Feed on
Beiträge
Kommentare

20091013 Schneider bei AbstimmungSiggi Schneider ist zurück. Er hatte sein Amt als Vizepräsident  seit November 2009 ruhen lassen, nachdem die Presse von Schneiders  finanziellen und angeblich auch juristischen  Problemen berichtet hatte.
Nun nimmt er die  Amtsgeschäfte wieder auf und kümmert sich wie früher schon – Schneider ist seit dem Jahr 2001 Vizepräsident – um die Fans des Clubs. In einer Pressemitteilung hatte Schneider Ende Januar bekannt gegeben, dass er ein Opfer von  Sanierern  geworden sei, die seine Firma in die Insolvenz getrieben hätten. Allerdings ermittele die Staatsanwaltschaft nicht gegen ihn.
Damit hat der Club jetzt einen amtierenden Stadtrat in der Vorstandsetage. Denn während die eine Aufgabe ruhte, nahm der Malermeister eine andere an und rückte für den im Dezember ausgeschiedenen Peter Bielmeier (CSU) in den Stadtrat nach. Die CSU hatte den politisch unerfahrenen Schneider als Quereinsteiger 2008 bei der Kommunalwahl überraschend nominiert, doch die Bürger honorierten diesen Coup nicht. Sie wählten Schneider vom eigentlich sicheren Listenplatz elf hinunter bis auf Rang 26. Da der CSU  nur 23 Mandate im Rat zustehen, musste Schneider zwei Jahre warten, bis er nachrückte.
Die CSU wollte Schneider aber inzwischen nicht mehr in ihren Reihen haben und schloss ihn aus der Fraktion aus. Schneider habe vor der Fraktion nicht alle Karten auf den Tisch gelegt und Demut im Umgang mit den Gläubigern vermissen lassen, so die Argumentation von CSU-Fraktionschef Sebastian Brehm. So gibt es derzeit die kuriose Situation im Rat, dass Schneider als CSU-Einzelkämpfer in dem Gremium sitzt.  Ob sich die Konservativen nun seiner erbarmen, nachdem er auch beim Club wieder in Amt und Würden ist?

Harry, der Sargnagel

CharisteasWenn Du oben drin steckst (unter der Betondecke), dann gehen halt auch Dinge, die sonst nicht gehen. Dann gewinnt man auch mal in Berlin gegen ein überlegenes und kämpferisch besseres Team.

Was der Club im Olympiastadion in der ersten Halbzeit abgeliefert hat, damit hätte er selbst in der 3. Liga Probleme bekommen. In der 2. Halbzeit wurde es zwar besser, aber zwingend oder gut war auch das nicht – einfach nur Glück. Dass dann ausgerechnet der eingewechselte Angelos Charisteas erst ein paar mal kläglich verkickte, dann aber mit dem Sioegtreffer den Sarg für die Hertha zumachte, das passte irgendwie. Schlecht spielen und trotzdem gewinnen. Das kennt man sonst nur von den Bayern. Aber egal: lieber glücklicher Nichtabsteiger, als Absteiger der Herzen!

Dass auch Hannover 96 drei Punkte eingefahren hat, beweist wie wichtig der Sieg war und dass noch lange nichts gewonnen ist. Bestenfalls ist einer von zwei Direktabstiegsplätzen schon weg. Mehr aber nicht. Und richtig Mut für die Zukunft macht zumindest die erste Halbzeit nicht. Das war in der Abwehr wieder ein Rückfall in die finstersten Untiefen der Hinrunde.

Nachtrag: Nach dem Spiel kam es noch zu Ausschreitungen, für die etliche Hertha-Fans (hiier oder hier) auch provozierende Gesten von Clubtorhüter Raphael Schäfer verantwortlich machen.
Hier das abgebrochene Dardai-Interview bei Sky:
YouTube Preview Image
und hier ein Amateurvideo von den randalierenden Hertha-”Fans”:
YouTube Preview Image

Spitzenreiter unter Betondecke

Der Club ist Tabellenführer! Welch komfortable Position. Nein, keine Sorge, mir hat nicht der Sieg gegen Leverkusen die Sinne vernebelt. Ich beziehe mich vielmehr auf eine Aussage von Robin Dutt, Trainer des SC Freiburg, der vor dem Kellerderby des SCF gegen Hannover  (1:2) seine Schützlinge als Tabellenführer bezeichnet hatte – und zwar mit der Begründung, dass die Freiburger in der  „Abstiegsrunde“ vorne liegen. In der Tat scheint es so, als würde das Quartett am Ende die beiden Absteiger und den Relegationsteilnehmer unter sich ausmachen.

