Mit Glück bei der Fortuna gepunktet

dpaDas Spiel in Düsseldorf war fast eine Blaupause zur peinlichen Heimniederlage gegen Sandhausen. Nur, dass diesmal der Club auf der Sonnenseite stand. Die Fortuna machte fast durchgehend das Spiel. Nur halt keine Tore. Der Club stand hinten zwar nicht ganz sicher, aber immerhin – auch dank der Rückkehr von Margreitter – stabiler als zuletzt. Und dann hatte der Club einerseits jenes Glück, das die Düsseldorfer diesmal nur im Namen hatten. Und andererseits mit Guido Burgstaller auch den abermaligen Matchwinner. Dazu kam, dass uns Schiedsrichter Rene Rohde in manchen Situationen zumindest nicht benachteiligt – oder sagen wir mal: zu unseren Gunsten genau hingesehen – hat. Zum Beispiel in der 28. Minute als der Düsseldorfer Bebou im Nürnberger Straßraum hinfällt. Dass da vor allem der Rasen dran Schuld war, wäre nicht allen DFB-Unparteiischen aufgefallen.

Da stand es allerdings bereits 1:0 für den Club. Bereits nach sechs Minuten machte Burgstaller seinen 13. Treffer in dieser Saison. Auf Vorlage von Miso Brecko übrigens, dessen Flanken sonst nicht unbedingt immer den eigenen Mann finden.

Das frühe Tor baute den Club natürlich auf. Düsseldorf rannte zwar weiter an. Aber, das kennen wir aus dem Sandhausen-Spiel: Für Überlegenheit und Ballbesitz kannst du dir nichts kaufen. Im Gegenteil: Das scheint eher zu lähmen und die Fehleranfälligkeit zu erhöhen. Folglich versiebten die Fortunen ihre durchaus vorhandenen Chancen meist kläglich.

Wenn die Heimmannschaft das Spiel macht und der Club nur reagieren muss, fällt andererseits auch jene in dieser Woche diskutierte Schwäche nicht so ins Gewicht: der fehlende Leader in der Abwehr. Wobei uns der schon seit dem Weggang von Timmy Simons fehlt. Aber das nur am Rande.

In der zweiten Hälfte bot sich das gleiche Bild. Düsseldorf fand nicht die geeigneten Mittel. Der Club wartete auf Konter. In der 66. Minute, also ziemlich genau eine Stunde nach dem 1:0, war es dann soweit. Diesmal legte Burgstaller super für Matavz auf. Der setzt sich dann gut durch und hebt den Ball ins Düsseldorfer Tor. Kurz darauf hatte der Club sogar noch die Chance, auf 3:0 zu erhöhen. Bei den Düsseldorfern kam jetzt zum nach wie vor vorhandenen Bemühen noch Verzweiflung hinzu. Aber dann endlich auch mal Glück, als der Schiedsrichter in der 87. Minute Ayhan für sein brutales Einsteigen gegen den eingewechselten Kammerbauer nicht mit Rot bestrafte. Allerdings hatte Schiri Rohde zuvor schon bei Burgstaller mal ein Auge zugedrückt. So dass wir uns auch hier nicht beschweren dürfen.

Alles in allem: Ein gelungener Ausflug nach Düsseldorf und eine Wiedergutmachung für das Sandhausenspiel.

Guido, wir werden dich vermissen!

1470805079So schnell läuft das in Liga 2. Da zählt man gerade noch die Differenz zu den Aufstiegsrängen und schon geht es in die andere Richtung. Wahrscheinlich war in den Köpfen der Clubspieler auch schon der Dreier gegen den SV Sandhausen so gut wie eingefahren. Im Laufe der Partie verfestigte sich das dann wohl noch, denn der Club spielte eine halbe Stunde lang nur auf das Tor des SVS. Der konnte sich erst in der 28. Minute befreien. Da sprang Kuhn über den vollkommen unmotiviert reingrätschenden Bulthuis, kann allein aufs Tor zusteuern, zu Wooten passen und der stellt das Spiel auf den Kopf.

