Einfältig, einfältiger, Kleeblattfan

Ironie kommt im geschriebenen Wort manchmal schlecht rüber. Das wissen Journalisten und berücksichtigen das. Ganz darauf verzichten wollen sie meist trotzdem nicht, denn mit Ironie kann man zum Beispiel Leute, die sie verstehen, auf seine Seite ziehen und Idioten als Idioten dastehen lassen. Wenn Ironie dagegen gar keiner versteht, kann das damit zusammenhängen, dass sie als solche nicht erkennbar war, oder aber, dass das Publikum einfach nicht über die notwendigen geistigen Fähigkeiten verfügt.

Womit wir, so schnell kann es gehen, wieder bei den Fürthern und unserem neuen Konkurrenzblog, den „Greuther-Weibern„, wären. Die beneiden wir im Augenblick nämlich nicht. Ihre Zielgruppe scheint schon qua Geburt auf dem Schlauch zu stehen und rafft ganz offensichtlich überhaupt nichts. Anstatt dass sich die paar Fürther Fans darüber freuen, dass sich überhaupt jemand für sie interessiert und etwas für sie ins Netz stellt, mäkeln sie an dem Begriff „Greuther“ herum (meinen aber wahrscheinlich eher das „Weiber“, denn denen unterstellen sie anscheinend, keine Ahnung und daher eine Lektion in der korrekten Vereinsnamenslehrer dringend nötig zu haben). In den Kommentaren verlangen sie nun, das Blog von „Greuther-Weiber“ etwa in „Kleeblatt-Weiber“ umzuwandeln, und wettern dann auch noch gegen die Handtasche als Accessoire – wollen wohl lieber ein Sixpack.

Geht´s noch? Warum stellt ihr euch dann nicht in eurer Mitgliederversammlung hin und verbannt per Antrag das Greuther aus dem Vereinsnamen? Und wenn ihr schon soviel Wert auf korrekte Bezeichnungen legt, dann nennt euch statt „Spielvereinigung Fürth“ doch „Nichtaufstiegspakt Fürth“. Dann weiß wenigstens jeder, was los ist.

Noch eins, ihr Greuther-Heinis: Der Begriff Greuther-Weiber lehnt sich an die mittelalterlichen Kräuterweiber an. Kleeblattweiber gab es noch nie. Kleeblätter haben nämlich keine Heilwirkung. Und dass das Fürther Kleeblatt die einzige Blume ist, die niemals blüht, ist bestimmt kein Grund sich Kleeblattweib zu nennen.

Wir sind, liebe Greuther-Weiber, jedenfalls heilfroh, Clubfans zu sein. Die sind wenigstens in der Lage, auch komplexeren Gedankengängen zu folgen, auch mal auf der Metaebene zu diskutieren und ihren Club als Deppen zu bezeichnen, obwohl sie ihm natürlich trotzdem weiter die Treue halten.

9 Kommentare in “Einfältig, einfältiger, Kleeblattfan

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  3. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es sich hier nicht um ein „darüber her ziehen“ handelt. Vielmehr ist es ein Beschreiben von Tatsachen. Die Wahrheiten tun halt manchmal ein bissel weh. 🙂

  4. Es tut schon weh, wenn man mit ansehen muss, wie die NZ sich eilenden Schrittes dem Rivalen AZ anpasst.
    Der obige Blog-Eintrag, der nur so vor Überheblichkeit, Arroganz und Häme gegenüber dem kleineren (und relativ weitaus erfolgreicheren) Nachbarn strotzt) ist wieder ein passendes Beispiel.
    Gibt es denn in Franken kein objektives und seriöses Blatt mehr?
    Schade schade. Nun warte ich nur noch auf die Casting-Show „Ganz Franken sucht den Super-Glubberer“ dann passts vollends mit dem Niveau.

  5. @Sir Townley Was bist denn Du für einer? Nennst Dich Sir, faselst aber ein Blech, dass man greinen möchte.
    Jeder Leser, der halbwegs noch bei Sinnen ist, würde eine Zeitung, in der steht, die Greuther seien im Vergleich zum Club der „weitaus erfolgreichere Verein“, sofort abbestellen.
    Wenn Du solche „Wahrheiten“ in der Medienlandschaft suchst, dann musst Du Dir Deine Zeitung wohl selber drucken.
    Ich hab hier noch einen alten Canon rumstehen. Den kannst Du (ich habe nämlich ein Herz für realitätsferne Fürther) haben. Müsstest ihn aber selber abholen.

  6. Mein lieber Herr Weizenkeim,

    bitte vor dem Posten entweder richtig lesen oder Gehirn einschalten. Noch besser beides (und da sitzen die Blubb-Blogger auf dem hohen Ross und wollen die Kleeblatt-Fans immer für dumm hinstellen. Klassisches Eigentor)
    Es steht geschrieben, dass das Kleeblatt das relativ erfolgreichere Team ist. Was bedeutet relativ? Nun, grob gesagt, etwas in Beziehung zueinander setzen. Setzt man dann beides auf eine gleiche Basis kann eine Bewertung vorgenommen werden.
    Also beispielsweise vergleiche man einen Verein, der mit einem Etat von grob gesagt gut 20 Mio. Euro in etwa den gleichen Erfolg hat wie ein Verein mit einem Etat von etwa 6 Mio. Euro. Den üblichen Glubb-Dusel mit fragwürdigen Schiri-Entscheidungen und Profitieren von der Unfähigkeit der Konkurrenz mit damit verbundenem glücklichen Aufstieg lassen wir mal außen vor (Auf- und Abstiege sind bei einer Fahrstuhl-Mannschaft schließlich auch das tägliche Brot, von daher nichts Außergewöhnliches). Also wer hat hier dann mehr Erfolg? Der kleine Verein, dem die örtlichen Pressefuzzis scheinbar Spinnefeind sind, oder der, der mehr als das Dreifache investiert um zu einem ähnlichen Ergebnis zu kommen, dabei von der örtlichen Presse gepusht wird, dass es nimmer feierlich ist?

    Und noch was: Wenn man meint, man wäre ein Experte, weil man einen Max Morlock oder einen Max Merkel mit Namen kennt, aber keine Ahnung hat, wer ein Sir Townley oder ein Charly Mai ist, der sollte noch mal die Fußball-Schulbank drücken!

  7. Werter Sir Townley,
    also reden wir mal über Relationen. Ihnen geht es also darum, Fan von einem Verein zu sein, der mit möglichst wenig Geld möglichst weit oben mitspielt. Preis-Leistungs-Verhältnis, ja?
    Was ist dann mit jenen vielen Amateurvereineinen, die mit Etats von weniger als 500.000 Euro im Jahr zurecht kommen müssen?
    Sollten Sie daher nicht eher Fan das ASV Vach sein? Wenn schon, dann bitte konsequent!

  8. Kleeblatt-Fan wird man nur, wenn man in der Lage ist eigenständig zu denken, Dinge hinterfragt und nicht, wie so viele, auf Oberflächlichkeiten hereinfällt. Genau daher entstehen eben Diskussionen, wie z. B. inwieweit manch Name angemessen ist. Dass diese Eigenschaften von einer Seite beschimpft werden, die dadurch hervorsticht zum Teil blinde Massen anzuziehen, die auch jede noch so tumbe Parole nachplärren („Kniet nieder ihr Bauern, ein Unterrüsselbacher Clubfan ist zu Gast“), bestätigt mich nur darin, dass die SpVgg einfach mehr Klasse hat.

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