Willkommen im Abstiegskampf!

Der Ball rollt wieder und der Club ist wieder erstklassig. Dass er wieder erstklassig ist, hat wohl einigen wieder die Sinne vernebelt. Was sich da an Euphorie, Schöngerede und Abgehobenheit breit machte, war wohl der langen Sommerpause und einer, bei den erfolgreichen Relegationsspielen doch ziemlich demotivierten, Cottbusser Mannschaft geschuldet. Die keineswegs meisterlich auftretenden Schalker haben den Club und seine Fans beim Auftaktspiel am Samstag wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Der Club, und da waren sich ungeachtet aller schöngeistigen Oenning-Stories eigentlich die meisten Experten einig, gehört zu den potenziellen Absteigern. Gegen Schalke hat es hinten und vorne nicht gereicht. Und im Mittelfeld auch nicht.

Jetzt nur Christian Eigler wegen der nicht reingemachten Chancen zu verteufeln und Harry auf einmal wieder gut zu finden, das bringt nicht weiter. Auch in der viel gelobten Abwehr musste man erkennen, dass die Erstligastürmer, selbst solche wie Kevin Kuranyi (Bild), doch andere Kaliber sind als die in Liga 2.

Vielleicht ist es ganz gut, dass nun auch die Fan-Hallodris wieder runtergekommen sind. Je eher man den Abstiegskampf annimmt, desto besser. Immerhin hat der Club schon Erfahrung in der Relegation. Wer weiß, ob er nicht mit diesem Pfund noch einmal wuchern muss.

9 Kommentare in “Willkommen im Abstiegskampf!

  1. Der Auftakt war natürlich ob der Harmlosigkeit ziemlich ernüchternd.
    Aber da bekanntlich aller Anfang schwer ist, warten wir am besten die nächsten beiden Spiele ab und regen uns nicht all zu sehr auf.

    Ich erinnere mich noch gut an das erste BL-Spiel von Eckstein, Reuter & Co nach dem grandiosen 85er Aufstieg. Es war ein furchtbar verkrampftes Gewürge zu Hause gegen Bochum und ging 0:1 verloren. Da mußte man zunächst auch das Schlimmste befürchten.

  2. Erst ein Spiel vorbei und schon wird alles in Frage gestellt. Können die gut bezahlten Herren von der Journalie denn auch irgendetwas anderes von Ihrem unbeschwerten Redaktionssessel aus, als ständig alles über den Club ins negative Licht zu rücken? Schon nach dem ersten Spieltag, nach dem sämtliche Maßstäbe und Vergleichsgrößen noch fehlen, wird mit Adjektiven um sich geworfen, die einer kritischen Betrachtung nicht standhalten und keinen anderen Zweck erfüllen, als die Sache an sich schlecht zu reden. Da fragt man sich: Was glaubt Ihr eigentlich, wer Ihr seid?

    Cottbus war also demotiviert und demzufolge waren die beiden Relegationssiege von minderer Qualität. Schalke trat also keinesfalls meisterlich auf – hier scheint das NZ-Orakel bereits die Anforderungen an den im Mai 2010 zu kürenden Meister zu kennen. Treue Fans werden als Hallodris „bezeichnen“, wenn sie sich auf das erste Spiel nach dem Aufstieg freuen und aufgrund ihrer Vorfreude möglicherweise eine zu hohe Erwartung mit ins Stadion bringen. Das ist also Journalismus, wie Ihr ihn interpretiert?

    Freunde von der Presse, besinnt Euch bitte rechtzeitig zur neuen Saison auf Euren journalistischen Auftrag, anstatt so einen tiefen Blödsinn von Euch zu geben. Denn entweder seid Ihr es, die tatsächlich keine Ahnung haben, oder alle anderen, die das Spiel objektiv zu bewerten versuchen, sind die Ahnungslosen. Leider kann man bei Eurer zur Schau getragenen Abgehobenheit die Antwort auf diese in den Raum gestellte Frage bereits erahnen.

  3. Hey, Pokalheld! Du bist ja ein ganz Kesser! Da hast Du es den Journalisten (Journaille schreibt man aber anders) so richtig gegeben. Denen gehört es auch nicht anders. Gehen umsonst zu den Fußballspielen, schreiben hinterher für richtig viel Geld alles auf und nerven uns mit diesem Geschreibsel tagtäglich, wo wir doch viel lieber lesen würden, wo jetzt gerade Paris Hilton ihren Hintern spazieren führt oder was die Merkel wieder einmal nicht gesagt hat.

