Jetzt beginnt die Trainerdiskussion

Germany Soccer BundesligaMit dem 0:4 war der Club in Dortmund noch gut bedient. Was da im Strafraum teilweise abgelaufen ist, spottete jeder Beschreibung. Ersatzkeeper Alexander Stephan war da noch der Abgeklärteste. Wenn dann ein Andreas Wolf nach dem Spiel den Leitwolf mimt und fordert, die Kollegen müssten sich mehr reinhängen, dann nervt das nur noch. Wolf war einer der schlechtesten Spieler auf dem Platz. Allein wie er sich beim 0:3 hat vorführen lassen. Da wäre er gut beraten gewesen, den Mund zu halten und in sich zu gehen. Überhaupt sind es längst nicht mehr die so genannten Jungen, die die Spiele vergeigen, sondern die angeblichen Leistungsträger.

Dabei sah es die ersten Minuten gar nicht mal so schlecht aus. Der Club spielte engagiert nach vorne. Aber halt nur ein paar Minuten. Prompt kassierte er dann den Gegentreffer. Wahrscheinlich dachten die Clubspieler: Wir machen es wie Freiburg, hauen denen erst einmal einen rein und rühren dann hinten Beton an. Aber sowohl das Reinhauen, wie das mit dem Beton kann der Club nicht. Außerdem ist der BVB nicht irgendwer. Der, das weiß halb Fußballdeutschland, tut sich schwer, wenn jemand nur hinten drin steht. Wenn aber eine (schlechtere) Mannschaft anfängt mitzuspielen, dann schlachten die die ab.

Womit wir beim Trainer wären. Auf Twitter wurde noch während des Spiels die Trainerdiskussion eröffnet. Micheal Oenning müsse jetzt den Hut nehmen, forderten etliche. Konkreter formulierte boehmmi Oennings Fehlleistungen: „Was hat sich unser Trainergott dabei gedacht, in der Halbzeit beim Stand von 3:0 Judt einzuwechseln?“ Max-Jacob Ost (aka: GNetzer) schrieb allerdings genauso richtig: „Ob wir den neuen oder den alten Club erleben, sehen wir daran, wer in der nächsten Woche auf der Trainerbank sitzt.“ Will heißen: Wenn noch Roth am Ruder wäre, wäre Oenning jetzt wohl fällig. Aber das hat damals auch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Allerdings: Oenning, das muss man wohl so feststellen, ist wohl derjenige, der derzeit am meisten Lehrgeld zahlt. Wie lernfähig er ist, und ob sich diese Lektionen auszahlen und dem Club noch einmal zugute kommen, wir wissen es nicht. Oenning ist mit Sicherheit kein Schlechter. Aber ihm fehlt in der ersten Liga die Erfahrung. In der zweiten hat sie ihm auch gefehlt, da hat er sie sich im Laufe der Saison aber angeeignet. Ob das diesmal wieder klappt?

Eines ist jedenfalls klar: Ein in der Weihnachtspause nachgekaufter Stürmer wird es alleine nicht bringen, selbst wenn der Club das Geld für einen Luca Toni aufbringen könnte.

5 Kommentare in “Jetzt beginnt die Trainerdiskussion

  1. Was Wolf heute abgeliefert hat war in keiner Form geeignet, im Anschluß ein Interview führen zu dürfen. Ich hätte Ihn mit der Nagelschere den Platz schneiden lassen! Der trabt seit dem Freiburgspiel wie ein Schüler-Verteidiger über den Platz. Nach vorne gar nix! Wie zu seinen „glorreichen“ Anfangszeiten beim Club …..
    Oenning kann man da nur vorwerfen Ihn nicht ausgewechselt zu haben.

  2. Erschreckend, wenn ein Trainer rein gar nichts den Spielern vermitteln kann!! (weder mit Zuckerbrot noch mit Vertrauen und Verstaendnis). Und den eisernen Besen hat Herr Oenning wohl verschlafen in seinem Trainer-Studium. Er sollte sich ein Beispiel an Herrn Magath und Schalke nehmen, wo die Spieler spuren und trotzdem der Weihnachts- und Silvester-Urlaub gestrichen wurde!! M.E. braucht der Club jemanden wie Trainer Slomka – einen harten, mit allen Wassern gewaschenen, professionellen bundesliga-erfahrenen Trainer, um die Karre noch aus dem Dreck zu ziehen!!

  3. Der Oenning ist doch keine 20 mehr. Der sollte langsam sein Handwerk verstehen. In der Bundesliga gibt es jüngere Trainer, die auch wenig Erfahrung haben, die aber trotzdem erfolgreich sind (Tuchel in Mainz!). Die Ausfälle vor allem bei den älteren Spielern (Wolf, Mintal, Charisteas, Schäfer…) geben mir jedenfalls zu denken. Entweder erreicht die der Trainer nicht oder sie beginnen schon, gegen Oenning zu arbeiten.
    Das Fatale ist nur, dass die Clubführung (was ich grundsätzlich begrüße) nicht wieder in die Trainerkiller-Rolle eines Michael A.Roth verfallen will. Wenn aber ein Trainer gar keinen Druck besitzt und in völliger Ruhe arbeiten kann, dann fehlt ihm vielleicht die Motivation, sich weiterzuentwickeln, dazuzulernen und sich noch mehr reinzuhängen.

  4. Ich will in Sachen Club „kein Öl ins Feuer gießen“. Aber allmählich müßte es sich herumsprechen, dass die Taktik im Vordergrund steht. Was in Wolfsburg richtig war, war in Dortmund bestimmt falsch.
    Dies gilt auch für die Heimspiele. Wer vier Heimspiele gegen schwächere Mitkonkurrenten verliert, wird es schwer haben, die Klasse zu halten.Der Club sollte sich ein Beispiel an den Ice Tigers nehmen. Die haben die Taktik geändert und gewinnen. Da ist aber auch der Co-Trainer gefordert, der Bundesligaerfahrung hat.

  5. So wie er Klavier spielt, so lässt der Oenning auch Fußball spielen. Keine eigene Idee, alles vom Blatt. Das wird dann möglichst fehlerfrei heruntergeklimpert ohne Dramaturgie, ohne Spannungsbögen. Nur: Damit kannst Du vielleicht beim Schülerabend in der Musikschule punkten, nicht jedoch im Konzertsaal.
    Nichts gegen den Oenning, aber ihm gebricht es leider an Einfällen.

    Sollte ich im Spiel gegen den HSV hingegen wenigstens eine halbwegs originelle Standardvariante erkennen, dann nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil.

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