Das bekam da schon der ersten Knacks. Denn beim Club schwand das Selbstvertrauen und die Ordnung. Dazu häuften sich die Fouls, mit denen die Sandhausener dem FCN schon im Mittelfeld regelmäßig den Zahn zogen. Die hofften offenbar darauf, dass Schiri Dr. Martin Thomsen ihnen die gesamten 90 Minuten wohlgesonnen ist. Das tat er dann aber doch nicht. Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff durchbrach Guido Burgstaller (wer sonst?) die allgemeine Clublethargie, ließ drei Gegner stehen und konnte von Kulovits nur mit einem Foul gebremst werden. Der hatte vorher schon Gelb gesehen und durfte dann vorzeitig seinen Trainingsanzug überziehen. Mehr als eine Halbzeit hatte der Club also noch, den Rückstand wettzumachen und das mit einem Mann mehr.

Die nun auch zahlenmäßige Überlegenheit mündete zwar in einer Art Powerplay, das aber spätestens am Strafraum der Weißen verpuffte. Meistens aufgrund von Fehlpässen und der Kompromisslosigkeit, mit der Sandhausen verteidigte. Der Club rannte immer planloser an, fand jedoch nicht den Schlüssel, um die dezimierte Gästemannschaft zu knacken.

Dabei hätte hier viellich der ehemalige Sandhausen-Trainer Alois Schwartz im Vorfeld den einen oder anderen Tipp geben können. Schließlich kennt er den Gegner aus dem FF. Und wenn es vorne nicht klappt, dann kommt auch noch Pech dazu. Bei einem der wenigen Entlastungsangriffe des SVS schießt Klingmann einfach mal in Richtung Kirschbaum. Abermals ist Bulthuis der Unglücksrabe und fälscht den Schuß unhaltbar ab. 0:2! Blöder kann ein Spiel nicht laufen.

Trotzdem waren immer noch 35 Minuten Zeit und der Club immer noch einen Mann mehr. Doch den elf Nürnbergern fiel gegen die zehn Gäste weiterhin nichts ein. Ein ums andere Mal flogen zwar Bälle in den Strafraum, doch jedesmal wurden sie abgefangen. Beim Club paarte sich langsam Panik mit Verzweiflung. Und dann kam es noch dicker. In der 76. Minute machte der Gegner vor, wie man auch ohne Hilfe eines Gegenspielers trifft und Lukasik erhöhte sogar auf 0:3. Da war es dann endgültig ein gebrauchter Tag.

Dass dann Guido Burgstaller mit einer schönen Einzelaktion noch den Ehrentreffer erzielte, machte es eigentlich nur noch schlimmer. Denn dass der Österreicher nicht zu halten sein wird, wurde angesichts dieses Spiels überdeutlich. Wer selbst gegen Sandhausen zuhause und in Überzahl verliert, der kann sich jedweden Aufstiegstraum abschminken und damit auch die dringend nötigen Einnahmen, die nötig wären um Burgstaller zu halten. Guido, wir werden dich vermissen! Erst recht angesichts des blutleeren und brozlosen Gekickes, das deine Nochmannschaftskamerade heute abgeliefert haben.

Einfach eine Klasse besser

28.11.2016 --- Fussball --- Saison 2016 2017 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 14. Spieltag: VfB Stuttgart - 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN Club --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / DaMa --- Tor zum 1:0 - Torschütze Simon Terodde (9, VfB Stuttgart ) gegen Laszlo Sepsi (6, 1. FC Nürnberg / FCN )

Das 1:3 (0:2) des 1. FC Nürnberg beim VfB Stuttgart am Montagabend darf getrost unter der Kategorie „erwartbar“ verbucht werden. Es hat sich über weite Strecken das gezeigt, was Experten schon vorher ausgemacht hatten: Dass zwischen den beiden Teams ein Klassenunterschied herrscht. So gesehen, war das Ganze aus Nürnberger Sicht dann doch recht ansehnlich. Denn mitgehalten haben die Rot-Schwarzen ja ganz gut. Für einen Sieg hätte die Leistung dennoch nicht gereicht. Höchstens ein Unentschieden, das wäre mit viel Dusel vielleicht drin gewesen.

