Böser Bube Pinola

urn:newsml:dpa.com:20090101:101027-10-13525Oh Mann, Pino, du böser Bube. Kann man das gutheißen? Da hebt unser Pulikumsliebling ab wie weiland Andi Möller in seinen besten Tagen und schindet dreist einen Elfmeter. Und dann tritt er auch noch selbst an – und wer nun geglaubt hatte, Pinola nominiert sich doch noch selbst für den Fairplay-Preis und drischt das Leder absichtlich in die Wolken, der sah sich getäuscht: der Argentinier verwandelte vielmehr auf alte Fußball-Weisheiten pfeifend den Strafstoß selbst zum vorentscheidenden 2:0.

Mit Regionalligist Elversberg habe ich dennoch wenig Mitleid, denn der David tat einfach zu wenig, um in der zweiten Pokalrunde seine Außenseiter-Chance zu nutzen. Vermutlich wollte sich der Viertligist nach den guten Erfahrungen in Runde eins gegen Hannover wieder ins Elfmeterschießen retten. Dabei hätte der SV doch wissen müssen, dass der Club immer für eine Blamage gut ist. Erinnert sei nur daran, dass es der FCN geschafft hat, mal als Bundesligist gegen einen Fünftligisten rauszufliegen – das ist in der Pokalgeschichte einmalig (2001 in Ulm). Legendäre Pleiten handelte sich der FCN auch in Havelse (Saison 1991/92) oder bei den Amateuren von Hertha BSC Berlin (1992/93) ein.   Doch in Elversberg liest man keine Fußball-Geschichtsbücher, und so versteckte sich das freilich tapfer kämpfende Team in der Defensive und ist nach den Toren von Schieber, Pinola und Routinier Simons nun draußen. Schiebers Taktik sollte der Club übrigens auch bei anderen Auswärtsspielen beherzigen: „Hinfahren, gewinnen, heimfahren.“

Am Sonntag steht nun die Auslosung fürs Achtelfinale an. Ich für meinen Teil will übrigens keinen attraktiven, sondern einen schlagbaren Gegner. Kickers Offenbach zum Beispiel. Dort ist Andreas Möller inzwischen Sportdirektor. Der könnte dann mit Pino Erfahrungen austauschen.