starten beim „Freescale Cup EMEA“ aus Europa, dem Mittleren Osten und Afrika . Sie bauen ein Elektroauto, das ganz allein eine unbekannte Rennstrecke bewältigen kann – in möglichst kurzer Zeit. Zum ersten Mal findet das Finale in Deutschland statt, am Fraunhofer Institut IIS in Erlangen. Unter den besten 25 Mannschaften, die heute an den Start gehen, ist auch die Technische Hochschule (TH) Nürnberg vertreten.

Ob „Uschi“, das Auto der Informatik-Studenten Stefan Müller, Carsten Ebert, Markus Zoppelt und Marc Rudolf (v.l.) heute der Konkurrenz davon fahren kann, sehen Sie von 14-16 Uhr im Livestream.

Die Siegerehrung läuft von 16 bis 17 Uhr.

Aus der Ohm-Hochschule wurde die Technische Universität

Enthüllung des großen Transparents. Foto: TH Nürnberg

Enthüllung des großen Transparents. Foto: TH Nürnberg

Erst wurde aus der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg die Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg – Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Und seit heute nennt sich die zweitgrößte FH Bayerns nun offiziell „Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm“. Stolz feierten am Keßlerplatz zwei Minister (Wolfgang Heubisch und Markus Söder) mit Ohm-Präsident Michael Braun, der Belegschaft und den Honoratioren der Stadt.

Die Idee kam von Michael Braun. Er ist nach eigenen Angaben auf Markus Söder zugegangen, der diese sofort aufgegriffen hat. „Das hat mich von Anfang an fasziniert“, sagte Söder auf einer Pressekonferenz. „Wenn mich etwas fasziniert, habe ich die Fähigkeit, diese Faszination weiterzugeben. Vor allem wenn es aus Nürnberg ist.“ Nürnberg ist laut Söder im Mikrokosmos noch etwas näher an Erlangen herangerückt. „An München sind wir auch schon dran“, stichelte der Finanzminister. Daraufhin Heubisch: „Ich sage nichts dazu, weil ich ja bayerischer Wissenschaftsminister bin, zufällig in München geboren.“ Söder: „Nobody’s perfect.“

Auch danach frotzelten die beiden gut gelaunten Minister, die sich duzen, weiter. Als von beiden in einem Labor die Gesichter für eine Grafik gescannt werden sollten, sagte Söder: „Mach Du zuerst, Du hast die geringere Halbwertszeit.“ mk