Wieder nichts, aber…

Die Woche:

  • Verpfiffen fühlten wir uns – wieder mal – nach dem Unentschieden gegen Schalke. Wobei die Frage ist, ob überhaupt gepfiffen wurde, bevor Hanno Behrens den Ball am Schalker Keeper Nübel vorbeispitzelte und das vermeindliche 1:0 erzielte. Schiedsrichter Dr. (so viel Zeit muss sein) Kampka soll schon vor dem Tor gepfiffen haben (was laut Sportschau auch nach intensiven Studiums der O-Ton-Aufzeichnungen aber nicht zu belegen ist). Dann wäre das Spiel unterbrochen gewesen und der Kölner Keller hätte nicht eingreifen dürfen. Dann hätte sich nur die Frage gestellt, warum pfeift der Mann so voreilig?. Andernfalls liegt der Fokus auf den Videoassistenten. Und da muss man aufpassen, nicht in den Verschwörungsmodus zu geraten. Geleitet wurde das Assistententeam nämlich von Sven Jablonski. Das ist zum einen der jüngste Bundesligaschiedsrichter, zum anderen der Sohn von Jörg Jablonski, der 1994 als Linienrichter verantwortlioch dafür war, dass damals das berühmte Phantomtor gegen den Club gegeben wurde. Bei Sven Jablonski müsste jetzt eigentlich verstärktes Laufen im Bremer Bürgerpark angesagt sein.
  • Seiner Heimatzeitung hat Ex-Clubtrainer Michael Köllner jetzt ein Interview gegeben. Demnach drückt er dem Club noch die Daumen. Angeblich habe er auch schon wieder neue Angebote. Trotzdem ist er aber am Sonntag Gast in der Trainer-Verkupplungsshow „Blickpunkt Sport“.
  • Thomas Ziemer, die Älteren erinnern sich, hat sich auch zur Situation beim FCN geäußert. Die sieht er als desolat an und glaubt, dass der Verein näher an der dritten als an der ersten Liga steht. Auch beim NLZ sieht er vieles im Argen liegen.
  • Wer geht, wer bleibt? Offenbar ist Eduard Löwen wohl am Gehen. Er ist schließlich „Jungstar“. Da wundert es nicht, wenn die Russen, neben den Frankfurtern, Interesse haben. Andererseits gingen wir alle auch davon aus, dass Matheus Pereira den Club zu Saisonende verlässt. Doch Neu-Sportvorstand Palikuca scheint da seine Beziehungen spielen zu lassen. Ungewohnter Einsatz, wenn man da an die Bornemannschen Winterpausenaktivitäten denkt.

Das Spiel:

Im Gegensatz zur Köllner-Ära muss man über die Aufstellung nicht viel Worte verlieren. Wenn sich niemand verletzt und keiner gesperrt ist, spielen bei Schommers bekanntlich immer die gleichen. Der Stabilität der Abwehr kommt das auf jeden Fall zugute. Allerdings werden auch die Konter nur mit angezogener Handbremse gefahren. Absicherung nach Hinten ist oberstes Gebot.

Gegen Bayer Leverkusen war dann in der ersten Hälfte vor allem die Abwehr gefragt. Nach etwas zehn Minuten entfachten die Werkskicker Dauerdruck, agierten aber letztlich meistens zu umständlich. Die beste Chance hatte Havertz in der 18. Minute. Mathenia konnte seinen Schuss aber noch gegen das Aluminium lenken.

Der Club hätte allerdings zehn Minuten später ebenfalls in Führung gehen können. Bender stellt sich strafstoßverdächtig Eduard Löwen in den Weg. Aber gut, den Elfer kann man auch nicht geben. Gegen den Club sowieso.

So ging es dann torlos in die Pause.

In der zweiten Halbzeit ging das einseitige Spiel leider weiter. Der Club ließ sich weiterhin hinten rein drängen. Das ging eine Stunde lang gut. Aber dann war es eben doch passiert. Nach der neunten Ecke köpfte Alario den Ball in die lange Ecke, wo Leibold zwar noch artistisch zu klären versucht. Doch die Torlinientechnik bewies, der Ball war deutlich hinter der Linie.

Eigentlich hätte der Club jetzt kommen müssen, doch da offenbarte sich eben auch, dass Leverkusen defensiv sicher stand und den Clubflügelspielern Perreira und dem eingewechselte Misidjan kaum Raum gönnte. Erst in der 83. Minute kam der Club überhaupt zur ersten Ecke. Kurz darauf kann Löwen eine Superkombination des FCN nicht im Kasten versenken. Der Club löste jetzt die Handbremse, was sich prompt rächte. Bauer verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball und Volland hatte dann wenig Probleme, den Sack zuzumachen.

Leverkusen tat sich zwar schwer, aber der Sieg geht leider völlig in Ordnung. Ärgerlich, denn so wurde die Chance, auf den Relegationsplatz zu klettern, vergeben. Immerhin hat Stuttgart verloren, so dass sich nächste Woche nochmal eine Chance eröffnet. Dann müssten wir aber gegen die Bayern gewinnen.

Eine Letztes:

Neuer Sportdirektor und dann das. Da macht sich mancher Gedanken.

Jose #Mourinho in #Nürnberg… 😲😳 #Thespecialone

(gesehen bei Erik Engelhardt auf Instagram) pic.twitter.com/RkBtAy1wgn— SteWö (@Flying_Stevie) 15. April 2019

Torhungriger Bunjaku

Torhungriger Bunjaku

In der Regionalliga West sorgte am Wochenende ein rüstiger Senior für Aufsehen: Der 35-jährige Albert Bunjaku traf beim 7:0-Erfolg des FC Viktoria Köln beim TV Herkenrath gleich fünffach! Bunjaku? Da war doch was. Richtig, einst ging er für den Club auf Torejagd. Und ab und zu wollten die Club-Freunde ja schauen, was denn Ex-Nürnberger so treiben. Dass Bunjaku sein erstes Punktspieltor für den FCN erzielte, ist übrigens ziemlich genau ein Jahrzehnt her. Er traf im März 2009 in der Zweiten Bundesliga beim 2:2 in Duisburg. Am Ende der Saison stieg Bunjaku mit dem Club dank der erfolgreichen Relegation gegen Energie Cottbus (3:0, 2:0) in die Bundesliga auf. Zehn Jahre später peilt der Routinier wieder einen Aufstieg an: Viktoria Köln firmiert als Tabellenführer der Regionalliga West – behaupten die Kölner diesen Platz bis zum Ende, geht es rauf in die Dritte Liga. Die Relegation, in der die Viktoria 2017 an Carl Zeiss Jena gescheitert war, bleibt den Meistern der Staffeln West, Südwest und Nordost diesmal erspart. Freilich wäre es für den Spitzenreiter gut, wenn Bunjaku sich auch an den verbleibenden fünf Spieltagen so treffsicher zeigen würde wie am Wochenende – denn der zwischenzeitlich schon recht komfortable Vorsprung auf Verfolger Rot-Weiß Oberhausen ist auf drei Punkte zusammengeschmolzen.

