Und wenn wir dann noch richtig gut spielen…

3:0 gegen Schalke, fast jeder Schuss ein Treffer, relaxtes Zuschauen, kein Nervenflattern in der Endphase, was will man als Clubfan mehr. Dabei war das jetzt nicht einmal die Offenbarung, was die Mannschaft da ablieferte. Wie würden solche Spiele erst laufen, wenn wir richtig gut spielen würden, wenn nicht jeder dritte oder vierte Pass ein Fehlpass wäre? Gar nicht auszudenken! Am Ende würde das Nürnberg nach Europa führen. Aber wollen wir da hin?

Andererseits: Die Schalker stellten sich aber vor dem Tor auch selten dämlich an. Bezeichnend die Situation als Draxler vor dem Fast leeren Tor noch in den Ball rutscht und ihn nur an den Pfosten semmelt. Kurz danach macht der Club aus dem Nichts das erste Tor. Dem ging eventuell auch noch ein Handspiel (Hand Gottes?) voraus. Während Schalke noch weitere gute Chancen hatte, besaß der Club in der ersten Halbzeit gerade mal eine halbe, bezeichnenderweise auch durch Markus Feulner, der seinen Fuß nicht mehr ganz an eine Flanke von Timothy Chandler hinbekam.

Ein Tor ist 7,32 breit und 2,44 hoch. Für Schalke war das heute zu klein. Für den Club weitgehend ausreichend (Kiyo scheiterte kurz vor dem Ende allerdings auch noch am Aluminium). Und je mehr sich Schalke am Nürnberger Strafraum abmühte und an der massierten Abwehr und am eigenen Unvermögen scheiterte, desto mehr steigerte sich die Effektivität des Clubs. Erst der wieder glänzend aufgelegte Alexander Esswein mit feinem Solo und strammen Schuss und dann Mike Frantz, der ebenso schön einen Konter abschloß, indem er auch noch Gästekeeper Timo Hildebrandt austanzte.

Der Club ist im Augenblick nicht nur unangenehm, sondern auch effektiv. Das früher fehlende Glück ist auch zurückgekehrt. Ein bisschen müssen wir aber auch unseren Schalker Freunden danken. Die haben es uns nicht allzu schwer gemacht.