Der Depp macht uns bescheiden

4134695845Unentschieden zu Hause gegen St. Pauli, ein Mannschaft, die ziemlich von der Rolle war und daher in den Niederungen der 2. Liga herumdümpelte, das ist eigentlich ziemlich bescheiden. Wer den Anspruch hat, sofort wieder aufzusteigen, der muss solche Spiele gewinnen. Zumal dann, wenn der Gegner auf dem Platz deutlich demonstriert, warum er unten steht.

Am Ende waren wir dennoch froh, dass wenigstens ein Punkt heraussprang. Der Depp macht uns bescheiden. Schon nach einer Minute war die Stimmung wieder im Keller. Da war die Abwehr wohl noch geistig in der Kabine und prompt führte der Außenseiter. Richtig aufgewacht ist die Abwehr danach aber auch nicht. Pauli hatte weitere Chancen, machte es aber gnädig und ließ den Club am Leben. In der 20. Minute glich dann – zuvor hatte den Clubspielern offenbar jemand gesagt, dass die Pauliabwehr nur Fehler macht, wenn man sie auch beschäftigt – Sylvestr aus. Der Club hätte danach ebenfalls nachlegen können. Aber da hatte unter anderem Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus was dagegen. Zuerst erkannte sie Abseits, wo kaum eines war. Später verweigerte sie dem Club noch einen Elfer.

Freilich: An Steinhaus lag es nicht, dass der mit hochfliegenden Zielen in die 2. Liga gestartete FCN den Kiezclub nicht vom Platz fegte. Ein qualitativer Unterschied war da nicht zu erkennen. Bei Pauli war sogar noch so etwas wie Taktik und Strategie zu sehen. Während sich nämlich der Club zu Beginn der zweiten Hälfte einlullen und in Mittelfeldgeplänkel hineinziehen ließ, genügte St. Pauli ein billiger Bauerntrick um die erneute Führung zu erzielen. Erst jetzt wachte der Club wieder auf und besann sich, dass die gegnerische Abwehr nur Fehler macht, wenn sie beschäftigt wird. Drei Minuten vor Schluss gelang erneut Sylvestr der Ausgleich. Dem Club sicherte er so einen Punkt, der, so traurig es ist, vielleicht im Abstiegskampf noch einmal wichtig sein kann. Alle anderen Ambitionen darf sich der FCN durchaus abschminken. Zu mehr scheint es derzeit nicht zu reichen.

Irgendeinen Hoffnungsschimmer sehe ich im Augenblick nicht. Da musste man heute nur einmal auf die Auswechselbank schauen. Da saßen ein Torwart, vier Verteidiger und mit Ivan Knezevic und Maximilian Dittgen zwei weitgehend unbekannte Mittelfeldspieler. Stürmer? Fehlanzeige! Leider ist das nur ein Beispiel für die im Verein herrschende Planlosigkeit.