    Dann sitzen die auch noch auf unbeschwerten Sesseln, werfen mit Adjektiven herum und finden den Club nicht so toll, obwohl der nur allerknappst gegen die Knappen, noch dazu völlig unglücklich, verloren hat. So gehts überhaupt nicht. Denen gehört die rote Karte gezeigt.

    Nur, Pokalheld, was willst Du uns eigentlich sagen? Also, nicht zu den Journalisten, sondern zum Club. Glaubst Du, dass er noch Meister wird? Meinst Du, dass er mit den null Punkten gegen Schalke schon einen wesentlichen Schritt aus dem Abstiegssumpf getan hat?
    Ich würde es Dir ja gerne glauben, aber so ganz vertrauenserweckend hört sich Dein Elaborat leider auch nicht an.

  4. weizenkeim, ein Kompliment möchte ich auch Dir gerne schenken, denn Du verstehst das Spiel mit den Worten beinahe meisterlich, drehst sie im Mund herum oder legst Ungesagtes in denselben dazu. Und im Vorübergehen verbesserst Du anderer Leute Rechtschreibfehler. Chapeau!

    Genug der gegenseitigen Vorführerei. Von Deinen Fragen möchte ich Dir nur eine beantworten: Was willst Du uns eigentlich sagen? Die anderen Fragen, leicht provokant wie sie gestellt sein mögen, – und in diesem Punkt stimmen wir vielleicht überein – benötigen keine Antwort.

    Ist es nicht so, dass erst ein einziges Spiel vorüber ist. Nach dem ersten Spieltag, so mein aktueller Stand und korrigiere mich bitte bei besserem Wissen, stieg bislang weder eine Mannschaft ab noch wurde eine andere Meister. Du magst quanitativen Daten möglicherweise keinen hohen Wert beimessen, doch sprechen 60 Prozent Ballbesitz, 14:9 Torschüsse, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe oder 86 Prozent erfolgreiche Pässe auch für den Club.

    Um Dir an dieser Stelle den Wind aus den Segeln zu nehmen: Es war trotz dieser Daten weder eine unverdiente noch eine knappe Niederlage, sondern eine verdiente und in der Höhe akzeptierte. Doch der Gegner war keiner aus Pappe, der die letzten Wochen – es folgt die gerne verwendelte Vereinfachung der Magath’schen Methoden – nur mit Medizinbällen und Treppenläufen verbrachte, sondern ein durchaus ambitionierter Verein mit einem Trainer, der bei seinen vorherigen Stationen bewies, dass er von dem ganzen Taktikzeugs ein bisschen Ahnung besitzt. Vergessen darf man auch das in einem Spielurteil nicht.

    Gegner, mit denen sich der Club wohl auf Augenhöhe messen muss, da es für sie auch zunächst einzig um den Klassenerhalt gehen dürfte, sind Frankfurt, Hannover oder Gladbach. Alle drei stehen ihm in den nächsten Wochen bevor. Dabei muss die Mannschaft beweisen, ob sie ihre Überlegenheit bei Ballbesitz, Torschüssen und Pässen auch in drei, gegen den Abstieg verwertbare Punkte umwandeln kann.

    Obwohl das im ersten Anlauf nicht gelang, besteht noch kein Anlass, nach den ersten 90 Minuten vieles in Frage zu stellen. Dass der Club im Angriff nicht ausreichend gut besetzt scheint, ist eine Vermutung, der auch ich eine hohe Wahrscheinlichkeit zuordne. Dass Schalke vor allem über die linke Abwehrseite angreifen konnte, wo Pinola auf seiner gewohnten Position spielte, hinterlässt eine kleine Sorgenfalte auf der Stirn. Dass Mnari nicht nur bei der Entstehung des ersten Gegentores, sondern bis zur Auswechslung Unsicherheit ausstrahlte, hinterlässt dort eine zweite, schon größere Sorgenfalte.

    Mehr war aber noch nicht. Außer dass ein im Vorfeld auch aufgrund der Begegnung mit den befreundeten Fans von Schalke 04 als besonders betrachtetes Fußballspiel – und wer mag es den Fans verübeln, dass ihre Freunde auf und somit ihre Erwartung an das erste Spiel nach einem Jahr Abstinenz groß waren – im ausverkauften Stadion nicht zusätzlich durch drei Punkte zum Fußballfest erhoben wurde.

