Studenten erfüllen Weihnachtswünsche für Bedüftige

WeihnachtsbaumBettwäsche, Haarshampoo oder eine Packung Kaffee – das wünschen sich Menschen in Nürnberg, denen es am nötigsten fehlt. Die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) und die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) in Nürnberg haben diese Wünsche gesammelt, damit sie vor Weihnachten in Erfüllung gehen. Die Weihnachtsbäume stehen an sechs Nürnberger Hochschulstandorten:

– TH Nürnberg, Sozialwissenschaften, Bahnhofstrasse 87
– Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lange Gasse 20
– Wirtschaftwissenschaften, Findelgasse 7/9
– Erziehungswissenschaften, Regensburger Straße 160
– Evangelische Hochschule Nürnberg, Bärenschanzstraße 4
– Mensa Insel Schütt, Andreij-Sacharow-Platz 1

Handtücher, warme Strümpfe, Medikamente, ein Wörterbuch oder eine Streifenkarte für die U-Bahn stehen auf den Wunschzetteln. Jeder kann sich eine der mehr als 3000 Kärtchen herunternehmen und eines der Geschenke kaufen. Sie kosten zwischen 5 und 15 Euro. Jede Farbe steht für eine Institution, der die Geschenke zu Gute kommt:

– Rot:  Ökumenische Wärmestube Nürnberg
– Gelb: Straßenambulanz Franz von Assisi
– Blau: Obdachlosenpensionen des Caritasverbands
– Grün: Erstaufnahmeeinrichtung für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge
– Orange: Flüchtlingsberatung der Evangelischen Kirche

Bereits zum fünften Mal haben die Studenten ihre ökumenische Weihnachtsbaum-Aktion für Bedürftige gestartet. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 1500 Päckchen zusammen. Wer einen der Wünsche erfüllen will, gibt das gekaufte Geschenk bis Freitag, 12. Dezember, bei einer der auf der Rückseite der Kärtchen genannten Stellen in Nürnberg ab:

– die Fachschaft der Sozialwissenschaften an der TH Nürnberg, Bahnhofstrasse 87
– die Poststelle an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der FAU, Lange Gasse 20
– das Dekanat des Fachbereichs Wirtschaftwissenschaften, Findelgasse 7/9
– die Fachschaft der Erziehungswissenschaften, Regensburger Straße 160,
– die Lehrstühle für katholische und evangelische Religion, St. Paul, Dutzendteichstraße 24
– die Bibliothek an der Evangelischen Hochschule, Bärenschanzstraße 4
– die Katholische Hochschulgemeinde, Königstr 64
– die Evangelische Studierendengemeinde,  Laufertorgraben 8

Die Wunschkarte sollte gut sichtbar auf dem Paket angebracht werden, damit die Studenten der beiden Hochschulgemeinden die Geschenke dann kurz vor Weihnachten zu ihren Adressaten bringen können.

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Duales Studium: Anstrengend, lohnt sich aber

20100526_4c_dual9_big20100526_4c_dual7_bigDas Semester hat vor kurzem erst wieder angefangen und schon muss Martina Baumer wieder lernen. Zusammen mit ihrer Kommilitonin sitzt die Studentin an einer sogenannten Lerninsel in der ehemaligen »Wiso« in Nürnberg. Eine Lerninsel – das ist eigentlich nur ein kleiner Tisch auf dem Gang im 5. Stock. An der Wand hängen Regeln, wie man sich verhalten soll: möglichst leise und kollegial. Auf dem Tisch liegen Bücher, Zettel und Süßigkeiten als Nervennahrung.

Gute Nerven sind für die Studentin gerade besonders wichtig, denn in einer Woche steht die Abschlussprüfung der Industrie- und Handelskammer (IHK) an. Danach darf Martina Baumer sich Industriekauffrau nennen. Ein Semester später kommt der zweite Abschluss dazu: der Bachelor in Wirtschaftswissenschaften.

»Duales Studium« nennt sich die Ausbildung, die Baumer gerade durchläuft. Dabei wird ein Studium an der Universität mit einer Ausbildung in einem Betrieb kombiniert, die in der Regel während der Semesterferien stattfindet. Baumer absolviert ihren Praxisteil bei Siemens in Nürnberg. Es sind jedoch auch andere Betriebe möglich.

Ab dem Wintersemester gibt es neue Kombinationen

Die Vorteile liegen auf der Hand: Praxis und Theorie lassen sich auf diese Weise gut verbinden und die Studenten können wertvolle Kontakte zu Unternehmen aus der Region knüpfen. Außerdem bekommen sie von ihrem Arbeitgeber eine Ausbildungsvergütung gezahlt. Aus diesen Gründen finden immer mehr Studenten das duale Studium attraktiv. Wahlmöglichkeiten gab es bislang keine, einzig Baumers Kombination stand den Studenten offen.

Ab dem kommenden Wintersemester soll sich das jedoch ändern. Aufgrund einer Kooperation zwischen der IHK Nürnberg für Mittelfranken und der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) haben Interessenten dann die Möglichkeit, flächendeckend aus dem gesamten Ausbildungsangebot regionaler Betriebe und aller Studienfächer an der Universität eine duale Wunschkombination von praktischer Ausbildung und wissenschaftlichem Universitätsstudium zu wählen.

Neuartige Kombinationen, wie zum Beispiel ein ingenieurwissenschaftlicher Studiengang, verbunden mit einer Ausbildung in der Wirtschaft, werden dann möglich sein. Insgesamt können rund 200 IHK-Ausbildungsberufe mit mehr als 100 Studiengängen gepaart werden.

