Es ist nicht lustig, aber ziemlich hoffnungslos

1943908274Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man ja lachen und seine Witze reißen. Aber leider ist es ernst und da müsste man in Trauer verfallen. Freilich, das hilft und ändert ebenfalls nichts. Insofern ist Humor vielleicht ein besseres Rezept um der Lage beim Club zu begegnen. Zumal dann, wenn man eh nichts ändern kann.

Doch wie ändert man was? Mal unterstellt, die Clubspieler sind keine Volldeppen und haben ein bisschen Grips in der Birne (wer zum Beispiel Mike Frantz am Dienstag bei seinen neuen Verein Freiburg beobachtet hat, könnte auf die Idee kommen), dann muss man das wohl genau so machen, wie sie das in Heidenheim gemacht haben. Wie willst du einen Manager, der derart wider alles besseren Wissens von einer einflußreichen Fangruppe unterstützt wird, sonst los werden? Da muss der Karren so weit in die Scheiße manövriert werden, dass wirklich dem letzten, verblendeten Deppen klar wird, dass da Handlungsbedarf besteht.

Ob Platz 16 in Liga 2 reicht, das ist freilich noch die Frage. Zumal ja wieder die Option besteht, den Trainer zu entlassen und so die Schuld erstmal anderweitig loszuwerden. Gut, Ismael ist mit der Situation in Nürnberg überfordert. Der kann einen Schäfer nicht einfach auf die Bank setzen. Der kann sich auch nicht gegen die anderen Mächtigen im Verein wehren. Auch mit seinen Analysen lag er meistens daneben. Zum Beispiel, wenn er uns mit der völlig überraschenden Erkenntnis kam, das sei alles eine Kopfsache und bei der Mannschaft fehlten nur ein paar Prozent. Dass es wesentlich mehr Prozente sind, sah jeder – in Karlsruhe und jetzt in Heidenheim. Im übrigen scheint Ismael auch den Unterschied zwischen Intellekt und Psyche nicht zu kennen. Deshalb ist für ihn der FCN mit Sicherheit ein zu dickes Brett. Nur: Wer will denn inzwischen noch zum Club? Welcher Trainer soll es denn da – bitteschön – richten? Da hast du dann den Bader und seine Ultras, den Marek, den Wolf, ein paar stadtbekannte Profilneurotiker und vielleicht noch ein paar besserwisserische Blogger ;-). Und jeder will dir reinquatschen.

Andererseits bekommst du so auch den Manager nie weg. Insofern hat es jetzt keinen Sinn, Bader einen Nachfolger für Ismael suchen zu lassen. Doch dazu müsste es im Aufsichtsrat erst einmal eine Mehrbheit gegen Bader geben. Da zweifle ich leider dran.

See U in Liga 3! Und das meine ich leider ernst.

6 Kommentare in “Es ist nicht lustig, aber ziemlich hoffnungslos

  1. So nun hab ich einige Kommentare gelesen. Natürlich bin auch ich sehr vom Club enttäuscht.
    Doch:
    Eine krähe hackt der anderen kein Auge aus. Soviel zum Management.
    Dieses setzt den Trainer unter Druck und der kann es ja nur an die Spieler weitergeben, den die sind nun mal die letzten in der Nahrungskette. Das man als Spieler irgendwann keinen Bock mehr hat ist ganz normal.
    Das ist übrigens auch in vielen Firmen so und wir gehen alle täglich dorthin und lassen vieles über uns ergehen, ohne den Mund auf zu machen.
    Für mich stellt sich die Frage:
    Wäre es vielleicht sogar gut und heilend für den Club wenn er weiter absteigt? Vielleicht hat man dann die zeit sich zu besinnen und von vorne anfangen. Reboot tut gut.
    Meine Erfahrung ist das ein Management erst dann reagieren wird wenn es richtig, richtig weh tut.
    Der 1. FCN fährt mit Vollgas gegen die Wand. Alle sehen zu und keiner bremst. Wer weiß, manche Firmen, Vereine brauchen daß wohl bevor man aufwacht. Es muss erst was passieren, bevor sich etwas ändert.
    In diesem Sinne.

