Schade, es wäre zu schön gewesen!

3423278530Das war nix! Der Club hätte eine gute Saison mit dem Aufstieg krönen können. Der Club hatte einen Gegner, der offensichtliche Defizite aufwies. Der Club hatte auch noch Glück, kam mit einem Auswärtstor aus dem Hinspiel in Frankfurt zurück. Die Fans hängten sich mit einer aufwändigen Choreo rein. Halb Nürnberg war auf den Beinen. Es war also alles angerichtet für ein Fußballfest mit anschließender Aufstiegsfeier. Doch dann vergaß der Club das Fußballspielen.

Die erste Hälfte verlief ähnlich wie in Frankfurt. Die Eintracht hatte zwar ein deutliches Übergewicht, drängte den Club hintenrein, war aber unfähig, mal gefährlich aufs Tor zu schießen. Offensichtlich hatte der Club auf diese Unfähigkeit gebaut. Je länger das Spiel jedoch dauerte, desto mehr wuchs der Druck. Zudem ließen auch die Kräfte und die Konzentration nach. Das erwies sich auch schon in Frankfurt, wie kräftezehrend diese Mauertaktik ist. Letztlich wuchs die Gefahr für das Tor vom Raphael Schäfer praktisch minütlich. In der 66. Minute war es dann soweit. Severovic machte das Tor und die eh nicht besonders intelligente Taktik war im Eimer.

Der Club besann sich dann endlich doch darauf, dass Fußball von Kombinationen, von Zielstrebigkeit und vom Zug zum Tor lebt. Auf einmal deutete die Mannschaft an, wie es auch hätte laufen können. Aber auch die Eintracht kann hinten dicht machen. Auch wenn das mit nicht unbedingt sympathiefördernden Mitteln geschah. Letztlich sah man aber bei beiden Relegationsspielen Ähnliches wie in der Pokalbegegnung gegen die Hertha. Gegen Erstligamannschaften reicht es beim Club einfach nicht. Weder spielerisch, noch taktisch. Letztlich fehlte auch die Erfahrung und das Selbstvertrauen.

Ob das künftig besser wird, da kann man Zweifel äußern. Der Club hätte den Aufstieg aus finanziellen Gründen bitter nötig gehabt. Jetzt werden etliche der Leistungsträger der ja durchaus erfolgreichen Zweitligasaison wahrscheinlich den Verein wechseln und Geld für adäquaten Ersatz ist keines da. Der Club ist erneut am Boden. Hoffentlich rappelt er sich wieder auf. Und hoffentlich werden wir nicht jahrelang dieser so knapp verpassten Chance nachtrauern. Vor allem wurde die ja nicht erst gegen Frankfurt verpasst, wenn man sich nur angesehen hat, wie die Würzburger Kickers (die uns jetzt auch als Gegner blühen könnten) den MSV Duisburg daheim abgefertigt haben, während der Club gegen die drei Punkte verschenkte.

Mit Leidenschaft ein 1:1 geholt

2017734730Mit taktischer Disziplin und Leidenschaft vor allem in der Abwehr holte sich der Club im ersten Relegationsspiel ein 1:1. Das Auswärtstor kann da noch Gold wert sein.

Dabei sah es lange nicht danach aus, als würde der FCN in Frankfurt was holen können. Die Eintracht nagelte die weiß-gekleideten Clubspieler am eigenen Strafraum fest. Wie ein Absteiger spielte die Eintracht auch nicht. Der Club hatte praktisch keine Torchance, sieht man mal von einem Freistoß ab, den Sebastian Kerk aber in den wolkenverhangenen Frankfurter Abendhimmel hämmerte. Umso überraschender, quasi aus dem Phrasenschweinnichts, fiel dann der Führungstreffer. Kerk zirkelte den Freistoß diesmal statt in den Himmel lieber in den Sechzehner. Dort behinderte der Ex-Cluberer Hasebe seinen Mannschaftskapitän Marco Russ, der dann den Ball ins eigene Tor beförderte. Ausgerechnet Russ, der am Tag vorher eine Krebsdiagnose erhalten hatte! Sowas wünscht man seinem schlimmsten Feind nicht. Alles Gute, Marco, aber vor allem für die Gesundheit!

