Gebt dem Club mal ein bisschen Geld!

4235971776So, Freunde des Fußballs! Dort, wo der FCN spielt, dort seid ihr verkehrt. Wenn ihr euch etwa am Land in der Wirtschaft gegen die versprengten BVB- oder Schalke-Fans durchsetzen müsst und schließlich doch das Spiel aus Leverkusen in Sky eingestellt wird. Wenn ihr dann immer wieder hört, was das für ein Scheißkick sei und jetzt endlich umgeschaltet werden solle, da werde nämlich wenigstens guter Sport geboten. Wenn dann dort auch noch die Tore fallen, das Denkmal Magath demontiert wird, während in Leverkusen die absolute Nullnummer abläuft. Dann fühlt man sich als Spielverderber, als Spaßbremser und als Totengräber des Fußballs. Das nächste Mal werden die anderen mit Sicherheit sagen: Was Club, da schau mer nimmer hie – und der Wirt wird sich überlegen, ob er seine Gäste verlieren oder lieber sein Clubfähnchen hoch halten will.

Dennoch: Man muss ja nicht hinschauen. Erfolg ist nämlich, wenn der Club drin bleibt. Und so bleibt er drin. Das Spiel kaputt machen, den anderen den Spaß nehmen und so Punkt an Punkt reihen. Auch das ist nämlich Fußball: Da gibt es Mannschaften, die haben jede Menge Geld und können sich entsprechend Qualität zusammenkaufen, und dann gibt es andere, wie den Club, die müssen schauen, dass sie sich hier und da was zusammenleihen. Die haben letztlich keine andere Chance, als den teuren Superkickern die Luft rauszunehmen, sie zu nerven und sich hinten reinzustellen. Mitspielen, das wäre glatter Selbstmord.
Und solange es solche Missverhältnisse zwischen Arm und Reich in der Liga gibt, solange muss man sich über solche Spiele nicht beschweren. Solange haben Trainer wie Dieter Hecking Recht, wenn sie einfach nur hinten den Riegel reinhauen.

Wenn es in der DFL oder beim DFB demokratisch zuginge, dann würde ich da „die Linke“ wählen, damit da mal sowas wie eine Reichensteuer eingeführt würde. Dann müssten halt die Bayern was von ihren gehorteten Geldern abgeben, die sie ja sowieso nicht brauchen, und der Fußball würde gewinnen, weil auch schlechtere Mannschaften mitspielen können.

Gut, ist etwas holzschnittartig, aber ein Vorschlag zur Güte. Das nächste Mal ist eh wieder ein Heimspiel und da kann man selber hin und muss sich nicht in der Sportsbar rumstreiten.

4 Kommentare in “Gebt dem Club mal ein bisschen Geld!

  1. Pingback: Glubb-Blog Clubfans bei FCN-Auswärtsfahrten und Groundhopping - Leverkusen – FCN 0:0! Glubb ermauert einen Punkt!

  2. Jaja, so kann man’s auch sagen: Demokratie bei DFL und DFB und dann „die Linke“ wählen und Reichensteuer beim Fußball einführen. Über soviel Naivität kann man ja nur kichern.
    Wir übertragen das mal auf die Wirtschaft: da müssen dann erfolgreiche Firmen eine Abgabe zahlen, damit weniger erfolgreiche ihre schlechteren Produkte optimal vermarkten können.
    Die Reihenfolge lautet immer: „Investieren – Kassieren“ und nicht umgekehrt. Die Prämisse beim Club lautet hier eben, einigermaßen schuldenfrei durch die Spielzeiten zu kommen. Erhöhte Risikobereitschaft (bzw. Suche nach exquisiter Qualität) in der Kaderzusammenstellung oder bei der Trainerauswahl war bislang nicht zu erkennen. Solange sich hier nichts tut wird der Club genau das spielen was er kann und in der zweiten Tabellenhälfte herumdümpeln. Manchmal reicht das sogar für einen Pokalsieg, meistens aber nur für einen Platz unter den letzten fünf oder sechs.

    Ich bin ja nun wirklich kein Bayern-Fan, aber eines muß man ihnen zugute halten: sie sind nicht reich auf die Welt gekommen und mußten sich ihren Erfolg und ihre Mitglieder hart erarbeiten. Das hat lange gedauert, aber die Ziele wurden hartnäckig über die Jahre verfolgt. Das Ergebnis ist bekannt.

    Grüße aus dem Nürnberger Umland

  3. Hallo, @Bernie! Mal langsam! Vergleichst Du nicht vielleicht Äpfel mit Rosinen? In der Wirtschaft muss man – im Gegensatz zur Bundesliga – nicht gegeneinander spielen. Da ist es sogar gut, wenn man allein auf weiter Flur ist. Dann kann man die Preise diktieren und die Sau rauslassen.
    Beim Fußball braucht man immer auch Gegner. Ohne die geht es nicht. Wenn die alle schlecht sind, kann man sie natürlich jedesmal mit Kantersiegen abfertigen. Nur, dann wird das Ganze langweilig und keiner schaut mehr zu. Die Einnahmen sinken und man hat von seiner Vormachtstellung gar nichts.
    Insofern ist das alles dialektisch. Das ist für einen Nürnberger Umländer vielleicht ein etwas schwieriges Terrain (ich weiß, wovon ich rede, lebe ich doch im Fürther Umland). Trotzdem hillft es nichts. Da muss man durch.
    Das haben im übrigen sogar die Bayern erkannt. Dass sie dem Club so bereitwillig mit Leihspielern helfen, dürfte vor allem daran liegen. Dass sie nicht auch noch irgendwelche Superstars dazukaufen, obwohl sie das Geld dazu hätten, ebenfalls. Nichtzuletzt lassen sie es wohl auch deswegen immer zu Anfang der Saison etwas lockerer angehen, damit die Liga nicht völlig unspannend wird. Oder glaubst Du etwa den Scheiß, dass die wegen der WM noch nicht ihren Rhythmus haben?
    Ob die Bayern das verdient haben, das steht auf einem ganz anderen Papier. Spielt aber dabei keiner Rolle. Wichtig ist doch nur, dass der Erfolg sich immer dort einstellt, wo das Geld ist. Außer man kann mit Geld nicht umgehen, wie etwa Dortmund vor knapp zehn Jahren oder Schalke im Augenblick.

  4. Da wo das Geld ist, ist der Erfolg, das beweist jedes Jahr die Tabelle am Saisonende.
    Doch was ich nicht zusammenbekomme ist die Tatsache: Mainz erster, Freiburg vierter, Lautern sechster.
    Sind uns die finanziell soweit überlegen ??? bzw. –> es geht doch, vorallem Mainz!!!

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