Erstolperter Sieg gegen den Angstgegner

2257127968Wer hätte gedacht, dass wir das noch einmal erleben dürfen: Der Club gewinnt. Und das auch noch gegen Angstgegner Sandhausen. Mehr als 14.000 Einwohner hat Sandhausen und der SV stand bislang vor dem FCN, den er bei den bisherigen Duellen immer geschlagen hat. Beim letzten Mal kostete das Valerien Ismael sogar den Trainerposten.

Auch diesmal sah es zunächst nicht so aus, als könnten die Clubspieler endlich mal das Tor treffen. Die erste Halbzeit war ein peinliches Gegurke ohne größere Höhepunkte. In der zweiten ging das so weiter, wobei die Sandhausener immerhin einmal den Pfosten trafen. Erst als Trainer Rene Weiler Kerk und Blum einwechselte, entwickelte der Club etwas Druck. Beim ersten Tor durch Kerk hatte man aber das Gefühl, dass der Eingewechselte gar nicht mehr anders konnte, als ins Netz zu treffen. Das zweite Tor durch Burgstaller kurz vor Schluss war dann nur der auf den Ausgleich drängenden und daher aufgerückten SVS-Mannschaft zu verdanken.

Aber egal: Drei Punkte. Der Abstieg findet nun doch ohne uns statt. Das Schlimmste ist abgewendet. Gut ist allerdings noch gar nichts. Dazu war die Leistung der Mannschaft zu mäßíg. Dazu tragen aber auch etliche Niederlagen jenseits des Platzes bei. Etwa die klamme Finanzlage, die Entscheidung von Adidas, die Zusammenarbeit mit dem Club aufzukündigen, die Enthüllung von Michael Krätzer, der Club habe Spiele verschoben, oder der Umstand, dass nur 25.233 Zuschauer den Weg ins Stadion gefunden haben.

Wer meint, das werde bald wieder besser, sollte sich nur mal bei Twitter anschauen, was da im Verlauf des Spiels alles geschrieben wurde. Bei den Clubfans schwankt die Stimmung derzeit zwischen Verzweiflung und Sarkasmus. Da hilft ein erstolperter Sieg noch lange nichts. Für die Nichttwitterer hier einige Beispiele:

2 Kommentare in “Erstolperter Sieg gegen den Angstgegner

  1. Nach solchen blogs wüscht man sich das verschwinden des FCN. Eine mannschaft, die von angeblichen fans nur noch mit Dreck beworfen, denen kein Klichee zu schade ist, um aufzutrumpfen, …14000 Einwohner, … die Tore hineingestolpert, nur weil der Gegner aufgemacht hat und weiter laber…laber…laber…alles sch….,Bestechung…laber..kein geld…adidas laber, ja mei, da sind die artikel im „mehr nürnberg“ zur a-klasse sach- und fachkundiger. Der verein mag in der Krise sein, genau so schlimm ist es mindestens um den nürnberger sportjournalismus (von der löblichen ausnahme der „a-klasse“ abgesehen) betellt. Er ist nur noch erbärmlich.

  2. Völlig richtig, verehrter döbs: Guten Sportjournalismus zeichnet es aus, bei Siegen alles Klasse zu finden und bei Niederlagen „Bader raus und die Mannschaft gleich mit“ zu rufen. Mit dieser Einstellung wird der gute Sportjournalist irgendwann Sportchef und weil er eine große Affinität zum Siegen hat, auch Bayern-Fan. Verlierer, die überlässt er den Volontären. So darf er dann im heutigen Lokalblättchen die erste Sportseite ganz seinem Lieblingsverein widmen. Die döbs dieser Welt zehren dieweil von den kargen Erfolgserlebnissen und andere mäkeln sogar noch daran herum. Möglicherweise aber deshalb, weil sie nicht bloß einmal im halben Jahr, sondern gerne öfter jubeln würden. Dazu ist es manchmal nicht falsch, nicht wegen eines einsamen Dreiers vor sämtlichen Missständen die Augen zu verschließen.

    Ich persönlich gehe sogar noch weiter: Beim FCN ist dringend ein Neuanfang vonnöten. Dazu trägt der Sieg gegen den SVS leider nichts bei. So traurig es ist: Bader werden wir wahrscheinlich erst los, wenn wir in der dritten Liga spielen.

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