In der zweiten Halbzeit machte die Eintracht zwar druckvoll weiter, aber man merkte, dass sie angeknackst war. Fehlpässe, Missverständnisse und zunehmende Planlosigkeit waren Trumpf. Der Club schien sich da irgendwie negativ beeindrucken zu lassen. Vielleicht dachte man auch, die bekommen es eh nicht mehr hin. Ein Fehler! In der 65. Minute fällt dann der Ausgleich. Unverdient war er bestimmt nicht. Aber sicher vermeidbar. Danach wurde dann auch der Unterschied deutlich zwischen den bisherigen Zweitligagegnern und der Eintracht. Während der Club in der Schlussphase sonst immer noch zulegen und sogar manches Spiel drehen konnte, schien die Eintracht am Ende etwas fitter als der Club.

Für Montag heißt es: Die Ausgangslage ist gut, gewonnen aber noch nichts.

Kleine Trainingseinheit für Schäfer

4221534452Bedeutung für den Club hatte gestern das Spiel in Bremen. Die Begegnung in Paderborn musste lediglich runtergespult werden. Vor allem durfte sich keiner der Vorwurf einhandeln, im Abstiegskampf den Wettbewerb zu verzerren.

Der Club begann ohne den gelbgesperrten Behrens und zunächst auch ohne Burgstaller. Dafür stand Raphael Schäfer nach langer Verletzung wieder zwischen den Pfosten. Ihm für die Relegation gegen die Frankfurter Eintracht wieder etwas Spielpraxis zu vermitteln, war wohl das Hauptziel der Nürnberger Bemühungen. Zeitweise wirkte die Paarung wie Paderborn gegen Schäfer. Letzterer konnte sich auch etliche Male auszeichnen. Hin und wieder hielt er allerdings den Ball nicht fest, ließ ihn zur Mitte abprallen und bescherte dem Gegner damit hochkarätige Torchancen. Doch die Paderborner agierten derart harmlos, dass es eigentlich nie so aussah, als müsste Schäfer in dieser Trainingseinheit nach hinten greifen.

Andererseits stellte sich der Club auch nicht viel besser an. Da lief kaum etwas zusammen. Ohne Guido Burgstaller fehlte der Dampf im Angriffsspiel. Das merkte offenbar auch Trainer Weiler und wechselte ihn nach 55 Minuten für Füllkrug ein. Auch den Nachwuchsspielern Cedric Teuchert und Lukas Möhl gönnte der Coach einen Einsatz. Dass dann ausgerechnet Teuchert den Ball in der 86. Minute doch noch ins Tor stocherte, war irgendwie bezeichnend. Da war allerdings auch im Zweitligaabstiegskampf längst die Luft draußen. Den Paderbornern hätte angesichts der MSV-Führung gegen Leipzig selbst ein Sieg nichts mehr genutzt. Wobei es eh fraglich gewesen wäre, ob dieser SC in der Relegation gegen die Würzburger Kickers eine Chance besessen hätte.

Die besitzt der Club gegen Frankfurt allerdings auch nicht, wenn er so wie heute in Paderborn auftritt. Hoffen wir mal, dass er noch ein paar Gänge hochschalten kann, wenn es am Donnerstag und am übernächsten Montag wieder um etwas geht.

Club gewinnt netten Sommerkick

3818787460Diesmal hat der Club seine Hausaufgaben gemacht. Bei bestem Frühsommerwetter, vor 50.000 Zuschauern und gegen einen sympathischen Gegner. Da erledigt man seine Hausaufgaben gerne. Blöd nur, wenn die dann nichts mehr nützen.

Im Parallelspiel in Leipzig besiegten nämlich die Roten Bullen den KSC und machten damit den Aufstieg klar. Der Club hat jetzt also den Relegationsplatz sicher. Die letzten Hoffnungen, doch noch den Direktaufstieg zu schaffen, sind dahin.

