Wir können´s auch gegen die Guten

Nach den drei Siegen zu Saisonauftakt war die Euphorie groß. Allerdings wurden die gegen Gegner eingefahren, die eher schwächer einzustufen sind. Nun war mit Union Berlin ein sogenannter Aufstiegsaspirant auf dem Platz. Da musste sich zeigen, ob die Köllner-Buben auch mit einem Spitzenteam mithalten können.

Zunächst sah alles danach aus, als ob der Club selbst hier drei Punkte einfahren kann. Das ging schon im Vorfeld los. Während wir zum Beispiel mit den Sabiri´schen Erpressungsversuchen durchaus mit diversen Topteams mithalten können, schaffte es Union nicht einmal, das Torwarttrikot mit nach Nürnberg zu nehmen. Busk musste daher mit einem Fan-T-Shirt antreten, was ihn allerdings nicht daran hinderte, eine Klasseleistung abzuliefern und den FCN-Stürmern ziemlich auf die Nerven zu gehen.

Auch die erste halbe Stunde konnte der Club deutlich für sich entscheiden. Das angebliche Spitzenteam aus Berlin kam kaum in unsere Hälfte und zog in den Zweikämpfen meist den Kürzeren. Was fehlte waren die Tore. So kam Union dann immer mehr auf und demonstrierte, warum man nicht zu Unrecht in der Liga ganz oben steht.

Dass es dann kurz nach dem Wechsel 0:1 hieß war dann eher einer gewissen Schlafmützigkeit der Clubelf zuzuschreiben. Da waren einige wohl noch gedanklich in der Kabine, so dass Hedlund freistehend vor Kirschbaum ins linke Eck einschieben konnte. Das war allerdings dann offenbar der nötige Weckruf. Auf einmal drückte der Club. Erst musste sich Busk gegen Leibold und Valentini auszeichnen. Gegen die Direktabnahme einer Kerk-Flanke durch Cedric Teuchert war er in der 55. Minute allerdings machtlos. Danach schaltete der Club wieder einen Gang runter und hatte Glück, dass ein Petrak-Patzer nicht bestraft wurde. In der 66. Minute gingen dann die Berliner aber durch den Ex-Cluberer Sebastian Polter erneut in Führung. Thorsten Kirschbaum blieb nach einer Ecke auf der Linie kleben, hätte aber wohl zum, an sich angebrachten Rauslaufen ein paar Leute über den Haufen rennen müssen. Insofern sah das zwar unglücklich aus, war aber auch kein Grund, jetzt irgendeine Torwartdiskussion vom Zaun zu brechen.

Zumal dann der Club doch noch zurückschlug und durch Hanno Behrens (Kopfball nach Salli-Flanke) in der 90. Minute den durchaus verdienten späten Ausgleich erzielte. In der Nachspielzeit gab es dann noch eine rote Karte für den Berliner Prömel. Dann war Schluss.

Immerhin wissen wir jetzt: Wir können mit anerkannten Spitzenteam auf Augenhöhe mitspielen. Zudem macht unsere Mannschaft zurzeit richtig Spaß, weil sie nicht nur schön kombiniert, sondern auch niemals aufgibt. Von den 29.000 Zuschauern, die zum Spitzenspiel ins Morlock-Stadion gekommen waren, dürfte jedenfalls kaum einer seinen Besuch bereut haben.

Bleibt nur zu erwähnen, dass der arme Sabiri dringend einen neuen Berater braucht. Aber das ist ein Nebenschauplatz, der nach so einem Spiel nicht wirklich interessiert. Wesentlich schlimmer ist da schon, dass Sebastian Kerk einen Achillessehnenriss erlitt und wahrscheinlich Monate ausfallen dürfte.

Club gewinnt packendes Pokalduell


Duisburg hätte der 1.FC Nürnberg in der ersten Runde des DFB-Pokalwettbewerbs sogar ausscheiden dürfen, ohne sich zu blamieren – immerhin hatte der Club diesmal Lospech und musste zu einem Zweitliga-Rivalen reisen, wo doch auch Gegner wie Erndtebrück, Dorfmerkingen oder Rielasingen-Arlen im Pott gewesen wären. Der Club hätte also ausscheiden dürfen  – tat er aber nicht. Zum Mann des Spiels beim 2:1 (2:0)-Erfolg avancierte Sebastian Kerk, der mit Eckstößen die Kopfballtore von Hanno Behrens (21.) und Georg Margreitter (40.) vorbereitete.