Überhaupt kristallisiert sich jetzt fast alljährlich eine Gruppe völlig abgehängter Vereine heraus, die mit reichlich Abstand zum unteren Mittelfeld gleichsam einen eigenen Wettbewerb ausspielen. 2007/08 waren das Bielefeld, Cottbus, Nürnberg, Duisburg und Rostock; 2008/09 dann Hannover, Gladbach, Bochum, Bielefeld, Cottbus und Karlsruhe.

Weil Kollege vip sich mal über die sozialdemokratische Spielweise des Clubs ausgelassen hat, sei an dieser Stelle Kurt Beck (SPD), Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, zitiert.  Der hat  im Zusammenhang mit der Armut in Deutschland von einer Betondecke gesprochen, unter der die Benachteiligten dieser Gesellschaft leben müssten. Armut habe es immer gegeben, aber das neue Problem bestehe darin, dass sie zementiert sei, dass kein Aufstieg für die Armen möglich sei.

Auch für die Bundesliga scheint die Metapher mit der Betondecke anwendbar, auch hier gibt es die Abgehängten. Eine Entwicklung, die sich meines Erachtens verschärft hat, seit die Großklubs in den internationalen Wettbewerben alljährlich groß abkassieren und ihren Vorsprung vor den Kleinen ausbauen können. Für das Quartett am Ende besteht jedenfalls wohl kaum eine Chance, den Anschluss zu schaffen. Dass Hertha BSC Berlin zu dieser Gruppe gehört, hätte man vor Saisonbeginn freilich nicht unbedingt vermutet. Da musste sich diesmal tatsächlich einer der vermeintlich Großen unter die Betondecke begeben, und traditionelle Underdogs wie Bochum oder auch Gladbach haben es heuer etwas leichter. Am Samstag reist der Club in die Hauptstadt. Und kann dort womöglich seine Tabellenführung ausbauen.

20100307 Choupo Moting Tor zum 1:0Oh, wie ist das schön……! Gewinnen, ein Gefühl, das wir Clubfans lange vermisst und viel zu wenig erlebt haben. Und jetzt ausgerechnet gegen Leverkusen. Die waren bislang ungeschlagen. Völlig ungewohnt das alles.

Bei den drei Toren dachten wir noch, das ist ein völlig anderer Club, der da auf dem Rasen steht. Effektiv, überlegt, kämpferisch, eiskalt beim Chancen verwerten. Hat man das in der Saison schon mal gesehen? Nein!

Aber dann wurde er doch wieder der alte. Die letzte halbe Stunde war dann wieder das clubübliche Zittern angesagt. Beim Schlusspfiff war man als Zuschauer fast genauso erschöpft wie die Spieler. Wenn einer älter aussieht als er ist, kann das leicht sein, dass es sich um einen FCN-Fan handelt. Auch Siege werden bei uns erlitten. So schaut es nun mal aus. Das sind die Gesetzes des Clubs.

Ok, aber wir sind erstmal raus aus den Abstiegsrängen. Im nächsten Spiel geht es gegen die Hertha und da wird es bestimmt nicht leichter. Für die ist der Druck nun noch höher. Wenn sie gegen den Club nicht gewinnen, sind sie wohl endgültig weg. Da geht es um alles oder nichts. Und bislang hat der Club in solchen Situationen eher schlecht ausgesehen.

Aber wir wollen nicht unken. Obwohl der Ausfall von Breno (gute Besserung auf diesem Weg!) nicht unbedingt ein Hoffnungsförderer ist – andererseits hat heute aiuch niemand den gesperrten Albert Bunjaku vermisst (CHOUPO!!!!).

Der Club und die Kriminellen

„Wir geben Kriminellen keine Chance“, kündigte der Club am Mittwoch an. Einen Kollegen, selbst leidenschaftlicher Fan des FCN, hat diese Neuigkeit sichtlich überrascht: „Früher saßen die Kriminellen doch bei uns in der Vorstandschaft.“

Und flugs waren sie wieder da, die Erinnerungen an den turbulenten Start des Clubs in die 90er Jahre, als der Verein noch schwarze Kassen führte und die Gunst von Schiedsrichter gewinnen wollte, indem er ihnen Fitnessgeräte schenkte. Professor Dr. Dr. Ingo Böbel, damals Schatzmeister des Ruhmreichen, wanderte dann ja tatsächlich hinter schwedische Gardinen.  Nun aber beschreitet der Club neue Wege und gibt Kriminellen keine Chance mehr.