Gleich von Beginn an deutete der Club an, dass er gegen den FC St. Pauli nichts anbrennen lassen wollte. Der Dauerdruck auf das von Himmelmann gehütete Pauli-Tor wurde in der 22. Minute belohnt, als Füllkrug den Ball ins Gästetor stocherte. Danach nahm der Club den Druck etwas raus. Was fünf Minuten später beinahe bestraft worden wäre. Den durchgebrochenen Keller konnte Margreitter nur mit einem Foul stoppen. Er wa letzter Mann, was die Rote Karten bedeutet hätte. Schiri Fritz entschied jedoch auf Abseits. Fälschlicherweise. Das war nett.

Danach plätscherte das Spiel dahin. Der Club war überlegen, ohne aber zwingende Chancen herauszuspielen. St. Pauli hoffte auf Konter. Aber beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie sich kein Bein für eine Ergebnisänderung ausreißen wollten.

Beim Club schien es eher darum zu gehen, dass sich vorbelastete Spieler ihre Gelbe abholen, um dann für die Relegation clean zu sein. Irgendwann schien dann auch auf dem Platz die Nachricht durchgedrungen zu sein, dass die Brausekicker gegen den KSC führten. Festhalten konnte man lediglich, dass sich Stieber und Blum, die diesmal in der Startelf auflaufen durften, nicht nachhaltig aufdrängen konnten. Beide wurden nach einer Stunde auch ausgewechselt.

Jetzt kann sich der FCN voll auf die Relegation konzentrieren. Vielleicht ein kleiner Vorteil gegenüber Werder Bremen oder Eintracht Frankfurt. Dass es der desolate VfB noch packt, bezweifle ich. Wobei wir gegen die sicher die besten Chancen gehabt hätten.

Ärgerliche Pleite in Braunschweig

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Man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen. In Nürnberg machen sie das sogar besonders gerne. Deswegen konnte dem Club-Freund etwas unwohl werden, als es nach dem 6:2 gegen Berlin allerorten hieß, der 1.FC Nürnberg habe die Relegation sicher. Wenigstens Kollege vip baute noch eine kleine löbliche Einschränkung ein: „So gut wie“, schrieb er. Da erkennt man den treuen Fan, der spätestens seit dem Abstiegsinferno anno 1999 weiß, dass gerade beim Ruhmreichen Theorie nicht immer grau sein muss. St. Pauli hätte ja in den letzten drei Spielen nur dreimal 6:0 gewinnen und der 1.FC Nürnberg drei Pleiten kassieren müssen (zweimal 0:1, einmal 0:2) – und schon wären die Hamburger vorbeigezogen. Wer die Club-Historie nur lange genug verfolgt, dem kommen solche Szenarien alles andere als unwahrscheinlich vor… Doch seit diesem Wochenende sind die bösen Deppen-Gespenster verjagt. St. Pauli hat durch das 0:2 gegen energisch um den Klassenverbleib kämpfende Münchner „Löwen“ die letzte theoretische Restchance auf Rang drei verspielt, Trainer Rene Weiler und seine Schützlinge werden am Ende mindestens „Bronze“ holen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: In Braunschweig gab es eine bittere 1:3-Niederlage.

