Wie ein Absteiger!

Schon die Aufstellung ließ nichts Gutes ahnen. Das war schon ziemlich das letzte Aufgebot. Dazu dann noch ein Schiedsrichtergespann, das aus Hamburg und Stuttgart stammte. Andererseits kam mit Gladbach jetzt keine Mannschaft, die gerade einen Lauf hat und unschlagbar ist. Zumal wir auch insgeheim hofften, ein Gegner, der mehr spielerisch unterwegs ist und weniger Abstiegs-Gift versprüht, liege uns besser.

Dass Gladbach keine Übermannschaft ist, bestätigte sich dann in den 90 Minuten im Frankenstadion. Sie taten sich schwer. Das erste Tor war ein unglücklich von Josip Drmic abgefälschter Freistoß. Das zweite Tor ein Elfer nach einer Schwalbe von Max Kruse. Insofern hatte dann auch der HSV-Schiri seinem Verein noch einen Gefallen getan.

Also: alles wie immer! Auch die zwei Aluminiumtreffer möchten wir schon gar nicht mehr erwähnen. Dass wir das Gebälk gerne treffen, ist eh bekannt.

Trotzdem: Langsam schält sich heraus, dass zum Pech und zur mangelnden Zuneigung seitens des Deutschen Fußballbundes auch ein gehöriges Maß Unvermögen hinzu kommt. Es ist nämlich nicht so, dass Absteiger immer wesentlich schlechter als die anderen spielen, sondern dass sie entscheidende Qualitäten vermissen lassen. Beim Club standen in wechselnden Besetzungen regelmäßig acht bis neun durchaus solide, bundestaugliche Handwerker auf dem Rasen. Josip Drmic und Raphael Schäfer nehme ich mal aus. Von denen braven Handwerkern ist keiner mal in der Lage, was Ungewöhnliches zu wagen, mal über sich hinauszuwachsen. So gibt es dann höchstens Ausreißer nach Unten. Heute war das so bei Martin Angha, der einen Grottentag erwischte. Beim Rest blieb alles braver Durchschnitt. Auch Drmic schien durch die Verletzung gehandikapt. Erfolg kann sich unter solchen Umständen aber nur einstellen, wenn Glück, Schiri und eine möglichst geringe Fehlerdichte zusammenkommen.

Insofern kann eine Mannschaft auch dann wie ein Absteiger spielen, wenn sie knapp 60 Prozent Ballbesitz hat und meistens das Spiel macht. Hoffnung macht diese Erkenntnis leider nicht. Dass die anderen Kellerkinder heute gewonnen haben erst recht nicht. Jetzt müssen wir froh sein, wenn wir noch den Relegationsplatz schaffen.

1 Kommentar in “Wie ein Absteiger!

  1. Erinnern wir uns an den Abend nach dem 3:3 in Hannover, da hätte wohl jeder die Endplatzierung „Relegationsplatz“ gerne unterschrieben. Daher ist das immer noch als Erfolg zu sehen. Schade nur, dass viele unserer Leute, die „es können“ verletzt auf der Tribüne sitzen.

    Aber beim Glubb kommt halt traditionell immer alles zam: Pech, Schiris und Unvermögen!

Kommentarfunktion geschlossen.