Doch Scherz beiseite: Die Meldung hat freilich einen ernsten Hintergrund. Nach den jüngsten Krawallen beim Spiel in Bochum, wo neun Personen durch das Abbrennen von Pyrotechnik verletzt wurden, soll es ab dem Spiel in Bremen (27. März) bei Auswärtsspielen künftig nur noch personalisierte Eintrittskarten geben,  um auffällig gewordene Unruhestifter von vornherein ausschließen zu können. Die Tickets sollen auch nicht übertragbar sein.

Nun klagen die Fans traditionell aber ohnehin schon, dass  die Vereine allzu schnell Stadionverbote aussprechen. Andererseits ist die Haltung des FCN nach den Vorfällen in Bochum verständlich.   Notfalls, kündigte der Verein an, werde er auch gar keine Karten für Auswärtsspiele mehr verkaufen.

Der nette Herr Slomka

urn:newsml:dpa.com:20090101:100228-10-11427Manche Trainer haben ja Spitznamen, die sie eine ganze Karriere lang verfolgen. Felix Magath etwa ist wegen seiner Affinität zu Medizinbällen und hügeligen Landschaften, über die er seine Kicker scheuchen kann, als „Quälix“ verschrien. Ralf Rangnick gilt als der „Professor“, seit er einst im ZDF-Sportstudio an einer Tafel darüber dozierte, wie er Underdog Ulm dank revolutionärer Taktik ins Oberhaus beförderte. Ewald Lienen wiederum, der zu seiner aktiven Zeit wegen seiner markanten Frisur und seiner  politischen Einstellung als „Großneffe Lenins“ bezeichnet wurde, gilt als „Zettel-Ewald“ – nur weil er sich während des Spiels Notizen macht, was zu Beginn von Lienens Trainerkarriere offenkundig in Übungsleiter-Kreisen noch absolut unüblich war.

Auch Mirko Slomka hat seit seinem Engagement in Schalke, wo er zwischen 2006 und 2008 Cheftrainer war, einen Stempel, den er nicht mehr loswird: Er gilt wegen seiner sympathischen, uneitlen Art als der „nette Herr Slomka“. Doch nett und menschlich zu sein wird   im Haifischbecken Bundesliga ambivalent bewertet. Vielleicht lag es auch an der fehlenden Härte, die Slomka unterstellt wurde, dass er in Gelsenkirchen trotz passabler sportlicher Bilanz gehen musste und danach fast zwei Jahre  keinen Job mehr bekam – obwohl die Fachblätter ihn  überall dort, wo ein Trainer entlassen wurde, als Kandidat handelten.

Schließlich heuerte er bei Hannover 96 an. Und ist dort ausgesprochen nett – jedenfalls zum Club und den anderen Konkurrenten im Abstiegskampf. Denn er  hat seine ersten sechs Spiele mit den Niedersachsen samt und sonders verloren und damit dem FCN ermöglicht, mühevoll  von Abstiegsplatz 17 auf Relegationsrang 16 hochzukraxeln.
Slomka hat damit im übrigen einen Bundesliga-Negativrekord eingestellt, denn mit mehr als sechs Niederlagen am Stück ist noch kein Trainer bei seinem neuen Verein gestartet. Und in der Geschichte der 1963 gegründeten Bundesliga haben dieses Kunststück vor Slomka auch nur fünf Trainer geschafft: Heinz-Ludwig Schmidt (mit Tasmania Berlin in der Saison  1965/66), Janos Bedl (Wuppertaler SV, 1974/75),  Hans Tilkowski (1. FC Saarbrücken, 1977/78), Reinhard Saftig (ebenfalls Hannover, 1988/89) und zuletzt Klaus-Peter Nemet (FC St. Pauli, 1996/97).

Ganz erstaunlich: Ein Negativrekord mal ganz ohne Nürnberger Beteiligung! Die besagten Vereine sind übrigens allesamt abgestiegen, was für Hannover kein gutes Omen ist. Für den Club indes schon, denn dann wäre ein Abstiegsrang schon mal besetzt. Übrigens glaube ich, dass Mirko Slomka trotz seines missglückten Starts in Hannover ein richtig guter Trainer ist. Aber es reicht ja, wenn er sich mit dem Nachweis noch etwas Zeit lässt und das  erst kommende Saison mit 96 in der Zweiten Liga unter Beweis stellt. Das wäre richtig nett von ihm.

.

