Mit Polak und Pornobalken

halbherzigTief gesunken war er unser Ruhmreicher. Das war auch im Stadion sichtbar. Gähnende Leere herrschte da, wenn man nicht gerade in die Nordkurve blickte. Was Wunder, nach der Derbyniederlage kam mit Sandhausen nicht gerade eine Knallermannschaft, auch wenn der Nachname des Torwarts anderes signalisierte. Zudem ist Sandhausen in der zweiten Liga super gestartet, so dass noch nicht einmal die Aussicht bestand, hier was reißen zu können. Und wenn dann selbst einstige Idole, wie der Eckes daheim bleiben, dann weißt du: Es ist wieder mal Krise am Valznerweiher.

wirhelfenUnd die Krise ist nicht nur auf dem Platz sichtbar. In oben abgebildeten Transparent wurde treffend die Halbherzigkeit der Spielbemühungen mit der Halbherzigkeit der Clubführung verquickt. Trotz großer, wenn auch kryptischer Ankündigungen zur Bildpromoaktion reichte es dann nur zu einem kleinen Pornobalken auf dem Wir-Helfen-Logo. Bloß ja niemanden vergrätzen. Das mag zwar im Dienstleistungsbereich eine richtige Strategie sein, im Fußball geht es aber halt darum, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen. Entweder ich hämmere aufs Tor oder ich gebe ab, beides geht nicht.

Auf dem Platz war dann aber zumindest der Wille erkennbar, das halbe Herz in die Hand zu nehmen. Trainer Weiler ließ diesmal Polak zunächst draußen. Der Erfolg gab ihm Recht. Die Abwehr wackelte weniger als zuletzt. Wobei den Sandhausenern jetzt auch nicht allzuviel einfiel. Vorne gab es wieder einmal ein frühes Tor (18. Minute, Behrens), was zusätzlich Entlastung für Mannschaft und Fans bedeutete. Doch auch, wenn der Gegner nicht wirklich gefährlich wirkte, als Clubfan bekommt man auch so das Nervenflattern. Dass Weiler dann in der 79. Minuten Polak für Stürmer Blum einwechselte und so signalisierte, den knappen Voprsprung halten zu wollen, trug da nicht unbedingt zur Beruhigung bei. Doch auch Fans können sich irren. Polak festiogte nämlich nicht die Abwehr, sondern erzielte vielmehr das dann doch entspannende 2:0.

Als Fan musste man diesmal also kein Doppelherz einnehmen, um die Halbherzigkeit des FCN zu ertragen. Die Richtung stimmt also. Mehr aber auch nicht.