Dabei schien die Ausgangslage so günstig: Weil die Bielefelder Arminia, für die es eigentlich um nichts mehr geht, den Nürnbergern vielleicht aus einer gewissen Rekordabsteiger-Solidarität heraus Schützenhilfe leistete und RB Leipzig ein 1:1 abtrotzte, erschien vor dem Spiel in Niedersachsen sogar Rang zwei und der direkte Aufstieg wieder in Reichweite. Mit einem „Dreier“ gegen die ebenfalls nur noch um die goldene Ananas kickende Eintracht hätte der Club den Abstand auf den Brauseklub auf zwei Punkte verkürzt. Leider nahm Braunschweig das Duell der beiden Absteiger von 2014 sehr ernst und machte diese Planspiele der Nürnberger zunichte. Kurz vor der Pause brachte Khelifi die Braunschweiger in Führung (43.), nachdem zuvor die Gäste die Mehrzahl an Tormöglichkeiten verzeichnet hatten. Aber Rurik Gislason verfehlte bei seinen beiden Kopfballchancen (15./24.) ebenso das gegnerische Gehäuse wie später Niclas Füllkrug per Freistoß (33.). Von einem Rückstand haben sich die Nürnberger in dieser Spielzeit zwar selten verunsichern lassen, aber diesmal lief es auch in der zweiten Hälfte nicht besser für die gegenüber dem Berlin-Spiel mit unveränderter Formation aufgelaufenen Weiler-Schützlinge. Reichel per Abstauber (60.) und der sträflich freistehende Sauer (67.) erhöhten auf 3:0 für den Deutschen Meister von 1967. Guido Burgstaller traf zwar aus der Drehung ins kurze Eck (78.), aber dieser Anschlusstreffer kam zu spät. Nun dürfte es schwierig werden, Leipzig noch abzufangen.

Während der Tabellenführer SC Freiburg (69 Punkte, mit dem Ex-Cluberer Frantz) die sofortige Rückkehr ins Oberhaus durch ein 2:1 in Paderborn perfekt machte, brauchen die derzeit ins Trudeln geratenen Leipziger (64) noch zwei Punkte, um Platz zwei sicherzustellen. Sie spielen nächste Woche gegen Karlsruhe und zum Schluss in Duisburg. Der 1.FCN (59) hat zwar die bessere Tordifferenz, aber bei fünf Punkten Rückstand sind die Aussichten trübe. Der Club braucht für den direkten Aufstieg zwei Siege gegen St. Pauli sowie Paderborn – und noch ein paar Pferde, die vor die Apotheke kotzen.

Wir sind wieder da!

354639566Sowas musst du erstmal verdauen. Solche Wechselbäder gibt es nicht alle Tage. Erst hoffnungslos hinten liegen und dann sechs Dinger innerhalb von einer Halbzeit. Der Club ist wieder da und hat den Relegationsplatz jetzt so gut wie sicher.

Angefangen hat das Spiel gegen Union Berlin allerdings ganz anders. Bereits nach drei Minuten lag der Club hinten. Die Abwehr schien da geistig noch woanders zu sein. Überhaupt hatte man eher den Eindruck, die Berliner könnten noch aufsteigen und für den Club gehe es um nichts mehr. Warum sich Union so reinhängte, manchmal sogar übertrieben hart, das kann man mit der Mentalität der Eisernen erklären. Vielleicht auch damit, dass da ein paar Ehemalige (Pogatetz, Nikci) es ihrem alten Verein nochmal zeigen wollten. Vielleicht winkten auch ein paar Paletten Aufputschbrause. Wie auch immer: Der Club fand kein Mittel gegen die Berliner. Im Gegenteil. Die erhöhten dann in der 23. Minute auch noch auf 2:0. Erst da fing unsere Mannschaft an, sich gegen die drohende Niederlage zu wehren. Kurz danach landete der Ball auch im Netz. Aber der überforderte Schiedsrichter Thomsen pfiff wegen eines Allerweltsschubsers ab. Der Club drückte weiter, doch das von Busk gut gehütete Union-Tor schien wie vernagelt.

Auch wenn der Club – abgesehen von den letzten beiden Spielen – in der zweiten Hälfte jedesmal noch zulegen konnte, groß waren die Hoffnungen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Bis zur 49. Minute. Da spielte Kerk Leibold super frei. Der hatte dann wenig Mühe den Anschlusstreffer zu machen. Jetzt half dann auch noch der vorher eher hauptstadtfreundliche Schiri Thomsen mit. Außer ihm hatte da kaum einer ein elfmeterwürdiges Foul gesehen. Niclas Füllkrug (Bild) war es egal und er erzielte in der 60. Minute erstmal den Ausgleich. Wahrscheinlich war ihm der auch irgendwie peinlich, weshalb er, damit da erst gar keine Diskussionen aufkommen, noch zwei Mal nachlegte. Die anderen beiden Treffer erzielten der endlich wieder torgefährliche Guido Burgstaller und Verteidiger Hovland in der Nachspielzeit.