Die Sturm- und Drang-Phase des 1. FC Nürnberg währte jeweils nur kurz. Lediglich zur Mitte des ersten Durchgangs, beim Stande von 0:1 aus Club-Sicht, und zum Ende der Partie hin, nach dem 1:2-Anschluss durch Möhwald (80.), sahen die mitgereisten fränkischen Fans ihren FCN zielstrebig nach vorne kombinieren. Zweimal scheiterte der 1. FCN zudem am Innenpfosten: In der 28. Minute hatte Kempe den Ball aus rund 25 Metern auf die Reise geschickt, in der 72. Minute hatte der zuvor für Salli eingewechselte Teuchert Pech, als sein Kopfball vom Elfmeterpunkt ebenfalls ans Aluminium prallte. Darüber hinaus verwehrte Schiedsrichter Drees dem Club einen Treffer, weil Burgstaller eine Sepsi-Hereingabe zwar ins Tor verlängerte, dabei aber knapp im Abseits stand (69.). Als positiv festzuhalten bleibt, dass sich der 1. FC Nürnberg nach der Halbzeitpause aktiver und wacher präsentierte. Eine Trotzreaktion war aber auch das mindeste, was man von der Truppe von Trainer Schwartz erwarten konnte.

Schließlich hatte sie vor allem die ersten Minuten der Partie komplett verpennt. Das 1:0 für den VfB resultierte aus einer mangelhaften Defensivaktion. Terodde setzte Asano mit einem starken Pass durch die Schnittstelle der Nürnberger Abwehr in Szene, der startete durch und legte quer ins Zentrum, wo erneut Terodde bereitstand und die Kugel nur noch einschieben musste (3.). Youngster Kammerbauer und Bulthuis waren dabei nur Statisten. Das 2:0 zerstäubte dann die aufkeimenden Nürnberger Hoffnungen schnell. Erneut war es Terodde, der Club-Keeper Kirschbaum überwand und das 2:0 markierte (33.). Das 3:1 durch Asano kurz vor dem Schlusspfiff war dann letztendlich nur noch Ergebniskosmetik. Denn auch an dem 1:2 wäre wenig zu rütteln gewesen: Eine Chance hatte der FCN nach dem Anschlusstreffer nicht mehr.

Kein Sieger im Frankenderby

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Wer ist die Nummer eins in Franken? Die Antwort ist erst einmal vertagt. Tabellarisch sind es weiterhin die Kickers aus Würzburg. Gefühlt ist es der Club. Das Frankenderby ging zwar 2:2 aus. Doch der Club erzielte seine Tore dank einer Energieleistung von Guido Burgstaller und dank des Powerplays in der Schlussphase. Die Würzburger hingegen machten ihre mit Glück und mit Hilfe von Schiedsrichter Gerach.

Zunächst herrschte allerdings Langeweile im Derby, das in dieser Konstellation zum letzten Mal vor etwas 40 Jahren stattfand. Die Würzburger waren als Sechster zum Neunten gekommen. Insofern war ein gewisser Respekt sicher gerechtfertigt. Dazu kam wohl auch, dass man den Aufsteiger noch nicht so kennt und schon deswegen Vorsicht walten ließ. Die erste Halbzeit fand deshalb fast ausschließlich im Mittelfeld statt. Torszenen gab es so gut wie keine. Die Abwehrreihen standen gut und für die ohnehin schon unter unwirtlichen Witterungsbedingungen leidenden Zuschauer gab es wenig, woran sie sich erwärmen konnten. Bis zur 45. Minute. Da zeigte Guido Burgstaller, wie wertvoll er für den Club ist. Mit einer Einzelaktion tanzte er erst drei Würzburger aus und brachte dann noch den Ball im Tor unter. Gerade noch rechtzeitig, bevor Schiri Gerach zur Pause in die Pfeife blasen konnte.

Jetzt, so schien es, war das Abwehrbollwerk der Unterfranken geknackt und der von diesen nicht ungeschickt zum Favoriten gestempelte FCN auf der Siegerstraße. Zumal der Club weiter drückte und dem 2:0 näher war. Bis zur 54. Minute. Da landete der Ball beim Würzburger Soriano, der den Ball einfach mal aus der Drehung Richtung Tor zog und weil Mühl ihn noch abfälschte, gab es für den ansonsten wieder talelosen Thorsten Kirschbaum nichts zu Halten. Schlimm genug, dachte man. Doch nur eine Minute später attackiert Hovland den eingewechselten Rama vor dem Strafraum, der fällt dann erst innerhalb des Sechzehners und der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt. Verdient war der Elfer allenfalls aufgrund der im Vergleich zum Clubverteidiger besseren Schauspielleistung des Würzburgers. Die Kickers drehten so innerhalb von nicht einmal zwei Minuten ein vom Club schon gewonnen geglaubtes Spiel. Dazu holte sich der im Spielaufbau wieder einmal arg ausbaufähig agierende Clubkapitän Miso Brecko auch noch die fünfte gelbe Karte und fehlt somit gegen den VfB Stuttgart.

