Sprüche: Jury traf Vorentscheidung

„Zu spät gepisst ist auch gedopt“: Mit diesem Plakat ereiferten sich die Dortmunder Fans vergangene Saison über zwei Hoffenheimer, die zu spät zur Doping-Probe erschienen waren. Für die Leser unseres Blogs war das der originellste Spruch der vergangenen Saison, 20 Prozent votierten in unserer Abstimmung dafür. Die Jury der Akademie für Fußball-Kultur sah dies anders und  reihte den Spruch nur auf Rang sieben ein – damit stehen die Dortmunder Fans nicht auf der Short-List jener vier Kandidaten, die sich noch Hoffnungen auf den Preis der Akademie machen dürfen, über den am 2. Oktober das Publikum bei der alljährlichen Gala in der Tafelhalle entscheidet. 

Auch Ex-Cluberer Uwe Wolf hat es als Fünftplatzierter ganz knapp nicht geschafft. Bei unseren Nutzern wäre er mit seiner charmanten Erklärung, warum  er Thorsten Fink nícht beleidigt habe, in der Endauswahl gewesen. „Ich habe ihm nur gesagt, dass er die Fresse halten und auf seinen Platz zurückgehen soll.“

Wie Wolf erhielt Neven Subotic („Er muss ja nicht unbedingt dahin laufen, wo ich hingrätsche“) 15 Prozent; doch Subotic fand auch vor der Jury Gnade. Ebenso wie Thomas Hitzlsperger, der mit seinen nachdenklichen Tönen über seine Jubelvarianten („Und dann laufe ich da so rum mit Gesten, die ich hinterher peinlich finde“) sowohl bei uns (12 Prozent) als auch bei der Akademie in die Top 4 vorstieß.

Statt den Dortmunder Fans und Uwe Wolf sind bei der Gala noch Felix Magath („Die Tabelle, die ja  nie lügt, täuscht ja oft“; bei uns mit vier Prozent nur Siebter) und Manuel Neuer („Wir schießen so wenig Tore, vielleicht heißen wir deshalb auch die Knappen“; bei uns mit elf Prozent Fünfter) in der Endausscheidung.

Gut übrigens, dass Rudi Völler („Bis zum 0:1 haben wir ganz gut gespielt. Leider fiel das Tor schon in der sechsten Minute“) in beiden Abstimmungen (Jury: Platz sechs; Club-Freunde: Platz sechs mit neun Prozent) durchgefallen ist. Solche Sprüche gab es in verschiedensten Varianten schon häufig. Ein Klassiker von Thomas Häßler:  „Wir wollten in Bremen kein Gegentor kassieren. Das hat auch bis zum Gegentor ganz gut geklappt.“ Und den Zeitfaktor hat TV-Reporter Holger Obermann mal grandios thematisiert: „Zwei Minuten gespielt, noch immer hohes Tempo.“