On The Highway To Liga 2

Eigentlich ist es das alte Lied, nur klingt es von mal zu mal trauriger und resignierter. Wieder einmal spielte der Club zunächst auf Augenhöhe mit. Die Mannschaft machte über weiter Strecken keinen schlechten Eindruck. Aber Haltungsnoten zählen eben in der Bundesliga nicht. Dass diesmal mit Daniel Didavi endlich das bislang fehlende Kreativelement von Anfang an dabei war, änderte gar nichts. War in der letzten Saison und zu Beginn dieser Saison noch Euphorie mit dabei, die die größtenteils jüngeren Spieler beflügelte, ist da inzwischen natürlich nichts mehr zu spüren. Jetzt wären Spieler gefragt, die auch einmal ein Spiel entscheiden können, die in ausgeglichenen Begegnungen den Turbo auspacken können, die souverän auf ihre Chance warten und die dann verwerten können. Da hat Schalke beispielsweise Huntelaar oder Raul. Der Club hat niemanden.

Fehlt das Euphorielement geht es halt allein um spielerische Qualität, und da – das muss man leider so konstatieren – ist der Club ein echter Abstiegskandidat. Die Euphorie und die daraus resultierende Spielfreunde kommt halt nicht wieder, wenn man dauernd verliert (inzwischen sind es bereits acht Spiele ohne Sieg). Ein Teufelskreis also, in dem sich der Club befindet. Die Chance besteht da nur darin, dieser Situation ins Auge zu blicken. Das heißt: nicht mehr versuchen, weiter schön auf Augenhöhe mitzuspielen und einen halbwegs passablen Eindruck zu machen, sondern sich halt mal hinten reinstellen, auch mit einem Punkt zufrieden sein, dem Gegner die Lust nehmen, von diesem dann auch mal völlig unterschätzt werden und hin und wieder mit Glück vorne einen versenken. Abstiegskampf halt!

Ob das Trainer Dieter Hecking mit dieser Mannschaft hinbekommt, keine Ahnung! Auf Anhieb fällt mir da nur Almog Cohen als Option ein. Der kämpft in guten Tagen wenigstens. Andererseits, erinnern wir uns an die letzte Abstiegssaison, ein Trainerwechsel und dann einen wie Thomas von Heesen holen, das ist auch keine Lösung.

3 Kommentare in “On The Highway To Liga 2

  1. Das war heute wirklich nicht erstligareif. Aber im Vergleich zum Abstieg 2008 kommt diesmal die Krise so bald, dass vielleicht noch reagiert werden kann. Außerdem sind einige andere Mannschaften spielerisch auch nicht besser. Leider gehört Freiburg dazu, und gegen die haben wir blöderweise verloren.

  2. Guter Artikel, paßt leider wie die Faust aufs Auge. Mich irritiert nur der Kommentar von Herrn Weizenkeim: 2008 steckten wir doch schon von Anfang an in der Sch… und alles reagieren half nichts … was vermutlich an den falschen Reaktionen lag.

    • Stimmt! 2008 war von Anfang an der Wurm drin. Allerdings hat die Vereinsführung damals viel zu lange nichts und dann das Falsche getan. Ich hoffe, dass sie diesmal wenigstens nicht so hilflos herumeiert. Was mich wundert ist der Einbruch einiger früherer Leistungsträger (Pinola, Klose, Simons…)und der Umstand, dass sich etliche Hoffnungsträger auch nicht entwickeln. Ob es am Training liegt oder an der mentalen Einstellung, kann ich nicht beurteilen. Da sollten eben auch im Vorstand Leute mit Fußballsachverstand sitzen oder sich den dazu holen. Nichts gegen den Dieter Hecking, aber manchmal wäre ein bisschen Kontrolle und die eine oder andere Korrektur von außen bestimmt nicht verkehrt. Schade, dass Hans Meyer schon bei Borussia Mönchengladbach vor Anker gegangen ist.

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