Ein HSV-Spieler, der Recht hat

urn:newsml:dpa.com:20090101:100903-11-12389Nein, wir sind keine Freunde des HSV. Auch wenn da mittlerweile einige unter Vertrag sind, die wir ganz gut kennen (Oenning, Diekmeier, Choupo-Moting). Trotzdem müssen wir einen Spieler des nächsten Club-Gegners hier positiv erwähnen.

Es handelt sich um Marcell Jansen. Der Nationalspieler hatte sich im Länderspiel gegen Belgien verletzt und wurde ausgewechselt. Wie das vom TV-Kommentator (Gerd Gottlob war es übrigens) rübergebracht wurde, darüber hat er sich geärgert. Da hieß es, Jansen sei ausgewechselt worden, weil er schlecht gespielt habe.
Früher hatten Spieler so etwas hinzunehmen. Heute gibt es das Internet und Marcell Jansen nutzt diese Möglichkeit um sich auf seiner Homepage mal die selbstherrlichen Herren Kommentatoren vorzuknöpfen. Er tut das in verbindlichen Ton, dennoch hart in der Sache.

Der Kommentator unseres Spiels hat sich sein eigenes Bild über meine Leistung auf dem Platz gemacht, die – nicht nur meiner Meinung nach – fern ab der Realität war.

Das Problem ist doch folgendes: Wir Spieler stehen im Licht der Öffentlichkeit und da können solche aus der Luft gegriffenen Kommentare berufsschädigend sein. Ich spreche da nicht nur von mir, es ist auch schon oft genug bei Kollegen vor mir vorgekommen.

Es ist doch bedauerlich, das der gute Herr im Zeitalter der modernen Technik und Kommunikation noch nicht einmal wusste, das ich aufgrund einer Verletzung ausgewechselt wurde. Stattdessen bastelte er sich eine Erklärung zusammen – wohlgemerkt vor einigen Millionen Zuschauern – die absolut nicht zutreffend war und mich sehr negativ dargestellt hat. Ich war immer der Meinung, ein Kommentator beschreibt das Geschehen auf dem Spielfeld und, wenn er gut ist, bringt er noch Emotionen und Stimmung rüber, sofern dies das Spiel erlaubt.

Ganz nebenbei gibt er den Kommentatoren auch noch mit, dass sie mittlerweile weder positive Emotionen, noch Spaß vermittel, wie das manchmal im Ausland passiert und wie das ein Mann wie Werner Hansch früher noch praktiziert hat.

Wir müssen sagen, da hat Marcell Jansen Recht. Trotzdem hätten wir nichts dagegen, wenn die Kommentatoren am Samstag das eine oder andere Tor gegen seinen Verein vermelden. Kann ruhig auch emotionslos sein.

Nachtrag:
Um aber – zum Ausgleich – auch ein bisschen für Verständnis den TV-Kommentatoren gegenüber zu werben: Die haben es auch nicht einfach. Manchmal sind sie sogar massiven körperlichen Angriffen ausgesetzt und haben dann schlicht Angst. Da ist es dann halt auch einfach schwer, den Werner Hansch zu geben.
Sowas:
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führt dann halt zu solchen Reaktionen:
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