Der Club ist ein Depp, aber kein Arschloch

Fangen wir mit dem Positiven an: Braunschweig und Hamburg haben auch verloren. Insofern ist der Relegationsplatz noch drin. Eigentlich müsste man aber sagen: wäre. Denn so wie der Club sein Heimspiel gegen Leverkusen absolvierte, fragt sich nicht nur der niemals bereuende Liebhaber: Wann und gegen wen sollen wir eigentlich noch gewinnen?

Der Club, daran wurden wir heute wieder überdeutlich erinnert, ist ein Depp. Das ist wohl ein ehernes Gesetz. In dieser Saison taten wir immerhin alles, um kein Arschloch zu sein. Ein bisschen schön spielen, keine Linkereien, nicht einfach fallen lassen oder den Schiri anbrüllen. Nein, wir sind Gentlemen. Solche Mätzchen überlassen wir den Streichs der Liga.

Und genauso sah dann auch das Spiel über weite Strecken aus. Wer nicht wusste, um was es für den Club geht, der hatte den Eindruck, da spielt eine im Mittelfeld der Tabelle stehende Mannschaft um die goldene Ananas. Da versuchte dann ein Marvin Plattenhardt mal der Gareth Bale-Trick und scheiterte an seiner eigenen Lamgsamkeit (aber danach versenkte er immerhin einen Freistoß). Da ließ ein Hiroshi Kiyotake hin und wieder gute Absichten erkennen. Da deutete ein Josip Drmic an, dass er unter anderen Umständen schon mal für ein Tor gut sein könnte. Da rannten die oftmals vom Mittelfeld in die Bredouille gebrachten Abwehrspieler wenigstens noch, wenn schon die Spielintelligenz fehlte. Aber letztlich erschöpften sich diese Bemühungen immer dann, wenn der Gegner einmal das praktizierte, worauf es im Fußball ankommt: den Ball im Netz eintüten. Dann mischte sich in die Bemühungen mitzuspielen Resignation. Dann wählten die Clubspieler den wohlfeielen Weg der Selbstaufgabe: Gewinnen können wir ja schließlich ein anderes Mal, heute ist das zu anstrengend und nervenaufreibend.

Die anderen Male sind allerdings nicht mehr so reich gesät. Genauer gesagt gibt es noch drei Chancen, es anders zu machen. Dass ausgerechnet die genutzt werden sollten, dafür fehlt mir mittlerweile der Glaube.

3 Kommentare in “Der Club ist ein Depp, aber kein Arschloch

  1. Dass jetzt so aufgeregt die Notbremse gezogen wurde, ist leider der wochenlangen Lethargie geschuldet, mit der Bader und Aufsichtsrat die Dinge angingen. Da hat wohl jeder gehofft, das werde schon wieder irgendweiner mal Abhilfe schaffen. Bezeichnend ist auch, wie unser wieder gewählter OB selbst jetzt noch auf Tauchstation ist. Nicht einmal dazu äußert er sich, ob er jetzt für die Verbneek-Beurlaubung war oder nicht. Der weiß ganz genau, dass ihm dann das Thema Stadion-Neubau um die Ohren fliegt. Lieber haut er die Millionen für eine Ampelentfernung raus, als dem Club ein Stadion zu ermöglichen, das dem Bundesligastandard entspricht und die Fans nicht dazu zwingt, eine Aschenbahn zu überbrüllen. Beim Club gibt es leider etliche Baustellen und mancher denkt wohl, durch Nichtstun würde das nicht auffallen.

    Ich hoffe inständig, dass es der Club noch in die Relegation und dort den Bundesligaverbleib schafft. Allerdings befürchte ich, dass sich dann wieder nichts tut und mit den alten Gesichtern, mit Bader und Sport5 sowie einem Stadion, das quasi einem Punkteabzug gleich kommt, weitergewurstelt wird.

    • Sorry, aber ich kann das Geseiere über das wegen der Aschenbahn nicht bundesligataugliche Stadion nicht mehr hören. In Berlin leistet man sich auch noch ein Stadion mit Aschenbahn und spielt in der 1. Liga, daran kann es also offenbar nicht liegen, wenn man absteigt.
      Solange ich in der Südkurve immer noch den nervtötend monotonen Singsang der Ultras ertragen muss, ist die Aschenbahn anscheinend noch zu schmal.

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