Ein 0:0, das wenig Hoffnung macht

20100220 Bunjaku AlbertNach dem Spiel gegen die Bayern mochte man noch eine Aufwärtsbewegung erkennen. Das Spiel gegen Bochum brachte zwar ebenso einen Punkt, aber eigentlich war da 90 Minuten nichts zu erkennen, was Hoffnung macht. Hinten mussten Schäfer und das Glück mehrfach in brenzlicher Situation retten, dabei war Bochum alles andere als gefährlich. Im Mittelfeld lief offensiv herzlich wenig. Die Pässe kamen viel zu oft nicht an. Die so genannten Stürmer hingen daher voll in der Luft. Womit wir beim einzigen Stürmer wären, der die Bezeichnung noch verdient: Albert Bunjaku (Bild). Der leistet sich erst ein saudummes Handspiel, wo man noch annehmen konnte, er will sich vielleicht die 5. Gelbe abholen, um dann gegen Bayer Leverkusen, wo eh bloß Beton anrühren angesagt sein dürfte, zu fehlen und nicht in einem wichtigen 6-Punkte-Spiel gegen einen Mitkonkurrenten um den Abstieg. Aber dann schlug er auch noch den Ball weg, bekam die gelb-rote Karte und bewies: strategisches Denken ist doch nicht seins, der war einfach nur von der Rolle.

Womit wir bei jenen Schwachköpfen wären, die vor dem Spiel bengalische Feuer zünden und sich und andere Fans in Gefahr bringen. 6 Verletzte, 2 davon schwer, gab es in Bochum. Den Spruch, zumindest die FCN-Fans seien Bundesligaspitze, kann man jedenfalls getrost vergessen.

201002201:1 gegen die von Sieg zu Sieg eilende Übermannschaft FC Bayern München, was will man mehr? Vor dem Spiel hätte ich das auch gesagt. Nachdem ich diese Bayern gesehen habe, meine ich aber: Da war mehr drin. Solche Heimspiele muss man eigentlich gewinnen. Die Bayern waren ohne Ribbery und später auch ohne Robben ideenlos und kein Gegner, wegen dem man sich ins Hemd machen muss. Das tat der Club aber zumindest in der ersten Halbzeit. Da hatten die Spieler viel zu viel Respekt und pennten dann auch noch beim 1:0 durch Thomas Müller.

Dass dann Gündogan den Ausgleich machte, Schäfer ein paarmal bravourös rettete und sich – vor allem – die Bayern ziemlich blöd anstellten, das war wohl das Glück, das man auch mal braucht. Wenn es am Ende der Saison dann ebenfalls heißt: Schlecht gespielt, aber es hat gelangt, dann soll uns das recht sein.

Allerdings: Die Spiele gegen die Bayern hatten schon immer ihre eigenen Gesetze. Schon öfter spielte der Club gegen die Bauern gut und erfolgreich und stieg dann trotzdem ab. Manchmal war ein Erfolg gegen den FCB sogar sowas wie das letzte Aufbäumen vor dem völligen Abkacken. Aber wir wollen nicht unken. Die Welt schaut wieder freundlicher aus – und den doch oft noch ziemlich hochnäsigen Bayern ein bisschen in die Suppe gespuckt zu haben, das ist doch auch was.

Kollege vip klingt ja fast ein bisschen optimistisch. Irgendwie kann ich mir jedoch kaum vorstellen, dass der Club noch das rettende Ufer erreicht. Zugegeben, bei den Siegen in Wolfsburg (3:2) und Hannover (3:1) zeigte die Mannschaft ihr spielerisches Potenzial – aber gegen krisengeschüttelte Gegner, die sich derzeit ähnlich desolat zeigen wie der Ruhmreiche.

Freilich liegt darin vielleicht die Chance des FCN, das „Schneckenrennen“ (so ARD-Moderator Gerhard Delling) am Tabellenende doch noch für sich zu entscheiden – vielleicht sind die anderen noch ein bisschen langsamer. Erinnerungen werden wach an die Spielzeit 2001/02, als der FCN mit mickrigen 34 Pünktchen und stattlichen 20 Niederlagen sogar schon am 33. Spieltag den Klassenerhalt feiern konnte, weil Köln, Freiburg und St. Pauli sogar noch ein bisschen schlechter waren.