Beim Club hatte der Angreifer seine stärkste Spielzeit 2009/10. In der Winterpause 2008/09 war er vom damaligen Drittligisten Erfurt eher als Ergänzungsspieler an den Valznerweiher gekommen, im ersten Halbjahr kam er denn auch nur auf sieben Zweitliga-Einsätze und den einen besagten Treffer. Doch in der Saison darauf avancierte Bunjaku, der bei seinem Bundesligadebüt am zweiten Spieltag in Frankfurt gleich sein erstes Bundesligator erzielte, zur Stammkraft und hatte mit zwölf Treffern bei 30 Einsätzen als erfolgreichster Nürnberger Torjäger einen maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt. Eine Sternstunde erlebte er im Januar 2010, als er beim 3:1 in Hannover alle drei Tore erzielte.  Zum Vergleich: Vereinslegende Marek Mintal gelang in jener Spielzeit nur ein Treffer. 2010 durfte Bunjaku als nachnominierter Stürmer für die Schweiz auch an der Weltmeisterschaft teilnehmen. 2010/11 konnte er verletzungsbedingt nur an den ersten drei Spieltagen mitwirken (kein Tor). Und in der Saison 2011/12 versuchte er vergeblich, seinen Stammplatz zurückzuerobern. Sein einziges Tor bei 17 Bundesligaeinsätzen war aber ein goldenes: Bunjaku besorgte drei Minuten nach seiner Einwechslung das 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach, unser Bild (Foto: Sportfoto Zink) zeigt ihn beim Torjubel mit Almog Cohen.  Einen neuen Vertrag gab es trotzdem nicht.

Bunjaku, der zu Beginn seiner Profikarriere bei Schaffhausen und Paderborn gespielt hatte,  wechselte vom Club zum 1.FC Kaiserslautern in die Zweite Liga, weitere Stationen waren St. Gallen und Erzgebirge Aue. Im September 2018  heuerte er dann bei dem ambitionierten Regionalligisten Viktoria Köln an, der schon seit Jahren mit hohem finanziellen Aufwand versucht, der Viertklassigkeit zu entkommen. Vielleicht klappt es heuer – auch dank eines rüstigen Seniors mit Nürnberger Vergangenheit.

Sie haben es immerhin versucht

Die Woche:

  • Nun hat es also doch keine acht Wochen gedauert, bis der Club endlich einen Bornemann-Nachfolger präsentieren konnte. Auserwählt wurde allerdings keine der in der Gerüchteküche gehandelten Personen. Auch keiner mit bekanntem Namen. Pali-wer, fragte sich mancher. Der 40-jährige Robert Palikuca kann immerhin darauf verweisen, den Mitaufsteiger Fortuna Düsseldorf in die Erfolgsspur gebracht zu haben. In Düsseldorf stand er allerdings als „Kadermanager“ in der zweiten Reihe. In Nürnberg macht er demnach einen Karriereschritt. Das soll jedoch nicht der einzige Grund für seinen Wechsel gewesen sein. Offenbar stimmte in Düsseldorf das Verhältnis zum Sportvorstand, zum Chef der Scoutingabteilung und zu Trainer Funkel nicht.
  • Wenn man jemanden nicht kennt, dann sucht mal halt im Netz nach Informationen. Die fördern dann aber auch manch Abseitiges zutage. Demnach ist Palikuća auch ein Ort in Serbien. Dem Google-Übersetzer wiederum ist die Info zu verdanken, dass der kroatische Name Palikuća „Brandstifter“ (via) heißt. Vielleicht sollte der FCN jetzt noch einen Biedermann einstellen….
  • Laut NZ (Print only) soll Palikuca nämlich noch ein Kaderplaner oder Sportdirektor zur Seite gestellt werden. Offenbar hat der Aufsichtsrat eigene und strukturelle Schwächen jetzt doch erkannt.
  • In diesem Zusammenhang sind die Vorgänge beim FC Augsburg nicht ganz uninteressant. Dort wurden – Grund war auch die Niederlage gegen den FCN – neben Trainer Manuel Baum und Berater Jens Lehmann der Technische Direktor Stephan Schwarz gefeuert. Schwarz galt lange Zeit als Kandidat für die Bornemann-Nachfolge vielleicht heuert er beim Club jetzt in anderer Funktion an.
  • Wer bleibt, wer geht? Diese Fragen rücken beim erwartbaren Abstieg natürlich verstärkt in den Fokus. Auf jeden Fall dürften die Leihspieler weg sein. Auch bei Eigengewächs Patrick Erras gibt es inzwischen Wechselgerüchte. Nicht erwähnt wurde hier Ewerton, der ebenso wie Erras zuletzt erheblich dazu beigetragen hat, dass die Abwehr stabil steht. Dafür haben nach Tim Leibold auch Enrico Valentini und Sebastian Kerk angekündigt, bei einem Abstieg beim FCN bleiben zu wollen.
  • Und was ist mit Neuzugängen? Immerhin kann der FCN vielleicht doch noch mit zusätzlichen Einnahmen aus einem Verkauf des früheren Club-Spielers Niclas Füllkrug rechnen.
  • Stolz verkündet hat der kaufmännische Vorstand des FCN, dass es bald einen neuen Fanshop in zentraler Lage geben wird. Vielleicht am Josephsplatz. Dort, wo bisher Dirndl und Trachtenjacken verkauft wurden. Allerdings wird dafür erst einmal der gut angenommene Fanshop in Höfen geschlossen. Die Freude, so überhaupt vorhanden, ist als getrübt.
  • Die Fanfreundschaft zwischen dem Club und Schalke 04 war aktuell auch Thema im Kicker. Dabei geht es auch um die Legenden, die sich darum und um ihre Ursprünge ranken.