Sechs Tore in einer Hälfte, wann gab es das zuletzt? Zudem hat sich die Mannschaft damit aus der Abwärtsspirale befreit und bewiesen, dass sie auch scheinbar aussichtslose Spiele noch gewinnen kann, wenn sie den Turbo einschaltet. Das war gegen Union allerdings nötig, auch wenn das klare Endergebnis etwas anderes auszudrücken scheint.

Der Club ist von der Rolle

3206769845Dass man auch vermeintlich leichte Gegner ernst nehmen sollte, diese Lektion hätte der Club eigentlich nach der Niederlage gegen den MSV mitnehmen und verinnerlichen können. Stattdessen gab es in Karlsruhe gleich die nächste Niederlage oben drauf. Offenbar wollen da welche eine neue Serie starten. Eine, die allerdings keiner von uns will.

Unverdient war diese Niederlage keineswegs. Auch wenn es anfangs richtig gut aussah. Schon in der 3. Minute ging der Club nach einem abgefälschten Kerk-Freistoß in Führung. Jetzt hätte die Mannschaft aus einer geordneten Abwehr auf Konter spielen können. Dazu passte die ziemlich offensiv ausgerichtete Aufstellung (für Leibold war Blum in die Startelf gerückt) allerdings nicht so richtig. Außerdem nutzt es auch nichts, auf Konter zu spielen, wenn jeder zweite Pass im Mittelfeld beim Gegner landet. Mag sein, dass die Platzverhältnisse in Karlsruhe eher mau waren. So ungenau, lasch und unkonzentriert muss man deswegen aber nicht zu Werke gehen. Trotzdem wäre dann in der 40. Minute beinahe das 2:0 durch Füllkrug fällig gewesen. Doch der trifft nur den Kopüf von KSC-Keeper Vollath. Fast im Gegenzug machte der KSC den Ausgleich, wobei der derzeit indisponierte Guido Burgstaller auch noch die Vorlage lieferte.

Gut, dachte man. Das ist kein Problem, schließlich kommt der Club ja in der letzten halben Stunde immer noch gewaltig. Fast die gesamte zweiten Hälfte mussten wir uns an dieser Hoffnung hochziehen. Denn sonst kam von der seltsam fahrig agierenden Mannschaft kaum irgendetwas, was Hoffnung machen könnte. Letztlich war es nur dem Unvermögen der KSC-Spieler zuzuschreiben, dass der FCN nicht schon längst hinten lag. Erst in der 86. Minute wurde dann das Gebettel der Clubspieler von KSC-Stürmer Torres erhört, indem er den durchaus verdienten Siegtreffer markierte. Für den Club traf der eingewechselte Stieber dann zwar noch den Pfosten. Aber auch der KSC hatte noch hochkarätige Möglichkeiten.

Statt die Niederlage von RB Leipzig auszunutzen, hat der Club nun wohl endgültig den direkten Aufstieg abgehakt. Mag sein, dass den Finanzjongleuren beim Club ein Aufstieg via Relegation ohnehin lieber ist. Mit einer Leistung wie in Karlsruhe dürfte das freilich nicht klappen, so derangiert ist in der ersten Liga niemand.

Überraschender Serienriss

833871474Das hatte sich doch so schön angelassen. Bestes Fussballwetter, eine Super-Choreo, erstklassige Stimmung, eine Serie von 18 ungeschlagenen Spielen und dann kam der Tabellenletzte nach Nürnberg. Was sollte da schon schief gehen? Da war doch alles dazu angetan, das Torverhältnis zu verbessern.

Pfeifendeckel! Der Club ist immer noch der Club. Auch dann, wenn es mal flutscht und der Aufstieg in Sicht ist.

