Kein Scherz: Südgelände ist am 1. April ohne Strom

Die Uni zieht den Stecker.Ob sie sich absichtlich dieses Datum ausgesucht haben? Wegen eines Sicherheitstests der Notstromaggregate wird morgen, am 1. April, auf dem gesamten Südgelände der Uni Erlangen vorübergehend der Strom abgeschaltet. Das Gebäudemanagement warnte vorher in einer Rundmail alle Mitarbeiter. Vor allem in der Technischen Fakultät müssen Profs und Studenten dafür sorgen, dass alle Laborsysteme und Versuchsaufbauten zwei Stunden ohne Elektrizität, Wasser, Wärme und Kälte auskommen.

Südmensa kocht trotzdem

Auch die Mensa wird ohne Strom sein. „Die Versorgung soll zwar spätestens am Vormittag wieder hergestellt sein, aber wir können wahrscheinlich nicht das laut Speiseplan vorgesehene Essen zubereiten“, sagt Studentenwerkssprecher Uwe Scheer. Das wirkt sich bis in die Innenstadt aus, denn die Küche der Südmensa beliefert zurzeit auch die Übergangsmensa „WerksGärtla“ am Langemarckplatz. „Es wird überall etwas zu essen geben“, sagt Scheer. „Zumindest das, was wir unter den gegebenen Bedingungen auf die Schnelle zubereiten können.“

Von 6.00 bis 7.45 Uhr schaltet die Uni den Strom ab.  Wenn alles richtig funktioniert, springt nach etwa 15 Sekunden das Notstromnetz an. Es versorgt wichtige Geräte mit Elektrizität, wie die Notbeleuchtung, Brandmelder, Telefonanlagen und Kommunikationssysteme sowie das Rechenzentrum. Alle anderen Geräte bleiben während der knapp zwei Stunden ohne Strom. Auch Heizungen, Klima- und Lüftungsanlagen fallen in dieser Zeit aus. Zum Glück kommen die meisten Studenten sowieso erst nach 8 Uhr an die Uni.

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Glück im Unglück

Volle Busse bei der Langen Nacht der Wissenschaften

Volle Busse bei der Langen Nacht der Wissenschaften

Mein Ticket ist weg!“, stellt die Besucherin der „Langen Nacht der Wissenschaften“ ent­setzt fest. Sie sitzt im Sonderbus von Erlangen nach Nürnberg und durchsucht nervös ihre Tasche. Geldbeutel, Wasserflasche und eine Mütze landen auf dem Sitz neben ihr. Den Schlüssel, Taschentücher und eine Kaugum­mipackung schiebt sie in der Handtasche von links nach rechts und wieder zurück. „Das gibt es nicht, es ist wirklich nicht mehr da“, sagt die Frau verzweifelt. „Das grüne hier ist es nicht ?“, ver­sucht die Dame einen Sitz weiter hinten zu helfen. „Das grüne“ ent­puppt sich aber nicht als die ver­misste Eintrittskarte, sondern als das gleichfarbene Programmheft.

„Da vorne hinein hatte ich die Karte gelegt“, sagt die ticketlose Frau. Im Department Maschinen­bau auf dem Uni-Südgelände hatte sie ihre Karte vor einer hal­ben Stunde vorgezeigt. „Ich muss sie auf dem Weg zum Bus verlo­ren haben.“ Zum Glück habe sie eine Monatskarte, damit fahre sie gerade wenigstens nicht schwarz. Sie durchblättert das Heft, zuerst schnell, dann jede Seite noch ein­mal einzeln. Das Ticket bleibt ver­schwunden.

„Das glaubt mir kein Mensch!“


Verärgert über ihre eigene „Dummheit“ schimpft die Frau im Bus vor sich hin. „Aber es nützt nichts, ich muss mir eine neue Karte kaufen“, erklärt sie, „ich treffe mich gleich mit Freun­den, wir wollen uns noch mehr ansehen.“

Vor der Cnopf’schen Kinderkli­nik haben sie sich verabredet. Als die glücklose Besucherin dort zur Kasse geht, kommt ihr eine Mut­ter mit Kind entgegen. „Brauchen sie noch eine Karte?“, fragt die. „Das Kinderprogramm ist zu Ende, wir gehen nach Hause.“ Worauf will die Mutter hinaus? „Ich brauche meine Karte nicht mehr, ich schenke sie Ihnen.“ Mit großen Augen und einer neuen grünen Karte in Händen blickt die Frau Mutter und Kind hinter­her. „Wenn ich das erzähle, das glaubt mir kein Mensch.“

Christina Merkel