Das Spiel:

Gegen unsere „Freunde“ hatten wir im Hinspiel fünf Tore kassiert. In der Zwischenzeit ging es bei Schalke 04 zunehmend abwärts. Wir waren eh schon unten, so dass das heute zu einem Abstiegsduell wurde, wobei es beim Club eher um den letzten Strohhalm ging.

Von Abstiegskampf war jedoch zunächst nicht viel zu spüren. Schalke brachte kaum etwas auf die Reihe. Der Club war das bessere Team. Bereits nach 13 Minuten gab es die fünfte Ecke für uns. Doch leider gelang es nicht, die zahlreichen Chancen in Zählbares umzusetzen.

Das Spiel verflachte danach etwas. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit drehte der Club wieder auf. In der 43. Minute spitzelte Behrens nach einem Abwehrfehler der Schalker den Ball an Torwart Nübel vorbei und machte das Tor. Schiedsrichter Kampka entschied allerdings fälschlicherweise auf „gestrecktes Bein“. In der Nachspielzeit gab es dann Elfmeter für den Club. Nübel hatte Pereira von den Beinen geholt. Behrens legte sich den Ball hin. Doch Nübel hält. Statt zwei standen zur Pause null Tore auf der Habenseite.

In der zweiten Hälfte kamen die Gegner ein bisschen besser ins Spiel. Unsere Mannschaft hatte wohl noch an den Ereignissen zuvor zu knabbern. Doch nach einer Stunde kam der Club wieder auf. Mehrfach parierte Nübel glänzend. In der 63. Minute klärte zudem noch ein Mitspieler auf der Linie. Das wird nichts mehr, dachten alle. Da gelang ausgerechnet dem eingewechselten Yuya Kubo das scheinbar Unmögliche. In Minute 82 köpfte er eine Flanke des – wieder mal – gefährlichsten Nürnbergers Pereira gegen den Innenpfosten, von wo er zum längst verdienten 1:0 ins Schalker Tor prallte.

Aber der Club wäre nicht der Club, wenn er so einen Vorteil nach Hause schaukeln würde. Keine zwei Minuten später konnte Mathenia einen Schuss nur nach vorne abwehren. Aus dem Hintergrund zog Mascarell einfach mal ab. Nastasic fälschte den Ball dann unhaltbar ab. Ausgleich! Unverdient! Unglücklich!

Wieder mal bekam der Club den rettenden Strohhalm nicht zu fassen. Diesmal war es wohl der letzte.

Wobei: Vielleicht kommt ja noch der hinterletzte. Gegen die Bayern.

Ansonsten nötigt zumindest die Art, wie unsere Mannschaft inzwischen auftritt, Respekt ab. Wenn Schalke mal Meister der Herzen war, dann sind wir wohl Nichtabsteiger der Herzen.

Ein Letztes:

Fast wäre es der Typ links im Bild geworden. pic.twitter.com/xzLdSKMBec— Corinna (@Kleinekoenen) 6. April 2019

Das Ufer rückt nicht näher

Die Woche:

  • Wenn Andreas Bornemann bald einen Job findet, könnte das auch die FCN-Kasse entlasten. Gerüchteweise soll er beim abstiegsbedrohten Zweitligisten FC Ingolstadt im Gespräch sein.
  • Was Bornemanns Nachfolger angeht, sollte diese Woche endlich eine Entscheidung fallen. Aufsichtsratschef Grethlein hatte zudem bei der Pressekonferenz nach dem Abgang des Sportvorstand verkündet, es werde keine acht Wochen dauern, bis ein neuer präsentiert wird. Die acht Wochen sind fast um. Aber nichts! Dass es so lange gedauert hat, lag wohl an den Schwierigkeiten, den Wunschkandidaten Markus Krösche von Paderborn loszueisen. Doch der hat inzwischen abgesagt. Er bleibt beim FCP. Wahrscheinlich hat man ihm nachdrücklich bedeutet, dass der FCN halt auch nicht unbedingt ein Karriereschritt nach oben gewesen wäre. Dass die Krösche-Verhandlungen und die Bereitschaft, eine stattliche Ablöse zu zahlen, öffentlich wurden, macht die Position einem „Ersatz“ zu finden – inzwischen wurden auch die Namen Antoine Hey und Olaf Rebbe gehandelt – bestimmt nicht besser. Profis sind im FCN-Aufsichtsrat eben nicht am Werk. Kann aber sein, dass doe dort einfach nur wieder eine Möglichkeit sehen, Geld zu sparen. Schließlich spart man sich so länger das Gehalt für teures Führungspersonal.
  • Alles wieder gut! Nach seinem Aussetzer gegen Düsseldorf hat Matheus Pereira mit dem Tor gegen Augsburg und seinen Entschuldigungsgesten an die Fans mittlerweile Absolution erhalten. Und gegen den VfB hat er dann sogar noch nachgelegt. Über die Saison hinaus bleiben wird er dennoch nicht. Für den Club ist der Leihspieler schlicht zu teuer. Das ist lange bekannt. Weshalb man auch mal die Frage stellen kann, ob man solchen „Verkaufsannoncen“ irgendwelcher Berater überhaupt ein Forum bieten sollte.
  • Dennis Lippert steigt wieder ins Training ein. Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an den Linksverteidiger. Der riss sich vor zwei Jahren – damals hieß der Trainer noch Alois Schwarz – das Kreuzband.
  • In der Winterpause wurde lediglich Ivo Ilicevic neu verpflichtet. Er sollte das Defizit an Bundesligaerfahrung im Kader beheben. Gegen Augsburg durfte er erstmals für ein paar Minuten ran. Danach fehlte er wieder. Wegen „muskulärer Probleme“.
  • Die letzte Woche beendete Serie von 20 Spielen ohne Sieg bedeuten in der Bundesligarangliste immerhin Platz 5 für den FCN. Platz 1 nimmt Tasmania Berlin mit 31 Spielen ein. Mit je 21 Spielen stehen Kaiserslautern, Dresden und Blauweiß Berlin auf den folgenden Plätzen. Gibt es eigentlich schon eine Rangliste für die längste Sportvorstandssuche.

