Stuhlfauths Ehrennadel und Hannakampfs Frisur


Manchmal wirkt es eindrucksvoller, wenn Vitrinen nur spartanisch bestückt sind: In der Box im Club-Museum, in der an Club-Torwartlegende Heiner Stuhlfauth erinnert wird, finden sich nur eine Autogrammkarte und eine Ehrennadel, die der Meisterkeeper der 1920er Jahre 1966 für 50-jährige Club-Mitgliedschaft bekam.

Die Ehrennadel ist eines von 125 Exponaten, die im neuen Club-Museum im Funktionsgebäude am Valznerweiher zu sehen sind – das inhaltliche Konzept für die Ausstellung stammt von Bernd Siegler, Co-Autor des Buchs „Die Legende vom Club“.

Alleine über die ausgestellten Trikots lassen sich reihenweise  Geschichten erzählen. So ist das Leibchen zu sehen, das der rechte Außenstürmer Wolfgang Schweigert im Jahr 1917 trug – es dürfte das älteste erhaltene Club-Trikot sein. 1973 stürmte Club-Legende Dieter Nüssing in tristen Zweitliga-Jahren mit dem Slogan „AEG“ auf der Brust; der erste Trikotsponsor war gefunden.
1988 bestritt Fan-Idol Dieter Eckstein sein siebtes und letztes Länderspiel für Deutschland, auch dieses Shirt ist ausgestellt – ebenso wie das Trikot, das Rudi Völler für den AS Rom trug, als dieser 1988/89 den Club aus dem Europapokal beförderte. Mittelfeldspieler Martin Schneider hat das Textilstück damals erobert und gab es nun dem Museum.

Doch neben vielen Ausstellungsstücken gibt es auch über Tablet-PCs auch Filme und Fotos aller Mannschaften aus 112 Jahren zu sehen. So kann der geneigte Fan die imposante Frisur von Rudolf Hannakampf, von 1973 bis 1977 in Club-Diensten, bewundern. Oder im Interview mit Edi Schaffer, Torwart der Meisterelf von 1948, erfahren, warum er eine Vorliebe für grüne Trikots hatte.
Ausführliche Informationen gibt es auch zu Christoph Heinz, dem Mann mit dem markanten Schnauzbart, der den eigentlich dritten FCN im Jahr 1900 ins Leben rief. Die beiden 1897 und 1898 gegründeten Vereine lösten sich freilich rasch wieder auf, der anfangs noch 1.F.C.N. geschriebene Club blieb übrig. Das Museum hat ab Mittwoch (19.9.), 9.30 Uhr, für das Publikum geöffnet. Am Eingang werden die Anhänger von lebensgroßen Figuren der vier vielleicht größten Helden aus 112 Jahren rot-schwarzer Geschichte empfangen. Torwart Stuhlfauth, Rekordspieler und Außenstürmer Max Morlock, Weltmeister von 1954, Dieter Eckstein sowie Marek Mintal, der 2005 als bislang einziger Cluberer Torschützenkönig wurde.