Der Club sollte Äsop verpflichten

Humanistische Bildung dürfte beim Club kaum zu finden sein. Daher hier ein Ausflug in die alte griechische Fabel, zu Äsop, der einmal von einem Fünfkämpfer erzählte, der permanent damit prahlte, wie weit er bei Wettkämpfen in Rhodos gesprungen sei.

Wahrscheinlich gab es damals auch schon Leute, die meinten, diesen hervorragenden Athleten unbedingt unter Vertrag nehmen und ein paar Millionen Ablöse zahlen zu müssen. Wer aber Äsop kennt, weiß: Die einzig richtige Reaktion ist der bekannte Satz: Hic Rhodus, hic salta! Also: Hier ist das Frankenstadion, hier zeige, was du kannst. Weil man aber am Valznerweiher Äsop nicht kennt, konnten Leute wie Engelhardt („In Karlsruhe habe ich mal ein grandioses Spiel abgeliefert“), Masmanidis („Ich kann nur mit Thomas von Heesen“) oder Charisteas („Das Tor treffe ich nur im Nationaltrikot“) dauernd von der Angabe leben. Bezeichnenderweise sind zwei der drei Griechen. Das legt nahe, dass sie durch ihr Verhalten vielleicht den Clubverantwortlichen vor Augen führen wollten, wie sehr es ihnen an klassischer Bildung gebricht. Erfolg hatte das allerdings nicht: Nach Engelhardt ist nun auch Masmanidis weg und Angelos Charisteas dürfte der nächste sein (wahrscheinlich geht der auch gleich nach Rhodos).

1 Kommentar in “Der Club sollte Äsop verpflichten

  1. Wäre sicher kein Fehler, ein bisschen Intelligenz und Bildung beim Club einzukaufen. Den Äsop habe ich allerdings bei transfermarkt.de nicht gefunden 😉

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