Abschied von Aufstiegsträumen

1608020460Das Hinspiel bescherte den Club-Fans einen der wenigen Höhepunkte in der kurzen Ära Ismael: Der 1. FC Nürnberg setzte sich gegen den 1. FC Kaiserslautern in einer sehenswerten Partie mit 3:2 durch. Zweifacher Torschütze damals: Alessandro Schöpf, der nach Bank und Sperre in Kaiserslautern wieder in die Startelf zurückkehrte. Zudem brachte Trainer Rene Weiler gegenüber der 0:1-Heimpleite gegen Heidenheim Mössmer, Blum und Koch neu, draußen blieben Polak (gesperrt), Füllkrug (verletzt), Stark und Mlapa (beide Bank).

Für Danny Blum war das Spiel aber verletzungsbedingt schon nach 20 Minuten beendet, Sebastian Kerk ersetzte die verletzte Offensivkraft. Da stand es schon 1:0 für die Lauterer: Orban hatte nach einem Demirbay-Eckstoß zwar per Kopf nur die Latte getroffen, aber Ring stocherte den Ball über die Linie (15.). In der 31. Minute erhöhte Hofmann dann auf 2:0 für die Gastgeber, die als Tabellendritter im Gegensatz zum Club noch voll im Aufstiegsrennen mitmischen. Hofmann staubte nach einem Lattenkracher von Löwe ab. Kaiserslautern hatte das Spiel in der Folgezeit im Griff. Dass Weiler für Rechtsverteidiger Ondrej Celustka mit Peniel Mlapa noch einen Stürmer brachte (68.), half den Gästen zunächst wenig. Doch als die Partie schon gelaufen schien, verkürzte Hinspielheld Schöpf nach einer Kopfballverlängerung von Mlapa auf 1:2. Anschließend musste Kaiserslautern noch zwei Eckstöße des Clubs überstehen, bis die drei Punkte und der 2:1 (2:0)-Sieg unter Dach und Fach waren.

Für jene Anhänger des 1.FC Nürnberg, die doch noch irgendwie von der sofortigen Bundesliga-Rückkehr träumten, dürfte das letzte Fünkchen Hoffnung nun erloschen sein. Da neben Lautern auch die zweitplatzierten Darmstädter gewannen (5:0 gegen Union Berlin), beträgt der Rückstand der Nürnberger auf Relegationsplatz drei und Aufstiegsrang zwei neun Spiele vor Saisonschluss  satte elf Punkte. Dass der Club hier noch einmal herankommt, erscheint unrealistisch.

Es war übrigens erst das vierte Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine in der Zweiten Bundesliga. Die Pfälzer spielten nach Gründung der Bundesliga 1963 stattliche 33 Jahre ununterbrochen erstklassig, erst 1996 ging es für ein Jahr nach unten. Weil die Nürnberger aber die Saison 1996/97 in der Drittklassigkeit zubrachten und gegen Teams wie Egelsbach oder Ditzingen kickten, begegnete man sich da nicht. Nach dem zweiten Abstieg der Lauterer 2006 hatten sich die Kräfteverhältnisse umgekehrt. Nun spielte der Club meistens oben, Lautern blieb, von einem zweijährigen Intermezzo (2010-2012) abgesehen, zweitklassig. Nur 2008/09 gab es zwei Zweitligaduelle, die jeweils die Gastgeber gewannen (Lautern mit 2:1, der Club mit 3:0). Und auch an diesem Samstag blieben die Punkte bei den Platzherren – wie schon in der Vorrunde, als der Club sich beim eingangs erwähnten 3:2 über einen gelungenen Montagabend freuen durfte.