Etwas Beschäftigung mit dem Gegner ist nie verkehrt

jpeg-1476F800CA0F32E0-20091128-img_23130530.onlineBildGut, im Nachhinein ist leicht Klugscheißen. Dennoch: Wenn ich der Robin Dutt wäre, gerade 0:6 verloren hätte und dann zu einem Mitkonkurrenten um den Abstieg müsste, der gerade gegen den amtierenden Meister gewonnen hat, was würde ich tun? Erst (um es in der Pokersprache auszudrücken) All-in und dann vorsichtig weiter spielen. Warum? Bei einer Mannschaft wie dem Club, die sich schon seit Jahren hart damit tut, das Spiel zu machen und mit überraschenden Aktionen einen mit Mann und Maus verteidigenden Gegner auszuhebeln, hast du praktisch keine andere Möglichkeit. Die Chancen, dass diese Rechnung aufgeht, steigen natürlich noch, wenn der Gegner einem den Gefallen tut und es aufgrund eines gewissen Überlegenheitsgefühls erst einmal locker angehen lässt.

Dass da nun die Kommentatoren beim Freiburger Spiel von einer taktischen Meisterleistung sprechen, ist mehr als nur eine Übertreibung. Wenn man in Nürnberg antritt, muss man kein Trainerfuchs sein, da ergibt sich die Taktik fast von selbst. Was sonst hätten die Freiburger wohl tun sollen? Wenn man sich in den Gegner hineinversetzt, dann hätte man da als Nürnberger Trainer problemlos draufkommen und entsprechend reagieren können. Aber zum In-den-Gegner-Hineinversetzen gehört halt neben Souveränität auch ein bisschen geistige Frische. Die fehlt leider nicht nur auf dem Platz, sondern auch bei denen, die für die Taktik verantwortlich sind. Und dass der Club heute die besten Chancen in der Schlussphase hatte, als man längst alle taktischen Zwänge über Bord geworfen hatte, ist da bestimmt kein Gegenargument.

5 Kommentare in “Etwas Beschäftigung mit dem Gegner ist nie verkehrt

  1. Das war heute eine tolle leistung. Wir treffen uns heute auf dem Schlossberg Freiburg (siehe Homepage) und suche und ein Ort zum Feiern. Treffpunkt Schwabentor ab 22 Uhr

  2. Das muss doch den verantwortlichen jetzt einleuchten
    das man mir einer besseren 2. Ligamannschaft in der
    1. Bundesliga nicht bestehen kann. Der Club bleibt und ist
    halt eine Aufzugmannschaft. Willkommen in der 2. Liga

  3. Absolut richtig! Freiburg hat anfangs Gas gegeben und sich nach dem Tor hinten reingestellt! Und selbst der unerfahrenste weiß, dass der FCN damit Probleme hat und eh kaum das Tor trifft!!

  4. Klingt zum Teil schlüssig, andererseits stimmt auch das: „im Nachhinein ist leicht Klugscheißen.“ Hätte (jetzt gehts los im Konjunktiv) nämlich der Club das gemacht, was jeder gedacht hätte, nämlich so offensiv von der ersten Minute an, wie gegen Wolfsburg, dann wäre Freiburg mit der All-in-Taktik voll ins Messer gelaufen und jeder hätte sich vielleicht nachher gedacht: Mei, sans die bleed.

    So hat es halt geklappt und Freiburg, die in den letzten Wochen bereits einmal von der Überraschungsmannschaft schlechthin zum Abstiegskandidaten und zurück gehandelt wurden, wird eine taktische Meisterleistung und unserer Truppe versagen vorgeworfen. Ich weiß nicht, ob es wirklich so leicht ist.

    Freiburg kann eigentlich das gar nicht, was sie da machten, nämlich 1:0 und dann mauern – klappte aber. Das ist eigentlich das paradoxe und hätte der Ball kurz vor Schluß nicht die Latte vorne, sondern an der Innenseite getroffen, hätte jeder gesagt: Freiburg hat es versäumt auf das zweite Tor zu spielen. So spricht halt wieder das Ergebnis gegen den Club.

    Naja, will die Leistung wahrlich nicht schön reden, vor allem nicht dass man so schwach begonnen hat. Aber daraus jetzt wieder mal Rückschlüsse auf Alles zu ziehen, ist nur die halbe Wahrheit, die andere Hälfte sah man eben in Wolfsburg.

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