Dabei präsentierte sich der MSV jetzt nicht wie eine Übermannschaft, die Bäume ausreißt, weil sie die letzte Chance wittert. Nicht einmal hinten standen die so sicher, dass man Sorgen haben müsste, erst nach 60-minütigem Ermüdungskampf ein Tor bejubeln zu können. Da öffneten sich regelmäßig Löcher, wenn der Club seine Angriffswellen startete. Nur machte der nichts draus. Da fehlte die Konzentration und der letzte Einsatz. Wahrscheinlich nahm man den MSV jetzt auch nicht sooo ernst. Außerdem schien etwas das Rezept zu fehlen. Weitschüsse zum Beispiel. Mit einem solchen ging dann in der 35. Minute auf einmal die Mannschaft aus dem Keller in Führung. Rakovsky sah dabei nicht gut aus. Der Ball war allerdings abgefälscht.

Ok, Betriebsunfall! Kann mal passieren! Dachten wir. Doch dann legte der Abstiegskandidat auch noch nach. Nach einer Ecke. In der 60. Minute. Also genau dann, wo wir uns eigentlich gewohnheitsmäßig auf ein Clubfeuerwerk eingestellen. Im FCN-Strafraum herrschte jedoch Konfusion und eine seltsame Lethargie. Doch dann schien zumindest Tim Leibold den Ernst der Lage begriffen zuz haben, zog zwei Minuten später ab und demonstrierte, dass man mit etwas Druck und Willen durchaus was reißen kann gegen die Duisburger.

Kurz danach zeigte sich jedoch, dass zwischen Unter- und Übermotiviertheit nur ein recht schmaler Grat besteht. Ausgerechnet Leibold machte umgekehrt den Deckel drauf. In der 86. Minute holte er sich erst die gelbe und dann drei Minuten später die gelb-rote Karte ab. Zuguterletzt ließ sich dann auch noch Dave Bulthuis (Bild) zu eine saublöden Handbewegung hinreißen und flog mit glatt Rot vom Platz.

Es hätte ein so schöner Nachmittag werden können. Aber das war er nur für die Duisburger, die jetzt wieder etwas Hoffnung schöpfen. Der Club hat hingegen drei Punkte auf die beiden Führenden eingebüßt und auch noch zwei Rotsünder zu ersetzen. Im besten Fall war das ein rechtzeitiger Schuss vor den Bug und eine Erfahrung, die wir vielleicht noch für die Relegation brauchen können.

Erfolgsrezept: einfach länger können

1888361644So, jetzt ist auch die über 20 Jahre alte sieglose Serie gegen den FSV Frankfurt beendet. Wäre ja auch noch schöner, wenn Gleiches mit unserer – nun 18 Spiele andauernden – Serie an ungeschlagenen Spielen passiert wäre.

Dabei hat man anfangs durchaus gesehen, warum sich der Club gegen den FSV bisher immer erfolgslos abgestrampelt hat, selbst dann wenn das Stadion am Bornheimer Hang fest in Clubfan-Hand ist. Über dem FSV scheint nämlich die schützende Hand des DFB zu schweben, so dass die immer einen Mann mehr haben. Das war schon beim Hinspiel so, wo dem Club noch in letzter Minute der Dreier geklaut wurde. Diesmal wurde dem FCN in der 16. Minute ein korrektes Tor wegen Abseits aberkannt. So musste der Club noch mehr als 50 Spielminuten gegen das Frankfurter Bollwerk anrennen, ehe die Dose endlich geöffnet war. Nach einer Ecke erzielten Füllkrug (offiziell) und Burhstaller (inoffiziell) in Gemeinschaftsproduktion den Führungstreffer. Zuvor hatte der FCN noch Glück als Rakovsky einen Schuss von Awoniyi gerade noch mit den Fingerspitzen an die Lattenunterkante lenken konnte und der Nachschuss dann neben dem Tor landete.

