Verbeek holt sich ein paar Jährchen zurück

1808910315Gut, beim Tabellenführer darf man auch mal verlieren. Andererseits: Das war Bochum, nicht irgendein gesattelter Aufstiegsfavorit. Und dann hatte der FCN auch durchaus Glück für zwei Spiele. Schon der Auftakt lief optimal. Der VfL war noch gar nicht richtig auf dem Platz, da hatten Blum und Burgstaller einen Fehler des Bochumers Fabian ausgenutzt und die schnelle Führung erzielt.

Bei einer eingespielten und sicheren Abwehr wöre so etwas schon die halbe Miete. Da stellst du dich hinten rein. Lässt die anderen sich abrackern und setzt bei Gelegenheit die Konter.

Bloß hat der Club keine eingespielte und sichere Abwehr. Zwar gab diesmal Tim Leibold als Linksverteidiger ein gar nicht einmal misslungenes Debut. Auch der dafür vor der Abwehr agierende Niklas Stark spielte besser als zuletzt. Insgesamt brachte das aber nicht die nötige Stabilität um einen Gegner der fast 90 Minuten Druck macht, am Torerfolg zu hindern. Zumal Thorsten Kirschbaum offensichtlich die Führungsqualitäten fehlen um sich zum Herrscher im Strafraum aufzuschwingen. Beim Ausgleich lief er nur halbherzig heraus. Beim Führungstreffer war er einer von Vieren, die geglaubt hatten, der jeweils andere würde den Ball weghauen.

Wobei man zur Ehrenrettung der Abwehr sagen muss, dass der ganze VfL-Druck jedesmal an sie durchgereicht wurde. Im Mittelfeld wurde kaum was abgefangen. Schöpf ist ohnehin nur noch ein Schatten seiner selbst und wurde dann auch vorzeitig ausgewechselt.

Apropos Auswechslung. Bei Bochum kam in der Schlussphase der Ex-Clubspieler Peniel Mlapa zum Zuge. Mehr gerissen als bei uns hat er dabei zwar auch nicht. Aber für ihn gilt das Gleiche wie für den Bochumer Trainer Gertjan Verbeek. Sie haben sich, nachdem sie beim Club nicht mehr gebraucht wurden, jedenfalls nicht verschlechtert. Im Gegensatz zu ihrem Ex-Verein.

Bei dem dürften die einen jetzt noch lauter nach Ruhe brüllen, während die anderen noch vehementer alles auf den Prüfstand stellen wollen. Ob wir da nach dem alten fränkischen Motto „wer koo, der därf“ weiter kommen, mag bezweifelt werden. Wenn zum Beispiel ein Möbelfabrikant, auch wenn er Clubsponsor ist, beim Club Sachverstand und Professionalität reinbringen will, dann hat das schon was von Verzweiflung.

Das Bochumspiel hat jedenfalls gezeigt: Es lag nicht an Verbeek, es lag auch nicht an Mlapa, wahrscheinlich noch nicht einmal allein an Bader. Immerhin: Für Verbeek freut es mich. Vielleicht gibt ihm der Sieg ein paar in Nürnberg verlorene Jahre zurück.