Das war es dann aber mit den Blackouts zuungunsten des FCN. Der machte weiter Druck, zumal Trainer Schwartz auch noch mit Teuchert und Salli zwei frische Offensivkräfte einwechselte und zwar bereits nach einer Stunde (bislang wechselte er meistens wesentlich später). Der Club schnürte die Kickers teilweise regelrecht in deren Hälfte ein. Allerdings dauerte es bis zur 89. Minute ehe ausgerechnet Hovland den längst verdienten Ausgleich markierte. Zu mehr reichte es dann leider nicht. Schade!

Hauptsache drei Punkte

2764529253Beim Spiel in Aue durfte Sylvestr gegen seinen Ex-Verein mal wieder von Anfang an spielen – und kurz vor der Pause hätte er vielleicht sogar ein Tor erzielen können, aber er verpasste die Flanke Kempes. Aus Club-Sicht war das indes nicht schlimm, denn Möhwald stand völlig frei und erzielte mit einem Flachschuss das zu diesem Zeitpunkt durchaus etwas überraschende Führungstor für die Nürnberger. Die Defensive von Erzgebirge Aue hatte den Mittelfeldmann völlig aus den Augen verloren. Der Treffer in der 44. Minute war einer der wenigen Höhepunkte einer ereignisarmen ersten Hälfte.

Auch im zweiten Abschnitt vermochte keines der Teams zu überzeugen. Sylvestr, wegen des Ausfalls von Matavz in die Startelf gerückt, konnte die Chance nicht nutzen und machte nach 81 Minuten für Teuchert Platz. Ein anderer dagegen traf gegen seinen alten Arbeitgeber. Nicky Adler, der in der Abstiegssaison 2007/08 ein wenig erfolgreiches Gastspiel beim Club gegeben hatte, besorgte den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Nach einer Flanke des Auers Hertner gewann dessen Teamkollege Kaufmann das Kopfballduell gegen Sepsi und lenkte den Ball ins Zentrum, wo Köpke den Nürnberger Abwehrchef Hovland abbblockte – Adler war zur Stelle und besorgte das 1:1 (60.). Kurz darauf hätte Susac die Gastgeber sogar in Führung bringen, aber sein harmloser Kopfball aus aussichtsreicher Position ist kein Problem für Club-Torsteher Kirschbaum (67.).

 

Und so hat am Ende doch der 1.FC Nürnberg die Nase vorn. Standardspezialist Möhwald setzte mit einem Eckstoß Burgstaller in Szene, dessen Kopfball von Kaufmann unhaltbar abgefälscht wird. 2:1 für den Club durch Burgstallers zehntes Saisontor (77.). Nach einem wenig ansehnlichen Spiel steht als Fazit: Hauptsache drei Punkte. Für Aue dürfte es in dieser Verfassung nicht einfach werden, die Klasse zu halten.

 

Nur 1:1 beim Schlusslicht

366189949Ausgerechnet beim Tabellenletzten St.Pauli riss die kleine Club-Siegesserie. Am Millerntor gab es nur ein 1:1 nach einem Spiel, das durchaus als seltsam bezeichnet werden kann. Denn eigentlich hatte man nie das Gefühl, der Gegner stünde zu Unrecht im Keller. Das war zwar alles bemüht und von viel Einsatz geprägt, was St. Pauli da ablieferte. Aber eben auch sehr limitiert und fehlerbehaftet. Dass die Hamburger dann trotzdem bereits in der 6. Minute in Führung gingen war einerseits einer Fehlentscheidung (Abseits) vom indisponierten Schiri Harm Osmers zu verdanken, andereseits auch einem eklatanten Komminikationsproblem in der neu formierten FCN-Abwehr. Hovland, Sepsi und Kirschbaum waren sich nicht einig, wer den Ball wegschlägt. Sepsi passte dann einfach zu Buchtmann, der sich mit dem 1:0 revanchierte.