Duisburg hielt in einem packenden  Duell der beiden Bundesliga-Gründungmitglieder in den ersten 45 Minuten gut mit, die besseren Chancen aber hatte  in der intensiv geführten, temporeichen Begegnung zunächst der Club. Standardspezialist Kerk hätte sich auch selbst in die Torschützenliste eintragen können, scheiterte aber zweimal am Ex-Fürther Flekken im MSV-Gehäuse (10./38.). Die beste Möglichkeit  für die Hausherren wiederum  vergab Brandstetter, der den Nürnberger Keeper Thorsten Kirschbaum nicht überwinden konnte (17.).

Nach dem Seitenwechsel verzeichneten die nie aufgebenden „Zebras“ mehr Spielanteile, der Club stand hinten aber sehr sicher. Richtig gefährlich wurde es selten. Einmal klärte Margreitter in höchster Not vor Onuegbu (69.), einmal rettete Kirschbaum gegen Iljutcenko (83.), einmal traf  Onuegbu die Latte (86.). Erst in der vierten Minute der Nachspielzeit kam der MSV doch noch zum 1:2 – Wolze verwandelte einen Foulelfmeter, den der eingewechselte Alexander Fuchs verschuldet hatte.  Kurz darauf ist Schluss und der Club eine Runde weiter. Erndtebrück, Dorfmerkingen und Rieslasingen-Arlen werden aber auch in Runde zwei nicht auf den 1.FC Nürnberg warten – sie sind allesamt ausgeschieden.

Spitzenreiter mit Schwachstellen

Zweite Liga, das ist harter Kampf, viel Arbeit und der eine oder andere lichte Moment, der den Unterschied macht. Beim Club weiß man das inzwischen. Der Aufsteiger Jahn Regensburg hat da wohl noch ein paar Lektionen vor sich. Dabei waren die Regensburger in dem kampfbetonten Match lange Zeit durchaus ebenbürtig. Hüben wie drüben gab es Chancen, allerdings niemanden, der damit etwas anzufangen wusste.

Beim FCN war diesmal Rurik Gislason für Edgar Salli in der Startelf. Doch die Frisur macht es halt nicht. Gislason agierte leider wieder mal plan- und erfolglos und wurde zurecht ausgewechselt. Allerdings gegen eben jenen Salli, der dann auch nur die Argumenten dafür nachlieferte, warum er nicht schon zu Beginn an spielen durfte. Wird Zeit, dass Abdelhamid Sabiri wieder die Kurve kriegt.

Auch Mikael Ishak versackte wieder in alten Verhaltensweisen und brachte vorne kaum etwas zustande. Kein Wunder, dass der Siegtreffer für den Club erst fiel, nachdem Ishak durch Cedric Teuchert ersetzt wurde. Der war dann allerdings lediglich als Störenfried am Treffer beteiligt. Die Supervorabeit von Valentini ließ er in der 78. Minute durchlaufen zu Kevin Möhwald, der dann den Ball zum entscheidenden Treffer im Regensburger Kasten versenkte.

Wie gesagt: Es war der eine lichte Moment, der den Unterschied machte. Insofern gilt nach wie vor, was wir schon nach dem Kaiserslauternspiel gesagt haben: Ob der Club wirklich da oben hingehört (für uns als Fans tut er das natürlich sowieso), muss sich erst noch gegen stärkere Gegner erweisen. Auch gegen Regensburg gab es durchaus Situationen, wo eine abgezocktere Mannschaft den einen oder anderen Treffer erzielt hätte. Da war längst nicht alles so souverän und fehlerfrei, wie es jetzt der Tabellenstand andeutet. Schön ist diese Momentaufnahme freilich allemal und deswegen zelebrieren wir sie halt hier noch ein bisschen.

Wo stehen wir? Erstmal ganz oben!

Vorbereitungsspiele sind das eine. Selbst wenn man alle sieben gewinnt, bleibt da eine Unsicherheit: Wo steht die Mannschaft, wenn es ernst wird?