Aber einen Vorteil  gegenüber der Konkurrenz aus Freiburg und Hannover haben wir zumindest: Die Annalen des FCN sind prall gefüllt mit Erfolgsgeschichten, mit deren Hilfe man aus der trüben Gegenwart flüchten kann. Am Donnerstag, 18. Februar (19.30 Uhr), werden im Südpunkt (Pillenreuther Straße 147) wieder solche Geschichten erzählt. Dort ist dann nämlich in der Gesprächsreihe „Weißt du noch, damals…!?“ der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur „Steff“ Reisch zu Gast, der dabei war, als der Club 1961 seine achte Meisterschaft feiert. Zweiter Teilnehmer der Runde ist der Immobilienentwickler Gerd Schmelzer,  von 1983 bis 1991 Präsident des FCN. Da war der frühere Glanz des Altmeisters freilich schon verblasst – aber immerhin qualifizierte sich der Club in Schmelzers Amtszeit mal für den Uefa-Cup.

Aus dem aktuellen Kader wird eventuell  Torwart Alexander Stephan dabei sein, die Runde moderiert Mathias Zeck, Sportchef des Funkhauses. Die Akademie hatte die erfolgreiche Reihe 2009 gestartet, um Legenden von einst zu Wort kommen zu lassen.

Und am Freitag, 19. Februar (19.30 Uhr),  gibt es für die Fans der Fußball-Akademie gleich einen weiteren Höhepunkt: Christoph Biermann, Sportjournalist des „Spiegel“, stellt  im Zeitungscafe Hermann Kesten der Stadtbibliothek (Eingang neben der Katharinenruine), sein neues Buch „Die Fußball-Matrix. Auf der Suche nach dem perfekten Spiel“ vor. Mit früheren Fußball-Büchern landete Biermann sowohl 2006 als auch 2007 auf Platz zwei bei der Wahl zum besten Fußball-Buch des Jahres, die die Akademie alljährlich durchführt.

Rumpelfüßler und Rumpelschiris

17406869Okay, wenn uns am Ende ein Punkt fehlt, dann haben wir das Schiedsrichter Florian Meyer zu verdanken. Aber eigentlich hätten heute drei Punkte rausspringen müssen, wenn das mit dem Klassenerhalt noch etwas werden soll. Dafür haben aber die meisten Clubspieler, vor allem in der ersten Halbzeit, viel zu wenig abgeliefert. Wenn man sich anschaute, was Andi Wolf, Marek Mintal, Eigler oder Pinola da präsentierten, das war nicht mal zweitligatauglich. Das wurde diesmal umso deutlicher, weil Breno und Bunjkaku zeigten, wie man in der ersten Liga spielen muss. Leider färbt da nichts ab. Immerhin, Schäfer rettete einige Male bravourös. Jedoch hat er sich bei den Schiris offenbar schon soweit ins Abseits gespielt, dass die nicht einmal mehr klare Fouls im Strafraum gegen ihn pfeifen.

Unabhängig davon gilt aber leider: Hinten unsicher, im Mittelfeld schlampig und vorne ohne jede Zielstrebigkeit. So gewinnt man nicht einmal gegen Gladbach. Und wenn man da keine Punkte macht, wo dann? Da hilft es auch wenig, dass die Kritiker von Beginn der Saison verstummt sind. Eine Mannschaft, die aus eineinhalb Chancen ein Tor macht, die hat nicht unbedingt ein Stürmerproblem. Aber wen interessiert das im Augenblick noch?

Trotzdem, und da sind wir (seltsame Koinzidenz wieder mal) einig mit den Greuthern: So wie die Schiedsrichter zur Zeit irgendwelchen Sympathien und dem großen Geld folgen, da möchte man eigentlich dem Profifußball lieber den Rücken kehren. Immerhin hätten die Schiris im nächsten Clubspiel gegen die Bayern jetzt die Chance, gelich zwei Scharten wieder auszuwetzen. Ob gegen den FCB ein zwölfter Mann zum Sieg reicht, das wagen wir allerdings zu bezweifeln.

Nachtrag: Nachdem Hannover sich daheim fünf Dinger einschenken lässt und die Hertha nicht einmal gegen Mainz gewinnt, dürfte es wohl auf einen Dreikampf um den Relegationsplatz rauslaufen. Wenn die Schiris da nicht weiter negativ eingreifen, hat der Club dabei durchaus gute Karten. Das heißt allerdings: zittern bis zum Ende und hoffen, dass sich die anderen noch blöder anstellen.

noch ein Nachtrag: …dass Freiburg in der Nachspielzeit noch einen sicher geglaubten Punkt in Frankfurt liegen lässt, zeigt: die wollen da auch noch unten mitmischen. Insofern könnte sogar noch ein Vierkampf draus werden.

Nächste »