  2. Ein JEDER Aufsichtsrat des FCN der sich jetzt noch einer Entlassung des Managers Bader widersetzt macht sich des absichtlichen groben vereinsschädigenden Verhaltens schuldig. Bader ist der allein Schuldige an dem Niedergang des FCN seit einem Jahr und hat bewiesen, dass er nicht (mehr) in der Lage ist einen Proficlub in Deutschland zu führen. Wer das als Aufsichtsrat des FCN jetzt noch immer nicht begreift ist absolut fehl am Platz und sollte sein Amt ebenfalls niederlegen.

    #baderraus

  3. In jedem anderen Verein wäre der Manager spätestens nach dem Scheitern der Wiesinger-Billiglösung geflogen. Beim Club ist aber niemand da, der Bader feuern könnte. Bader ist der Club. Das macht der peinliche Auftritt von Schramm und Koch heute wieder einmal überdeutlich. Der Aufsichtsrat ist eine Ansammlung von Pappkameraden. Leute, die auf ihre alten Tage ein bisschen ihr Ego gestreichelt bekommen wollen. Gewählt von Leuten, die entweder für ihre Choreos gelobt oder mit anrührenden Stories von Max Morlock oder Heiner Stuhlfauth gefüttert werden wollen. Ein zusammengewürfelter Haufen, der keine Ahnung von modernen Fußball hat und selbst wenn mal eine Ahnung anfliegt, scheitert der löbliche Ansatz an der Bräsigkeit der Resttruppe.

    Der Baderclan kann also schalten und walten wie er will. Natürlich werden nur willfährige, schwache Charaktere eingestellt, die die eigene Machtposition nicht gefährden. Wölfe und Schäfer, die mit dem Bader heulen. Dazu der nur auf einen Spielertypus fokussierte Scout Möckel. Ich will denen nicht sämtliche Fähigkeiten absprechen. Schäfer ist auf der Linie gut, Bader hat auch seine Qualitäten, allerdings eher als Finanzsanierer.

    Aber dem Baderclan fehlt jeglicher Gegenpart. Das ist wie im Kreml vor der Perestroika oder am Ende der Kohlära. Keiner grätscht dazwischen, übt mal Kritik und stellt die alten Rezepte in Frage. Der Fußball hat sich in den letzten 20 Jahren massiv weiterentwickelt. Im Augenblick erleben wir eine Götterdämmerung der Traditionsvereine. Zumindest derjenigen, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben und nur noch die Vergangenheit hochhalten und völlig abgedrifteten Fangruppierungen hinterherdackeln. Auf Unfähigkeit wird dann mit Slogans wie „Ich bereue diese Liebe nicht“ reagiert. Oder – wie jetzt – mit Parolen wie „Zusammenhalten“. Es gibt auch immer noch die Deppen, die „das Gejammer“ nicht verstehen und Vereinstreue einfordern. Dabei sind es genau jene, die vor allem die Augen verschließen und den Bader am besten bis zu seinem seligen Ende walten lassen wollen, die sich vereinsschädigend verhalten.

    Ja, in dieser Situation gibt es praktisch nichts und niemanden mehr, worauf man aufbauen könnte. Ich weiß nicht, ob der Meerrettich-Baron wirklich die Kompetenz hat, den Club aus der Scheiße zu manövrieren. Er hat aber zumindest erkannt, dass es einen echten Neuanfang braucht und nicht nur den Austausch talentierter, aber für den Club untauglicher Spieler oder von Trainern, denen schon zu Beginn der Zahn gezogen und die volle Dröhnung Tradition in Gestalt von Cotrainer Mintal aufs Auge gedrückt wird.

    Wie gesagt, ich lege für Schamel bestimmt nicht meine Hand ins Feuer. Aber anders kommen wir aus der bleiernen Bader-Zeit nicht heraus. Ich sehe leider keine Alternative. Es ist ein Hoffnungsschimmer. Alles andere wirft uns nur noch weiter zurück.

  4. zu der Person des Herrn Bader wurde vieles richtiges gesagt. Allerdings möchte ich anmerken, dass die Arbeits des/der Scouts zu Wünschen übrig lässt. Ich glaube eher, dass es „blinds“ sind.
    Mir erscheint diese viel zu stark zusammengewürfelt und nicht nach Strucktur und Bedürfnissen geformt. Als Torwart kann mann nicht immer nur von Vergangenheit zehren. Herr Rakofsky sollte mehr gefordert werden.

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