Danach zeigte sich wieder: Der Club ist die Mannschaft der letzten Viertelstunde. Der eingewechselte Danny Blum ersprintete sich in der 87. Minute an der rechten Außenbahn den Ball, zieht nach innen und hämmert ihn dann ins lange Eck. Doch damit nicht genug. Blum, der auch um eine Vertragsverlängerung beim FCN kömpft, gibt zwei Minuten später erneut den Robben und legt das 3:0 nach.

Nachdem die Verfolger allesamt Federn ließen, ist dem FCN dank seiner Last-Minute-Dominanz der Relegationsplatz fast sicher. Die beiden führenden Teams werden weiter unter Druck gesetzt. Ob da irgednwann einer schwächelt wird man sehen. Ansonsten müssen wir halt in sieben Wochen eventuell nochmal nach Frankfurt und die Eintracht wegputzen.

So sehen Aufsteiger aus!

2821547782Die Prämissen waren eher schlecht. Ausgerechnet beim Spitzenspiel fehlten nicht nur Raphael Schäfer und der gelb-gesperrte Abräumer Dave Bulthuis, sondern auch der verletzte Patrick Erras. Dabei hielten wir ihn doch für die personifizierte Serie. Mit Erras hat der FCN nicht verloren. Überhaupt gab es die letzte Niederlage in der Vorsaison gegen RB Leipzig. Und diesmal liefen wieder die Roten Bullen als Gegner auf.

Wer aber dachte, der Club würde vor den Dosen klein beigeben und die durchaus vorhandenen Ausreden mitnehmen, der sah sich getäuscht. Es ging munter los in Richtung Dosentor. Der Club hatte eindeutige Spielvorteile und hielt die Leipziger weitgehend vom Strafraum fern, so dass es gar keine Rolle spielte, dass da hinten mit den „Neuen“ Hovland und Petrak eine umformierte Abwehr stand. Nicht nur das: In der 40. Minuten hätte es eigentlich einen Elfer für den Club geben müssen. Denn der Leipziger Halstenberg verschätzt sich und bringt Sebsatian Kerk zu Fall. Aber Schiri Zwayer, der schon zuvor eher dosenfreundlich gepfiffen hat, entschied sich, den Tabellenführer zu schonen.

Kerk hatte auch mit einem super getretenen Freistoß in der ersten Hälfte eine der besten Clubchancen zu verzeichnen. Mit dem Halbzeitstand 0:0 war RB also durchaus gut bedient.

In der zweiten Hälfte ging es zunächst so weiter. Der Club drückte und von Leipzig ging kaum Gefahr aus. Bis zur 52. Minute. Da war die Clubabwehr auf einmal unsortiert. Forsberg passt auf Poulsen, die Clubabwehr spekuliert fälschlicherweise auf Abseits und der Millioneneinkauf Selke macht das – völlig unverdiente – 1:0.

Lange musste man sich dann mit der traurigen Erkenntnis anfreunden, dass eben Geld doch Tore schießt und zum Geld dann oft noch Glück und Referee dazukommen. Sogar über die zwischenzeitliche Führung der Fürther in Bochum mussten wir uns freuen. Hielten die uns wenigstens den ärgsten Verfolger um den Relegationsplatz vom Leib.

Bis zur 70. Minute. Dann gelang ausgerechnet Erras-Vertreter Petrak nach einer Ecke der Ausgleich. Und nicht nur das: Fünf Minuten später drehte Füllkrug mit seinem Tor das Spiel, womit dann auch das Ergebnis wieder zum Match passte. Dass die Leipziger zwar eine Dosen-, aber keine Gurkentruppe sind, stellten sie danach unter Beweis. Minutenlang wurde der Club im eigenen Strafraum eingeschnürt. Aber die Abwehr hielt. In der Nachspielzeit konnte Guido Burgstaller seine Klasseleistung sogar noch mit dem 3:1 belohnen.

Der Club scheint im Augenblick offenbar jeden schlagen zu können. Deswegen schauen wir mal nach oben: Zu Leipzig sind es nur noch drei Punkte und zu Freiburg (die spielen allerdings am Montag noch gegen den KSC) haben wir nach Punkten sogar aufgeschlossen.