Anders als durch eine solche Blödheit, so schien es, hätte dieser Gegner wohl kaum ein Tor erzielt. Das zog sich eigentlich durchs ganze Spiel. Immerhin dauerte es nicht mal eine Viertelstunde ehe Burgstaller (wer sonst?) nach einer Ecke den Ausgleich markierte. Jetzt, so hofften nicht nur wir, setzt der Club seine spielerische, gedankliche und körperliche Überlegenheit um und nagelt das Schlusslicht am Tabellenende fest. Doch aus der gefühlten Überlegenheit resultierte leider nichts. Auch hier half Schiri Osmers wieder ein bisschen mit, als er nach einer halben Stunde ein klares Handspiel von Hedenstad nicht mit einem Elfer ahndete.

Nun ja, es war noch genug Zeit. Der Club legte aber nicht noch einen Zahn zu, auch der Zeugwart reagierte nicht auf die offensichtlich falsche Stollenwahl. Stattdessen passte sich unsere Mannschaft immer mehr dem Gegner an, produzierte selber Fehlpässe am laufenden Band und agierte planlos und mit Einzelaktionen. Als St. Pauli am Ende nicht mehr konnte, zog der Club brav mit und konnte auch nicht mehr. Auch Trainer Alois Schwartz konnte dann irgendwie nicht und schaffte es nicht, rechtzeitig frische Kräfte auf den nassen Rasen zu bringen. Am Ende hatte dann sogar noch St.Pauli die Riesenchance auf den Siegtreffer. Da musste man sogar noch froh sein über den Punkt. Wobei an diesem Montagabend für den Club wesentlich mehr drin gewesen ist.

2:3 gegen Schalke: „Ich werd verrückt, ein Tor!“

Fuflball: DFB-Pokal, 1. FC N¸rnberg - FC Schalke 04, 2. Runde am 26.10.2016 in Grundig Stadion, N¸rnberg (Bayern). Der N¸rnberger Tobias Kempe (r) erzielt gegen Schalkes Torwart Ralf F‰hrmann (3.v.l.) das 2:3 per Elfmeter. Foto: Daniel Karmann/dpa (Wichtiger Hinweis: Der DFB untersagt die Verwendung von Sequenzbildern im Internet und in Online-Medien w‰hrend des Spiels (einschliefllich Halbzeit). Sperrfrist! Der DFB erlaubt die Publikation und Weiterverwertung der Bilder auf mobilfunkf‰higen Endger‰ten (insbesondere MMS) und ¸ber DVB-H und DMB erst nach Spielende.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

„Drei, vier, fünf, Aogo. Aaaaaaahogo streichelt den Ball. Ahhhhh ist das schön. Auf die Schwimmbadkurve, und der Club schwimmt. Flachschuss. Ahhhh. Die Kirsche ist unten. Der Kirschbaum hat die Pille.“
– Günther Koch im FCN-Fanradio zu Beginn der zweiten Hälfte 

FCN-Aufsichtsrat und Reporterlegende Günther Koch (GüKo), der das DFB-Pokalspiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Schalke 04 am Mittwochabend im Fanradio kommentierte, war sich zu Beginn des zweiten Durchgangs sicher: Das Ding ist durch. Ein Eindruck, den man zu diesem Zeitpunkt teilen konnte. Die erste Hälfte war klar an die Knappen gegangen, Konoplyanka (20.), Huntelaar (31.) und nochmal Konoplyanka (45.) hatten die Blauen in Front gebracht. Doch dann, wie aus dem Nichts, gelang dem Club das 1:3 und es wurde nochmal spannend.

„Ich werd verrückt, ein Tor“, jubelte GüKo, nachdem sich Burgstaller auf der linken Außenbahn durchgetankt und den Ball in die Mitte gebracht hatte, wo Kempe am langen Eck draufhielt und Schalkes Baba anschoss, der die Kugel ins eigene Netz bugsierte (59.). Plötzlich war wieder Leben im Nürnberger Spiel gegen die in den zweiten 45 Minuten lethargischen Gäste. Erstmals in dieser Partie entfachte der Club Druck auf das gegnerische Tor – und das zahlte sich aus. Wieder über links war es in der 66. Minute Behrens, der Fahrt aufnahm, nach innen zog und in den Sechzehnmeterraum eindrang. Dort rauschte Junior Calcara an und grätschte ihn um – Elfmeter!

