Eine WG für das Volksbegehren

Es wird spannend und knapp mit dem Studiengebühren-Volksbegehren. Werden die benötigten zehn Prozent erreicht oder nicht? Manche Medien, wie ein lokaler Nürnberger Jugend-Radiosender, beziehen eindeutig Stellung und fiebern mit. Journalistisch ist dies nicht, schließlich fordert der Sender nur dazu auf, sich einzutragen, ohne eine Diskussion anzuregen oder Argumente wenigstens dafür zu liefern.

Auch in der Erlanger Studierendenvertretung für sorgt das Volksbegehren nach deren Angaben für reges Treiben. Seit Freitag haben Studenten eine WG im  Sprecherratsgebäude aufgemacht, um die letzten fünf Tage des  Eintragsungszeitraums (bis Mittwoch geht es) nach allen Kräften zu unterstützen, Aktionen  zu planen und eine zentrale Anlaufstelle zu bieten.  „Wir stecken nun jede Minute in den Erfolg des Volksbegehrens.  Tagsüber kommen immer wieder Aktive vorbei und wir schwärmen aus, z.B. zum Verteilen von Infoblättern. Bis in die späten Nachtstunden  arbeiten wir dann an der Organisation des nächsten Tages, um am  Morgen bei einem Kaffee sofort wieder starten zu können“, erzählt  Stefan Erhardt, Sprecherrat der Studierendenvertretung. Unter anderem sei geplant, Gemeinden im Umland anzufahren und Werbung für das Volksbegehren zu machen.

In Erlangen wurden knapp 70.000 Infoblätter an alle Haushalte verteilt. „Dass wir bereits am Freitag im Stadtgebiet die Zehn-Prozent-Marke geschafft haben, ist auch auf das große Engagement aller Aktiven im  Erlanger Bündnis zurückzuführen. Wir werden sicher auch nach dem  Volksbegehren noch von den neu geknüpften Kontakten zehren können“,  sagt Benedikt Kopera, Sprecher des Erlanger Bündnisses. Am Montag, 28. Januar 2013, zieht das Bündnis nach eigenen Angaben vom Erlanger Schlossplatz zum Rathausplatz. „Mit Tragebanner und Megaphon werden die Bürger darüber informiert, dass sie sich noch bis Mittwoch eintragen können.“ mk

Erlanger Studenten: Seehofer hat (noch) nicht gegen Studiengebühren unterschrieben

Horst Seehofer – das hat Stefan Erhardt von der StuVe der Uni Erlangen per Mail an unsere Redaktion mitgeteilt – wurde am heutigen Sonntag beim Neujahrsempfang der CSU Erlangen von Studierenden der Universität Erlangen-Nürnberg auf das kommende Volksbegehren zur Abschaffung der Studiengebühren angesprochen. Sie hatten symbolische Eintragungslisten mitgebracht, wie sie vom 17. bis 30. Januar in allen bayerischen Rathäusern ausliegen werden. „Da der Ministerpräsident seit Zulassung des Volksbegehrens bereits mehrmals betont hatte, auch persönlich auf die Abschaffung der Studiengebühren hinarbeiten zu wollen, gaben wir die Gelegenheit, dies bereits jetzt mit einer symbolischen Unterschrift zu zeigen. Denn im Gegensatz zum Landtag, in dem nur noch die FDP auf den gemeinsamen Koaltionsvertrag pocht, könnte er durch seine Unterschrift wie jede Bürgerin und jeder Bürger zum Erfolg des Volksbegehrens beitragen“, meint Stefan Erhardt. Im Gegensatz zu angeblich vielen Empfangsgästen wollte er auf den überdimensionalen Eintragungslisten jedoch nicht unterschreiben und auch nicht verraten, ob er sich in zehn Tagen im Rathaus Ingolstadt in die tatsächlich gültige Liste eintragen wird. mk