Viel Aufregung, wenig Fußball

Das war sie also, die Mutter aller Derbys. Wer die Vorgeschichte nicht kennt, wer die Emotionen, die mediale Aufregung im Vorfeld und das peinliche Sicherheitstheater der Stadt Fürth nicht mitbekommen hat, der dürfte ziemlich enttäuscht gewesen sein, was sich da knapp 90 Minuten im Ronhof auf dem Platz abspielte. Torszenen gab es praktisch keine. Spielerisch war ebenfalls wenig geboten. Ein 0:0 der eher schlechteren Sorte.

Am Club lag das nur bedingt. Die Mannschaft spielte souveräner und abgeklärter als die Fürther. Die wiederum versuchten ihre spielerische Unterlegenheit anderweitig wett zu machen. Nehmen wir nur Gerald Asamoah. Bezeichnend, dass er bei der einzig nennenswerten Torchance nicht den Abschluss suchte, sondern auf Elfer spielte. Er und Sararer (wenn Schäfer der Schweini wäre würde er wegen dessen Spuckattacke das Sportgericht anrufen) legten es auch gar nicht auf Fußballspielen an, sondern aufs Vergiften der Atmosphäre. Schiedsrichter Brych, den die Fürther permanent zulaberten, stellte dann auch prompt nach 36 Minuten Markus Feulner vom Platz. Für ein Foul, das ungeschickt, aber vielleicht auch mit Gelb hätte geahndet werden können.

In der zweiten Halbzeit dämmerte es aber auch Brych, worauf die Fürther abzielten und schickte schließlich Sercan Sararer runter. Asamoah wurde hingegen nicht von Brych, sondern von Mike Büskens rausgenommen. Vielleicht reichen seine Verbalfähigkeiten nicht für 90 Minuten.

Blöderweise hatte der Club bei der Gelb-Roten der Fürther schon Esswein und Kiyotake ausgewechselt. Aus dem Mittelfeld kam dann leider nicht mehr allzuviel.

Mag sein, dass die Fürther einen Punkt gewonnen haben. Die Chance, sich bei halbwegs neutralen fränkischen Fans ein paar Sympathien zu erarbeiten, haben sie vergeigt. Westentaschen-Materazzis, die in der ersten Liga nichts verloren haben! Umso ärgerlicher, dass gegen die nicht mehr als ein 0:0 rausgesprungen ist.

2 Kommentare in “Viel Aufregung, wenig Fußball

  1. Man freut sich inzwischen schon, wenn jemand noch an die „halbwegs Neutralen“ denkt. Mir geht dieser ganze Hass zwischen Nürnberger und Fürther Fans dermaßen auf den Geist. Dafür kann es hundertmal Gründe geben. Allerdings auf beiden Seiten. Denn Vollidioten gibt es in Fürth genauso wie in Nürnberg.
    Es gibt aber auch diejenigen, denen diese Animositäten ganz gelegen kommen und die sie deshalb immer wieder schüren. Da sind einmal die unionsnahen Law&Order-Leute, die gerne mit Bürgerkriegsszenarien die Wählerschaft verschrecken. Da sind aber auch die Medien, die genau wissen: Wenn alles friedlich läuft verkaufe ich keine Zeitung und bekomme vor allem keine Klicks auf meiner Nordbayern-Seite. Hier wird von grauen Eminenzen Hass und Zwietracht gesät. Die Vollidioten auf beiden Seiten sind nur zu blöd, das zu bemerken und lassen sich bereitwillig instrumentalisieren.

    • Vollste Zustimmung! Als ich am Wochenende auf den Webseiten unserer angeblich seriösen Lokalpresse unterwegs war, dachte ich: Der Krieg ist ausgebrochen. Aus Fürth wurde da Feindesgebiet, es herrschte eine Hysterie als ob jeden Moment Raketen der Hamas in der Gustavstraße einschlagen. Wahrscheinlich haben sich einige im Nürnberger Pressehaus richtig geärgert, weil alles weitgehend friedlich blieb.

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