Der Club und die Kriminellen

„Wir geben Kriminellen keine Chance“, kündigte der Club am Mittwoch an. Einen Kollegen, selbst leidenschaftlicher Fan des FCN, hat diese Neuigkeit sichtlich überrascht: „Früher saßen die Kriminellen doch bei uns in der Vorstandschaft.“

Und flugs waren sie wieder da, die Erinnerungen an den turbulenten Start des Clubs in die 90er Jahre, als der Verein noch schwarze Kassen führte und die Gunst von Schiedsrichter gewinnen wollte, indem er ihnen Fitnessgeräte schenkte. Professor Dr. Dr. Ingo Böbel, damals Schatzmeister des Ruhmreichen, wanderte dann ja tatsächlich hinter schwedische Gardinen.  Nun aber beschreitet der Club neue Wege und gibt Kriminellen keine Chance mehr.

Doch Scherz beiseite: Die Meldung hat freilich einen ernsten Hintergrund. Nach den jüngsten Krawallen beim Spiel in Bochum, wo neun Personen durch das Abbrennen von Pyrotechnik verletzt wurden, soll es ab dem Spiel in Bremen (27. März) bei Auswärtsspielen künftig nur noch personalisierte Eintrittskarten geben,  um auffällig gewordene Unruhestifter von vornherein ausschließen zu können. Die Tickets sollen auch nicht übertragbar sein.

Nun klagen die Fans traditionell aber ohnehin schon, dass  die Vereine allzu schnell Stadionverbote aussprechen. Andererseits ist die Haltung des FCN nach den Vorfällen in Bochum verständlich.   Notfalls, kündigte der Verein an, werde er auch gar keine Karten für Auswärtsspiele mehr verkaufen.