Das Spiel:

Wieder ein Schicksalsspiel! Diesmal mit der Chance, das rettende Ufer in Sichtweite zu befördern. Zunächst begann der Club gegen den VfB gut. Ließ nicht viel anbrennen, brachte aber nach vorne nicht viel zuwege. Langsam kamen die Stuttgarter aber besser ins Spiel. Richtig brenzlig wurde es allerdings erst in der 34. Minute als Kempf mit einem Kopfball aus kurzer Distanz nur die Latte trifft. Fünf Minuten später schafft der Club jedoch den Aluminiumausgleich. Einen Schuss von Pereira konnte Zieler noch gegen den Pfosten lenken. Drei Minuten später macht es besagter Pereira aber besser. Zunächst setzte Behrens den Ball nach einer Ecke zwar noch an die Latte, dann war der Leihspieler aus Lissabon aber zu Stelle und drückte den Abpraller über die Linie.

Dass man solche Chancen allerdings auch vergeigen kann, bewies Ex-Nationalspieler Mario Gomez kurz danach. Ihm prallte der Ball am leeren Tor vor den Fuß. Gottseidank stocherte er vorbei.

In der zweiten Hälfte war der Club in der komfortablen Situation, auf Konter lauern zu können. Leider machte er nichts draus. Das lag auch daran, dass der in der erste Hälfte überragende Pereira etwas abbaute und sich der früh für den verletzten Kerk eingewechselte Kubo – wie übrigens auf der anderen Seite Gomez – als Chancentod profilierte. Für Kubo gab es dann kurz vor Schluss sogar noch die Höchstrafe: Er wurde für Petrak wieder ausgewechselt.

Schommers brachte zunächst Misidjan für Ishak und ließ Kubo als hängende Spitze agieren. Doch auch von Misidjan ging nicht viel Zwingendes aus. So war es in der 74. Minute Pereira der noch einmal eine gute Chance für den Club besaß, aber knapp am Tor vorbeizog.

Dann bewahrheitete sich aber leider wieder, dass sich sowas rächt. Eine Minute später nutzte Kabak die Unordnung in der Clubabwehr und erzielte den Ausgleich. Der wurde zwar vom Videoassistenten noch geprüft, da Donis, von dem der Ball zum Torschützen sprang, eventuell im Abseits stand. Aber das Tor wurde gegeben. Leider.

Danach hatte der VfB erstmal Auftrieb. Der Club musste sich erst sammeln. Doch dankenswerterweise vergab Gomez beste Chancen. Auf der anderen Seite ging es Misidjan aber nicht anders.

So blieb es beim 1:1. Ein Punkt, der wohl zu wenig ist, um noch das rettende Ufer zu erreichen. Ärgerlich vor allem, dass wieder mal die Chance verpasst wurde, einen Konkurrenten nach unten zu ziehen. Doch am Freitag kommt Schalke. Vielleicht klappt es da.

Ein Letztes:

Wenigstens am 1. April darf man doch mal erfolgsorientiert denken, oder?

„Nur so können wir uns dauerhaft in der 1. Liga etablieren“: #FCN und #SGF wollen über Fusion und Stadionneubau an der Stadtgrenze verhandeln: https://t.co/OAseH1wMze— Friends Of FCN (@clubfreunde) 1. April 2019

Dass wir das noch erleben dürfen

Die Woche:

  • Club-Trainer Boris Schommers hat trotz der historisch schlechten Tabellensituation die Mannschaft gelobt. Sie gehe an die Grenze und gebe ihr Optimum. Heißt im Umkehrschluss: Mehr ist mit diesem Kader nicht drin. Dann legte er nochmal in einem großen Interview nach. Der Glaube sei noch da. Auch Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Grethlein hatte sich zuvor in der Bildzeitung (kein Link) ähnlich geäußert.
  • Ungeachtet solchen Wunderglaubens bleibt dem Club der Hauptsponsor erhalten. Die Nürnberger Versicherung hat den Vertrag verlängert. Bislang zahlte sie 1,7 Millionen Euro pro Jahr. Die Zielvorgabe ist aber klar: Wir wollen in der ersten Liga spielen.
  • In der 2.Liga hätte der Club zumindest einen kleinen Vorteil. Er kennt den bald auch dort geltenden Videobeweis schon und hat die dafür notwendigen technischen Voraussetzungen.
  • Einen kurzen Aufreger lieferte die Meldung: „Köllner verklagt den Club“. Inzwischen ist aber die Luft ziemlich raus. Der ehemalige Trainer wird sich mit dem FCN außergerichtlich über noch offene Fragen nach der Entlassung einigen.
  • Was die vakante Position des Sportvorstands angeht (angeblich soll nächste Woche eine Entscheidung fallen), ist derzeit Markus Krösche vom SC Paderborn Favorit in der Gerüchteküche. Da der 38-Jährige dort noch Vertrag hat, kursieren jetzt Ablösesummen von 1,5 bis 4 Millionen. Dass ausgerechnet der finanziell klamme FCN, dem in der Winterpause jeder Euro für notwendige Verstärkungen zuviel war, hier eine solche Summe ausgibt, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
  • Wer meint, der Aufsichtsrat würde fieberhaft nach einem Bornemann-Nachfolger suchen, der irrt. Offensichtlich bleibt noch genügend Zeit, um eine Fußball-Bibliothek einzuweihen.
  • Der Club konnte schon vorher das Gewinnen üben. Im Testspiel gegen den tschechischen Erstligisten Mlada Boleslav gab es ein 5:1. Den letzten Sieg feiern durfte der Club übrigens ebenfalls in einem Testspiel gegen ein tschechisches Team. Im November gab es ein 4:2 gegen Usti nad Labem.

Das Spiel:

Einen signifikanter Unterschied bietet der Trainerwechsel: Die Aufstellung ändert sich mittlerweile nur noch marginal. Gegen Augsburg rückte der gesperrte Leibold ins Team, Tillman musste dafür auf die Bank. Bei Köllner hatten viele mangelnde Konstanz beklagt, beim konstanten Schommers klagt mancher inzwischen über Mutlosigkeit.

Leider lieferte der Auftritt in der ersten Hälfte dafür zunächst auch entsprechend Munition. Da ging es vorwiegend um Fehlervermeidung. Nach vorne brachten höchstens Standards Gefahr. Andererseits hatten auch die Augsburger ihre Chancen. Beim FCA hatte man jedoch das Gefühl, dass denen auch ein Unentschieden reichen würde. So entwickelte sich ein Spiel, bei dem die einen offensichtlich nicht wollten und die anderen nicht konnten.

Aber wie gesagt, es gab noch die Standards. Und in der 52. Minute war es dann soweit. Kerk zirkelte einen Freistoß aufs lange Eck, wo sich Mikael Ishak hinter der Augsburger Abwehr durchgestohlen hatte und zum umjubelten 1:0 einschieben konnte.