Und GüKo? Der rastete im Fanradio nun richtig aus. „Strafstoß für Nürnberg. Das ist die Hölle!“, brüllte der 74-Jährige in das Mikrofon. Tatsächlich wurde es ungemütlich für den Bundesligisten aus Gelsenkirchen, denn Kempe verwandelte den Elfer sicher mit einem strammen Flachschuss ins linke untere Eck (68.). Es folgte ein kaum mehr für möglich gehaltenes Aufbäumen beim FCN, man merkte der Truppe von Coach Alois Schwartz an, dass sie sich inzwischen gefunden hat. Doch es reichte nicht mehr für ein drittes Tor. Da half auch aller Enthusiasmus von GüKo („Merkt euch eins, der Teuchert wird noch Nationalspieler, das sage ich euch heute“) nichts.

Insgesamt betrachtet, ging der Sieg für den FC Schalke 04 in Ordnung. Zu fehleranfällig und löchrig hatte sich die wegen Bulthuis‘ Ausfall notgedrungen umformierte Abwehr um die Innenverteidiger Hovland und Mühl präsentiert. Die Gegentreffer durch Konoplyanka fielen beide nach Ecken und hätten durch klugeres Stellungsspiel trotz Klassenunterschied verhindert werden können. Günther Koch machte in seiner Analyse noch einen Schuldigen aus: „Was der Salli hier geboten hat, ist eine Unverschämtheit“, befand der Aufsichtsrat. Auch wenn er mit Salli unserer Ansicht nach hier zu hart ins Gericht ging, hatte er in einer weiteren Äußerung recht: Am Ende fehlte die Kraft.

„Salli, ein vogelwilder Fußballer. Ein Leichtgewicht, 1,70 Meter groß, 55 Kilo. Dunkelhaarig, dunkelhäutig sowieso.“
– Günther Koch im FCN-Fanradio nach der Einwechslung von Edgar Salli

 

Nürnberg ist für Bader kein gutes Pflaster

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Nach den jüngsten Siegen kehrte beim Club wieder Euphorie ein. Trotzdem war noch nicht so ganz klar, ob wir uns nach oben oder eher nach unten orientieren müssen. Die letzten Gegner waren nicht unbdeingt die Top-Teams der 2.Liga. Anders war das bei Hannover 96. Der mittlerweile vom Ex-Club-Sportdirektor Martin Bader gemanagte Bundesligaabsteiger ist – zumindest vom Namen und vom finanziellen Bachground her – eine andere Nummer als beispielsweise der KSC.

Doch dann dauerte es gerade einmal vier Minuten und der FCN zeigte, wer hier Herr im Haus ist. Möhwald passte auf Kempe. Dessen Schuss konnte der beim Club ausgebildete 96-Keeper Sahin-Radlinger nur nach vorne abklatschen. Matavz sagte danke und schob den Ball zur frühen Führung ins Netz. 96 drängte dann auf den Ausgleich. Aber das sah alles ziemlich Bader-like aus. Blutleeres Blenden und eher behäbig in der Birne. Der Club ging die 96er schon im Mittelfeld an und schnappte sich ein ums andere Mal die doch sehr durchsichtig angesetzten Pässe. Etwa in der 21. Minute als Petrak an der Mittellinie den Ball eroberte zu Matavz spielte, der schickte Möhwald, dessen Flanke dann Burgstaller zum 2:0 einköpfen konnte.

Danach konnte es der Club noch ein bisschen lockerer angehen lassen. Hannover hatte zwar weiterhin ein optisches Übergewicht. Aber richtig gefährlich wurde es vor dem Kasten von Kirschbaum kaum. Der Club spielte durchaus clever und lie0 kaum etwas anbrennen.