    Das ist aber aus meiner Sicht noch kein Grund, einen schwarzmalend und negativ empfundenen Kommentar wie den oben stehenden zu verfassen. Darauf war meine erste Reaktion sicherlich keine besonders ausgewogene, da sie irrtümlich zu leicht als eine Generalschelte gegen den Journalisten interpretiert werden konnte. Das konnte ich durch diesen Beitrag hoffentlich relativieren und weizenkeims Frage, was willst Du uns eigentlich sagen, beantworten.

  5. Das sind ja wortreiche Kommentare von geborenen Schriftstellern.
    Dass der Club im Angriff zu schwach ist , „ist eine Vermutung, der auch ich eine hohe Wahrscheinlichkeit zuordne.“. Bravo. Die Herren Verantworlichen beim CLub (NOCH) nicht. Keine Vermutung ist, dass Ende August mit Transfers erst mal Schluss ist (was Spieler betrifft; Trainer kann man immer wechseln.) Wenn sich dann die Wahrscheinlichkeit dieser Vermutung verifiziert, könnte es zu spät sein, ein probates Gegenmittel (Neuverpflichtung) anzusetzen. Also lieber jetzt schon ein bisschen Schwarmalen und dann vielleicht bessere Ergebnisse holen als befürchtet, als umgekehrt (was Bader und Önning droht).

  6. Diese interessante Diskussion hier scheint mir bezeichnend für die Berichterstattung von und über Fußball zu sein. Ich meine dabei nicht den 1:0-Journalismus, der nur auflistet in welcher Minute wer zu wem den Ball abgegeben hat. Aber alles, was mit Analyse zu tun hat, ist auch in die Zukunft gerichtet und fordert Konsequenzen heraus. Man kann nicht einfach schreiben, Andi Wolf hatte seine Abwehr nicht im Griff oder Christian Eigler ist als Knipser eine Fehlbesetzung, ohne gewärtig sein zu müssen, dass das einer der Clubverantwortlichen ernst nimmt und auf dem Transfermarkt tätig wird.
    Einse solche Analyse hat aber auch eine psychologische Komponente. Wenn ich Eigler wäre und überall lesen müsste, ich sei zu blöd, das Tor zu treffen, dann würde ich es wohl auch nicht mehr treffen. Wenn ich jemandem sage, schau mal, wie komisch Du läufst, dann konzentriert der sich so aufs Laufen, dass er möglicherweise hinfällt (probieren Sie es aus!). Insofern ist eine Spielanalyse immer eine Gratwanderung zwischen dem, was man meint, gesehen zu haben, und dem, was durch das Schreiben einer solchen Analyse ausgelöst wird.
    Daher gebe ich Martin Zielonka und Clubfreund „vip“ völlig recht: Lieber jetzt schwarz malen und dann gute Ergebnisse einfahren als umgekehrt. Gerade als Clubfan muss einem doch die leidvolle Erfahrung sagen, immer dann, wenn die Hoffnungen besonders groß waren, war der Abstieg nicht mehr weit.

  7. Den letzten Sätzen kann ich mich nur anschließen. Und deswegen male ich gleich mal richtig schwarz: Der Club wird meines Erachtens heuer einmal mehr am Rande des Abgrunds wandeln, etwas anderes sind wir doch von unserem Verein auch nicht gewohnt. Die Bundesliga bleibt für Klubs, die nicht durch jahrelange Teilnahme an internationalen Wettbewerben fleißig Geld scheffeln konnten, ein permanenter Drahtseilakt. Man muss nur auf die Auf- und Absteiger der vergangenen Jahre schauen – immer wieder dieselben Namen. Deswegen sollte von Anfang trotz aller Euphorie über Oenning, die Jungspunde etc. auch eine gewisse Nüchternheit herrschen, der Blick darf nicht vernebelt werden. Ziel kann nur Rang 15 sein! Und wenn es am Ende doch eine positive Überraschung gibt: Umso besser!

  8. Pingback: stilhaeschen » Blog Archive » Club auf Tabellenplatz 7!

  9. Hallo nach Nürnberg!

    Den Kopf nicht hängen lassen, denn dieses Spiel bei Euch war für unsere Roten wie ein Vulkanausbruch bei der Stimmung, die noch mit Hecking hier geherrscht hat. Das Spiel musste auf Biegen und Brechen gewonnen werden.
    Die Saison hat grad erst angefangen-wie wir in Hannoi auch grad gelernt haben- daher nicht verzagen!!

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