Jetzt begann der FCA langsam aufzuwachen. und machte mehr Druck. Schommers reagierte richtig und brachte Konterspieler Matheus Pereira für Kerk. Der hatte nach seinem Platzverweis wieder was gutzumachen. Und das sind dann die Dinge, die das Fanherz erfreuen, wenn Rechnungen einfach einmal aufgehen.

In der 88. Minute kann der Club gerade noch den Ausgleich verhindern. Leibold schickt im eigenen Strafraum Pereira auf die Reise und der macht das wichtige 2:0. Danach durfte noch Edu Löwen die Auflösungserscheinungen in der FCA-Abwehr nutzen und zum 3:0 erhöhen.

Nach einem halben Jahr Flaute endlich mal wieder ein Dreier und dann auch noch mit drei Treffern und ohne Gegentor. Dass wir das nochmal erleben dürfen.

Allerdings: Wenn da jetzt keine Positivserie folgt, bringt uns dieser Sieg hinsichtlich Klassenerhalt rein gar nichts.

Ein Letztes:

Das FrankenFernsehen hat Club-Vorstand Niels Rossow interviewt. Als Fakt bleibt immerhin, dass der FCN einen Fanshop in Innenstadtlage eröffnen will und inzwischen wohl den Mietvertrag unterzeichnet hat. Als Nicht-Fakt bleibt hingegen ein Satz wie: „Ganz Nürnberg sprüht vor Optimismus“. Wobei der inzwischen wenigstens wieder glimmt.

Wenigstens keine Klatsche

  • Die Augsburger haben versucht, sich mit der Verpflichtung von Jens Lehmann Sachverstand und Bundesligaerfahrung ins Leitungsteam zu holen. Dem Club war Ähnliches hingegen wohl zu teuer, zu plötzlich, zu ungewöhnlich… Immerhin könnte der FCN jetzt Nutznießer Augsburger Sachverstandsüberkapazitäten werden. Der bisherige Technische Direktor Stephan Schwarz ist beim FCA ins Abseits geraten und nun ein Kandidat für die Bornemann-Nachfolge.
  • So schlecht war seit Einführung der Drei-Punkte-Regel noch keiner in der Bundesliga. Diesen neuen Negativrekord kann sich der Club zwar an die Deppenwand hängen. Er hat allerdings auch etwas Positives, als relativ frühzeitig Planungssicherheit besteht. Ein Vorteil, den man nutzen könnte, um der Konkurrenz zuvorzukommen und jetzt schon Spieler zu kontaktieren, mit denen der Wiederaufstieg ins Visier genommen werden kann. Doch leider ist keiner da, der gegenwärtig Spieler verpflichten kann und darf. Man möchte ein bisschen verzweifeln.
  • Als Oberbürgermeister tritt Ulrich Maly nicht mehr an. Nach Ende seiner Amtszeit will er erstmal nichts tun. Ob das auch bedeutet, dass er sich als Aufsichstrat des FCN zurückzieht, ist unklar. Dessen Chef würde diesen Schritt allerdings bedauern.
  • Immerhin wäre das ein Statement gegen das Legionärswesen im Profifußball: Ein Eigengewächs mit dem Namen Nürnberger kickt beim Nürnberger Fußballverein. Für Fabian Nürnberger reichte es diesmal noch nicht zu einem Platz im Aufgebot. Aber der 19-Jährige U21-Spieler ist ganz nah dran.

Das Spiel:

Eine neue Folge aus der Serie „Auf Augenhöhe, aber leider hat es nicht gelangt“. Diesmal war Frankfurt der Schauplatz. Die dortige Eintracht ist immerhin der letzte Hoffnungsträger Deutschlands im internationalen Fußball. Genau daraus konnten wir insgeheim etwas Hoffnung schöpfen. Vielleicht sind sie ein bisschen ausgepowert, nachdem sie unter der Woche in Mailand ran mussten. Andererseits hatte der Club etliche Stammspieler zu ersetzen. Boris Schommers musste nicht nur Timothy Tillman von Beginn an bringen, sondern sogar Sebastian Kerk als Verteidiger auf Links einsetzen. Ausgerechnet Kerk war ein echter Aktivposten in der Abwehr. Leider liefen fast alle Angriffsaktionen der Frankfurter über unsere rechte Abwehrseite, die vor allem Kostic nie in den Griff bekam. Ein ums andere Mal durfte der gefährliche Flanken in den FCN-Strafraum schlagen. Immerhin eine halbe Stunde konnte sich unsere Hintermannschaft schadlos halten. Dann spielte Jovic mit einem sehenswerten Pass Kostic frei, dessen Hereingabe Hinteregger nur noch über die Linie drücken musste.

Verdient war die Führung ängst, zumal der Club außer einer Superchance von Behrens gleich nach Spielbeginn nach vorne wieder nur wenig zustande brachte und im Mittelfeld (Kubo) einfach zu langsam und gedankenträge agierte, um die Eintracht in Gefahr zu bringen.

In der zweiten Hälfte entwickelte sich teilweise ein offener Schlagabtausch. Die Eintracht hatte zwar weiterhin ein Chancenplus, aber auch der Club kam zu Gelegenheiten. Doch letztlich war das dann meistens viel zu unsauber und drucklos zuende gespielt. Bezeichnend wie der eingewechselte Salli einen vielversprechenden Konter mit einem dankbaren Schuss auf Eintrachtkeeper Trapp abschloss.

Auf der anderen Seite wurden allerdings ebenfalls beste Chancen entweder von der Clubabwehr abgeblockt oder vergeben. Eigentlich ein klassischer Fall für die alte Fußballweisheit: Wenn du vorne deine Chancen nicht reinmachst, rächt sich das.

Aber mei, es ist halt der 2019er Club. Und der rächt nichts.

Der Sieg der Eintracht, daran gibt es nichts zu deuteln, war verdient. Ein Unentschieden hätte uns eh nichts geholfen. Insofern war das alles höchstens ein Beleg dafür, dass wir als praktisch feststehender Absteiger unseren Gegnern zumindest nichts schenken.

Ein Letztes (muss nochmal sein):

Herr Grindel, HERR GRINDEL! Jemand zuhause?

