Einkaufsliste für Erstis

Einen Zettel und einen Stift. Mehr brauchen viele Studen­ten nicht. Doch was, wenn ein Blatt nicht ausreicht, um all die wichtigen Aussagen des Dozenten mitzuschreiben? Schade auch, wenn der einzige Kugelschreiber, ohne Vorwarnung, den Dienst ver­weigert. Aus diesen Gründen, sollte ein Student vielleicht doch ein paar mehr Dinge in seine Tasche packen.

Einen ganzen Block zum Bei­spiel, um sicher zu gehen, dass kein Professor mehr erzählen kann, als Platz zum Aufschreiben vorhanden ist. Wer keine Lust hat einen Block zu kaufen, bekommt einen geschenkt. Bei der Universi­tätsbuchhandlung gibt es zum Semesterbeginn ein Exemplar zum Bücher-Einkauf gratis dazu. Nun der Stift. In ein Mäppchen kann der Student sogar mehrere Schreibutensilien reinpacken. Zum Beispiel viele Kugelschrei­ber. Noch ein Spartrick: Kullis gibt es zum Semesterstart am Audimax als Werbegeschenke.

Bunte Stifte gegen langweilige Vorlesungen

Ordnungsliebende Studierende besitzen eine Tipp-Ex-Maus oder Bleistift und Radiergummi. Durchgestrichene und darüberge­schmierte Notizen können sie kei­nem Kommilitonen zum Kopieren anbieten. Außerdem können bunte Stifte hilfreich sein: In lang­weiligen Vorlesungen kann damit gemalt werden.

Ein absolutes „Muss“ für jedes Studenten-Mäppchen sind Text­marker. In verschiedenen Farben und doppelter Ausführung. Denn was gibt es im Studium Wichtige­res, als wissenschaftliche Bücher zu lesen und die entscheidenden Stellen mit Textmarker anzustrei­chen?

Weil Textmarker wichtig sind, aber manche Studentin statt eines Rucksacks nur eine kleine Handtasche mit zur Uni trägt, gibt es die bunten Leuchtstifte neuerdings auch in Mini-Größe. Für ein paar Textmarker in Lip­penstift- Format sollte sogar in jeder, noch so aparten, Handta­sche ein Plätzchen frei sein.

Sinnvoll für den stets gestress­ten Studenten ist auch ein Termin­planer. Schließlich zahlt fast jeder in Bayern pro Semester 500 Euro Studiengebühren. Dabei hilft das Büchlein, die anstehen­den Arbeitsschichten am Tresen oder Fließband mit den Vorle­sungszeiten zu koordinieren.

Für Studenten, die unter chroni­scher Müdigkeit leiden, empfeh­len sich als weitere Anschaffun­gen ein Wecker und eine große Thermoskanne für Kaffee.

Stefanie Rubner

Neustart mit Lampenfieber

Ist es normal, dass ich zu zwei­feln beginne und Angst be­komme?“, fragt der angehende Student seine bereits studierte, ältere Schwester. „Völlig normal. Schließlich beginnt mit dem ers­ten Studientag ein ganz neuer Lebensabschnitt“, antwortet sie. 13 Jahre lang ging er zur Schule. Jedes Jahr brachte auch etwas Neues mit sich. Neue Inhalte, neue Lehrer und die zuge­zogene, hübsche Klassenkamera­din.

Im Großen und Ganzen wissen Schüler aber, was jedes Jahr nach den Sommerferien wieder auf sie zukommt. Jeden Morgen den Berg hinauf, durch die Unterführung hindurch und hinein in das Beton­klotzgebäude. Ging der ein oder andere auch nicht gerne hin, hier traf er wenigstens immer seine Freunde und konnte verabreden, was sie den ganzen freien Nach­mittag über tun würden. Und plötzlich ist schon das Ende der Schulzeit da.

Vom coolen Abiturient zum schüchternen Uni-Ersti Endlich geschafft. Die Unsi­cherheit kommt erst nach den Ferien. „Was, wenn ich für keinen Studiengang genommen werde?“, sorgt sich der anfangs erwähnte kleine Bruder Ende Juli. Gleich fünf Zusagen liegen im August im Briefkasten. „Für welches Fach soll ich mich denn jetzt entschei­den? An der Uni oder an der FH?“, fragt er dann. Eine Woche später: „Hab’ ich mich auch rich­tig entschieden?“

„Ich habe noch immer keine Wohnung“, klagt der angehende Student im September. Während der Schulzeit wohnten meist alle Freunde in der gleichen Stadt. Nun trennen sich die Wege. „Wie peinlich, ich habe mich am ersten Tag auf dem Campus verlaufen“, stellt der Uni-Ersti in der Orientierungswoche fest.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, schreibt Hermann Hesse, „der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“ Schon in einem Jahr werden sie alle mit neuen Uni-Freunden in ihren WG’s sitzen, über die planlos umherlaufenden Erstis schimpfen und dem Ende des Studiums ent­gegenfiebern.

Christina Merkel