Trikotsponsor gesucht

Wir haben hier schon lange gegen Club-Sponsor Areva angeschrieben. Deswegen finden wir es auch gut, dass der Vertrag nun offenbar ausläuft. Obwohl wir mit Parteipolitik nichts am Hut haben und auch wissen, dass Sponsoern, die per se schon als sympathisch gelten, nicht auch noch Geld zahlen, um beim Club auf den Trikots aufzutauchen, wollen wir dennoch die Presseerklärung der Nürnberger Grünen und der Ärzte gegen den Atomkrieg hier zur Diskussion stellen. Weil wir zudem nicht nur lästern, sondern uns auch positiv an der Sponsorensuche beteiligen wollen, erinnern wir noch einmal an unseren Brief an Schmitt + Sohn und verweisen darauf, dass dies angesichts der aktuellen FCN-Schwächeperionde durchaus wieder eine Option für die Zukunft sein könnte. Wenn andere sich auch mal Gedanken machen würden, wer beim Club als Trikotsponsor einspringen soll, wäre das sicher auch kein Fehler.

Hier die grüne Presseerklärung:

Endlich – Areva zieht sich als Hauptsponsor zurück!

Areva wird sich aus dem Hauptsponsoring des 1. FCN zurückziehen. Dies wurde bei der Mitgliederversammlung des 1. FCN bekannt.

Die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Nürnberg und IPPNW Nürnberg – Ärzte gegen Atomkraft begrüßen diese Entscheidung. „Es freut uns, dass unser Club, tief verwurzelt im fränkischen Herz, nun nicht mehr von Areva als Hauptsponsor gefördert wird“, so Dr. Helmut Rießbeck, IPPNW. „Es kommt nun darauf an, dass sich der Club für ein Unternehmen entscheidet, das menschenrechts- und umweltpolitische Grundlinien ernst nimmt und einhält“, so Elke Leo, menschenrechtspolitische Sprecherin der Grünen.

Sponsoring um jeden Preis darf es nicht geben! Jeder Verein hat die Verantwortung, sich innerhalb eines sozialen und ethischen Rahmens zu bewegen. Areva hat dies u.a. mit dem gesundheits- und umweltgefährdenden Abbau von Uran im Niger nicht getan. Der radioaktive und hochtoxische Uranstaub schadet den Menschen und der Umwelt – von sicherer Verwahrung kann keine Rede sein. Das Zurückziehen von Areva als Hauptsponsor bietet nun die Möglichkeit, einen neuen Hauptsponsor zu wählen, der dem Image des Clubs nicht schadet.

Wir rufen die Clubfans dazu auf, sich in die Sponsoring-Debatte einzumischen und den Club-Vorstand dazu zu bewegen vor allem Firmen zu berücksichtigen, die sich an ethische Maßstäbe in ihrem Unternehmenshandeln gebunden fühlen.

Die Stadtratsfraktion und IPPNW luden im April dieses Jahres zur Veranstaltung „Braucht Fußball Atomkraft? Der Club und Areva – Sponsoring um jeden Preis?“ ein und sprachen ein breites Publikum an. Mit der Veranstaltung wurde die öffentliche Debatte wie weit Sponsoring gehen darf in Nürnberg eröffnet. Diese Debatte erreichte mittlerweile auch Erlangen, wo sich die Bürgerinitiative „Poesie ohne Uranstaub“ gegen das Sponsoring des Poetenfests von Areva ausspricht.

7 Kommentare in “Trikotsponsor gesucht

  1. Wo kann man sich denn da als Fan einmischen? In Nürnberg und Umgebung gibt es m.M. schon einige solide Firmen die als Sponsor in Frage kommen würden, aber ob die das möchten. Ich hätte da ein paar Ideen

  2. „Es kommt nun darauf an, dass sich der Club für ein Unternehmen entscheidet, das…“
    Als ob wir uns das aussuchen könnten – der Glubb mus nehmen was er kriegt! Ich bin auch gegen AREVA, aber gibts denn Alternativen, die gleich viel oder gar mehr zahlen?

  3. Datev.Diehl.Nürnberger Versicherungsgruppe.N-ergie.Fürst.Personal Hofmann.VAG.Sellbytel.GfK.Electrolux.
    Die 10 größten Firmen mit Sitz in Nürnberg,geordnet nach Beschäftigten.

  4. @ oliisoaho

    Tja, und welche dieser Firmen hat jetzt 2-3 Millionen Euro im Jahr übrig um es dem Club in der kommenden Wirtschaftskrise zu schenken?

    • Tja, wenn ich das wüsste.Die ökologolisch-ethisch eierlegende wollmillsau ist da aber nicht dabei.

  5. Bei der Frage des Trikotsponsors gibt es ja eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder man findet einen 100 % Clubfan der bereit und vor allem IN DER LAGE IST ein oder zwei Millionen im Rahmen seines Unternehmens als Trikotsponsor einfach so herzuschenken. Oder ein Unternehmen dem es im Rahmen einer tatsächlichen Werbekampagne wert ist diese Summe zu zahlen. Eines muss aber klar sein. Das Rumgenölle vieler Clubfans in Bezug auf Werbeaufschriften, siehe „Easy-Credit-Stadion“ oder „Areva“ senkt den Marktwert des Clubs für solche Werbeauftritte erheblich. Dies sollte man bei der Ausübung seiner Meinungsfreiheit immer beachten.

Kommentarfunktion geschlossen.