.@DFB_Praesident Reinhard #Grindel spricht im @DeutscheWelle-Interview über die Zukunft des Weltfußballs und mögliche neue Wettbewerbe. Doch plötzlich findet das Gespräch ein jähes Ende…

👉 https://t.co/XJoIV89F8E@FloBauerAuthor @sportschau @dw_deutsch pic.twitter.com/MvazcEgPi2— DW Sport (@dw_sport) 13. März 2019

Stets bemüht, aber weiter erfolglos

  • Sportlich ist der Bundesliga die Spannung längst abhanden gekommen. Oben werden die Bayern landen. Die Absteiger stehen leider auch schon so gut wie fest. Die Relegationsspiele gewinnt eh der Bundesligist und wen interessiert schon, wer in die EuropaLeague kommt. Da muss halt woanders Spannung erzeugt werden. Bei der Besetzung der Führungspositionen zum Beispiel. Grethlein dreht deshalb noch ein paar Runden. Und was da durchsickert, birgt immerhin einiges an Konfliktpotenzial.
  • Mal eine Meldung, die uns hoffnungsfroh stimmt und zudem von in letzter Zeit vielfach abhanden gekommenem Realitätssinn zeugt (leider ohne Link): Mikael Ishak will auch nach dem Abstieg beim Club bleiben.

Das Spiel:

Auch gegen die TSG Hoffenheim schien es gleich wieder unglücklich für den Club loszugehen. Bereits in der 4. Minute zeigte Schiedsrichter Dingert auf den Elfmeterpunkt. Ewerton soll Kramaric gefoult haben. Nach Videostudium wurde die Entscheidung allerdings zurückgenommen. Wer allerdings meinte, dann müsste Kramaric Gelb für die offensichtliche Schwalbe bekommen, der irrte.

Danach konnte der Club mal wieder bei allen, die ihn aufgrund der bisherigen Punktausbeute beurteilen, ein paar Anerkennungsbekundungen einheimsen. Spielt gut mit, ansehnlich, auf Augenhöhe… Wir kennen das und wissen: Es kommt gleich wieder der Nackenschlag. Diesmal – wie langweilig – erneut in Form eines Elfmeters. In der 24. Minute wird Patrick Erras aus nächster Nähe von Schulz angeschossen. Der Ball trifft dabei nicht einmal die Hand, sondern lediglich den Oberkörper. Dennoch: Die Entscheidung steht, dazu gibt es auch noch Gelb für Erras. Auch hier Verwunderung: War da nicht was mit Doppelbestrafung? Nun ja, dass Fußball ein einfaches Spiel ist, das stimmt halt schon länger nicht mehr… Kramaric ließ sich die Chance nicht entgehen und markierte das 1:0.

In der Folgezeit verdiente sich die TSG dann zumindest die Führung. Sie war dem Club deutlich überlegen, der dann glücklich den knappen Rückstand in die Pause retten konnte.

Wohl in dem Gefühl, den harmlosen Tabellenletzten im Griff zu haben, schalteten die Hoffenheimer einen Gang zurück. Das Spiel plätscherte vor sich hin. Immerhin durfte Enrico Valentini mal in Tornähe abziehen. Beim Schussversuch verletzte er sich allerdings, weshalb Timothy Tillman endlich zu seinem ersten Einsatz kam. Der Youngster bewies dann immerhin, warum es nicht verkehrt ist, ab und zu mal Impulse von außen zu setzen. Auch wenn dieser aus der Not geboren war. Jedenfalls war plötzlich mehr Zug im Nürnberger Spiel. Sogar der ansonsten schwache Kubo raffte sich zu einem unwiderstehlichen Flankenlauf auf, passte zu Ishak, der im Strafraum zu Hanno Behrens durchsteckte. Dessen Schuss ließ der wohl nicht mehr ganz so aufmerksame TSG-Keeper Baumann zum überraschenden Ausgleich durchrutschen.

Auf einmal hatte der Club Oberwasser. Hoffenheims Trainer Nagelsmann setzte nun seinerseits auf Impuls von außen und wechselte zwei Stürmer ein, um den Druck zu erhöhen. Die beste Chance hatte allerdings zunächst Kubo mit dem Versuch, den Ball per Hacke ins Tor zu bugsieren. Dabei verletzte er sich ebenfalls und wurde durch Jäger ersetzt.

Hacke, gute Idee, dachte sich dann aber auf der anderen Seite Kramaric und düpierte so zwei Minuten später die gesamte Clubabwehr. Wieder lag der Club hinten. In der Nachspielzeit hatte Erras immerhin noch das 2:2 auf dem Fuß. Doch im letzten Moment grätschte ein Hoffenheimer den Ball zur Ecke. So blieb es beim 2:1 und einer weiteren verpassten Chance, vielleicht doch noch dem Abstieg zu entgehen oder zumindest die rote Laterne an Hannover abzugeben.

Und langsam gehen uns zudem auch die Spieler aus. Neben Valentini und Kubo verletzte sich nämlich auch noch Sebastian Kerk. Zudem muss Tim Leibold wegen der fünften gelben Karte im Spiel gegen Frankfurt aussetzen.

Ein Letztes:

Zum Weltfrauentag vermeldete der FC Bayern ein neues Mitglied im Verwaltungsrat: die Digitalministerin Dorothee Bär. Die stammt zwar aus Franken, das hinderte sie aber nicht daran, eine FCB-Fanclub im Bundestag zu gründen. Dass es sich aber nicht unbedingt auszahlen muss, wenn sich Franken derart an den Erfolg anwanzen, belegt die Firma Schaeffler, die sich auch lieber finanziell bei den Bayern engagierte, jetzt aber rasant auf Talfahrt gegangen ist.

Die Luft ist draußen

  • Der Club steht am Tabellenende. Die Punkteausbeute ist historisch schlecht. Dennoch behauptet der Aufsichtsratsvorsitzende, der Verein sei „attraktiver“ geworden. Woran er das festmacht? An der Zahl der Bewerbungen für die Nachfolge von Andreas Bornemann. Möglicherweise liegt das aber nicht an der Attraktivität des FCN, sondern daran, dass inzwischen die Zahl arbeitsloser Bewerber größer geworden ist.
  • Für Adam Zrelak ist die Saison gelaufen. Im Training zog er sich einen Kreuzbandriss zu. Wir wünschen gute Besserung.
  • Punkte sind im Fußball nicht alles. Für Toleranz, Offenheit und Fairness im Sport hat der 1. FCN jetzt den „Makkabäer 2019“ erhalten.
  • Sie lernen es einfach nicht: Auch wenn sich kaum noch einer an den letzten Sieg erinnern kann, wird vor jedem Spiel auf Zuversicht gemacht. Irgendwo wird noch ein Aspekt herbeigezerrt, der einen möglichen Sieg begründen könnte. Nach dem Motto: Wenn der Samstag auf einen Montag fällt und alle 150 Prozent geben, dann holen wir die drei Punkte. Wie wäre es damit: Einfach den Mund halten und erstmal auf dem Platz dafür sorgen, dass man medial wieder glaubwürdig wird.
  • Der Club präsentiert sich mit einem eigenen Stand auf der Freizeitmesse. Unter anderem werden dort derzeit eher schlecht verkäufliche Trikots mit Rabatt verhökert. Es werden aber auch Gespräche mit Fans geführt. Mancher Zuspruch und manches Lob ist dabei eher zweischneidig. Zum Beispiel, wenn sich Bayern-Fans dafür bedanken, dass der FCN dem Meisterschaftskonkurrenten aus Dortmund zwei Punkte abgenommen hat.

