2010 – ein gutes Jahr für den Club

Dezember 2009: Mit vier Punkten Rückstand auf die Ränge 15 und 16, die direkte Rettung beziehungsweise Relegation bedeuten, liegt der Club auf Rang 17. Der Neuling scheint in der Bundesliga überfordert, verabschiedet sich mit einem 0:3 in Köln in die Winterpause.

Ein Jahr später, Dezember 2010: Der 1.FC Nürnberg spielt entgegen der Vorjahreserwartungen immer noch in der Bundesliga, diesmal liegt er zum Vorrundenschluss auf Rang elf und hat ein sattes Polster von sieben Punkten zum Relegationsplatz, gar zehn zum direkten Abstiegsrang 17.

FCNAllein diese Zahlen zeigen: Es war ein gutes Jahr für den Ruhmreichen. Obwohl es im Januar nicht so aussieht, denn der neue Coach Dieter Hecking verliert mit seinem Team drei der ersten fünf Spiele und gewinnt nur eines. Und von den Neuzugängen die das Team verstärken sollen, verletzt sich einer schwer (Breno), ein weiterer muss sich bald mit der Ersatzbank anfreunden (Tavares). Andreas Ottl, Leihgabe aus München, ist aber ein Gewinn und trägt maßgeblich dazu bei, dass sich der FCN aus dem Schlamassel herausarbeitet. Nach einem 3:2-Sieg über Leverkusen am 25. Spieltag belegen Kapitän Wolf und Co.erstmals wieder einen Nichtabstiegsplatz, Rang 15. Choupo-Moting trifft in diesem Spiel zweimal und gehört auch am 29. Spieltag zu den Torschützen, als Mainz 2:0 geschlagen wird und der FCN garauf Rang 14 klettert. Die Rettung scheint nun nahe. Allein, Heckings Jungs machen es nochmals spannend und lassen vier Niederlagen folgen. Auch das 1:0 über Köln durch Ottls erstes und letztes Pflichtspieltor für den Club kann die Nürnberger nicht vor der Relegation bewahren. Die entscheidet der Club dann gegen den Zweitliga-Dritten Augsburg aber ebenso klar für sich wie im Vorjahr gegen Cottbus.

Es folgt ein emsiges Männleinlaufen, denn beim Club spielen aus finanziellen Gründen viele Zeitarbeiter. Die Leihspieler Choupo-Moting, Risse, Ottl, Nordtveit, Breno, Tavares kann oder will der FCN nicht fest verpflichten, für Talent Diekmeier gibt es eine stattliche Ablösesumme aus Hamburg. Mit Routinier Joe Mnari, bei Hecking chancenlos, geht ein sehr verdienstvoller Akteur.

Doch der Club kauft sehr gut ein bzw. leiht sehr gut aus: Per Nilsson als Verteidiger, Abräumer Timmy Simons, die Mittelfeldkräfte Jens Hegeler und Mehmet Ekici sowie Stürmer Julian Schieber – sie alle schlagen bestens ein, gerade die Youngsters Schieber sowie Ekici sorgen gemeinsam mit Ilkay Gündogan für viele positive Schlagzeilen. Nach Spieltag elf steht der FCN auf Rang sechs und damit zum zweiten Mal in dieser Saison gar vor den ungeliebten Bayern – OB Ulrich Maly kündigt an, die Tabelle im Tiefkühlschrank des Rathauses für Zeiten aufzubewahren, „in denen es uns mal nicht mehr so gut geht“. Und die kommen bald. Am 14. November (12. Spieltag) gewinnen die Münchner locker 3:0 gegen den FCN, der gleich noch  drei Niederlagen dranhängt und prompt wieder der Abstiegszone bedrohlich naherückt.

Doch das Jahr endet in Hoffenheim (1:1) und gegen Hannover (3:1) versöhnlich, auch im Pokal ist der FCN noch im Rennen. Allerdings, beim Club ist man ja an allerhand gewöhnt: 2002 feierte der FCN auch eine knappe Rettung und eine solide Hinrunde, stürzte dann aber nach einer Pleitenserie im Frühjahr 2003 doch noch in die Zweitklassigkeit ab. Aber ich will ja nicht unken. Heckings Elf wirkt viel gefestigter als die Mannschaft von Klaus Augenthaler damals. Apropos 2003: In jenem Jahr kam auch die Legende Marek Mintal an den Valznerweiher. 2010 war nicht sein Jahr, bei Hecking kommt er über die Reservistenrolle nicht mehr hinaus. Ob es 2011 doch noch mal eine Wende gibt für den einstigen Toptorjäger? 

Platz elf klingt jedenfalls richtig gut. Wenn Wolf und Co. ganz langweilig-solide diese Platzierung über die Rückrunde hinweg verteidigen, wäre wohl kein Fan böse. Und den Pokal nehmen wir nebenbei natürlich auch ganz gern mal wieder mit.

1 Kommentar in “2010 – ein gutes Jahr für den Club

Kommentarfunktion geschlossen.