Das grausige Beispiel Club

Na also, Eintracht Frankfurt kann offenbar doch noch gewinnen. Allerdings musste Kapitän Amanatidis dafür schon zu ganz harten Methoden greifen: Er erinnerte seine Teamkollegen nämlich nach der Heimpleite am Wochenende gegen Leverkusen an das Schicksal des 1.FC Nürnberg, der sich in der Vorsaison angesichts des Pokalsiegs auch bis zuletzt für nicht abstiegsfähig gehalten habe und dann eben doch wieder eine Etage tiefer gerutscht sei.

Mit diesem besonders grausigen Beispiel eines Abstiegs hat Amanatidis seine Kollegen wohl aus der Lethargie gerissen; gut, das 2:1 gegen Karlsruhe musste er im Nachholspiel noch selbst erzielen.

Der Club und seine Abstiege – sie sind eben immer wieder etwas Besonderes und bleiben im kollektiven Gedächtnis der Fußballfreunde lange präsent, wie das Beispiel Amanatidis beweist. Wer erinnert sich nicht an 1999, als der FCN am letzten Spieltag noch von 12 auf 16 rutschte, was davor und danach keiner mehr schaffte. Oder die schauderhafte Saison 1983/84 – damals verlor das Team um Manni Burgsmüller und Reinhold Hintermaier mal eben alle 17 Auswärtsspiele. Das ist nicht mal Tasmania Berlin, dem schlechtesten Bundesliga-Absteiger aller Zeiten, im Jahr 1966 gelungen. Oder 1994, als beim Phantom-Tor-Spiel in München nur Andy Köpke den Elfmeter schießen hätte müssen, und der Club wäre mit einem 2:2 gerettet gewesen. Stattdessen schnappte Manni Schwabl der Torwart-Legende den Ball weg und scheiterte kläglich. Von den Abstürzen als als amtierender Meister (1969) und Pokalsieger der Vorsaison (2008) ganz zu schweigen.   

Eines muss man dem Club lassen: Er ist nicht nur Rekordabsteiger, sondern er hat sich auch immer reichlich unorthodox aus der Eliteklasse verabschiedet.