Das Spiel:

Notgedrungen lief diesmal eine auf drei Positionen veränderte Clubmannschaft auf. Ishak ersetzte der verletzten Zrelak, Kerk lief für den gesperrten Pereira und Erras für Petrak auf. Der Club kam zunächst gut ins Spiel. Diesmal schien sich auch das nötige Glück einzustellen. In der 9. Minute ließ Konate am Strafraum das Bein stehen, Leibold fiel drüber, Schiedsrichter Schlager entschied zunächst auf Freistoß und Gelb, via VAR wurde jedoch auf Elfmeter nachgebessert. Behrens tritt an, verlädt Gästekeeper Gulacsi, doch der Ball knallt an die Latte.

Der Club spielt zwar weiter gut mit, aber mehr und mehr übernimmt Leipzig das Kommando. Anders als gegen Dortmund reichte es aber nicht, durch Hintenreistellen die Null zu sichern. Zunächst konnte sich Mathenia noch mehrfach auszeichnen. Nach einem Eckball kommt Klostermann aber in der 40. Minute völlig freistehend an den Ball und hämmert diesen durch die im Torraum versammelte Abwehr am diesmal machtlosen Mathenia in die Maschen. Der Club hätte eigentlich führen müssen. Jetzt liegt er wieder hinten.

In der zweiten Hälfte muss Leipzig nicht mehr mit vollem Einsatz agieren. Beim Club überwiegt allerdings die Angst, sich einen der gefürchteten schnellen Konter zu fangen. Deswegen geht nach vorne nicht viel. Für Aufregung muss da eben der Kölner Keller sorgen. In der 58. Minute bekommt Konate nach einem Foul an Ishak erneut die gelbe Karte vors Gesicht gehalten. Der muss runter, dachten alle. Aber nichts da. Wie sich – erst jetzt – herausstellte, hatten die Kölner die erste Gelbe wegen der Nachbesserung auf Elfmeter zurückgenommen. Kann man machen, allerdings versteht der Zuschauer, vor allem wenn er im Stadion sitzt, zunehmend weniger, was sich auf dem Rasen abspielt.

Ob der Club gegen zehn Leipziger ein Tor gemacht hätte, ist eh fraglich. Diesmal ging nach vorne nicht viel zusammen. Das lag auch daran, dass Kerk und Kubo blaß blieben und der Club inzwischen leider auch was den läuferischen und kämpferischen Einsatz angeht nicht den Eindruck erweckte, als würde er sich mit aller Kraft gegen den Abstieg aufbäumen.

Immerhin gab es diesmal keine Klatsche und das ist ja auch schon was.

Ein Letztes:

Matheus Pereira hat für seine Tätlichkeit im Düsseldorf-Spiel einiges einstecken müssen und sich jetzt entschuldigt. Erinnert sei in diesem Zusammenhang daran, dass beim Club schon mal ein Leihspieler aus Südamerika zunächst durch mangelnde Disziplin auf dem Platz aufgefallen ist, um sich dann zu einem Publikumsliebling zu entwickeln. Einem, für den sich jetzt, da Bornemann weg ist, vielleicht sogar wieder eine Tür öffnen könnte.

Wollte mich nur entschuldigen. In dieser schwierigen Moment ich sage
Entschuldigung liebe Fans und @1_fc_nuernberg ein sehr großer Fehler gemacht ,mehr niemals aufgeben pic.twitter.com/OmptpxFghM— Matheus Pereira (@MatheusPereira) 27. Februar 2019

Zu blöd zum Punkten

Die Woche:

  • Angeblich gibt es einen wahren und einen falschen Club. Für uns gibt es im Augenblick nur einen falschen Film.
  • Am Rande der Begegnung gegen den BVB haben zwei Montagsspielgegner versucht ins Fernsehen zu kommen. Das geht natürlich gar nicht.
  • Unser – auch nicht mehr ganz neuer – Finanzvorstand hat erneut seine Pläne konkretisiert: Jetzt geht das in Richtung AfroPunk-Army, Einbindung der Nürnberger Symphoniker und Werbung in den Grundschulen.
  • Ein neuer Name geistert durch die Gerüchteküche: Demnach will der Club Johannes Spors vom HSV als Sportvorstand verpflichten.
  • Georg Margreitter – ohne den gegen den Bundesligaspitzenreiter allerdings hinten die Null stand – fehlt weiter verletzungsbedingt, ebenso wie Kevin Goden. Zudem liegt auch noch die NN-Sportredaktion flach.

Das Spiel:

Das kennen wir nicht mehr: In Düsseldorf ließen Schommers/Mintal die gleiche Elf auflaufen wie gegen den BVB. Kontinuität ist offenbar angesagt. Leider aber auch auf andere Weise. In der 2. Minute dezimierte sich der Club nämlich selber. Pereira revanchiert sich für ein Foul des Ex-Fürthers Gießelmann mit einem Schlag in dessen „Kronjuwelen“ (Kicker). Nach Videobeweis gab es glatt Rot. War der frühe Platzverweis in Hannover noch auf Ungeschicklichkeit zurückzuführen, war das diesmal eher Dummheit.

Alle taktischen Vorgaben waren da über den Haufen geworfen. Wie schon beim „El Kackico“ wurde auf 4-3-2 umgestellt. Beim Club stand vor allem weitere Schadensvermeidung im Vordergrund. Allerdings fiel der Fortuna aber auch nicht allzu viel ein. Wir sind ja ein Mann mehr und irgendwann werden die auch müde, so dachten die Düsseldorfer offenbar.

