Schieben wir es halt auf den Platz

597891628Mal ehrlich, müssen wir als ehemaliger Rekordmeister, als lebende Legende, als die, die überall nur als „die Ruhmreichen“ bekannt sind und die jeder als „der Club“ kennt, auf so einem Acker spielen? Kann man uns und unseren jungen Stars solche Platzverhältnisse zumuten? Vereine wie Sandhausen, die sich nicht einmal eine gescheite Rasenpflege leisten können, haben doch in einer der Top-Ligen Europas nichts verloren. Und dann wird uns auch noch ein Schiedsrichter zugeteilt, der nicht einmal zwischen letzter und vorletzter Mann unterscheiden kann. Zudem war die Autobahn nach Heilbronn verstopft….

Ja, es war nicht unser Tag! Wie in letzter Zeit fast jeder Spieltag nicht unser Tag war. Irgendwas ist immer, wenn der FCN spielt. Und wenn mal nichts mehr ist, dann spielen wir nicht mehr. Oder zumindest unter Ausschluss der Öffentlichkeit in irgendeiner Amateurliga. Wobei ich nichts gegen Amateure sagen will. Da haben wir auch beim Ruhmreichen genug davon.

Also sollten wir uns nach der Niederlage im Kellerspiel mit den Regelmäßigkeiten beschäftigen. Mit den Konstanten im Desaster. Und eine Konstante ist Valerien Ismael, den das Sandhausenspiel möglicherweise den Job kosten könnte, schon einmal nicht. Saft-, trost- und ideenloses Gekicke und geschlossenes Einbrechen nach Gegentoren, das hatten wir schon unter Michael Wiesinger. Auch die Aussetzer der Abwehr (übrigens die schlechteste der 2. Liga) sind kein Novum. Umgekehrt sind wir dann nur begrenzt in der Lage, ähnliche Aussetzer beim Gegner auszunutzen.

Neu ist allerdings, dass wir „the same procedure as every year“ auf immer niedrigerem Niveau praktizieren. Erst gegen St.Pauli, das in der 2. Liga ganz unten steht, und jetzt gegen Sandhausen, wo schon der Name nach Provinz duftet. Wo dürfen wir das im nächsten Jahr praktizieren? Ganz sicher auf noch niedrigerem Niveau. Dann halt nicht mehr gegen Sandhausen, sondern gegen Großaspach, Regensburg oder Kiel. Zumindest dann, wenn wir unsere Konstanten beibehalten. Leider gehören zu diesen Konstanten auch die bereits sattsam bekannten Rettungsmaßnahmen wie Trainerwechsel und Wintereinkäufe.

Wird Zeit, dass wir uns was anderes überlegen. Nur wer? Dr. Grethlein vielleicht!

2 Kommentare in “Schieben wir es halt auf den Platz

  1. ich hätte 80 jahre alt werden können, aber ich war 35 jahre fan des 1.fcn…..

    ich habe heute meinen sohn gesagt, er solle lieber fan von vw wob werden, als glubbfan….so weit ist es schon gekommen. letzten samstag im familienblock habe ich nur entsetzte väter mit fragenden kindern gesehen. Wie lange glaubt ihr da oben eigentlich, machen wir das noch mit? 50€ für einen riesen haufen…
    die chance zu mutigen entscheidungen war bei der hv gegeben, aber das volk hat sich anders entschieden, damit muss jeder leben, der mitglied beim fcn ist…das ist demokratie. und jetzt kommt wieder dieselbe laier von den fans wie vor 6-8 wochen…gähn- täglich grüßt der murmeltierdepp…ich bin raus…gute nacht

  2. Wer schweigt, stimmt zu. So heißt es. Im (freien) FCN-Fall ist das aber anders. Da schweigen die meisten, weil ohnehin schon alles gesagt ist. Schon tausend Mal. Nur ändert sich nichts.

    Das „System Club“ sieht nämlich nur eine Lösung vor und das ist der Trainerwechsel. Alles andere ist nicht veränderbar – oder wäre nur in dem unwahrscheinlichen Fall veränderbar, dass alle Clubmitglieder an einem Strang ziehen und nur Leute in den Aufsichsrat wählen, die einerseits die Veränderung wollen und andererseits auch so viel Ahnung haben, diese durchziehen zu können. Das macht aber keiner im Ehrenamt. Und Profis, die diese Voraussetzungen erfüllen, sind längst bei besser geführten Vereinen unter Vertrag. So gibt es beim Club nur einen, der Sündenbock sein kann und darf: der Trainer.

    Bei denjenigen, die als potenzielle Sündenböcke in Frage kommen, hat sich das allerdings längst herumgesprochen. Deshalb dürfte keiner, der halbwegs bei Trost ist, diesen Clubschleudersessel erklimmen wollen. Bleiben also nur noch die zweit-, inzwischen wahrscheinlich drittbesten Lösungen. Irgendwann liegt es dann wirklich am Trainer und dann ist der unkündbare Bader vollends aus dem Schneider.

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