Charisteas macht das Dutzend voll

2508404588Die unendliche Geschichte hat ein Ende, Angelos Charisteas heuert bei Arles-Avignon an und wird daher nicht sein letztes Vertragsjahr noch beim Club auf der Tribüne absitzen. Interessant wäre immer noch die Frage, ob der griechische Nationalstürmer in Nürnberg doch noch „angekommen“ wäre, wenn ihm nicht die Trainer Hans Meyer und später Thomas von Heesen im Winter 2007/08 Jan Koller vor die Nase gesetzt hätten. Ende 2007 nahm „Harry“ nämlich Fahrt auf. Danach ging aber nur noch wenig bei dem 30-Jährigen, der in der Rückserie 2008/09 an Leverkusen ausgeliehen war und dort ebenfalls nicht überzeugte. Charisteas, 2007 von Feyenoord Rotterdam gekommen, macht das Dutzend der Abgänge voll, über die die Club-Freunde ja ohnehin noch einen kleinen Überblick geben wollten. Also los:

 
Die tiefsten Spuren am Valznerweihe hat Jawhar Mnari hinterlassen, auch wenn er von allen Spielern, die nun gegangen sind, 2009/10 die wenigsten Einsätze hatte. Nur noch dreimal kam der 33-jährige Tunesier zum Zug, schon nach der Saisonpremiere gegen Schalke flog er aus der Stammelf. Bei Dieter Hecking schien er sich in der Winterpause wieder heranzukämpfen – doch dann stellte der neue Coach den defensiven Mittelfeldspieler vollends kalt, kein einziges Mal stand er in der Rückrunde im 18er-Aufgebot. Selbst den obligatorischen Abschiedsstrauß bekam Mnari nicht – wie üblich – zum Saisonfinale, sondern wegen des stressigen Abstiegskampfs erst zum Start der Vorbereitung. Dabei sind seine Verdienste unumstritten: Von Wolfgang Wolf 2005 aus Tunis geholt, war Mnari tragende Säule jener Mannschaft, die 2006 und 2007 grandios aufspielte, den Pokal holte und sich für den Uefa-Cup qualifizierte. Und auch am Wiederaufstieg 2009 hatte er seinen Anteil. Nun spielt der verdiente Kämpe für den FSV Frankfurt – nach 70 Erst- und 18 Zweitligaspielen in Rot-Schwarz.  

 

Im Gegensatz zu Routinier Mnari hatten die anderen Abgänge keine lange Verweildauer am Valznerweiher. Der 20-jährige Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier wurde nach eineinhalb starken Jahren beim FCN vom Hamburger SV weggelockt. Eine ähnlich große Lücke reißt Andreas Ottl (25), der sich unbedingt beim FC Bayern durchbeißen will, wo er vor der Ära van Gaal auch schon mal zum engeren Stamm gehörte. Ottl, im Winter 2009/10 verpflichtet und als „Sechser“ im Mittelfeld sofort Führungsspieler, gehört zu den zahlreichen Leiharbeitern, die allesamt wieder abwanderten. Fehlen dürfte Marcel Risse (20, jetzt Leverkusen), der zwar in der Bundesliga nie traf, aber das offensive Mittelfeld des Clubs in den vergangenen eineinhalb Jahren dennoch belebte.
Verteidiger Breno (20) war nur ein halbes Jahr da, überzeugte aber in acht Einsätzen bis zu seiner Verletzung derart, dass ihn die Bayern unbedingt zurückhaben wollten. Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting (21) strahlte in seinem Jahr am Valznerweiher durchaus Torgefahr aus. Ob er beim Hamburger SV langfristig eine Zukunft hat, scheint fraglich, vielleicht landet er ja doch wieder beim Club. Bei Mittelfeldspieler Mickael Tavares (27), der ebenfalls vom HSV für ein halbes Jahr ausgeliehen war, ist eine Rückkehr indes ausgeschlossen, er konnte nicht überzeugen. Auch Arsenal-Leihgabe Havard Nordtveit (20), zu Saisonbeginn 2009/10 für die Defensive geholt,  wird wohl kaum zurückkommen. Bereits während der Rückserie verabschiedete sich der 2009 aus Bochum gekommene Stürmer Güngör Kaya (20) nach null Erstliga-Einsätzen.

 
Bleiben neben all den Jungfüchsen noch zwei routiniertere Mittelfeldspieler, die sich nicht durchsetzen konnten. Thomas Broich (29), den der Club 2009 mit großen Hoffnungen aus Köln holte, kam nur auf sieben Einsätze, selbst Oenning, der ihn verpflichtete, setzte letztlich nicht auf Broich, der jetzt in Australien bei Brisbane Roar sein Glück versucht. Daniel Gygax (28), 2008 vom FC Metz gekommen,  blieb ebenfalls im Bundesliga-Jahr nur eine Nebenrolle. Der Schweizer wechselte zum FC Luzern. Die Fluktuation ist wieder einmal groß beim Club.