Müde Hamburger? Von wegen!

20100501 Wolf sauer nach Tor zum 2:0Es war zwar nicht direkt von Wettbewerbsverzerrung im Abstiegskampf die Rede – aber die Konkurrenz aus Freiburg und Hannover zeigte sich in den vergangenen Tagen nicht gerade erfreut darüber, dass der Club am 33. Spieltag beim HSV antreten darf: Schließlich seien die Hamburger nach dem Europapokalspiel in London beim FC Fulham und nur zwei Tagen Pause entsprechend platt. Allein, für 25 Minuten reicht die Luft der Hanseaten offensichtlich noch. Denn zu diesem Zeitpunkt steht es schon 3:0 für die Hamburger durch Treffer von Pitroipa und Petric (2). Die Nürnberger spielen „infantil“ und „desaströs“, meint der Radioreporter, den die Vorstellung des Clubs so verwirrt, dass er beim Halbzeitfazit nur mühsam seine Sätze sortieren kann.

Den einzigen Trost spenden ausgerechnet die ungeliebten Münchner, die gegen Bochum durch zwei Müller-Tore auch schnell die Weichen auf Sieg stellen. Die Blitztabelle zur Pause sieht den FCN mit 28 Punkten auf dem Relegationsplatz, dahinter liegen nur noch Bochum (auch 28, aber eine um zwei Treffer schlechtere Tordifferenz) und die Berliner Hertha, die durch ein 1:0 in Leverkusen drei Halbzeiten vor Saisonschluss mit 26 Punkten wieder hoffen darf. Hannover führt gegen die lustlosen Gladbacher 4:0 und verbessert sich mit 30 Zählern auf Nichtabstiegsrang 15. Freiburg ist zu diesem Zeitpunkt durch Idrissous Ausgleichstreffer zum 1:1 in Köln mit 32 Punkten gerettet.

Idrissou ist es dann auch, der den Sportclub in der zweiten Hälfte mit 2:1 nach vorne bringt. Der Treffer von Freis zum 2:2-Endstand kann die Breisgauer nicht groß schocken,sie sind damit für ein weiteres Jahr im Oberhaus qualifiziert. Dagegen bedeutet das Leverkusener Ausgleichstor für die Hertha 13 Jahre nach dem letzten Aufstieg 1997 den Abschied aus der Bundesliga.

In Hamburg bleibt derweil Phantom Marek Mintal auf der Bank, Trainer Dieter Hecking bringt stattdessen Tavares, Risse und Judt für Gündogan, Eigler und Diekmeier. Der Club kann keine Ergebniskosmetik betreiben, sondern schluckt noch das 0:4 durch van Nistelrooy, während Hannover seine Torbilanz aufpoliert und am Ende 6:1 gegen Gladbach gewinnt. Bochum hält die Niederlage in München (1:3) in Grenzen, liegt jetzt nur noch um ein Tor schlechter als der FCN, der nun vier Niederlagen in Serie kassiert hat.

Am letzten Spieltag machen Hannover (30 Punkte), Nürnberg und Bochum (beide 28) einen Relegationsteilnehmer und den zweiten Direktabsteiger unter sich aus. Der Club kann nun nicht mehr aus eigener Kraft die Rettung schaffen.

Falls Bochum und Hannover, die im Abstiegsfinale aufeinander treffen, Remis spielen, kann sich der Club mit einem Sieg gegen Köln wegen der dann besseren Tordifferenz gegenüber Hannover retten. Spielt der FCN unentschieden, geht er dann in die Relegation, eine Niederlage würde in diesem Fall den Abstieg besiegeln.

Gewinnt Hannover das Finale, geht der FCN wohl unabhängig vom Ergebnis gegen Köln wieder in die Relegation; wenn der VfL allerdings beispielsweise nur 0:1 verliert und der Club gegen die „Geißböcke“ 0:2, rettet sich Bochum trotz Niederlage in die Relegation, und der Club steigt ab.

Falls Bochum gewinnt, muss der Club ebenfalls einen „Dreier“ holen, um Direktabstiegsplatz 17 zu vermeiden und Hannover zu überholen. Wer dann – Bochum oder Nürnberg – die Entscheidungsspiele gegen den Zweitliga-Dritten bestreiten muss, wäre ebenfalls wieder von der Tordifferenz abhängig. Eines ist indes jetzt schon klar: Für den 34. Spieltag brauchen die Club-Fans ein stabiles Nervenkostüm. Aber das ist ja eigentlich nichts Neues.

4 Kommentare in “Müde Hamburger? Von wegen!

  1. Die Leistung in Hamburg ohne Worte
    Abstieg verdient
    Das 0:1 muß Schäfer halten

  2. Eine desolate Leistung war das gestern! Ich hoffe, dass die vielen weit angereisten Clubfans wenigstens nach dem Spiel eine gute Zeit in HH (Sightseeing, Kiez) hatten, so dass die lange Fahrt nicht ganz umsonst war.

  3. Wenn der Club nur halb so gut spielen könnte wie mp rechnet, dann wäre ihm auf jeden Fall ein Platz in der oberen Tabellen-Hälfte sicher! Aber wir glauben, der Club kann weder spielen noch rechnen!

  4. Einmal abgesehen von dem kläglichen Auftreten der Mannschaft, was treibt denn eigentlich die Clubführung? Wenn man sich anschaut, wie etwa die Konkurrenz den HSV mit unter Druck gesetzt und die Ōffentlichkeit gegen den Club eingenommen hat (Wettbewerbsverzerrung), dann muss man sagen: Chapeau! Beim Club sind alle auf Tauchstation (Bader u.a.) oder ergehen sich in altvāterlichen Durchhalteparolen (Schāfer). Die nimmt leider – Ähnliches haben wir noch von Thomas von Heesen im Ohr – niemand ernst. Da kämpft keiner fūr irgendwas – weder auf dem Platz noch in den Vorstandsbūros. Wahrscheinlich sind die sogar noch so blauāugig zu glauben, dass Hannover und Bochum nichts zur Motivierung des 1.FC Kôln unternehmen.

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