In der 2. Hälfte musste die neue Nummer 1 im Clubtor allerdings mehrfach zeigen, was sie drauf hat. Hannover verstärkte den Druck noch weiter. Die größte Chance zum Anschlusstreffer bot sich in der 72. Minute, als Schiedsrichter Jöllenbeck auf den Elfmeterpunkt zeigte. Brecko hatte Klaus gefoult. Doch wie schon gegen den KSC erwies sich Kirschbaum als Elfmeterkiller.

Bei ihm (allerdings – das müssen wir selbstkritisch konstatieren – auch bei Trainer Alois Schwartz) zeigt sich allmählich, dass sich Geduld auszahlt. Der vielgeschmähte und zeitweise sogar auf die Tribüne verbannte Clubtorwart ist mittlerweile ein echter Stabilitätsfaktor. Dass er seinerzeit noch von Martin Bader eingekauft wurde, belegt, dass der nicht immer verkehrt gelegen ist. Andererseits belegt Bader auch, dass man in Nürnberg manchmal schon zu viel Gedlud gehabt hat.

Nur ein paar Knalltüten trüben die Freude

1175463410Gestartet waren sie auf Augenhöhe. Sowohl der Club als auch der KSC hingen mit jeweils 8 Punkten im unteren Mittelfeld der 2. Liga fest. Beide allerdings mit etwas Rückenwind zum Schluss. Im Karlsruher Wildparkstadion hatten die Gäste allerdings von Anfang an mehr vom Spiel. Der Club hatte ein deutliches Übergewicht. Aber was nutzt es, wenn du nur halb so viele Fehlpässe produzierst, wenn der Ball dann letztlich doch irgendwann bei einem blauen Karlsruher landet. So hatten die Beobachter der ersten Halbzeit genug Muße, sich über Verwandschaftsbeziehungen auszulassen. Immerhin war Tobias Kempe für den gesperrten Edgar Salli in die Startelf gerutscht und traf so auf seinen Bruder Dennis, der beim KSC einen Stammplatz hat. Genauso wie Enrico Valentini, dem Bruder der Club-Pressesprecherin.

Da werden dann Spielbeobachter zu Yellow-Press-Kaspern. Aber irgendwie muss man sich ja die Langeweile vertreiben. Dieser Zustand dauerte allerdings nur bis zur 53. Minute: Da zerrte Hovland plötzlich einen Karlsruher im Strafraum zu Boden und Schiri Zwayer entschied auf Elfmeter. Der war sicher berechtigt. Allerdings wäre eine KSC-Führung nach dem bisherigen Spielverlauf völlig unverdient gewesen. Das dachte sich wohl auch Nürnbergs neue Nummer 1 im Kasten, Thorsten Kirschbaum und parierte den vom Bruder der FCN-Pressesprecherin getretenen Strafstoß bravourös.

Und wie das im Fußball so ist: Was man vorne vergeigt, muss man hinten büßen. So war es dann auch für den KSC. Nach einer Stunde scheiterte Behrens erst mit seinem Schuß am KSC-Keeper, aber Club-Torjäger Guido Burgstaller konnte den Abpraller eintüten. Sechs Minuten später war es erneut Burgstaller, der nach einer Ecke das 2:0 drauf setzen konnte. Endlich verpuffte mal ein Clubstandard nicht kläglich in der blauen Abwehr. Zudem setzte sich Burgstaller damit an die Spitze der Zweitliga-Torjäger.
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Nachdem die Karlsruher sich relativ hilflos um eine Wende bemühten, konnten wir eigentlich schon eine Flasche aufmachen und den Sieg feiern. Doch irgendwie scheint beim Club immer einer die Deppenposition besetzen zu wollen (wobei manche dabei die Absicht verfolgen, ein Arschloch zu sein). Wenn sich in der Mannschaft keiner findet, dann springen da ein paar Idioten ein, die vorgeben Clubfans zu sein. Nachdem einige dieser Selbstdarsteller wiederholt Böller gezündet hatten, musste Schiri Zwayer die Partie für sieben Minuten unterbrechen.