Kooperation mit der IHK macht es auch Betrieben leichter

Für Wolfgang Henning, Leiter der zentralen Universitätsverwaltung, ist die Neuerung ein wichtiger Schritt – sowohl aus Sicht der Studenten als auch für Unternehmen. »Bislang mussten Firmen, die an einer Zusammenarbeit im Sektor Ausbildung und Studium mit der Universität interessiert waren, Einzelkooperationen aushandeln, was vor allem für mittlere und kleinere Betriebe ein zu hoher Aufwand war«, sagt er der NZ. »Die neue Form des dualen Studiums ermöglicht es Unternehmen nun, sich auf dem kurzen Dienstweg über die IHK einfach in die Kooperation mit der Universität einzuklinken. Damit können auch kleine und mittlere Betriebe einzelne Azubis ohne großen Aufwand nominieren und so potenzielle Führungskräfte frühzeitig gewinnen.«

Um einen der begehrten Ausbildungsplätze zu ergattern, müssen die Studenten großes Engagement, Interesse und Durchhaltevermögen zeigen. »Wer sich für ein duales IHK-FAU-Studium interessiert, sucht sich zunächst einen betrieblichen Ausbildungsplatz, klärt dort die Modalitäten und schließt einen Ausbildungsvertrag«, rät Henning. »Am besten ist, wenn man gleich im Bewerbungsschreiben deutlich macht, dass man das Potenzial hat und ein duales Studium nach der neuen Kooperation anstrebt.« Die Grundlage sei ein gutes bis sehr gutes Abitur. Danach wählt man seinen Studiengang an der FAU aus und bewirbt sich Anfang Juli für einen Studienplatz.

Ein langer Weg, bis endlich die Zusage da war

Für Martina Baumer war es ein weiter Weg bis zur endgültigen Zusage. »Während der Schulzeit hat mich der Gedanke gereizt, ein Universitätsstudium und gleichzeitig eine Ausbildung zu machen«, erzählt die inzwischen 21-Jährige. »Bei einer Infoveranstaltung bei Siemens habe ich dann das Modell kennengelernt und war interessiert.«

Daraufhin hat sich die Studentin beworben. Es folgten ein Online-Test, ein schriftlicher Eignungstest und eine Auswahltagung. Hier musste Martina Baumer sowohl in Gruppendiskussionen als auch in Einzelgesprächen überzeugen. Im Januar, wenige Monate vor dem Abitur, bekam sie dann die Zusage.

Baumer ist froh, diesen Weg eingeschlagen zu haben: »Es war eine gute Entscheidung, weil man in der Praxisphase austesten kann, was einem liegt. Besonders gefällt mir das Personalwesen«, sagt die junge Frau, die sich in ihrem kleinen Jahrgang mit rund 25 Studenten sehr wohl fühlt. »Wir sind eine offene und kommunikative Truppe, das gefällt mir sehr gut«, ergänzt sie. Außerdem ist sie noch immer vom Praxissemester begeistert, das ihr der Studiengang ermöglicht hat. Im vergangenen Jahr schickte ihr Arbeitgeber Siemens sie zweieinhalb Monate nach Paris.

Trotz der vielen Möglichkeiten, die das duale Studium bietet, gilt es aber auch, die erhöhten Anforderungen zu meistern. »Die Prüfungszeit liegt meistens in den ersten zwei oder drei Wochen der Semesterferien«, sagt Baumer. »Hier muss man sich gut koordinieren können, weil man in der gleichen Zeit ja schon im Betrieb arbeitet. Dann muss man überlegen, ob man für diese Zeit ein paar Tage Urlaub nimmt.«

Kerstin Fellenzer (Text) und Harald Sippel (Fotos)

Spanner an der WiSo

Auf der Homepage der Nürn­berger WiSo-Bibliothek ist zu lesen: „Im Lesesaal laden rund 450 Arbeitsplätze zum Studieren ein.“ Mehr als 500.000 Bücher und über 5500 Zeitschriften gibt es dazu in den Regalen der Wirt­schafts- und Sozialwissenschaftli­chen Zweigbibliothek der Uni Erlangen. Dennoch kam jemand vergangene Woche nicht „zum Studieren“, zumindest nicht von Büchern, in die Bibliothek.

„Sehr geehrte Damen und Her­ren, wie uns die Bibliothekslei­tung mitgeteilt hat, ist in der WiSo-Bibliothek in der Langen Gasse in den Abendstunden ein Spanner aufgetaucht, der in der Damentoilette unter den Türen durch fotografiert hat.“ Mit die­sen Worten beginnt die E-Mail des Fachbereichs Wirtschaftswis­senschaften an alle Professoren und Studierenden.

Das Dekanat bittet „um erhöhte Aufmerksamkeit“. Die betroffene Studentin hatte die fotografierende Person nicht iden­tifizieren können. „So dass die Gefahr, belästigt zu werden, immer noch besteht“, heißt es in dem Schreiben weiter. „Leider hatten wir bis jetzt noch immer keinen Fahndungserfolg“, sagt Dekan Michael Amberg. „Aber jeder ist informiert.“

„Verstärkt auf verdächtige Umtriebe achten“

Die Bibliothek hat ihre Mitar­beiter gebeten, verstärkt auf „ver­dächtige Umtriebe“ zu achten. Täglich ab 16.30 Uhr patroulliert ein Wachmann über den Campus. Das Dekanat hat ihn angewiesen „diese Maßnahmen in geeigneter Weise zu unterstüten“ und die Polizei eingeschaltet.

„Wir denken außerdem über Baumaßnahmen nach, damit die Wände der Toiletten künftig bis zum Boden reichen“, sagt Amberg. Studierende, die etwas gesehen haben und die Person beschrei­ben können, sollen sich im Deka­nat melden.

Christina Merkel