Derby, ausnahmsweise in Fürth

Um die Merkwürdigkeit dieses Vorgangs zu erfassen, sollte man bei der Meldung einmal die Beteiligten ändern:

Borussia Dortmund trägt sein Heimspiel gegen Schalke 04 in Dortmund aus.

Würde da nicht jeder Leser sagen: Diese doofen Journalisten, die haben sie doch nicht mehr alle.

Trotzdem hat es die Mitteilung, dass Greuther Fürth das Derby gegen den Club im Fürther Ronhof austrägt, bei uns zum Aufmacher im Sport geschafft. Bislang sind die Fürther bei solchen Gelegenheiten nämlich lieber ins Frankenstadion umgezogen, das mehr Zuschauer fasst und so auch mehr Einnahmen bringt. Dafür haben sie dann im Nürnberger Stadion so Scherze gebracht, wie: „Wir wollen uns aber in den Kabinen der Heimmannschaft umziehen.“! (Ich habe die Kabinen übrigens mal gesehen, die unterscheiden sich praktisch nicht von denen der Gastmannschaft).

Nun, dieses Problem wird es diesmal zumindest nicht geben. Dafür werden Nürnberger Fans nach Fürth (in die „Westvorstadt“) pilgern müssen, was weitaus schlimmer ist. Für die Beteiligten, aber auch für unbeteiligte Fürther Bewohner und die – zur Überparteilichkeit verpflichtete – Polizei ist der Eigensinn der Fürther (warum spielen eigentlich andere unbedeutende Mannschaften, wie Freiburg, Augsburg, Ingolstadt, Ahlen, Osnabrück etc. nicht auch dauernd im Frankenstadion, wäre doch viel einfacher und für sie auch lukrativer?) alles andere als erfreulich.

Aber vielleicht sind bis zum 8. Mai schon längst sämtliche Aufstiegsträume der Nürnberger und Fürther geplatzt, was sicher ein bisschen zur Deeskalierung beitragen würde. Denjenigen, die sich darüber freuen, sei allerdings gesagt: Dann habt ihr das gleiche Theater in der nächsten Saison wieder.

3 Kommentare in “Derby, ausnahmsweise in Fürth

  1. Stimmt: Bis zum 8. Mai sind die Aufstiegsträume der Nürnberger (nicht die der Fürther!) geplatzt. Das trägt aber nicht zur Deeskalierung bei – ganz im Gegenteil! Frustrierte Clubfans sind die aggresivsten. Ich werde jedenfalls meine Rolläden am hellichten Tag runterlassen müssen, wenn die Nürnberger durch Fürth „marodieren“, wie ich gestern gelesen habe.

  2. Mit Logik oder gesundem Menschenverstand wird sowas wohl nie zu erklären sein. Genauso wie sich halb blöd gesoffene Altbayern über die Österreicher mokieren. In den Niederungen geht es eben darum, jemand zu finden, der noch ein kleines Stück niedriger ist. Dafür muss unsereins Verständnis haben. Wo sollen solche Leute denn sonst Selbstbewusstsein beziehen?

  3. Was bis zu jenem Wochenende, beginnend mit dem 8. Mai alles passiert ist reine Spekulation. Wer welche Aufstiegsträume wie realisiert kann heute niemand vorhersehen.
    Der Vergleich mit Dortmund bzw. Schalke hinkt. Denn diese beiden Vereine haben Stadien mit einer Zuschauerkapazität von bis zu 78000 Zuschauern und beide Vereine haben keine Probleme ihre Stadien zu füllen, weder mit Heimfans, noch mit Gästefans.
    Die Provinzler aus der Westvorstadt haben derzeit einen Zuschauerschnitt von vielleicht 6500 Zuschauern (inkl. Gästefans), von den Sicherheitsproblemen um ihren Sportplatz herum, mitten in der Vorstadt-Vorstadtsiedlung, einmal abgesehen.
    Die Entscheidung des Teeblatt-Präsidenten das Derby in F… zu lassen, halt ich für sehr kurzsichtig. Schließt diese Festlegung doch einen großen Teil von Fußballfans aus, darunter sicher auch ein paar nur wegen des Derbys, egal für welchen Verein, zum Spiel gegangen wären. Die Einlassung von H. Hack, man wolle ein echtes Heimspiel mit einer Überzahl von eigenen Fans ist gewagt, denn sicher werden sich die Clubberer aus allen erdenklichen Quellen mit Karten eindecken, zumal man, gemessen am derzeitigen Zuschauerinteresse in F…, sicher nicht die ca. 11000 Heimkarten an den Mann bringt. (s. 1.FCN vs. Ingolstadt in der Vorrunde: 10500 gesamt, 6500 Gast).
    Die Sicherheit beim Derby wäre rund um das Frankenstadion auch leichter zu gewährleisten gewesen, auch bei ausverkauftem Haus.

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