Von dieser Idiotenunterbrechung ließ sich die Clubmannschaft gottseidank nicht irritieren. Kurz vor Schluss erhöhte Matavz sogar noch auf 3:0. Der Club fuhr seinen zweiten Auswärtssieg ein. Der Aufwärtstrend wurde bestätigt. Zudem liegen wir mittlerweile vor den Fürthern. Eigentlich läuft es, wäre da nur nicht das Deppenproblem…

Na also: der erste Heimsieg

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Geht doch! Nach dem Sieg in Bielefeld hat der Club auch sein Heimspiel gegen die Eisernen aus Berlin gewonnen. Die liegen dem FCN bekanntlich. Auch diesmal fanden sie nicht die richtigen Mittel, um den Club zu knacken. Obwohl sie vor dem Spiel auf Rang 2 und der FCN auf 16 stand.

Aber auch beim Club fehlten erst einmal die Mittel. Zwar hatten die Ultras bei ihrer Choreo Kampf eingefordert. Doch erstmal gab es Krampf auf dem Platz – vor übrigens fast schon beschämend leeren Rängen.

Fehlpässe, Mittelfeldgeplänkel, kaum geordnete Aktionen und jede Menge Nickligkeiten prägten das Spiel. Nach 39 Minuten stieg dann der bereits verwarnte Pedersen hart gegen den diesmal tadellosen Clubkeeper Thorsten Kirschbaum ein und flog vom Platz. Jetzt aber, dachten wir. Schließlich konnte auch gegen die Arminia eine Überzahl letztlich zum Sieg genutzt werden. Beim ersten gefährlichen Gegenstoß sprintete Edgar Salli auf links los. Aber statt eine Torchance zu generieren, stellte er wieder Parität her. Übermotiviert greift er seinem Gegenspieler Hedlung ins Gesicht und sieht ebenfalls das zweite Gelb. Doch es dauerte nur drei Minuten, in denen man sich über die Blödheit der Clubmannschaft auslassen konnte. Dann fasste sich der diesmal torgefährlichste Clubspieler (zumindest von denen, die in der Startelf standen) ein Herz: Aus 20 Metern zog Kevin Möhwald ab und überrascht damit den offenbar von dem bisherigen Mittelfeldgeplänkel eingelullten Gästetorwart Busk. Verdient war die Führung nicht. Aber andererseits sind wir auch schon oft unverdient hinten gelegen.

Ins Schleudern kam da auch die twitternde Clubpressestelle. Offenbar zählt man da schon die Platzverweise mit.

Andererseits ist ja auch die Clubpressestelle, übrigens eine der bestbesetzten im ganzen Profifußball, inzwischen mitbeteiligt, wenn der Club gewinnt. Heute erst hatte Katharina Fritsch (vormals Wildermuth) ihren ersten größeren Arbeitsnachweis und liefert dann gleich noch den Beweis mit, dass sich sowas wirklich in der Tabelle niederschlägt.

Doch zurück zum Spiel. Da drückte erst der Club. Kevin Möhwald hätte eigentlich zwei Treffer nachlegen müssen. Auch Burgstaller und Matavz hatten exzellente Chancen. Bis etwa zur 60. Minute war der Club nahe am 2:0. Doch dann ging offenbar gar nichts mehr. Uniontrainer Keller nahm seinen Schwachpunkt in der Abwehr raus (Schönheim) und ab da drängte nur noch Union. Die haben offenbar auch mitbekommen, dass der Club im Gegensatz zu früher gegen Ende gerne mal schwächelt und die Konzentration verliert. Und dass wir die Null halten können, haben wir bislang auch noch nicht nachweisen können. Doch diesmal zeigte sich nicht nur Kirschbaum verbessert. Auch die Innenverteidiger Hovland und Bulthuis machten einen stabilen Eindruck. Zudem wirkte Union, das im Gegensatz zum Club das letzte Spiel am Montag austragen musste, nicht ganz auf der Höhe. Trotzdem passierte beim FCN nach vorne gar nichts mehr. Das änderte sich erst als Alois Schwartz in der 80. Minute Cedric Teuchert einwechselte. Der brauchte nur drei Minuten (schon wieder) um den Sack zuzumachen. Abgeklärt ließ er nach einem Bulthuis-Zuspiel den Torwart aussteigen und schob den Ball dann zum 2:0 ins Netz.

Fazit: Es geht aufwärts. Allerdings hat der Club noch viel Luft nach oben. Aber mit Teuchert auch einen, der nicht nur Tore machen, sondern vielleicht auch dafür sorgen kann, dass künftig wieder mehr Leute den Weg ins Stadion finden.