Der Club gibt die Merkel

Dafür, dass Dieter Hecking so überraschend beim Club abgeheuert hat, ging die Nachfolge schnell. Erstaunlich schnell. Michael Wiesinger und Armin Reutershahn sollen die sportliche Verantwortung übernehmen. Wiesinger macht den Medien-Hampel und Reutershahn sorgt für die sportliche Kontinuität. Das ist, wie gesagt, keine schlechte Lösung. Allemal besser als Schuster, Mätthäus, Babbel, Effenberg, Daum und Konsorten.

Es ist aber vor allem eine typische Club-Lösung. Austerity ist dabei das oberste Prinzip. Der Club gibt die Merkel (zumindest was ihr Verhalten anderen Ländern gegenüber anbelangt). Da geht es nicht um unseren Spaß oder um Glamour. Da geht es um kostengünstige Lösungen und um Schuldenabbau. Genau aus dem Grund sollten wir Dieter Hecking eigentlich dankbar sein. Er bringt einen angeblich siebenstelligen Betrag in die Clubkasse, weil er von Wolfsburg aus einem laufenden Vertrag herausgekauft werden musste. Der Club dürfte sich also mit Heckings Hilfe schneller sanieren als gedacht. Mit Reutershahn und Wiesinger werden zudem die laufenden Kosten weiter gesenkt, also dürften die Kaufleute an der Clubspitze zufrieden sein.

Mich würde es auch wundern, wenn sich da nicht einige jetzt die Hände reiben und sich über den gelungenen Coup freuen. Freilich nach außen darf man sowas nicht zeigen. Da passt es besser, wenn der gewissenlose Retortenclub aus Wolfsburg gedisst wird und der Club als korrekter Traditionsverein da steht, der unser aller Mitgefühl verdient. Dass auch bei solchen Vereinen das Geld an erster Stelle steht, wird da gerne einmal übersehen.

Bei der nächsten Mitgliederversammlung wird Herr Woy die positiven Zahlen verkünden dürfen, dann werden sich alle auf die Schulter klopfen. das Gleiche gilt, wenn klar wird, dass sich der Club für die nächste Saison eventuell etwas anderes als Schnäppchen und Leihspieler als Verstärkung leisten kann. Vorausgesetzt allerdings: Die „Billiglösungen“ Wiesinger und Reutershahn halten die Klasse.

Dafür schaut es in dieser Saison allerdings relativ gut aus. Fürth und Augsburg haben sich quasi schon aus Liga eins verabschiedet. Bleibt also schlimmstenfalls die Relegation und mit der hat der Club ja bereits genügend Erfahrung. Insofern haben die Kaufleute beim Club alles richtig gemacht. Dass die eine derart dominante Rolle spielen, beklagen wir nicht erst seit vorgestern. Doch dadurch wird leider nichts besser, weder bei Wolfsburg noch beim Club.

5 Kommentare in “Der Club gibt die Merkel

  1. Warum einen Teuren nehmen, wenn man dafür auch zwei Billige bekommen kann? Mich würde jetzt interessieren, ob Reutershahn als Co- und Wiesinger als U23-Trainer ersetzt werden oder ob man sich das beim Club auch spart.

  2. Ich hoffe nicht, dass sich unser Club an der Kanzlerin orientiert. Merkel zwingt mit ihrer Austeritätspolitik andere Länder in die Verelendung und macht sich zur Erfüllungsgehilfin der Banken und einiger exportorientierter Wirtschaftsunternehmen. Sparen sollen bei ihr immer die anderen. Insofern ist Merkel eher Klaus Aloffs.

  3. Martin Bader wollte die Sache halt noch vor Heilig Abend vom Tisch haben. Insofern ist das zwar eine billige, aber auch eine praktische Lösung. Jetzt hat der Clubmanager erst einmal Ruhe und wenn es dann eine Niederlagenserie gibt, kann immer noch einer der Genannten als Retter verpflichtet werden. Möglicherweise Felix Magath. Der könnte dann den Bader gleich mit ersetzen.

  4. Hecking hinterlässt in Nürnberg eine intakte, eingespielte Mannschaft und eine knappe Million Extrageld. Warum jetzt auf kostspielige Experimente mit einem neuen Startrainer setzen? Darüber hinaus kann ein Nachwuchstrainer, der mit Nürnberg eng verbunden ist beweisen, dass er es als Bundesliga I Trainer draufhat. Oder nicht. Jedenfalls ist Michi Wiesinger keinesfalls eine Billiglösung, sondern aus strategischen Überlegungen die mit Abstand beste Lösung für den Club. Es wäre fahrlässig, sich selbst unter Druck zu setzen um unbedingt in 10 Tagen einen etablierten BL Trainer zu verpflichten. Denn die wirklich guten, die ins Gehaltsschema des Clubs passen, wachsen schließlich auch nicht auf den Bäumen.

  5. Die Bundesligaclubs müssten sich langsam alle einmal einig werden und andere Vertragsformen ausarbeiten,denn es kann ein jeder Trainer machen was er wil wenn er 10x nacheinander verliert wird er hinausgeschmissen und der Verein muss bis zum Vertragsende bezahlen..ha..ha..ha
    wenn aber ein neuer Trainer eingestellt wird müßten alle Vereine Verträge abschließen. mit der Forderung bei 4 oder 5 Niederlagen in Folge entlassen zu werden ohne jeden Cent Gehalt ab diesem Tag zu bekommen.Den dann wäre entgüldig alles korrekt.

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