Was den Club angeht lautet die Antwort: erstmal ganz oben. Allerdings: Aussagekräftig ist das zu Beginn der Saison natürlich überhaupt noch nicht, zumal sich mit dem FC Kaiserslautern eine Mannschaft im inzwischen nach Weltmeister Max Morlock benannten Stadion präsentierte, die nicht gerade zu den Favoriten der 2. Liga zählt. Zudem schwächte sich der FCK auch noch selber. Die Pfiffe und Beleidigungen der Fans gegen den eigenen Keeper (Marius Müller kehrte vom ungeliebten RB Leipzig zurück) verfehlten ihre Wirkung nicht. Beim ersten Treffer in der 13. Minute ließ der Lauterer Keeper einen Schuss vom kaum wiederzuerkennenden Mikael Ishak prallen. Der leicht abseitsverdächtige Edgar Salli schiebt den Ball erst zu Sebastian Kerk (spielte gegen seinen Interimsverein als sei er nie weggewesen), der lässt Kapitän Hanno Behrens ran, welcher eiskalt verwandelt. Beim 2:0 (25. Minute) fungierte Müller gar als Torschütze und bugsiert eine Kerk-Ecke ins eigene Netz.

Nur an Müller und am Unvermögen des FCK lag es freilich nicht. Der Club spielte souverän und selbstbewusst auf und ließ außer in der Anfangsphase kaum etwas zu. Pressing im Mittelfeld, ständige Positionswechsel und dauerndes Bemühen um Ballbesitz zeichneten das Clubspiel aus. Der FCK merkte offenbar schnell, dass in Nürnberg nicht viel zu holen ist. Der Club konnte so bereits nach einer halben Stunde einen Gang zurückschalten und abwarten. Weil der Gegner aber nichts zuzusetzen hatte, litt das Spielniveau doch ziemlich deutlich.

Das ging in der zweiten Hälfte zunächst so weiter. Der Club wollte nicht, Kaiserslautern konnte nicht. Bis zur 54. Minute. Da packte Kevin Möhwald ein Pfund raus und hämmerte den Ball aus 22 Metern ins FCK-Gehäuse. Die sichere und angesichts der Harmlosigkeit des Gegners ungefährdete Führung gab Trainer Michael Köllner die Gelegenheit, Neuzugang Adam Zrelak, Rurik Gislason und Cedric Teuchert einzuwechseln.

Ohne große Probleme wurde dann der Auftaktsieg fix gemacht. Aber wie gesagt, wo wir genau stehen, lässt sich bei diesem Gegner noch nicht genau verorten. Auf jeden Fall erstmal weiter vorne als uns das viele Experten zugetraut haben. Und meistens, wenn uns keiner was zutraut…

Gefängnis Zweite Liga

Platz zwölf in der Zweiten Liga: Seit der Saison 1996/97, als der 1.FC Nürnberg zwar Meister wurde, aber eben nur in der (damals) drittklassigen Regionalliga, stand der Ruhmreiche nicht mehr schlechter da. Zudem scheint es so, als würde sich der Club im Unterhaus einnisten. Vereine wie Bochum (seit 2010), Kaiserslautern (seit 2012) oder vor allem die jüngst sogar in den Amateurbereich  abgestürzten Münchner „Löwen“ (seit 2004) können ein Lied davon singen, wie es ist, wenn die ersehnte Rückkehr ins Oberhaus Jahr für Jahr vertagt werden muss. Das „Gefängnis Zweite Liga“, schrieb der „Kicker“ einmal. Immerhin darf man nun gegen Inter Mailand spielen  – wenn auch nur in einem Test. Zuvor gibt’s aber den Blick zurück auf 2016/17:
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Zum Glück ist jetzt Sommerpause

Mit einem 0:1 beim 1. FC Kaiserslautern hat sich am Sonntag auch der Club in die Sommerpause verabschiedet. Und soll ich euch was sagen? Zeit wurde es! Dass ich bei all meiner Fußballverrücktheit mal so etwas von mir geben würde, hätte ich vor ein paar Jahren noch nicht zu träumen gewagt. Dass es so weit kommen konnte, liegt vor allem daran, dass ich momentan diesen Affenzirkus Profifußball einfach leid bin. In München, wo gestern die langweiligste aller Bayern-Meisterschaften dermaßen durchexerziert wurde, dass einem als Fußballfreund vor lauter Fremdschämen die Haare zu Berge standen, haben sie für die perfekte Inszenierung der Bierdusche tatsächlich wasserdichte Action-Kameras an den Weizengläsern befestigt. Das alleine sagt eigentlich schon alles. Hinzu kommt eine vom Verein in Auftrag gegebene Choreografie, die das Spektakel einläutete. Ganz zu schweigen davon, dass die zweite Halbzeit acht Minuten verspätet begann, weil die Pausenshow von „Popstar“ Anastacia länger als geplant gedauert hat. weiter lesen

