Verdienter Auftaktsieg

Der Begriff Topspiel muss wohl umdefiniert werden. Top ist nicht, wenn der Tabellenführer spielt oder wenn möglichst viele teure Stars auf dem Rasen stehen, Top ist, wenn der Club gewinnt. Insofern hatten die Bundesliga-Termindiktatoren schon recht, die Begegnung Hertha BSC gegen den FCN als Topspiel auf den Samstagabend zu verlegen.

Der Sieg war dabei nicht etwa glücklich, sondern so was von verdient. Der Club war spielerisch total überlegen, hatte die Sache eigentlich immer im Griff und so richtig Sorgen machen musste sich der Clubfreund eigentlich nie. Wobei sich die Hertha einfach auch blöd anstellte. Insofern muss man das mit der Überlegenheit doch relativieren.

Auch der Club hatte wohl die Unfähigkeit der Berliner nicht so richtig erwartet. In Halbzeit eins schien es wieder den aus der vergangenen Saison bekannten Heckingschen Sicherheitskick zu geben. Abwarten, hinten dicht stehen und kein Risiko eingehen. Zumindest schien es so. Nachdem es in der zweiten Hälfte aber zunächst so weiter ging, liegt auch der Schluss nahe, dass beim Club gegenwärtig noch ein Kreativdefizit vorliegt. Der Weggang von Gündogan und Ekici hat doch Spuren hinterlassen. Die Hertha brachte zwar nichts zu Wege, aber der Club war dann doch zu berechenbar und ungefährlich, um daraus Kapital zu schlagen.

Das fehlende Überraschungsmoment war dann wohl die Einwechslung von Jens Hegeler. Bereits mit dem ersten Ballkontakt legte er auf Neuzugang Tomas Pekhart und der machte dann das überfällige Siegtor.

Neben den drei Punkten bleibt auch die Erkenntnis, dass der Club in der Saison genug spielerisches Potenzial hat, auf jeden Fall mehr als die Berliner. Auch das ist schon mal ein Argument gegen solche „Error-Experten“ wie Mario Basler, die den FCN als Abstiegskandidaten einstufen.