Aufbauhilfe in Sinsheim

Die Fans hatten nach der Derbyniederlage zum Boykott aufgerufen und hielten sich in Sinsheim deswegen zurück. Der Grund für die desolate Leistung der Mannschaft liegt dennoch wohl woanders. Gegen die auf einem Abstiegsplatz stehenden Hoffenheim ließen sie sich schwindelig spielen. In der neu formierten Abwehr ging so ziemlich alles durcheinander. Im Mittelfeld wurde fast jeder Ball versiebt und vorne stand ein Sebastian Polter, der wohl Angst hatte, sein Deo könnte versagen.

Was der Club in Sinsheim ablieferte war nie und nimmer bundesligareif (der Anschlusstreffer durch ein Elfmetergeschenk, kann da auch nicht hinwegtäuschen). Höchstens vielleicht von der legeren und fast schon arroganten Haltung her. Da dachten manche, sie könnten mal ein bisschen den Schongang einlegen. Das war schon gegen Fürth so. Null Aufbäumen, null Engagement, null Kampf! Wozu auch? Schließlich will eh keiner nach Europa und nach unten hat man ein sicheres Polster. Allerdings: Noch ist der Relegationsplatz drin, nachdem Augsburg gewonnen hat.

Jetzt könnte einer mit Recht fragen: Warum strengt ihr euch nicht mal für uns Fans an? Uns reicht es nämlich nicht, wenn mit Ach und Krach die Klasse gehalten wird. Wir sind nämlich sauer, wenn das Derby gegen die jetzt abgestiegenen Nachbarstädter einfach so verloren wird und wenn so offensichtlich Aufbauhilfe für einen Retortenverein wie die TSG betrieben wird.

Aber wir Fans stehen mittlerweile nicht nur beim Club im Abseits. Deutsches Championsleague-Finale, aber drunter bröckelts gewaltig. Leider auch beim Club.