Feiermodus gegen Abstiegskampf: 2:3

Es war das letzte Heimspiel nach einer Saison, die der Clubfan wohl schnell abhaken dürfte. Dafür war diese Begegnung mit allerlei anderem befrachtet. Mit Abschieden, mit Traditionspflege, mit ungewöhnlichen Witterungs- und Platzverhältnissen. Die Punkte spielten da nicht die allerwichtigste Rolle.

Das merkte man dem Club letztlich auch an. Der Spaß am Spiel stand eher im Vordergrund als lästige Pflichtaufgaben, wie Absichern nach hinten oder Decken bei Standards. Für den Gegner, die Fortuna, ging es hingegen noch darum, den Abstieg zu vermeiden. Da brennt man eben auch noch, wenn der andere schon ans Freibier denkt. weiter lesen

Der Club bleibt zweitklassig

Nach dem gefühlten Auswärtsspiel in Nürnberg am vergangenen Wochenende, für das über 15.000 Gäste-Fans aus Stuttgart sowie ein Stimmungs-Boykott der FCN-Ultras gesorgt hatten, ließ der Club am Samstag in Sandhausen ein gefühltes Heimspiel folgen. Dafür reichten rund 3000 stimmgewaltige mitgereiste Rot-Schwarze, die im Stadion am Hardtwald beinahe über die kompletten 90 Minuten die Atmosphäre dominierten. Insgesamt hatten sich 8408 Fußballfans eingefunden, um ihre Teams dabei zu unterstützen, die letzten nötigen Punkte für den Klassenerhalt in der zweiten Liga zu sammeln. Wenn man bedenkt, dass die im nordwestlichen Baden-Württemberg liegende Gemeinde Sandhausen gerade einmal 14.902 Einwohner zählt, ist das doch eine ganz stattliche Quote.
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Club kann sich leider nicht belohnen

Schade, schade, das hatte der Club nicht verdient! Nach streckenweise überzeugenden Spiel unterlag er durch ein Tor in der Nachspielzeit noch Tabellenführer VfB Stuttgart, der nach dem Spiel mit seinen zahlreichen Fans dann schon mal den wichtigen, und fast nicht mehr erwartbaren Schritt zum Aufstieg feierte.

Womit wir bei den Fans wären. Da machten die aus Stuttgart angereisten Gäste, die für ein ausnahmsweise fast gefülltes Nürnberger Stadion sorgten, mehr Betrieb als die Club-Anhänger. Das lag nicht nur an deren Quantität, sondern auch daran, dass den Nürnberger Ultras wieder mal irgendetwas Verstummendes über die Leber gelaufen ist. weiter lesen

Frankenderby zum Abgewöhnen

Dass der fränkische Profifussball auf den Hund gekommen ist, das kann man leider nicht bloß der Tabelle entnehmen. Was da heute in der Würzburger Flyeralarm-Arena von den beiden Mannschaften abgeliefert wurde, hatte mit besagter Sportart nur noch wenig zu tun. Ein Spielfluß war kaum erkennbar. Spielideen und ein Spielplan auch nicht. Wobei man den Würzburgern zumindest attestieren muss, dass sie wohl die Absicht hatten, nach der frühen Führung eher destruktiv ans Werk zu gehen.

Bis zur 10. Minute hatte nämlich der Club noch durchaus ansehnlich agiert, sich eine Überlegenheit erspielt und Druck aufs Würzburger Tor entwickelt. Allerdings ohne dabei richtig gefährlich zu werden. Das gelang den Kickers bei ihrer ersten Chance ungleich besser. Rama wird von Behrens und dem erneut indisponierten Kapitän Brecko nicht attackiert und markiert so das zu diesem Zeitpunkt doch ziemlich überraschende 1:0. Danach verlor der Club völlig den Faden und wurde von den Kickers zeitweise regelrecht vorgeführt. Erst gegen Ende der ersten Hälfte gelingt es, ein paar Chancen zu generieren. weiter lesen