Dass der FCN Torchancen generieren und eventuell aus der zweiten Reihe seinm Glück versuchen könnte, das hatte die Fortuna nicht auf dem Zettel. In der 41. Minute passierte es dann. Zrelak, der wieder den Vorzug vor Ishak bekommen hatte, eroberte den Ball, den kann Ayhan nur vor die Füße von Eduard Löwen köpfen und der zieht aus 20 Metern unhaltbar ab. Kaum Chancen, kaum Ballbesitz, Unterzahl und trotzdem in Führung. Beim Club ist derzeit manches möglich.

Aber halt meistens andersrum. Bereits in der 51. Minute schien das Unglück wieder seinen Lauf zu nehmen. Mühl ging im Strafraum mit der Hand zum Ball. Diesmal entschieden die Videoschiedsrichter jedoch zugunsten des Club. Zwölf Minuten später konnte uns aber niemand helfen. Nachdem die Fortuna bislang am wieder überragenden Mathenia scheiterte, sprang der ansonsten zuverlässige Ewerton in die Bresche und verlängerte unbedrängt und unhaltbar eine Hereingabe von Lukebakio ins eigene Netz. Früher Platzverweis, Eigentor, da ist dann das Vier-Buchstaben-Wort naheliegend.

Doch es kam noch schlimmer. In der 83. Minute wird der Düsseldorfer Ayhan, der uns schon in der 2. Liga genervt hat, nicht eng genug gedeckt und markiert den Siegtreffer. Dass dann nach über 80 Minuten in Unterzahl die Kräfte nicht mehr reichen, das Ruder nochmal herumzureißen, ist kaum verwunderlich.

Das wirklich Ärgerliche ist jedoch, dass da heute nicht der Bessere gewonnen, sondern der Blödere verloren hat. Wobei der Hauptverantwortliche dafür nur zwei Minuten auf dem Platz stand.


Ein Letztes:

Wird das jetzt noch mal was, @1_fc_nuernberg? Gesehen in einer Arztpraxis in #Nürnberg. #fcn pic.twitter.com/Dug9DnG4ME— NZ-Lokalredaktion (@nz_lokal) 22. Februar 2019

Rückkehr zum Bewährten

Die Woche:

  • Vordringlich muss – offiziell zumindest – ein neuer Sportvorstand gefunden werden; und zwar ziemlich schnell, sollen die aufgrund der Unfähigkeit der Abstiegskonkurrenz noch existierenden Chancen auf den Klassenerhalt genutzt werden. In der Gerüchteküche wird neben Bader-Spezi Christian Möckel, Olaf Rebbe, dem Holländer Stan Valckx und Ex-Clubspieler Per Nilsson auch der Name Felix Magath gehandelt. Der ist zumindest schon mal gut vernetzt.
  • Vernetzung wird – wie es aussieht – im Bundesligafußball aber wohl überbewertet. Auch ohne Sportvorstand und eigenes Zutun stehen beim Club die Trainer auf der Matte. Da ist Bundesligaerfahrung genauso dabei, wie regionaler Bezug , die in einem Fall sogar noch mit einer gewissen Weltläufigkeit gepaart ist. Und das ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Wenn sich die Trainerfindung als genauso easy erweist wie das Einkaufen im Baumarkt, dann könnte sich Klein-Grethe eventuell überlegen, das Geld für einen Sportvorstand ganz einzusparen.
  • Via Facebook hat sich jetzt auch Michael Köllner zur Wort gemeldet. Er werde sich erst einmal der „Erholung und Aufarbeitung“ widmen. Trotzdem wurde er zusammen mit dem gleichfalls entlassenen Sportvorstand Andreas Bornemann beim Spiel unserer U19-Mannschaft gesichtet.

Das Spiel:

Schon wieder ein Montagspiel in Nürnberg. Mit Stinkefingern und der Ankündigung, die Ligabosse „in der Pfeife rauchen“ zu wollen, protestierten die organisierten Fans. Berechtigt! Später gabs dann leider auch noch Tennisbällchen und schwarzen Rauch.

Doch eigentlich interessanter war, was sich im Spiel eins nach Köllner/Bornemann geändert hatte. Da standen mit Kubo und Löwen zwei Spieler in der Startelf, die zuletzt kaum berücksichtigt wurden. Dagegen saß Mikael Ishak wieder nur auf der Bank.

Auffällig auch die Art, wie sich die Mannschaft gegen den Tabellführer reinschmiss. Hinten wurde Beton angerührt, was dazu führte, dass der Club kaum in die gegnerische Hälfte und bei den Ballbesitzwerten zunächst gerade mal auf 20 Prozent kam.

Die Dortmunder rannten sich meistens in der vielbeinigen Clubabwehr fest und wenn es doch einmal brenzlig wurde, war Mathenia auf dem Posten. Kurzzeitig gab der Club dann aber doch die Zurückhaltung auf. Nach einer knappen halben Stunde hatte Kapitän Hanno Behrens sogar zwei Großchancen und Pech. Kurz darauf hatte der Club wiederum Glück. Sancho fiel nach einem Zweikampf mit Leibold im Strafraum um. Da hätte es auch Elfmeter und einen Einspruch aus Köln geben können (aber vlt. arbeiten die montags nicht). So ging es dann torlos in die Pause. Einen Eckball für die Dortmunder ließ der aus Hannover stammende Schiedsrichter zuvor übrigens nicht mehr ausführen, wohl um sich ein weiteres Bälletheater zu ersparen.

Nicht schön, aber was das Unterbinden des Dortmunder Spielflusses anging erfolgreich, ging es in der zweiten Hälfte weiter. Über weite Strecken mit Mann und Maus hielt die Clubabwehr die Gäste vom Tor fern. Neben Mathenia verdienten sich dabei besonders Ewerton und Behrens Bestnoten.

Dem BVB fiel gegen die aufopferungsvoll abwehrende Clubelf nicht mehr viel ein. Auch Joker Alcacer stach nicht. Ishak, der – ungewohnt – bereits nach einer guten Stunde eingewechselt wurde, allerdings auch nicht.

Am Ende rettete der Club die Null ins Ziel. Mit einer bewährten Taktik. Also völlig unköllnerlike.

Ein Letztes:

Kaum hissen wir das Deppen-Fähnchen, schon ist der Club in der deutschen Fußballwelt wieder Thema. So wundert sich beispielsweise Arnd Zeigler, warum Trainer und Sportvorstand gehen mussten, obwohl die Mannschaft doch eine Galavorstellung nach der anderen abgeliefert hat.